Beiträge von Ullie

    Ganz schlimm finde ich einen Leserkommentar in der HAZ. Da regt sich wer maßlos darüber auf, dass die Polizei die Schülerinnen und Schüler mit drakonischen Strafen dazu zwingen würde, statt auf dem sicheren Bürgersteig auf der angeblich gefährlichen Straße zu fahren. Es ist der Kommentar mit der Nummer 12: http://www.haz.de/Umland/Burgdor…fasst-Radfahrer

    Dass spätestens bei der Querung der Radfahrer oder die Radfahrerin auf die "gefährliche" Straße muss, wird in dem Leserkommentar ausgeblendet. ich will da jetzt nicht drauf rumhacken, vielleicht kannte der Leserkommentar-Schreiber die Schülerin persönlich oder er kennt die Eltern oder so. Aber leider wird mit solchen Kommentaren ganz übel Politik gemacht, deshalb will ich's auch nicht ganz unkommentiert lassen.


    Im vorliegenden Fall wären die rechten Winkel problemlos vermeidbar gewesen, wenn man die Radfurt schräg über die Clausewitzstraße geführt hätte. Kennst Du einen gravierenden sachlichen Grund, der dagegen gesprochen hat? Vermutlich nicht. Vermutlich hat der Planer einfach nicht daran gedacht, daß seine Planung sich in der Praxis bewähren muß. Eigene Radfahrerfahrung hatte er offensichtlich nicht, sonst hätte er gewußt, daß man so eine Linienführung nicht fahren kann. Das gleiche gilt für fast alle hannöverschen Radverkehrplanungen (die der Insider daher auch als "Radverkehrtplanungen" bezeichnet).

    Ich habe mal deinen Vorschlag in mein Foto eingezeichnet. Das sieht tatsächlich eleganter und schnittiger aus. Warum es nicht so verwirklicht wurde, das kann ich dir nicht sagen. (Rot: Fahrradüberweg, beide Richtungen, Gelb: Fußgängerüberweg)

    Vielleicht hat es eine Rolle gespielt, dass der Radverkehr dichter an die dunkle Brückendurchfahrt herangerückt wäre? Ob ein "Dogma" der Rechtwinkligkeit eine Rolle gespielt hat, wie du vermutest, kann ich so aus dem Stegreif nicht sagen. Da müsste man einfach mal nach anderen Beispielen suchen, wo dieses von dir vermutete "Dogma" nicht beachtet wurde. (Falls es diese Beispiele gibt.)

    Vielleicht gibt es auch Überlegungen auf dem Parkplatzgelände das grüne Beet mit dem Baum am rechten Parkplatzrand einzuebnen und dort Platz für eine Verschwenkung zu schaffen. Siehe Bild:

    Ah schau an, es besteht also seit einiger Zeit ein politisch-fachlicher Disput darüber, ob diese Strecke als »Radschnellweg« geeignet oder zu schmal ist.

    Da würde ich doch sagen: diese Spontandemonstration hat Letzteres bewiesen.

    Und: Das kommt dabei heraus, wenn Autoverkehrsplaner (sic) »Velorouten« und Ähnliches möglichst in kleine Sträßchen legen, weil natürlich in der Magistrale »zu wenig Platz« angesichts von 6 bis 8 Autospuren (inclusive Längs- oder Querparken) ist.

    Es ist wahr, dass diese Stelle an der eine Radfahrerin von einem Autofahrer in einer Fahrradstraße blockiert wurde als Teil eines Radschnellweges angedacht ist. Aber dein Einwurf, der Vorfall zeige, dass dieser Teil der geplanten Velo-Route zu schmal sei, der trifft nun wirklich nicht zu! Messe doch selbst mal die Breite auf googlemaps mit der Entfernungsmessfunktion! Hier ein googlestreetview-Bild aus der Perspektive der Radfahrerin: https://www.google.com/maps/@52.37280…!7i13312!8i6656

    Schon auf dieser Aufnahme kannst du sehen, dass da auf der grau gepflasterten Fahrbahn genug Platz ist für Radverkehr in beide Richtungen. Die Fahrbahn ist 4,50 m breit! Der beige gepflasterte Fußwegstreifen auf der Häuserseite misst 1,30 m. Und auf der anderen Seite der Fahrbahn ist ein 2,60 m breiter Grünstreifen mit Baumbestand und ein 1,40 m breiter Fußweg, der direkt am Fuß der Bahndammböschung entlangführt.

