Beiträge von Ullie

    Leider hast du kein Argument gebracht, warum das für dich nicht wünschenswert wäre, sich ganz normal als Fahrzeugführer zwischen andere Fahrzeuge zu positionieren. Vielleicht kannst du das mal nachreichen.
    Stattdessen schreibst du einen Allgemeinplatz mit "macht das Radfahren nicht attraktiv". Was soll das bedeuten?

    Übrigens muss ein Radfahrer auch nicht warten. Du kannst auch ohne irgendwelche Radinfrastruktur an Fahrzeugen vorbeifahren. Ich empfehle aber links und nicht rechts vorbeizufahren.

    Ich mag nicht dazu gezwungen werden zwischen wartenden Autos eingeklemmt zu sein, weil die keinen Respektabstand halten, wenn es dir gelingt, nach vorne Abstand zu halten, dann hast du immer noch das Problem, dass der Hintermann mit seiner Stoßstange an deinem Hinterrad klebt. Noch schlimmer ist allerdings, dass an vielen Kreuzungen viel zu viele Autos vor den Ampeln warten. Wenn du dann im Stop und go mit nach vorne schleichst, dann kann es ein bis zu zwei zusätzliche Ampelphasen dauern, bis du dran bist.

    Links vorbeizufahren ist meines Erachtens keine gute Idee. Besonders dann nicht, wenn du nach rechts abbiegen oder geradaus weiterfahren willst, weil du dann ja spätetestens wieder kurz vor der Kreuzung nach rechts durch die Autoschlange durch musst.

    Außerdem ist es in der StVO nicht vorgesehen. Dort steht in Paragraph 5, Absatz 8:

    "(8) Ist ausreichender Raum vorhanden, dürfen Rad Fahrende und Mofa Fahrende die Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts überholen."

    https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__5.html

    Eigentlich müsste es heißen rechts vorbeifahren, dann wäre es eindeutiger. Aber vermutlich benutzt die StVO hier das Wort "überholen" um deutlich zu machen, dass das Überholen grundsätzlich nur in Form von links überholen stattfindet.

    Was du da empfiehlst ist so nicht von der StVO gedeckt. Zumindest dann nicht, wenn die Auto-Schlange vor einer Ampel oder Kreuzung schon zum Stehen gekommen ist.

    (Aber pfeifen wir mal auf die StVO.)

    Ein großes Problem egal, ob es um das links vorbeifahren oder das rechts vorbeifahren an einer vor der Ampel wartenden Autoschlange ist: Autofahrer zeigen bisweilen ein ausgeprägtes Solidaritätsverhalten untereinander, besonders dann wenn es gegen andere Verkehrsteilnehmer gerichtet ist.

    Beispiele: Es wird fast immer grundsätzlich hochbord geparkt, selbst wenn die Straße sehr breit ist und der Fußweg so schmal, dass Fußgänger zwischen Hauswand und Auto kaum Platz haben oder mit einem Kinderwagen gar nicht durchkommen. Dabei ist das Hochbordparken nur in ausgeschilderten Ausnahmefällen erlaubt. Oder: Bevor ein Autofahrer auf einer mehrspurigen Straße auf einem Autofahrstreifen hält, parkt er lieber den Fahrradstreifen zu. Und an der Ampel ist es nach meiner Beobachtung so, dass sich die Autofahrenden in einer Warteschlange stets abwechselnd mal möglichst weit rechts und dann wieder möglichst weit links aufstellen, um garantiert auszuschließen, dass ein Radfahrer an der wartenden Autoschlange vorbeifahren kann, weder rechts noch links. Wäre ja noch "schöner" denkt sich da die Autofahrer-"Solidaritätsgemeinschaft", wenn da ein Radfahrer mal schneller an der Ampel wäre.

    Wenn ein Radfahrstreifen oder Schutzstreifen markeirt ist und möglichst auch noch mit roter Farbe angelegt ist, dann funktioniert das nach meiner Beobachtung ganz gut, dass man rechts an der wartenden Autoschlange vorbeifahren kann. Und wenn dann vorne vor der Ampel-Wartelinie für Autofahrer noch eine Aufgeweite Radaufstellfläche markiert ist, um so besser!

    Wahrscheinlich braucht man das alles nicht mehr oder nur noch an wenigen Stellen, wenn kein privater Autoverkehr mehr stattfindet. Ich befürchte allerdings, dass man dieses Ziel nicht dadurch schneller erreicht, indem man jetzt schon auf das Markieren von Schutzstreifen oder Radfahrstreifen einfach grundsätzlich verzichtet.

    In der Schallerstraße in Bargteheide ist nur auf der einen Seite ein Schutzstreifen angebracht. Fahren auf der anderen Seite die Radfahrer auf der Fahrbahn, oder auf dem alten Hochbordradweg?

    Habe gerade dieses Foto aus Harenberg, ein Ort in der Umgebung Hannovers, wieder entdeckt. Leider hatte ich damals im Vorbeifahren als Beifahrer im Auto nur wenige Aufnahmen machen können und ich konnte nicht sehen, ob der Bürgersteig mit Fußgängerschild und "Radfahrer frei" markiert ist.

    Könnte aber gut so sein, denn in Fahrtrichtung geht die Straße deutlich bergauf, so dass es eigentlich sinniger gewesen wäre, den Schutzstreifen auf der Bergauf-Seite zu markieren. Der Schutzstreifen ist aber auf der Bergab-Seite markiert.

    Auf der Bergauf-Seite sind allerdings Fahrradpiktogramme auf der Fahrbahn markiert, um deutlich zu machen, dass hier Radverkehr stattfindet. Und um den Autofahrern zu verdeutlichen, dass hier Radfahrer auf der Fahrbahn fahren dürfen und nicht gezwungen sind, den Bürgersteig zu benutzen.

