Stader gehen sowieso nicht nach Buxtehude. Hannoveraner gehen ja auch nicht zum Kaffeetrinken nach Braunschweig 
Der war gut! (Auch wenn's nicht ganz stimmt. Zumindest bei mir nicht. Ich besuche immer wieder gerne Braunschweig.)
Und dann gäbe es da ja auch noch Hildesheim, wo ich im letzten Sommer, sozusagen zwischen der ersten und der zweiten Welle im Eiscafé gesessen hatte. Ganz ehrlich so rückblickend betrachtet kann ich nicht sagen, dass mir damals der Gedanke gekommen wäre, dass geht jetzt eigentlich gar nicht, was du da machst, denn mit deinem Besuch in Hildesheim im Eiscafé trägst du dazu bei, dass die zweite Welle sich aufbaut.
Bei den derzeit hohen Inzidenzwerten und den Appellen besonders aus der Medizin allerdings würde ich sicher nicht auf die Idee kommen, am Montag nach Hildesheim zu fahren, um den Start des Modellkommunenversuchs nicht zu verpassen. Aber der ist ja sowieso verschoben worden. Laut NDR ist der Start frühestens am Donnerstag, 15. April 2021.
Bei dem zweiten, etwas längeren Beitrag, den Sie schreiben, habe ich den Eindruck, wir liegen gar nicht so weit auseinander mit unseren Einschätzungen.
Nur was die nächtliche Ausgangssperre angeht, da weichen wir vielleicht voneinander ab. Aber ich habe da für mich auch noch keine abschließende Position zu gefunden.
Sie schreiben:
Das Argument, dass man abendliche oder nächtliche Partys nur durch eine allgemeine Ausgangssperre wirksam verhindern kann, muss ich genauso von der Hand weisen ...
Ich bin mir nicht so sicher, ob nicht doch eine nächtliche Ausgangssperre nötig ist, um das Partytreiben einzustellen. Ich bin mir allerdings auch nicht sicher, ob überhaupt ein nächtliches Partytreiben in nennenswertem Umfang stattfindet.
Andererseits sehe ich, dass viele Supermärkte in Hannover, besonders in sogenannten "Party-Stadtteilen" bis Mitternacht geöffnet haben und es im vollen Umfang möglich ist, auf Bier, Wein und Spirituosen zu Supermarktpreisen zuzugreifen. Im welchen Umfang davon Gebrauch gemacht wird, weiß ich wiederum nicht so genau. Die Auskünfte vom Verkaufspersonal waren nicht so ganz eindeutig. Und auf nächtliche "Feldstudien" hatte ich bislang keine Lust.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass es ein deutliches und unmissverständliches Zeichen wäre, wenn man zumindest den Alkoholverkauf ab 20:00 Uhr komplett einstellen würde. Ich hatte da auch schon den Marktleiter darum gebeten. Der hatte das aber abgelehnt.
Wenn schon nächtliche Ausgangssperre, dann wäre es doch angebracht zuvor ein solches Verkaufsverbot für alkoholische Getränke nach 20:00 Uhr durchzusetzen. Und/oder eine Begrenzung der Ladenöffnungszeiten auf spätestens 22:00 Uhr. Und dann könnte man immer noch sehen, ob tatsächlich ein nächtliches Ausgehverbot Not tut.
Vielleicht ist es aber auch so, dass es eine Menge Regelungen gibt, die sich erstmal gut anhören, aber bei genauerer Betrachtung ihre Tücken haben. Das war ja bei der sogenannten Osterruhe nicht anders.
Was die nächtliche Ausgangssperre angeht: Die ist zwar in der Region Hannover vor Gericht gescheitert, aber zum Beispiel im Landkreis Celle hat sie Bestand: "Aktuell gehen die Kommunen in Niedersachsen unterschiedlich mit dem OVG-Urteil und damit mit den Ausgangssperre um. Der Landkeis Celle beispielsweise hält seine Anordnung weiter aufrecht. Das Verwaltungsgericht Lüneburg hatte die dortige Sperre als "voraussichtlich rechtmäßig" eingestuft." NDR vom 8.4.2021
https://www.ndr.de/nachrichten/ni…corona7330.html
Dort findet man diese Liste der Landkreise in Niedersachsen, die an der nächtlichen Ausgangssperre festhalten:
Hier gelten in Niedersachsen aktuell noch nächtliche Ausgangssperren:
Landkreis Celle Städte Celle und Bergen, Gemeinde Wietze, Samtgemeinde Flotwedel (30. März bis 13. April)
Landkreis Cloppenburg (29. März bis 11. April)
Landkreis Emsland (31. März bis auf Weiteres)
Landkreis Gifhorn (2. April bis 16. April)
Landkreis Leer (1. bis 9. April)
Landkreis Oldenburg Gemeinden Großenkneten, Wardenburg und Stadt Wildeshausen (1. April bis 18. April)
Landkreis Peine (30. März bis 13. April)
Stadt Salzgitter (31. März bis 13. April)
Landkreis Wesermarsch Gemeinden Lemwerder, Berne, Stadland, Jade sowie die Städte Elsfleth, Brake und Nordenham (31. März bis 9. April)
Stadt Wolfsburg (2. bis 13. April)
Stand: 8.4.2021
Und dann ist es ja auch so, dass die Inzidenzzahlen unterschiedlich hoch sind. In der Region Hannover ist die aktuelle Zahl von heute (9.4.2021) bei 105,7 (Tendenz leicht fallend). Im Landkreis Stade zum Beispiel ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei 81,7 (Tendenz steigend) obwohl die Supermärkte in Stade ohnehin nicht bis Mitternacht geöffnet haben.