    Für den reinen Radverkehr stünden also 4,50 zur Verfügung.

    Die Messungen habe ich auf dem google-Satellitenbild vorgenommen: https://www.google.com/maps/@52.37274…m/data=!3m1!1e3

    Als Mindestbreite für den Radschnellweg Ruhr beispielsweise fordert der ADFC auf Zweirichtungsverkehr-Abschnitten 4,00 m: "Als Mindestbreite bei Zweirichtungsradwegen sind daher 4 Meter, bei Einrichtungswegen 3 Meter einzuhalten." https://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende…chiebe-weg.html

    Diese Mindestbreite ist in der Kleefelder Straße mit einer 4,50 m breiten Fahrbahn gegeben!

    Deine Kritik trifft also auf diesen Abschnitt (Kleefelder Straße) ganz gewiss nicht zu, wenn man davon ausgeht, dass es gelingt den ruhenden Verkehr aus der Straße herauszunehmen. Nicht die Fahrbahn selbst ist zu schmnal, sondern die Fahrbahn wird durch parkende Fahrzeuge eingeengt! Und hier muss die Verkehrsplanung und die Politik Bereitschaft zeigen Entscheidungen zu treffen, die bei einem Teil der Autofahrerschaft nicht auf viel Gegenliebe stoßen werden.

    Dabei ist gerade in der Kleefelderstraße die Situation so, dass auf den angrenzenden Grundstücken Parkmöglichkeiten bestehen. Wozu muss den Anliegern darüber hinaus auch noch gestattet werden, die Fahrbahn zuzuparken?

    Es gibt andere Abschnitte auf diesem geplanten Radschnellweg, die schmaler sind und wo es nicht genügt, das Parken zu verbieten, um mehr Platz für Radler zu schaffen. Aber das ist ein anderes Thema.

    Ich finde es unglaublich, dass in dieser Diskussion über den geplanten Radschnellweg, sich die Radfahrenden so leicht gegeneinander ausspielen lassen. Die CDU in Hannover beispielsweise versucht das in der Form, dass sie den Radschnellwegbau nach Lehrte stoppen will: Der Fraktionschef in der Regionsversammlung Schlossarek; "

    Seine Partei sei „nicht gegen Radschnellwege“. Sie könnten „ein echter Bestandteil der Verkehrswende sein“, betont er. Allerdings nicht so, wie die Stadt Hannover die erste dieser schnellen Radwegverbindungen in der Region plane. Wenn man diese als „echte Alternative“ etablieren wolle, „müssen bestimmte Standards und Rahmenbedingungen erfüllt sein, sonst macht der Bau keinen Sinn“, sagt Schlossarek. Er fordert lieber „keinen Radschnellweg“ als einen „schlechten Radschnellweg“."

    Das erinnert doch sehr an den Lindner-Spruch, "Lieber gar nicht regieren als schlecht regieren."

    Der CDU ist es allerdings auch komplett schnuppe, ob an anderer Stelle, auf einer anderen Route bessere Möglichkeiten bestehen, den Radschnellweg nach Lehrte zu verwirklichen. Darum geht es ihr aber auch gar nicht. Sondern darum das Projekt nach madig zu machen, ohne einen einzigen vernünftigen Gegenvorschlag anzubieten.