    Hier das Foto:

    In Frankreich hatte ich auf den Fahrbahnen mancher Straßen das folgende zusätzliche Piktogramm gesehen, dass ich in das Foto von der Harenberger Meile eingezeichnet habe. Wäre das nicht auch was für die Gegenspur der Schallerstraße?

    Hier das Foto mit eingezeichneter Doppelpfeilspitze, wie in Frankreich gesehen:

    Hier der Link zu googlemaps-Satellitenbild: https://www.google.de/maps/@52.37858…m/data=!3m1!1e3

    Ullie

    das heißt aber, die sind bei Euch nicht so wie in Kopenhagen tatsächlich dafür da, dass sich Radfahrer vorne sammeln und vor den Autos losfahren.

    Sondern dazu, Radfahrern ein einordnen in die verschiedenen Fahrspuren zu ermöglichen.

    Von Kopenhagen habe ich gehört, dass dort das direkte Linksabbiegen für Radfahrer nicht vorgesehen ist. Radfahrer, die links abbiegen wollen, fahren erst geradeaus über eine Kreuzung, und warten dann dort noch mal auf Ampelgrün, um in einem zweiten Schritt in die gewünschte Straße einfahren zu können.

    Warst du mal dort? Ist das dort so?

    Hier ein google-street-view-Bild (Aufnahmedatum 2008!) von einer aufgeweiteten Radaufstellfläche auf der Straße Am Lindener Markt, Einmündung in die Falkenstraße. Die Hinführung zu dieser aufgeweiteten Radaufstellfläche erfolgt über ein kurzes Stück Schutzstreifen:

    https://www.google.de/maps/@52.36691…!7i13312!8i6656

    Entschuldige, simon, dass ich da ein bisschen forsch nachgehakt habe. Toll finde ich, dass du auch bereits auf das Warnblinklicht-Haltestellenthema aufmerksam geworden bist. Nach meinen bisherigen Erkundungen wird das Halten mit Warnblinklicht sehr unterschiedlich geregelt in den verschiedenen Landkreisen.

    Im Harz sprach ich mal mit einem Busfahrer, der sich sehr darüber beklagte, dass in dem einen Landkreis durch den seine Linie führt, nur geblinkt werden darf, wo das Haltestellenschild entsprechend markiert ist.

    Ein weiterer Landkreis, durch den ihn seine Linie führt, sieht Warnblinklicht an allen Haltestellen vor.

    Und ein dritter Landkreis (im Harz sind die Landkreise bisweilen sehr klein) durch den ihn ebenfalls seine Omnibus-Linie führt, hat für die Busfahrer Listen gemacht, auf denen für jede Haltestelle steht, ob dort das Warnblinklicht angeschaltet werden darf oder nicht.

    Da sagte ich ihm, er könne doch an jeder Haltestelle blinken, dann sei er immer auf der sicheren Seite. Darauf der Busfahrer: "Nein, denn die eine Verkehrsbehörde sähe das zwar so, dass immer blinken das sicherste sei, die andere Verkehrsbehörde eines anderen Kreises sähe das anders. Die befürchtet, dass die Regelung am mit Warnblinklicht haltenden Bus nur in Schrittgeschwindigkeit vorbeifahren zu oft von den Autofahrern missachtet wird, wenn sie an jeder Bushaltestelle das beachten müssten. Und die dritte Verkehrsbehörde, will ganz einfach nicht den Autofahrern zu viel Abbremsvorgänge zumuten."

    Wie ist es denn bei euch geregelt?

    Ich finde es gibt außer flächendeckend Tempo 30 wie in Bègles in Frankreich auch noch andere Möglichkeiten die absolute Priorisierung des Autoverkehrs zu beschneiden. Einfach so flächendeckend Tempo 30 einzuführen ist deutschen Kommunen der Gesetzeslage zufolge anscheinend nicht gestattet. Aber jede Stadt, jeder Landkreis könnte die Warnblinklichthaltestellenregelung für alle Haltestellen durchsetzen.

    In Hannover ist es leider auch nur so geregelt, dass nur an entsprechend markierten Hakltestellen der Bus mit eingeschaltetem Warnblinklicht hält. (Meistens in der Nähe von Schulen.) Die Verkehrsbehörden und die Polizei argumentieren, sie seien überfordert, wenn sie das grundsätzlich für alle Haltestellen durchsetzen sollten. In meinen Augen nur eine Ausrede.

    Hier ein Foto aus Hannover. Der weiße Punkt auf dem Haltestellen-Schild signalisiert dem Omnibusfahrer, dass er hier das Warnblinklicht einschalten muss.


    Leider gibt es in Hannover viel zu wenige Haltestellenschilder mit diesem weißen Punkt. Dabei könnte eine flächendeckende Einführung, verbunden mit einer klaren und intensiven Aufklärungskampagne und den notwendigen Kontrollen sehr wohl einen Beitrag leisten, dass die jahrelange Priorisierung des Autoverkehrs ein Irrweg war und dass ÖPNV-Fahrgäste einen besonderen Schutz verdienen. Und das tollste daran: Das kostet alles keinen Pfennig niemanden. Es kostet kein Steuergeld, im Gegenteil, dadurch dass die Haltestellenschilder nicht mehr unterschiedlich markiert sein müssen, würde sogar etwas gespart. Und es wird niemandem das Autofahren verboten oder durch Benzinpreissteigerungen verteuert. Und trotzdem ist es ein klares Zeichen dafür, dass der ÖPNV die Priorität hat und nicht das Auto, verbunden mit mehr Sicherheit für ÖPNV-Fahrgäste!

