Das ist aber eine sehr laxe Haltung, Th(oma)s. Ich kaufe ein Produkt, das damit beworben wird, dass es angeblich sehr geringe Nebenwirkung hat für die Umwelt. In diesem Fall ein Auto, das angeblich sehr gut gereinigte Abgase hat. Siehe den Schal, den die alte Dame im Werbefilm vor den Auspuff des Autos mit laufendem Motor hält.
Dann stellt sich heraus, dass die so umworbene versprochene Abgasreinigung messbar deutlich hinter dem zurückbleibt, was verbindlich und überprüfbar zugesagt wurde. Wenn es sich tatsächlich so verhält, dass in den USA die NO2-Emissionen niemanden jucken, dann hätte VW doch seine US-Modelle auch gar nicht damit bewerben müssen, dass damit sehr niedrige NO2-Werte eingehalten werden können.
Ich glaube aber nicht, dass in den USA sich niemand für NO2-Grenzwerte interessiert, denn dann gäbe es dort keine Grenzwerte dafür. Dass dort doppelt so viel NO2 freigesetzt werden darf, wie in Deutschland, zeigt doch dass dort NO2 als Schadstoff sehr wohl ein Thema ist, wenn auch vielleicht eines, das nicht ganz so wichtig genommen wird wie in Deutschland.
Auch in Deutschland spielte die Frage eine Rolle, ob denn der Abgasbetrug von VW nur aus der Perspektive gerichtlich beurteilt werden sollte, ob das Auto vollumfänglich fahrtüchtig war oder ob auch die Abgasreinigung dabei eine Rolle spielt. Ich halte es für richtig, auch die korrekte Abgasreinigung mit zu beurteilen bei etwaigen Schadenersatzansprüchen, bzw. einer Rücknahmepflicht.
Wenn ich in einem Lebensmittelgeschäft Eier aus Bodenhaltung kaufe, weil mir zum Beispiel die Hühner in den Legebatterien leid tun, dann sollen die auch tatsächlich aus Bodenhaltung sein. Wenn sich herausstellt, dass die Eier nicht aus Bodenhaltung sind, dann kann doch der Händler nicht einfach hergehen und sagen, dass sei kein Betrug gewesen, denn ich hätte die Eier doch verzehrt, obwohl sie aus aus Käfighaltung und nicht aus Bodenhaltung waren, und ich sei trotzdem davon satt geworden.