    Zugespitzt formuliert muss man wohl sagen: Weil der CDU das Parken in Nebenstraßen wichtiger ist, als diese Parkplatzflächen für die Anlage eines breiten Radschnellweges zu nutzen, meckert sie darüber, dass der geplante Radschnellweg zu schmal werden würde und lehnt ihn deshalb ganz ab. (Das trifft es nicht vollständig, weil es tatsächlich noch andere Engstellen gibt, die nicht von dort parkenden Autos verursacht werden. Aber in dem geplanten Abschnitt Kleefelder Straße verhält es sich genau so!

    Vielleicht bin ich ein nicht ganz so versierter Radfahrer wie du es bist. Das soll jetzt keinesfalls heißen ich würde mir Nichts zutrauen. Aber um ehrlich zu sein, ist mir die Ampel an dem Überweg über die Clausewitzstraße lieber als wenn da keine Ampel steht. Und wenn ich dran denke, dass perspektivisch (Radschnellweg) dort noch sehr viel mehr Radler passieren sollen, dann sind da gewiss auch viele dabei, die noch deutlich weniger sicher sind als du und vermutlich auch als ich. (Das sag ich jetzt mal in aller Bescheidenheit.)

    Die Kritikpunkte bezüglich "rechtwinklige Radverkehrsführung" ist einerseits richtig, andererseits aber auch bedingt durch den sehr viel schmaleren Stadtparkweg (das ist der Weg am Bahndamm in diese Richtung ist das folgende Bild aufgenommen) im Vergleich zur breiten Kleefelder Straße:

    Was die Autos angeht, die bei Ampelrot über die Kreuzung brettern: Vielleicht hilft da eine Rotmarkierung des Fahrrad-Überweges. Die Stadt will ja alle Fahrrad-Überwege und Fahrradstreifen und Schutzstreifen rot markieren. Das könnte dann so aussehen:


    Ja, aber versuch es doch mal losgelöst von irgendwelchen Einstufungen zu sehen. Was ist am Ende "gefährlicher"?

    Was sollte wirklich reglementiert werden, da es für Otto-Normal-Mensch zu unüberschaubaren Risiken kommt? Das sind ja keine 50 Kilo-Gefährte die ohne Kraftaufwand mit 50 über den Bürgersteig heizen...

    Man sollte mMn versuchen allen Menschen möglichst viele Alternativen nachhaltiger Mobilität (ohne größtmögliche Hindernisse) anbieten. Ein Rad ist nicht immer ideal oder praktikabel.

    Aber vermutlich wird es wieder überreglementiert. Die einen ignorieren das, die anderen beschweren sich dann über die Ignoranten. Am Ende sind sich alle so uneins wie "die Radfahrer", die es nach etlichen Jahren der Diskussion nicht mal auf einen Konsens bezüglich Radwegen/keine Radwege geschafft haben.

    Das Bessere ist manchmal der Feind des Guten. Kann sein, dass der E-Roller für den ein oder anderen die bessere Mobilitätslösung darstellt. Aber trotzdem gehört er verboten (bzw. für den Gebrauch auf Privatgelände beschränkt), denn das Fahrrad ist bereits eine sehr gute Lösung. So ähnlich habe ich das übrigens schon bei den Rollerskates gesehen (bisweilen bin ich fürchterlich konservativ). Übrigens finde ich auch die Erwachsenen-Tretroller problematisch. Man sollte sie einfach als Fahrrad einstufen. Meines Wissens ist es jedoch erlaubt mit einem Tretroller ohne E-Antrieb auf Fußwegen zu fahren. Ist ja auch nicht weiter schlimm, wenn da keine Fußgänger unterwegs sind. Aber auf stark frequentierten Fußwegen geht das m. E. nicht. Also klare Regelung: Tretroller gehen in Fußgängerzonen und auf Fußwegen einfach nicht. Leider ist das nicht so klar geregelt. Und jetzt kommen auch noch die E-Roller dazu. Aus Fußgängersicht lehne ich das ab. Und aus Radfahrersicht ebenfalls, da bin ich solidarisch mit den Fußgängern.