    In der Tat. Mit Straßenbahnschienen, in die man prima einfädeln kann.

    Was ich mich schon immer frage: Wie ordne ich mich denn bei solchen "ARAS" im fließenden Verkehr sicher nach links ein? Sowas ist ja - wenn ich mir diese bestimmt mit [Zeichen 237] beschilderte "Infrastruktur" so betrachte - systemisch gar nicht vorgesehen?

    Straßenbahnschienen gehören in einer Straßenbahnstadt wie Hannover zu den Tücken, mit denen ein Radfahrer umgehen lernen muss. Leider gibt es in Hannover auch einige unbelehrbare Verfechter des U-Bahnbaus, der in den 60er-Jahren begonnen wurde, um den Straßenbahnverkehr von den Straßen zu eliminieren, damit dort mehr Platz ist für den Autoverkehr. Zur selben Zeit wurde der Radverkehr auf "Kleinstradwege" auf die Bürgersteige ausgegrenzt, um mehr Platz zu schaffen für den Autoverkehr.

    Und leider gibt es immer wieder einzelne Radfahrer, die meinen besser dran zu sein, wenn die Straßenbahnen alle nach unten in Tunnel verlegt werden würden. Ich halte das für viel zu kurz gedacht, denn an vielen Stellen in der Stadt hat sich gezeigt, dass die Eliminierung der Straßenbahn zu deutlich mehr Autoverkehr geführt hat, ohne dass sich für den Radverkehr irgendwas verbessert hätte. Dann doch lieber aufmerksam auf die Straßenbahnschienen achten.

    Das Idiotischste daran ist, dass es tatsächlich Radfahrer gibt, die meinen, die U-Bahn-Tunnel seien deshalb gebaut worden, damit die Radfahrer nicht mehr Gefahr laufen, in die Straßenbahnschienen zu geraten.

    Weil das alles, besonders auch das mit dem oberirdischen Straßenbahnverkehr an dieser Stelle nicht so ganz leicht zu bewältigen ist, wurde der gesamte Kreuzungsbereich auf eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h begrenzt. Ich habe noch mal das Foto hier angehängt, diesmal mit ein paar Erläuterungen:

    Dieser Link führt zum Lageplan, der zur Dokumentation des Kreuzungsausbaus von der infra im Internet veröffentlicht wurde:

    https://www.infra-hannover.de/wp-content/upl…LA1a_A2_gez.pdf

    Das Foto zeigt die Stelle der Straße bei der auf dem Bauplan Lister Meile steht.

    Dieser Link führt zu dem google-street-view-Bild von 2008, dass die Kreuzung aus etwa der selben Perspektive wie mein Foto zeigt, bevor hier die Straßenbahn lang gefahren ist. Früher fuhr die Straßenbahn von rechts kommend nicht in die Lister Meile hinein, sondern geradeaus zum Bahnhofsvorplatz weiter.

    https://www.google.de/maps/@52.37706…!7i13312!8i6656

    Im fließenden Verkehr nach links einordnen funktioniert hier sehr gut, weil der ganze breite Radfahrstreifen ja bis zu der Stelle befahren werden kann, an der die Strichlinie beginnt. Es ist allerdings nicht vorgesehen, dass sich Radfahrer schon vorher nach links einordnen oder während eines Abbiegevorgangs eines Busses oder einer Straßenbahn nach rechts, dann würde man ja in die Flanke der Straßenbahn hineinfahren. Die Ampelphasen sind in der Regel recht kurz, deshalb kommt es nur selten vor, dass sich ein Radfahrer im fließenden Verkehr zwischen zwei nach rechts abbiegenden Bussen/Straßenbahnen einfädelt, um nach links abzubiegen. Aber auch das ist möglich. Oder man wartet halt, der Radfahrstreifen ist ja auch vor der Aufweitung breit genug.

    Hier ist ein Bild, das drei Radfahrer zeigt, die den aufgeweiteten Radfahrstreifen nutzen, um nach links abzubiegen.

    Zwei davon stehen bereits genau vor den Autos, der dritte steht (noch?) etwas zu weit rechts, so dass der Autofahrer, der ebenfalls nach links abbiegen will, möglicherweise den Radfahrer zur Seite drängen wird, so dass es für den Radfahrer beim Einmünden in die Zielstraße eng werden kann. Aber es gilt Tempo 20 max. und in der Regel wird aufgrund der komplexen Kreuzungssituation noch langsamer gefahren. Wenn dem dritten Radfahrer das alles zu sehr in Anspruch nimmt, dann kann er notfalls auch einfach dort stehen bleiben und die nächste Grünphase abwarten, er steht dort niemandem im Weg. Selbst eine Straßenbahn oder ein Bus könnte noch an ihm vorbeifahren, um nach rechts abzubiegen. Während der Rotphase kann dieser dritte Radfahrer dann seinen Platz auf dem Linksabbiegerfeld einnehmen.

    Ist das die Schallershofer Straße auf dem Foto und in deinem Video? In dem von dir verlinkten Dokument heißt es unter 2. unter anderem: "das Vorhaben der Markierung eines einseitigen Schutzstreifens in der Schallershofer Straße"

    Leider kann man auf deinem Bild noch nicht eindeutig sehen, ob das ein Radfahrstreifen oder ein Schutzstreifen werden soll. Aber du hältst uns ja sicher auf dem Laufenden? Ich tippe auf Schutzstreifen, weil da Markierungen zu sehen sind, die wohl mal eine Strichlinie werden soll.

    Hier ein Bild von einem geschützten Radfahrstreifen in Marburg, Pilgrimstein. Der wird geschützt mit Kunststoffkellen, die auf dem Streifen aufgesteckt sind und beim Überfahren umklappen und sich dann wieder aufrichten. Das macht ein deutliches Geräusch und Gerüttel.

