Leider hast du kein Argument gebracht, warum das für dich nicht wünschenswert wäre, sich ganz normal als Fahrzeugführer zwischen andere Fahrzeuge zu positionieren. Vielleicht kannst du das mal nachreichen.
Stattdessen schreibst du einen Allgemeinplatz mit "macht das Radfahren nicht attraktiv". Was soll das bedeuten?Übrigens muss ein Radfahrer auch nicht warten. Du kannst auch ohne irgendwelche Radinfrastruktur an Fahrzeugen vorbeifahren. Ich empfehle aber links und nicht rechts vorbeizufahren.
Ich mag nicht dazu gezwungen werden zwischen wartenden Autos eingeklemmt zu sein, weil die keinen Respektabstand halten, wenn es dir gelingt, nach vorne Abstand zu halten, dann hast du immer noch das Problem, dass der Hintermann mit seiner Stoßstange an deinem Hinterrad klebt. Noch schlimmer ist allerdings, dass an vielen Kreuzungen viel zu viele Autos vor den Ampeln warten. Wenn du dann im Stop und go mit nach vorne schleichst, dann kann es ein bis zu zwei zusätzliche Ampelphasen dauern, bis du dran bist.
Links vorbeizufahren ist meines Erachtens keine gute Idee. Besonders dann nicht, wenn du nach rechts abbiegen oder geradaus weiterfahren willst, weil du dann ja spätetestens wieder kurz vor der Kreuzung nach rechts durch die Autoschlange durch musst.
Außerdem ist es in der StVO nicht vorgesehen. Dort steht in Paragraph 5, Absatz 8:
"(8) Ist ausreichender Raum vorhanden, dürfen Rad Fahrende und Mofa Fahrende die Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts überholen."
https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__5.html
Eigentlich müsste es heißen rechts vorbeifahren, dann wäre es eindeutiger. Aber vermutlich benutzt die StVO hier das Wort "überholen" um deutlich zu machen, dass das Überholen grundsätzlich nur in Form von links überholen stattfindet.
Was du da empfiehlst ist so nicht von der StVO gedeckt. Zumindest dann nicht, wenn die Auto-Schlange vor einer Ampel oder Kreuzung schon zum Stehen gekommen ist.
(Aber pfeifen wir mal auf die StVO.)
Ein großes Problem egal, ob es um das links vorbeifahren oder das rechts vorbeifahren an einer vor der Ampel wartenden Autoschlange ist: Autofahrer zeigen bisweilen ein ausgeprägtes Solidaritätsverhalten untereinander, besonders dann wenn es gegen andere Verkehrsteilnehmer gerichtet ist.
Beispiele: Es wird fast immer grundsätzlich hochbord geparkt, selbst wenn die Straße sehr breit ist und der Fußweg so schmal, dass Fußgänger zwischen Hauswand und Auto kaum Platz haben oder mit einem Kinderwagen gar nicht durchkommen. Dabei ist das Hochbordparken nur in ausgeschilderten Ausnahmefällen erlaubt. Oder: Bevor ein Autofahrer auf einer mehrspurigen Straße auf einem Autofahrstreifen hält, parkt er lieber den Fahrradstreifen zu. Und an der Ampel ist es nach meiner Beobachtung so, dass sich die Autofahrenden in einer Warteschlange stets abwechselnd mal möglichst weit rechts und dann wieder möglichst weit links aufstellen, um garantiert auszuschließen, dass ein Radfahrer an der wartenden Autoschlange vorbeifahren kann, weder rechts noch links. Wäre ja noch "schöner" denkt sich da die Autofahrer-"Solidaritätsgemeinschaft", wenn da ein Radfahrer mal schneller an der Ampel wäre.
Wenn ein Radfahrstreifen oder Schutzstreifen markeirt ist und möglichst auch noch mit roter Farbe angelegt ist, dann funktioniert das nach meiner Beobachtung ganz gut, dass man rechts an der wartenden Autoschlange vorbeifahren kann. Und wenn dann vorne vor der Ampel-Wartelinie für Autofahrer noch eine Aufgeweite Radaufstellfläche markiert ist, um so besser!
Wahrscheinlich braucht man das alles nicht mehr oder nur noch an wenigen Stellen, wenn kein privater Autoverkehr mehr stattfindet. Ich befürchte allerdings, dass man dieses Ziel nicht dadurch schneller erreicht, indem man jetzt schon auf das Markieren von Schutzstreifen oder Radfahrstreifen einfach grundsätzlich verzichtet.