    Wenn der Staat keine Strafe verhängt, dann lernt es der LKW-Fahrer tatsächlich nie. Meiner Erfahrung nach (Berlin), werden die Anzeigen aber tatsächlich verfolgt und praktisch alle Kraftfahrer zahlen die Strafen. Denn meines Wissens nach führt ein Widerspruch gegen die Strafe ziemlich direkt vor Gericht. Und da bin ich nur sehr selten.

    Wenn das in anderen Städten nicht so ist, müsste man da ansetzen. Denn dann funktioniert der Rechtstaat einfach nicht richtig.

    Die Alternative, das Recht selbst in die Hand zu nehmen, finde ich regelmäßig nur so lange verlockend, wie ich selbst der einzige bin, der es tut.

    So sehr ich diesem Idioten es auch gönne :)

    Die Sache ist komplizierter. Ich habe nochmal über den Vergleich mit Rosa Parks nachgedacht, den Pirminator bereits anstellte:

    Und was heißt in dem Zusammenhang denn schon "effektiv"? Hin und wieder muss / kann man ein paar Minuten opfern, um auf die alltägliche Rücksichtslosigkeit im Verkehr hinzuweisen. Rosa Parks wird das ähnlich gesehen haben, als sie im damals Bus auf ihrem Platz sitzen blieb...

    Rosa Parks verstieß mit ihrem Sitzenbleiben (auf dem Omnibussitzplatz für Weise) gegen geltende Gesetze. Hätte jemand zur Durchsetzung dieser Gesetze geglaubt, selbst Hand anlegen zu müssen, dann hätte er Rosa Parks verprügelt und aus dem Bus geworfen. Der Busfahrer hat das aber nicht getan und auch sonst im Bus hat es keiner getan. Obwohl die Gefahr sehr hoch war, dass genau das passieren würde. Und wäre es passiert, dann hätte die Polizei vermutlich nie was davon erfahren oder wenn doch, dann hätte es keine Verurteilung von Rosa Parks wegen Sitzenbleibens auf dem Platz für Weiße gegeben. Dabei ist egal, ob in dem Fall, dass jemand Rosa Parks verprügelt hätte, derjenigen bestraft worden wäre oder nicht.

    Und was hat Rosa Parks Aktion den Schwarzen Amerikas gebracht? Die Rassentrennungsgesetze wurden abgeschafft! Und das ist gut so. Aber der Kampf gegen Rassismus ist damit noch nicht gewonnen. Rassismus gegen Schwarze findet weiter statt. Aber immerhin haben jetzt die Schwarzen nicht mehr das Gesetz als Gegner, sondern als Verbündeten!

    Auch wenn ich den Vergleich von Pirminator nach wie vor sympathisch finde. Die Radfahrerin hat das Gesetz bereits auf ihrer Seite. Es geht aber immer noch um eine Frage der Auslegung und Umsetzung des geltenden Rechts. Und wie die Berichterstattung zeigt, geht es auch um die Verkehrswege-Ausgestaltung.

    Hier die Szene in der Rosa Parks sitzen geblieben ist aus dem Film "The Rosa Parks Story" http://int.search.myway.com/search/video.j…tpr=sbt&trs=wtt

    Hier der np-Kommentar zur mutigen Radfahrerin, die sich nicht den Schneid hat abkaufen lassen, einem LKW-Fahrer die Stirn zu bieten! http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine…icht-konsequent

    Der NP-Kommentar dokumentiert die verbreitete Autofahrersicht: Fahrradstraßen sind ja schön und gut, aber nur dann, wenn sie nur ganz vereinzelt eingerichtet werden und möglichst nur dort, wo es keinen Autofahrer in irgendeiner Form benachteiligt. Also am liebsten irgendwo im Naturschutzgebiet.