    Die Straße Pilgrimstein ist Einbahnstraße. In Einbahnstraßenrichtung (Tempo 30) wird der Radverkehr zusammen mit dem Autoverkehr geführt. Entgegengesetzt der Einbahnstraße gibt es den fotografierten geschützten Radfahrstreifen.

    Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob Hannover für dich schon zum nördlichen Ausland zählt, aber wenn du mal durch Hannover mit der Bahn kommst und hier umsteigen musst, dann gönne dir ein paar Minuten für einen Rundgang um den Bahnhof und du findest diesen Radstreifen mit verbreiteter Aufstellfläche. In Hannover gibt es noch mehr davon."Aufgeblasener Radstreifen" wird das hier genannt:

    Alles was übrig bleibt, ist dass der Kfz-Verkehr an einer absolut unproblematischen Stelle um ein paar Sekunden ausgebremst wird, ohne erkennbaren Nutzen.

    Eine Omnibus-Haltestelle ist keineswegs eine "absolut unproblematische Stelle". Und es geht dabei auch nicht darum, den MIV auszubremsen, sondern darum, dem sogenannten "fließenden Verkehr" (=Synonym für Vorfahrt für Autos) an einer sensiblen Stelle nicht vor die Sicherheit von Omnibusfahrgästen zu stellen!

    Das folgende Beispiel aus Penig zeigt, dass die fehlende Bereitschaft der Verkehrsbehörden, Omnibushaltestellen sicher auszubauen, tödliche Folgen hat. Leider ist dieses Beispiel aus Penig nicht das einzige, wenn du nach vergleichbaren Unfällen googelst, wirst du feststellen, dass diese schlimmen Unfälle an Bushaltestellen immer wieder passieren, obwohl man heute schon selbst ohne eine Gesetzesverschärfung Omnibushaltestellen so ausbauen könnte, dass die Busse nicht legal überholt werden können.

    Hier ein Ausschnitt über den Unfall in Penig von der Internetseite von HitRadio RTL Sachsen:

    "Und auch ein tödlicher Unfall aus Penig kommt bald vor Gericht: hier hatte ein Autofahrer ein 11-jähriges Mädchen umgefahren, das hinter einem Bus die Straße überquert hatte. Das Mädchen verstarb an den durch die Kollision zugefügten schweren Kopfverletzungen noch am selben Tag im Krankenhaus."

    https://www.hitradio-rtl.de/beitrag/anklag…faellen-594218/

    Im Übrigen finde ich deine Argumentation reichlich zynisch: Du schreibst ja sinngemäß, da der Bus sowieso in jedem Ort seine Runden dreht, kommt es ohnehin nicht mehr darauf an, dass er beim Halten auch noch in eine Bushaltestellen-Bucht fährt, um den "fließenden Autoverkehr" nicht zu behindern. Geht's noch:?:
    Das mit den teils nervigen Runden durch die Ortschaften ist natürlich richtig beobachtet, aber das muss nicht so bleiben, denn es ist meist das Ergebnis eines Schrumpfungsprozesses. Kenne ich aus meiner Herkunftsgemeinde. Da fuhren früher mehrere Busse. Das eine waren quasi Expresslinien, das andere "Einsammler". Irgendwann wurden die Expresslinien gestrichen, weil immer weniger Menschen den Bus benutzten. Das führte natürlich zwangsläufig dazu, dass noch einmal zusätzlich viele Fahrgäste sich anders orientierten, weil sie nur noch auf die "Einsammler" zugreifen konnten und sich so die Fahrt verlängerte.

    Und du kannst als aufmerksamer Omnibusfahrgast häufig beobachten, dass der Bus beim Abfahren von der Haltestelle regelmäßig von vorbeifahrenden Autos behindert wird, obwohl die wartepflichtig sind, sobald der Omnibus den Blinker gesetzt hat, um abzufahren.

    Ich persönlich würde ja Tempo 80 außerorts und Tempo 30 innerorts begrüßen – mit der jeweiligen Chance, die Geschwindigkeit dann anzuheben, wenn Bedarf besteht und der Radverkehr nicht dadurch gefährdet wird. Meiner Erfahrung nach versucht unsere Stadtverwaltung selbst dort, wo eine Geschwindigkeitsbegrenzung absolut sinnvoll ist, sich mit jedem denkbaren Trick herauszuwinden, um nicht zum Ergebnis zu kommen, dass eine qualifizierte Gefahrenlage besteht. Im umgekehrten Fall müsste die Stadt die Anhebung begründen, und das kann sie nur dann rechtssicher machen, wenn die Straße wirklich sicher ist (kein Holperbelag, und auch keine 16000-30000 Kfz/Tag bei T50 und kein benutzungspflichtiger Radwegeranz, der nicht den Anforderungen entspricht).

    Eine Reduktion der max. zul. Höchstgeschwindigkeit auf Landtraßen auf 60 km/h ist ein hervorragendes Signal, dass verdeutlicht, dass die Verkehrsbehörden, den Klimaschutz und die Förderung des ÖPNV tatsächlich ernst nehmen.
    Linien-Omnibusse, in vielen vor allem ländlichen gegenden die einzige Form einen ÖPNV zu erhalten oder aufzubauen, der als Mobilitätsalternative zum MIV angeboten werden kann, diese Linine-Omnibusse dürfen außerorts max. Tempo 60 fahren, wenn darin nichtalle Fahrgäste einen Sitzplatz einnehmen können und deshalb einige stehen müssen.

    Ich weiß das hört sich jetzt erst mal völlig weltfremd an, denn volle Linien-Omnibusse im ländlichen Raum, das kennen die meisten nur in Form von mit Schülern vollgestopften Linienbussen (sofern für den Schülertransport keine eigener Schulbusverkehr eingerichtet wurde). Und leider geht es den meisten komplett am A... vorbei, wie Kinder zur Schule fahren. ("Die haben ja Zeit", "die können ruhig mal ein bisschen früher aufstehen", "die sollen sich mal nicht so sbnstellen" usw.)

    Aber wenn man sich dann noch diese teils uralten "Krachkisten" der Sub-, Sub-Unternehmen ansieht, mit denen Schulkinder durch die Gegend gekarrt werden, eine Vollklimaanlage zum Beispiel ist da die absolute Ausnahme, da braucht sich niemand wundern, wenn diese Kinder, dann wenn sie das nötige Alter erreicht haben, umgehend auf ein eigenes motorisiertes Fahrzeug umsteigen.

    Und eine Verkehrswende, die diesen Namen verdient, muss natürlich auch im ländlichen Raum greifen und dort muss der ÖPNV den Autoverkehr als priorisiertes Mobilitätssystem ablösen. Und da der Linien-Omnibus mit stehenden Fahrgästen nur 60 km/h fahren kann, ist das die Obergrenze für das Tempo auf Landstraßen!

    Da kommen natürlich auch noch so Sachen dazu, dass der Omnibus auf der Fahrbahn an einem Buskap hält, und nicht in einer Halötebucht. Und dass der Autoverkehr hinter dem Bus warten muss, und nicht an ihm vorbeifahren darf, weil dass die aussteigenden Fahrgäste gefährdet und noch vieles mehr, von dem heute schon vieles umsetzbar ist, aber leider noch biel zu selten geschieht.

    "Schutzstreifen verleiten (wie auch Radfahrstreifen) dazu, wartende
    Fahrzeuge rechts zu überholen, gerade auch dort, wo dies gefährlich
    werden kann, vor Ampeln und neben Transportern und Lkw. Zahlreiche
    schwere Unfälle mit abbiegenden Fahrzeugen sind die Folge."

    So heißt es in dem von dir verlinkten Text. Und dem mag ich so nicht zustimmen. Das fängt schon damit an, dass das Vorbeifahren an wartenden Fahrzeugen nicht als Überholen bezeichnet werden kann.

    Und je nach Fahrbahn-Querschnitt ist es so, dass eine Fahrbahn, die es erlaubt einen möglichst breiten Schutzstreifen zu markieren (1,5 m + 0,5 m Abstand zum Fahrbahnrand, https://radinfrastruktur.files.wordpress.com/2015/05/unbenanot.jpg ) so breit ist, dass sich dort zweispuriger Autoverkehr ereignet, wenn nicht ein Schutzstreifen, einen Teil der Fahrbahn zur Nutzung durch den Radverkehr verdeutlicht, so dass es möglich ist, mit dem Fahrrad an wartenden Autos rechts vorbei zu fahren.

    Man könnte natürlich auch die Gesamtfahrbahn so schmal machen, das der Autoverkehr nicht damit anfängt, zweipurig je Richtung zu fahren oder sich zweispurig vor Kreuzungen aufzustellen. Dann müsste ich als Radfahrer mich zwischen zwei Autos einordnen, eine Stoßstange vor mir, eine andere hinter mir. Das halte ich nicht für wünschenswert und es macht das Radfahren nicht attraktiv. Es sei denn, der Autoverkehr würde so stark reduziert, dass er nur noch für ganz wenige Ausnahmen zugelassen ist. Privater Autoverkehr ist dann nicht mehr drin. Aber darauf möchte ich nicht eingeklemmt zwischen Stoßstangen an jeder Kreuzung drauf warten, dann lieber Radfahrstreifen oder Schutzstreifen!

    Noch schöner wäre natürlich ein geschützter Radfahrstreifen oder ein Hochbordradweg (allerdings nicht verdeckt durch einen Parkstreifen!).

    Aber einfach so die Radfahrer zum Warten zwischen Stoßstangen verdammen, wenn's mal wieder eng wird, weil "Hinz und Kunz" meinen, ohne Auto ginge es nicht, ist keine Alternative. Dann lieder Schutzstreifen und Radfahrstreifen!

    Das betrifft allerdings nur klassifizierte Straßen, nicht solche, auf denen einfach viel Durchgangsverkehr ist.

    Im Grunde genommen gibt es grundsätzlich zwei Wege im Sinne von Maßnahmen hin zu einer echten Verkehrswende, damit umzugehen:

    Die jeweiligen Träger (Bund, Land, Kreis) der klassifizierten Straßen müssten von sich aus das Tempolimit von 30 km/h (oder niedriger) vorantreiben oder auch außerorts ein geringeres Tempolimit einführen, ich halte für außerrorts max. Tempo 60 (auf Autobahnen max. 80 km/h) für erstrebenswert.

    Die Kommunen selbst haben einen gewissen Spielraum, ihre eigenen Straßen können sie auf Tempo 30 und niedriger begrenzen.

    Problematisch ist, dass manche Kommunen im Grunde ganz froh sind, wenn eine Straße, die durch ihr Gemeindegebiet führt, nicht von ihnen selbst finanziert werden muss. Aber auch für klassifizierte Straßen gibt es Möglichkeiten.

    Sie haben zwei Möglichkeiten für eine Temporeduzierung: Erstens die Ausweisung von Tempo 30-Zonen im Nebenstraßennetz (Seitenstraßen, Wohnstraßen etc.). Zweitens eine streckenbezogene Temporeduzierung auf Hauptverkehrsstraßen (...) in „sensiblen Bereichen mit besonders schützenswerten Verkehrsteilnehmern“. https://www.vcd.org/fileadmin/user…ier_09_2018.pdf

    Also radfahrende und zu Fuß gehende Verkehrsteilnehmer, raus auf die Straße! Macht eure Straßen zu solchen mit sensiblen Bereichen für besonders schützenswerte Verkehrsteilnehmer!