    Die NP (Neue Presse) ist die Ergänzung zur HAZ die zweite große Lokalzeitung in Hannover. Wenn es darum geht, die Autofahrerinteressen zu wahren und zu verteidigen sind beide Presseprodukte auf einer Linie.

    Aber immerhin: Auch die NP sah sich gezwungen, darüber zu berichten!

    Und warum nicht etwas pragmatischer rangehen? Jetzt mal fernab von allen Paragraphen und Einstufungen die derzeit existieren:

    Die Dinger sind so schnell wie ein Tretroller ohne Antrieb (zumindest auf der Ebene) und langsamer als ein Fahrrad. Warum Führerschein und Zulassung für etwas, das nicht gefährlicher ist als ein Skateboard, Roller oder Fahrrad, nur bequemer?

    Einfach ne technische Prüfung für Fahrzeuge die elektrisch Personen oder Waren >20kg transportieren und diese auf meinetwegen 20km/h beschränken. Wer die nich hat, darf nicht einführen oder verkaufen. Wer sich das selber basteln will wird eh nicht verhindert, schau dich mal auf YT zum Thema selbstgebaute eBikes um ;)

    Dann müsstest du allerdings auch gleich die Versicherungspflicht für schnelle Krankenfahrstühle fallen lassen. Das sind Krankenfahrstühle, die schneller als 6 km/h fahren. Kann ja wohl nicht angehen, dass Leute mit Elektro-Rollern einfach so mit 20 km/h rumdonnern dürfen, während Menschen mit einer Gehbehinderung, die einen Krankenfahrstuhl benutzen der schneller als 6 km/h fährt, den versichern müssen. Diese Elektro-Roller braucht es nicht und ich habe größtes Verständnis dafür, wenn die bei Kontrollen aus dem Verkehr gezogen werden.

    In dem Fall: möglichst viel für den Radverkehr erreichen. Dazu gehören insbesondere die Mobilisierung auf der eigenen Seite und auch die Gewinnung von neuen Mitstreitern bzw. Beeinflussung möglichst vieler Menschen im eigenen Sinn. Und deshalb die Meinung von reinen Autofahrern eben nicht egal. Denn es sind einfach viele.

    Rosa Parks war die Meinung der weißen Omnibusbenutzer sicher auch nicht egal. Und das waren sicher auch ziemlich viele. Entscheidend ist jedoch bei einer guten Idee nicht unbedingt, wie viele sie haben, sondern dass diejenigen, die sie haben, die Idee vorantreiben. Und die systematische Benachteiligung von Radfahrern in der Verkehrsplanung anzuprangern ist eine richtig gute Idee. Und wenn eine solche Aktion die Nachdenklichen unter den Autofahrern zum Nachdenken anregen, dann ist schon eine ganze Menge gewonnen. Auch wenn viele andere Autofahrer oder eine deutliche Mehrheit der Autofahrer auf die Radfahrerin schimpfen.

    Ersteres! Und was heißt in dem Zusammenhang denn schon "effektiv"? Hin und wieder muss / kann man ein paar Minuten opfern, um auf die alltägliche Rücksichtslosigkeit im Verkehr hinzuweisen. Rosa Parks wird das ähnlich gesehen haben, als sie im damals Bus auf ihrem Platz sitzen blieb...

    "Effektiv" war es doch - ein alltäglicher Vorgang wurde öffentlich und wir (und viele andere) diskutieren nun drüber. Schade und bezeichnend, dass kein anderer Radfahrer dort solidarisch war. Aber Solidarität hat man im Rahmen eines bestimmten politischen Leitbildes den Leuten inzwischen ja eh völlig ausgetrieben...