    Fahr nach Hydra. Nur ein LKW für die Müllabfuhr, ansonsten Fahrräder und Esel zum Lastentransport.

    Habe mich gleich mal schlau gemacht. Sieht allerdings nicht so ganz einfach aus: "Trotz der guten Lage hat die autofreie Insel den Tourismus hauptsächlich auf Tagestouristen beschränkt, auch Richard Branson, der auf der Insel einen Zweitwohnsitz hat, konnte trotz langwieriger Werbeaktionen bei den Anwohnern nicht erreichen, eine Hotelanlage zu errichten." Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hydra_(Insel)

    Warst du mal selbst dort gewesen?

    Auch interessant ist diese Passage aus dem Wikipedia-Artikel in dem darauf hingewiesen wird, dass es auf Hydra keinen Massentourismus gibt und keine Satellitenschüssel und Diskos gibt, und sogar Plastikstühle verboten sind: "Trotzdem oder gerade deshalb sind die Immobilienpreise die höchsten Griechenlands." Die Elite plant bereits ihren Ausstieg aus der massenmotorisierten Welt, mit dem Geld, dass sie beim Autodealen verdient hat.

    Herrje... Wir fahren am Freitag auf die Insel :|

    Noch ist Groß-Britannien nicht verloren! Ansonsten empfehle ich als Alternative eine autofreie Insel. Hier ein Bild davon. Das KFZ darauf wird, wie leicht zu sehen, für den Posttransport eingesetzt. Das ist eine der wenigen Ausnahmen für den KFZ-Einsatz auf der Insel.

    Es ist ein großes Dilemma für die SPD, dass sie so viele Jahrzehnte sehr einseitig auf das Mobilitäts-System Auto gesetzt hat. Vermutlich noch stärker als die CDU oder die FDP, denn für diese Parteien stand der Aspekt soziale Gerechtigkeit nie so sehr im Vordergrund wie für die SPD, für die es quasi als ausgemacht galt, dass jede Deutsche und jeder Deutsche über sein eigenes Auto verfügen muss, damit soziale Grechtigkeit gewährleistet ist. So hat die SPD den Autobesitz quasi zum Indikator für soziale Gerechtigkeit gemacht. Und das rächt sich jetzt, wenn es darum geht, alternative Mobilitätssysteme zu etablieren, weil das Mobilitätssystem Massenmotorisierung längst unübersehbar an seine natürlichen Grenzen gestoßen ist.

    Ich bin neugierig, welche Antworten und Forderungen aus der Bewegung Fridays for Future entwickelt werden. Immerhin dieser Aufkleber, der auf dem Fridays for Future Sommerkongress in Dortmund verteilt wurde, lässt hoffen!

    Mit dem Aufkleber wird mobilisiert für eine Gegendemo gegen die IAA in Frankfurt. Und Politiker aller Coleur werden sich daran messen lassen müssen, ob sie der IAA oder der Gegendemo einen Besuch abstatten!


    "Am Samstag 14. September 2019 findet in Frankfurt eine Groß-Demo statt: Wenn die IAA für Besucher*innen eröffnet, demonstrieren wir mit vielen tausend Menschen für eine schnelle Verkehrswende!"

    Quelle: Mitmachen für die Verkehrswende: #aussteigen – IAA Demo und Sternfahrt am Samstag, 14. September 2019 / Frankfurt am Main

    http://www.bund-hessen.de/themen_und_pro…rkehr/iaa_demo/

    Du überschätzt meine Einflussmöglichkeiten, Pirminator. Selbst wenn ich das gerne so hätte, verfügte ich nicht über die Möglichkeiten Hannovers Stadtverwaltung dazu zu veranlassen, Flächendeckend ein Tempo 30 innerorts anzuordnen.

    So wie sich dein Beitrag anhört frage ich mich allerdings, ob du das bedauerst, dass es nach der derzeitigen Rechtslage nicht möglich ist, flächendeckend ein Tempo 30 innerorts anzuordnen, wie es die Stadt Bègles in Frankreich (wo das anscheinend geht) getan hat:

    "Die 27.000-Einwohner-Gemeinde Bègles südlich von Bordeaux hat als erste französische Stadt ein Tempo-30-Limit für alle Straßen beschlossen. "Ziel ist, dass die Bewohner den öffentlichen Raum zurückgewinnen", sagte Bürgermeister Clément Rossignol Puech von der Grünen-Partei.

    Die Stadtverwaltung hofft, dass dadurch die Zahl der Verkehrstoten sinkt. Zugleich soll es weniger Emissionen geben und die Lärmbelastung für die Bürgerinnen und Bürger sinken. (...) Bis September haben Autoreisende noch Zeit, um zu entschleunigen, wie Bürgermeister Puech sagt: Bis dahin soll es keine Kontrollen geben."

    Es gibt sicherlich eine ganze Menge zu bedenken, um so eine Maßnahme erfolgreich umzusetzen. Deshalb hoffe ich sehr, dass die Verkehrsbehörden in Bègles möglichst alles bedacht haben, so dass dieses Unternehmen erflolgreich verläuft.

    Es gibt übrigens auch in Deutschland Möglichkeiten den motorisierten Verkehr auf ein vernünftiges, umwelt- und menschenverträgliches System zurechtzustutzen. Von welche dieser Möglichkeiten die hannoversche Stadtverwaltung in dem von mir gezeigten Beispiel Gebrauch gemacht hat, kann ich dir leider nicht aus dem Stegreif sagen. Aber die für meinen Urlaubsferienort zuständigen Verkehrsbehörden haben es durchgesetzt, dass innerorts für KFZ und Radfahrer max. Tempo 10 km/h gilt. Zugegeben, der Ort ist nicht sehr groß, aber es sind immerhin ca. 1,5 - 2 km von Ortsrand zu Ortsrand und es wohnen dort rund 2000 einheimische Menschen, dazu kommen noch sehr viele Touristen, die besonders in der Ferien-Hauptsaison dort wohnen, oder zu einem Tagesausflug kommen.

    Ich will jetzt nicht behaupten, dass die alle deswegen kommen, weil dort Tempo 10 für den KFZ-Verkehr und den Radverkehr gilt. Mit einem eigenen KFZ darf man die Insel ohnehin nicht besuchen. Vielleicht schreckt das die vom Tempovirus befallenen Auto-Junkies ab, so dass diejenigen Touristen, die dort hin fahren, sehr zufrieden sind mit den geltenden Verkehrsregeln?

    Übrigens, die StVO, auf die du dich berufst, ist veränderbar. Ich hoffe sehr, dass es gelingt den großen Einfluss dieses Verbrecherkartells bestehend aus Auto-Dealern und ihrer politischen Schutzmacht, die stets nur den ungehinderten Drogenmissbrauch der Droge Auto im Sinn hat, schrumpft! Diese StVO sah einmal vor, dass es gar keine Tempolimits gibt, weder außerorts noch innerorts. Und diese Regelung wurde damals von der SPD verteidigt, der Oberschutzmacht der autofahrenden Klasse, mit der Begründung, es sei besser, breitere Straße zu bauen, als ein Tempolimit einzuführen, denn breitere Straßen würden zuverlässiger Unfälle verhindern, als es durch ein Tempolimit möglich ist.

    Noch ist Hannover nicht flächendeckend zur Tempo-30-Zone erklärt worden. Aber die Verwaltung arbeitet daran. (Schön wär's ;))

    Aber immerhin! Im Straßenverlauf Karmarschstraße-Osterstraße, also am Rande der Fußgängerzone tut sich was. Dort wurde in den zurückliegenden Wochen Tempo 30 ausgeschildert! Das ist insbesondere deshalb bemerkenswert, weil die Verwaltung bislang argumentierte, Tempo 30 sei an dieser Stelle nicht nötig, die Autofahrer würden auch so dort besonders langsam und vorsichtig fahren, auch wenn sie nicht ausdrücklich dazu aufgefordert würden mit einem Tempo 30 Schild.

    Das wird zum Beispiel in dieser HAZ-Berichterstattung vom 16.10.2015 über die Neugestaltung einer Kurve am Opernplatz deutlich:

    "Vorbild soll der Abschnitt der Karmarschstraße vor dem Geschäft Sport Scheck sein. SPD und Grünen im Bezirksrat reicht das nicht aus. „Die zulässige Höchstgeschwindigkeit sollte reduziert werden“, sagt Grünen-Fraktionschef Martin Nebendahl."

    https://www.haz.de/Hannover/Aus-d…Hannover-kommen

    Vielleicht ist dass die einzige Methode die funktioniert.

    1. Stück für Stück Einschränkungen für den Autoverkehr vorantreiben.

    2. Feststellen, dass die in aufgeregten Diskussionen um Tempolimits und andere Beschränkungen für den Autoverkehr behaupteten Megastaus nicht stattfinden.

    3. Bei der nächsten Gelegenheit an der nächsten Ecke weitermachen.

    Allerdings ist das ein sehr sehr langwieriges Verfahren, besonders dann, wenn eine Verwaltung so zögerlich vorgeht wie in Hannover oder von der Politik derer, die ihre "schützenden Hände" über die MIV-Dominanz-Struktur legen, ständig blockiert werden beim Menschen-gerechten Stadtumbau, weil diese Parteien hoffen, damit bei Autofahrern zu punkten.

    Bild 1 ist zeigt die Karmarschstraße-Osterstraßen-Kurve aus Richtung Karmarschstraße. In Geradeausrichtung beginnt Hannovers Innenstadt-Fußgängerzone.

    Bild 1 sieht auf google-street-view von 2009 so aus:

    https://www.google.de/maps/@52.37210…!7i13312!8i6656


    Bild 2 zeigt die Osterstraße in Richtung der selben Kurve. Auch hinter der Einmündung Windmühlenstraße, das ist dann kurz vor der besagten Kurve , steht ein Tempo-30-Schild.

    Bild 2 sieht auf google-street-view von 2009 so aus: https://www.google.de/maps/@52.37133…!7i13312!8i6656

    Ich glaube, Montag geht es los!

    NZxDFXi.jpg

    Wo ist denn jetzt dieses Bild aufgenommen worden? So wie es aussieht, ist auf dem linken Hochbord ein Zweirichtungs-Radweg und ein Fußweg angeordnet. Oder ist es nur ein Radweg in Fahrtrichtung?

    Und wie breit ist die Straße? Kannst du vielleicht ein google-maps-Link dazufügen? Da kann man die Straßenbreiten einigermaßen genau mit der Entfernungsmessfunktion auf dem Satellitenbild nachmessen.

    Ich frage deshalb, weil in Hannover vor einigen Jahren der Kötnerholzweg erneuert wurde. Das Ergebnis wird gerne von der Stadt als Vorzeigebeispiel für gelungene Radverkehrsinfrastrukur benutzt.

    Auf den im Link angegebenen Plan https://e-government.hannover-stadt.de/lhhSIMwebdd.nsf/CB7C632386276F00C125794B0045F6C5/$FILE/2230-2011_Anlage1.1.pdf kannst du die Maße ablesen, die der Neugestaltung des Kötnerholzwegs zu Grunde liegen:

    So sieht der Querschnitt aus:

    2,50 m Fußweg, 2,00 m Parken, 0,50 m Abstand zwischen Parken und Schutzstreifen, 1,50 m Schutzstreifen, 5,00 m Fahrbahn ohne Mittel-Leitlinie, 1,50 m Schutzstreifen, 0,50 m Abstand zwischen Schutzstreifen und Parken, 2,00 m Parken, 2,50 m Fußweg. Gesamtbreite: 18 m.

    Und hier der google-Satellitenbild-Link: https://e-government.hannover-stadt.de/lhhSIMwebdd.nsf/CB7C632386276F00C125794B0045F6C5/$FILE/2230-2011_Anlage1.1.pdf

    Kommt die Straße im Bild auch auf 18 m Breite von Grundstücksgrenze bis Grundstücksgrenze?

    Hier ein Foto vom Kötnerholzweg mit eingetragenen Maßen für die Markierungen:

    Bestandsaufnahme Getriebebau-Nord-Straße und Rudolf-Diesel-Straße.

    Euch brauche ich nix dazu zu sagen...

    Die "Schutzstreifen" sind jeweils nur einseitig markiert. Wie wird der Radverkehr in der Gegenrichtung geführt? Verläuft der jeweils Hochbord und ist der Bürgersteig mit [Zeichen 240]oder [Zeichen 239] + [Zusatzzeichen 1022-10] ausgeschildert?

    Oder ist der Hochbord nur mit [Zeichen 239]oder gar nicht ausgeschildert?

    Und wie verhalten sich die Radfahrerinnen und Radfahrer, wenn sie nicht den Schutzstreifen als Fahrtmöglichkeit akzeptieren? Fahren sie zum Beipiel trotz markiertem Schutzstreifen lieber hochbord in die falsche Richtung auf dem Bürgersteig?

    Und noch eine Frage: Wurde gleichzeitig mit der Markierung der Schutzstreifen für den Radverkehr etwas verändert? Gab es dort vorher vielleicht die Regel, dass der Radverkehr in beide Richtungen Hochbord angeordnet wurde? Zum Beispiel mit [Zeichen 240]+ [Zusatzzeichen 1000-33] in Fahrtrichtung und mit [Zeichen 240] + [Zusatzzeichen 1022-10] entgegengesetzt der Fahrtrichtung?

    Und noch eine letzte Frage: Wenn der Radverkehr, wie im vorigen Absatz angedeutet, tatsächlich hochbord abgewickelt wurde, dann könnte eine Verwaltung auf die Idee kommen, nur die blauen Schilder abzumontieren. Wenn dann die weißen Schilder [Zusatzzeichen 1000-33] in Fahrtrichtung und [Zusatzzeichen 1022-10] entgegengesetzt der Fahrtrichtung stehen bleiben, dann könnten Radfahrer weiterhin hier erlaubt hochbord fahren.

    Oder (allerletzte Frage) stehen auf dem Bürgersteig gar keine Schilder? Auf den Fotos sind keine zu sehen. Aber die Fotos sind auch so aufgenommen, dass die Stellen an denen solche Schilder stehen würden, nicht drauf sind.

    Positiv fällt mir auf: Es sind keine Mittel-Leitlinien markiert worden! Mittel-Leitlinien bewirken, dass der Fahrzeugverkehr beschleunigt wird. Die Fahrer haben den Eindruck, es handele sich um eine besonders breite Straße und ihre Fahrspur ist geschützt durch die Mittel-Leitlinie.

    Das ist auch einer der Nachteile der Schutzstreifen. Gäbe es keine Schutzstreifenmarkierung und wäre die Straße entsprechend schmaler, dann würde dort vermutlich langsamer gefahren werden.

    Negativ fällt mir auf: Es wurde nur auf der Straßenmitte zugewandten Seite der Schutzstreifen markiert. Nach außen hin wurde wohl deshalb auf eine Markierung verzichtet, weil eine Gosse vorhanden ist. (Bei Bild 1 ist nicht mal eine Gosse vorhanden.) Die Gosse ist jedoch zu schmal und sie wird oft von Autofahrern als zusätzlicher Parraum missbraucht, wie besonders im dritten Fall, wo dort ein LKW parkt. (Darf der das eigentlich an dieser Stelle oder sind die Parkplätze nur für PKW ausgeschildert?) Man hätte durch Abgrenzungen zum Beispiel Baumpflanzscheiben die Parkspur so aufteilen sollen, dass jeweils ausschließlich nur PKW dort parken können, weil die einzelnen Parkbuchten dann für LKW zu kurz sind!

    Fridays for Future ist keine Bewegung, die den Schülern das Schwänzen erleichtern soll. Im Gegenteil: Heute startet das Fridays for Future Sommercamp mitten in den Sommerferien in Dortmund. Der WDR berichtet: https://www1.wdr.de/nachrichten/ru…mentSentMessage

    "Das erste bundesweite Treffen der "Fridays for Future"-Bewegung beginnt am Mittwoch (31.07.2019) im Dortmunder Revierpark Wischlingen. Er dauert bis Sonntag (04.08.2019). Die Veranstalter erwarten mehr als 1.400 Teilnehmer, hunderte Helfer und Referenten. Und der Kongress soll weitgehend klimaneutral ablaufen."

    Viel Erfolg und gutes Gelingen! :thumbup:

    Ob auch dieses Plakat dabei sein wird, das bei einer Friday for Future Demo in Hannover hochgehalten wurde?