    Der Vergleich mit Rosa Parks ist zwar sehr bombastisch aber ich lasse ihn trotzdem gelten. Allerdings weiß ich nach wie vor nichts darüber, ob das eine Reaktion aus der Situation heraus war. Das vermute ich nach wie vor. Bei Rosa Parks hingegen war es schon so, dass das ganze nicht ganz zufällig stattfand. Und es hatte ja auch die Konsequenz, dass Rosa Parks inhaftiert wurde. Dadurch kam die Sache dann ja auch erst so richtig ins Rollen. Immerhin wird man nicht gleich inhaftiert, wenn man in einer solchen Situation mit seinem Rad stehen bleibt. Und laut dem HAZ-Artikel gab es auch keine Anzeige gegen keinen der beiden Verkehrsteilnemer, weder für die Radfahrerin noch für den LKW-Fahrer und seinen Beifahrer. Den Gefallen hat der Polizei wohl keinem gegönnt. Die hatten wohl keine Lust, die Sache zu vertiefen.

    Dass das mit der Solidarität bei Rosa Parks damals besser aussah, glaube ich übrigens nicht. Und wenn man das ganze in konkrete Forderungen umdenkt, dann müssten im Fall der von einem LKW blockierten Fahrradstraße eigentlich auch die Frage gestellt werden, warum da auf der Straße Autos parkten. Zumal die Anwohner der Straße eigene Stellplätze auf ihren Grundstücken haben. Und leider bin ich mir sicher, dass im Falle, dass diese Parkplätze aufgehoben werden würden, sehr viele sich zu Wort melden würden, um dagegen zu protestieren. Bloß würde ich das dann nicht mit Rosa Parks Aktion vergleichen.

    Hallo lomo, ich habe dein Zitat in diesen Thread kopiert, ich hoffe du bist mir deswegen nicht böse.

    Zum Ampelüberweg Clauswitzstraße:

    Ob ich dort jetzt zügiger oder weniger schnell und sicherer oder weniger sicher rüberkomme habe ich mich auch schon oft gefragt. Statistisch ausgewertet habe ich da noch nichts (Sekunden Wartezeit und so.) Außerdem hätte ich dann ja vorher im alten Zustand bereits Daten erheben müssen. Was mich am meisten ärgert ist die Geschichte mit dem "Nichtfunktionieren" des automatischen Grünschaltens der Ampeln für den Radverkehr, wenn sich der Radverkehr nähert. Manchmal hatte ich schon den Eindruck das funktioniert. Du sagtest ja eine Geschwindigkeit um die 12 km/h sei die Voraussetzung dafür, dass es überhaupt funktioniert. Ich vermute dass ich in der Regel etwas schneller unterwegs bin, so bis 18 km/h, aber das mit den 12 km/h werde ich mal ausprobieren. Auch wenn ich leider keinen Tacho habe, um das genau zu prüfen. Weil ich mir das mit der niedrigen Geschwindigkeit schon gedacht hatte, bin ich bislang auch so mit max. 15 km/h rangefahren. Aber ich werde es demnächst noch mal langsamer probieren.

    Ich habe allerdings den Verdacht, dass dem Autoverkehr größere Vorrechte eingeräumt werden als dem Radverkehr und das ist insbesondere im Hinblick auf die Zukunft der Verbindung (geplante Fahrradschnellstraße) nicht akzeptabel.

    Die Autobelastung der Straße finde ich auch eher niedrig, so dass ich mich schon manchmal frage, ob es früher nicht schneller ging da rüber zu kommen, als es noch keine Ampel gab. Aber es gibt zweifelsfrei auch starke Besuchstage im Zoo oder im HCC, so dass man nicht davon ausgehen kann, dass dort immer die Auto-Verkehrsbelastung niedrig ist.

    Dass man den Überweg nicht schräg angelegt hat, das finde ich weniger schlimm. Denn letztlich sollte auch der Fußverkehr zu seinem Recht kommen. Und für den Fußverkehr wurde die Seite neben dem Radwegübergang reserviert. Siehe dazu auch das folgende Bild, das von der Stadtparkseite aus fotografiert wurde. Da ist der Fußwegübergang rechts vom Radwegübergang:

    Nochmal Ähm: Das Ganze geschah in einer Fahrradstraße...

    Zudem gilt, dass wer auf seiner Fahrbahnseite ein Hindernis vor sich hat, warten muss. Genau das hat der Lkw-Lenker nicht getan.

    Wenn das in einer anderen Straße passiert wäre, dann hätte das rechtlich vermutlich auch nicht anders ausgesehen, denn der Fahrzeugverkehr auf dessen Fahbahnseite sich das Hindernis befindet, der ist wartepflichtig. Ob im Fall einer Fahrradstraße gilt, dass Radfahrer auch dann eine Engstelle zuerst passieren dürfen, wenn das HIndernis auf ihrer Fahrbahnseite befindet, das weiß ich nicht, spielt aber im vorliegenden Fall auch keine Rolle.

    Dass es sich jedoch um eine Fahrradstraße handelt, das spielt sehr wohl eine Rolle, denn weniger genau informierte Leser, lesen etwas von "Fahrradstraße" und assoziieren dann möglicherweise so etwas wie eingebaute Vorfahrt für Radler und finden deshalb das Verhalten des Kleinlaster-Fahrers besonders verwerflich.

    So? Das behauptet die Dame, ja. Sobald der Laster zuerst in der Engstelle drin war, stimmt das schon nicht mehr. Wenn sich mir ein Kraftfahrer derart wegen einer Ordnungswidrigkeit in den Weg stellen würde, würde ich ihn ziemlich sicher wegen Nötigung anzeigen.

    Ob David, als er den Goliath mit der Steinschleuder des Ziegenhirten besiegte, möglicherweise eine unzulässige Waffe für den Zweikampf benutzte, da fragt doch heute auch keiner mehr danach!

    Es ist vermutlich letztlich nicht zu klären, ob das eine Aktion war, wie du vermutest. Für mich sieht es sieht mehr so aus, als sei es ein spontaner Entschluss der Radfahrerin gewesen. Möglicherweise ein Entschluss, den sie schon früher einmal ins Auge gefasst aber dessen Umsetzung sie verschoben hatte.

    Bei einem spontanen Entschluss fragt man sich nicht unbedingt, wie das auf andere Menschen wirkt. Da tut man das dann einfach, was man meint jetzt tun zu müssen! Bei wem die Radfahrerin alles Sympathien gewonnen hat, das weiß ich nicht, aber auch das Motiv, Sympathien zu gewinnen, ist vermutlich nicht der Auslöser dafür gewesen, dass sie in der Situation ganz einfach stehen geblieben ist. Meine Sympathien hat sie jedenfalls erst mal gewonnen.

    Es war voraussehbar, dass die Diesel-Verbote in Hamburg nicht allzu viel in Sachen Luftreinhaltung bewirken würden. Jetzt nachdem erste Vergleichsdaten vorliegen, wird so getan, als stünde bereits fest, dass sie wirkungslos seien. Das ist natürlich weit an der Realität vorbei, weil die Datengrundlage viel zu dünn ist. (Der NDR von heute (20.11.2018) berichtete: https://www.ndr.de/nachrichten/ha…ickoxid136.html )

    Aber auch ein anderes Problem schlägt zu Buche. Zwar sind die betroffenen Straßen für Diesel-Fahrzeuge bestimmter Schadstoffklassen gesperrt, aber sie sind für Diesel-Fahrzeug vermeintlich höherwertiger Schadstoffkjlassen weiter freigegeben. Bloß das diese nicht wirklich sauberer sind, sondern aufgrund der eingebauten Betrugssoftware oder auch ganz ohne Betrugssoftware viel mehr Stickoxide aus dem Auspuff blasen, als angenommen wurde, als man die Straßensperrungen-Richtlinien festlegte.

    Siehe dazu auch Deutschlandfunk vom 20.11.18: "https://www.deutschlandfunk.de/stickoxid-bela…ticle_id=433407" Der Deutschlandfunk berichtet: "Welchen Beitrag die NOx-Quellen in der Stadt zur Gesamtbelastung liefern, wurde bisher an Modellen abgeschätzt: Experten haben dazu unter Laborbedingungen die Schadstoffwerte von Öfen oder die Abgase von Autos gemessen und dann auf das gesamte Stadtgebiet hochgerechnet. Doch spätestens seit dem Dieselskandal dürfte offenbar geworden sein, dass die realen Emissionen von Kraftfahrzeugen deutlich höher liegen als diejenigen auf dem Prüfstand – selbst wenn die Autos nicht über eine illegale Abschaltvorrichtung verfügen."

    40 Minuten lang stehen sich eine Radfahrerin und ein Kleinlaster in Hannover gegenüber - und keiner möchte die Straße für den anderen räumen. Darüber berichtete gestern die HAZ (Printausgabe) Hier der Link zum Bericht auf der HAZ-Internetseite: http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…-Fahrradstrasse

    Ich finde es mutig von der Radfahrerin, sich dem Kleinlaster alleine durch ihr physische Präsenz zu widersetzen!

    Und jetzt zum vorrangberechtigten Fahrradweg, der über die Wilhelm-Blum-Straße hinweggeführt wird:

    Aktuell sieht die Situatiuon aus Sicht eines Verkehrsteilnehmers, der auf der Wilhelm-Blum-Straße in Richtung stadtauswärts fährt, so aus:

    Dabei bin ich mir unsicher, ob das Stopp-Schild überhaupt seine Berechtigung in einer verkehrsberuhigten Zone hat. Zudem ist seine Sichtbarkeit deutlich eingeschränkt.

    Die Verkehrsberuhigte Zone endet dort, wo (ganz klein im Bild) das Tempo 30-Zonen-Schild[Zeichen 274.1] steht. Ist das eigentlich so zulässig, oder müsste dort ein "Verkehrsberuhigte Zone endet"-Schild stehen? [Zeichen 325.2]

    Hier noch mal der Link zu einer googlestreetview-Aufnahme, die zeigt, wie es dort früher mal aussah:

    https://www.google.com/maps/@52.37635…!7i13312!8i6656

    Immer mal wieder wird in den Medien über den geplanten Radschnellweg Hannover-Lehrte berichtet. Außerdem gab es in anderen Threads Hinweise darauf. Deshalb eröffne ich diesen Thread, der sich speziell mit den Chancen beschäftigen soll, den der geplante Radschnellweg bieten kann. Außerdem soll der Thread die Möglichkeit bieten, Lösungsansätze zu erarbeiten für die erwartbaren Engstellen. Eine dieser Engstellen ist die Kreuzung des geplanten Schnellwegs mit der Clausewitzstraße. Bis vor Jahren gab es dort keinen Ampel-gesteuerten Überweg.

    In der HAZ wurde die Haltung des Oberbürgermeisters Hannovers zum geplanten Radschnellweg so wiedergegeben: "Laut Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) ist das Vorhaben ein Beispiel dafür, „dass wir es mit der Verkehrswende ernst meinen", wie er jüngst im Rat sagte. Berufspendler sollen ermuntert werden, auf das Fahrrad umzusteigen." HAZ vom 26.8.18 http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…weg-nach-Lehrte

    Zum Ampel-gesteuerten Überweg Clausewitzstraße heißt es in dem HAZ-Artikel: "Problematisiert wurde von den Bezirksräten auch der Überweg Clausewitzstraße; diese Straße wird nach Fertigstellung der geplanten Conti-Zentrale noch mehr Autoverkehr verkraften müssen als bisher. Die mittleren Zeitverluste eines Radfahrers durch Anhalten und Warten, so die Vorgaben für einen idealtypischen RSW, sollen innerorts keine 30 Sekunden pro Kilometer überschreiten – was zumindest zwischen City und Kleefeld schwer zu schaffen sein dürfte."

    Hier ein Foto vom Ampel-gesteuerten Überweg über die Clauswitzstraße: