Beiträge von Ullie

    Solange wir ein Wahlsystem haben, bei dem Stimmen aufgrund der x%-Hürde im Mülleimer landen, kann man drauf verzichten, Splitterparteien zu wählen.

    Die Kandidaten der Klimaliste für die Bundestagswahl kandidieren ja nicht für die Zweitstimme sondern in 21 Wahlkreisen als Erststimmen-Kandidaten für das Direktmandat. Daher gehen keine Stimmen verloren. Zugegeben das ist ein bisschen verkopft, aber ein paar Stimmen für die Klimaliste-Kandidaten werden trotzdem dabei rumkommen.

    Bin dagegen :)

    Ein Direktmandat ist m.W. momentan die einzige reelle Chance für irgendjemanden aus der Bevölkerung, auch ohne jede Parteizugehörigkeit, bzw. einer Mini- Splitterpartei anzugehören, gewählt zu werden. Einfach weil er/sie "gut" ist und die lokale Bevölkerung ihn/sie unbedingt haben will.

    Das ist der Grund dafür, dass die Klimaliste (sozusagen der "Politische Arm von Fridays for Future") bei der Bundestagswahl in 21 Wahlkreisen versucht, über die Erststimme, also die Stimme für den Direktkandidaten auf sich aufmerksam zu machen. https://mitglieder.klimaliste.de/candidatures

    Das ist das Plakat der Klimaliste für die Kommunalwahl in Hannover.

    Für die Bundestagswahl hat die Klimaliste keine Direktkandidat*innen in den hannoverschen Bundestagswahlkreisen aufgestellt. Vielleicht auch deshalb nicht, um einen eventuellen Sieg eines grünen Direktkandidaten nicht zu vermasseln.

    Dadurch wird keine "grüne" Stimme verschenkt, denn die für die Zusammensetzung des Parlaments wichtige Stimme ist die Zweitstimme. Vielen Menschen, die mit Fridays for Future sympathisieren, werden voraussichtlich die Grünen mindestens mit der Zweitstimme wählen. Die Klimaliste bewirbt sich jedoch nicht um die Zweitstimmen, sondern hofft auf dem von dir, Pepschmier, beschriebenen Weg zumindest einen oder zwei von den insgesamt 21 verschiedenen Kandidaten erfolgreich ins Parlament zu bringen, also bundesweit einen oder zwei Wahlkreise zu gewinnen. Theoretisch könnten es natürlich auch noch mehr Wahlkreise sein, die sie gewinnen können. Ich halte es allerdings für unwahrscheinlich, dass mehr als ein kleiner Achtungserfolg in dem einen oder anderen Wahlkreis dabei herausspringt.

    Die Überfüllung kommt ja m.W. nur daher, weil man krampfhaft möchte, dass trotz der Direktmandate das Partei-Zweitstimmenverhältnis letztendlich durch Marionetten realisiert wird. Das könnte man ja auch sein lassen? Im Extremfall (ohne Direktmandate) reicht ja pro Partei ein einziger Abgeordneter, dessen Stimme einfach mit dem Wahlergebnis gewichtet wird.

    Würde es keine Überhangmandate geben, dann würden direkt gewählte Abgeordnete vor allem von der CDU und CSU nicht ins Parlament einziehen können. Auch wenn du die vielleicht nicht so sehr magst, die sind direkt gewählt. Und da dir die Direktwahl so viel Wert ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass du die Überhangmandate einfach abschaffen willst.

    Damit die anderen Parteien aber nicht benachteiligt werden, kommen die Ausgleichsmandate ins Spiel, die nach dem aktuellen "Reform-Entwurf" begrenzt werden sollen. Das halte ich nicht für gut.

    Und letztlich wäre doch auch durch eine Zusammenlegung von Wahlkreisen und damit einhergehend die Vergrößerung der Wahlkreise es nach wie vor möglich, dass Direktkandidaten gewählt werden können, auch solche ohne Parteizugehörigkeit.

    Beispiele gibts genug: Von Schleswig-Holstein bis Berchetsgaden stimmen die von Partei X alle dafür, die von Partei Y alle dagegen. Dafür brauche ich nun wirklich nicht hunderte von Abgeordneten, sondern eigentlich nur einen Vertreter von Partei X und einen Vertreter von Partei Y.

    Eigentlich überhaupt keinen mehr. Die am meisten gewählte Partei hat einfach immer recht. Darauf läufts raus.

    Die Gefahr, dass eine Partei einfach Recht hat, ist doch bei einer Direktwahl erst Recht gegeben. In den Staaten mit einem reinen Direktwahl-System gewinnen in vielen Wahlkreisen meistens nur die Vertreter einer Partei. Oft gibt es dort nur zwei starke Parteien und Einzelvertreter ohne Parteizugehörigkeit haben dort auch keine besseren Wahlchancen.

    Die 5%-Hürde wird ja damit begründet, dass sie eine Zersplitterung der Parteienlandschaft der Parteien, die im Parlament vertreten sind, verhindern soll. Dabei wird unter anderem besonders auf die Verhältnisse im Parlament der Weimarer Republik Bezug genommen, wo oft Abgeordnete von deutlich mehr als 10 Parteien im Reichstag vertreten waren.

    Trotz dieser Regelung kann man feststellen, dass in der Bundesrepublik Deutschland die 5%-Hürde nicht dazu geführt hatte, dass es nicht zu Parteineugründungen (siehe als bekanntestes Beispiel "Die Grünen") gekommen ist, oder dass es ein großes Parteiensterben ausgelöst hätte. https://de.wikipedia.org/wiki/Sperrklausel

    Ich finde es bedauerlich, dass die 5%-Hürde für Kommunalwahlen abgeschafft wurde und selbst bei der Europawahl abgeschafft wurde. :( Wofür stehen zum Beispiel die Freien Wähler, die ja auch bei den Bundestagswahlen antreten, aber stets betonen, dass sie lokale Bürgerinteressen vertreten?

    Durch das Aufweichen der 5%-Hürde wurde die Komplexität politischer Entscheidungsprozesse nochmal erheblich verstärkt.

    Es ist meines Erachtens wichtig, die Komplexität politischer Entscheidungsprozesse angemessen zu begrenzen, weil es andernfalls schnell zu politischer Lethargie führt, wenn nur noch wenige "eingeweihte Spezialisten" in der Lage sind, politische Entscheidungsprozesse nachvollziehen zu können.

    Deshalb halte ich auch nichts von der Idee, dass an der 5%-Hürde gescheiterte Parteien ihre Stimmen transferieren können.

    In der gegenwärtigen Situation halte ich es dagegen für entscheidend wichtig, dass das Wahlrecht endlich so reformiert wird, dass die ans Absurde grenzende Berechnung von Überhangmandaten und Ausgleichsmandaten endlich ein Ende hat. Denn dieser Vorgang beeinträchtigt ebenfalls die Nachvollziehbarkeit politischer Entscheidungsprozesse. Das könnte man leicht dadurch erreichen, dass die Zahl der Wahlkreise reduziert wird und nicht mehr die Hälfte der Parlamentssitze, sondern nur ein Drittel oder ein Viertel der Parlamentssitze an die Direktkandidaten vergeben werden. Am einfachsten wäre es immer zwei Wahlkreise zu einem zusammenzulegen und nur noch ein Viertel der Sitze an die Direktkandidaten zu vergeben. Dann würde die Berechnung von Überhangmandaten und Ausgleichsmandaten nicht mehr notwendig.

    In Hannover zum Beispiel gäbe es dann nicht mehr die Bundestags-Wahlkreise Hannover I und Hannover II, sondern nur noch einen Wahlkreis Hannover. Das wäre nun wirklich kein Drama.

    Es ist übrigens sehr wahrscheinlich, dass gegen das Ergebnis der bevorstehenden Bundestagswahl geklagt wird, weil das Parlament ein Mini-Reförmchen des Wahlrechtes beschlossen hat. Dieses Mini-Reförmchen soll verhindern, dass noch mehr Parlamentarier als jetzt ins Parlament einrücken. Dazu wurde die Zahl der Ausgleichsmandate begrenzt. Das ist jedoch der falsche Weg. An einer Absenkung der Zahl der Wahlkreise führt kein Weg vorbei. Leider ist das im Grunde genommen sehr einfache Thema vielen Menschen viel zu kompliziert, so dass es auch kaum öffentlich diskutiert wird. Dafür wird um so platter gegen ein angeblich "aufgeblähtes" Parlament gehetzt. Das ist ein Teufelskreis, denn das angeblich "aufgeblähte" Parlament hat ja nur deshalb so viele Parlamentarier*innen, damit die Chancengleichheit bei den Wahlen gewährleistet bleibt. Und wäre diese Chancengleichheit nicht gewährleistet, dann würde das ebenfalls aufs Heftigste kritisiert werden. Besonders im Hinblick auf die gegenwärtige Umfrage-Werte. Denn die sehen so aus, dass mit einer großen Anzahl Überhangmandate und Ausgleichsmandate zu rechnen ist.

    Laut Forsa vom 24.8.2021

    22% für die CDU/CSU (Übrigens auch so ein Konstrukt, das sofort abgeschafft gehörte, die CDU/CSU Zusammenarbeit)

    23% für die SPD

    18% für die Grünen

    12% für die FDP

    6 % für die Linke

    10% für die AFD

    Quelle: https://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm

    Meiner geringen Erfahrung nach nutzen Bromfijets Fahrer innerorts vielleicht 50/50 die Fahrbahn. In Amsterdam sind sie auf dem Radweg oft schneller. Aber die brezen auch in den Außenbezirken durch Parks, insofern ist die Regeltreue vielleicht nicht so ausgeprägt.

    In diesem Film mit einem Vergleich von Radverkehrsinfrastruktur in den Niederlanden mit Kanada gibt es mehrere Szenen, auf denen sogenannte "Mikroautos" den Radweg benutzen.

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    Ich habe leider nicht alles verstanden von dem, was der Sprecher sagte.

    Aber die Filmszene zeigt ein solches Mikroauto mit einem gelben Nummernschild, das dem für Bromfietsen entspricht, die 45 km/h schnell fahren dürfen.

    Möglicherweise sagte der Sprecher in dem Film, dass diese 45 km/h schnellen Bromfietsen-Mikroautos trotzdem auch auf Radwegen erlaubt sind, die nicht mit einer "Bromfietsen-Freigabe" ausgeschildert sind, wenn der Fahrer eine Gehbehinderung nachweisen kann.

    Meines Wissens ist es in Deutschland nicht erlaubt, den Gehweg oder den Radweg mit einem Krankenfahrstuhl zu benutzen, der bis zu 45 km/h schnell fahren kann.

    Für Krankenfahrstühle (bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit darf nicht mehr als 15 km/h) gilt: "Ein Senioren Elektromobil und Krankenfahrstuhl ersetzt die Beine, wenn die Füße nicht mehr wollen - auf öffentlichen Wegen und Plätzen. Außerdem ist Ihnen - gem. § 24 Straßenverkehrsordnung (StVO) - das Fahren auf Gehwegen und in Fußgängerzonen in Schrittgeschwindigkeit erlaubt. Mit Betonung auf Schritt: Wer einen Krankenfahrstuhl fährt, ist verkehrsrechtlich Fußgänger! Auch am Zebrastreifen hat Ihr Elektromobil also Vorrang. Nur dort, wo kein Fußweg in Sicht ist, dürfen Sie Radweg oder Straße benutzen."

    Krankenfahrstuhl - Führerscheinfreie Fahrzeuge 2021
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    Ich finde das nicht gut, dass in den Niederlanden diese Mikroautos auf Radwegen zugelassen sind. Wobei mir allerdings noch nicht alle Regelungen in den Niederlanden ganz klar sind. In dem verlinkten Filmabschnitt in dem Film, "How to Cycle to the Hardware Store - Netherlands vs. Canada", jedenfalls fährt ein solcher Krankenfahrstuhl mit gelbem Nummernschild, vom Sprecher "Mikroauto" (im englischsprachigen Originaltext "micro-car" genannt, auf einem Radweg. (Minute 1:15, siehe Link oben)

    Wer mich kennt wird wissen wie folgendes einzuschätzen ist:

    Deine Bemerkung soll vermutlich deutlich machen, dass du nicht pauschal ungerechtfertigte Vorwürfe gegen Menschen mit Migrationshintergrund erheben willst.

    Wenn deine Einschätzung zutrifft, dass besonders bei Menschen mit Migrationshintergrund, die Impfbereitschaft gering ist, dann ist ist es ja so, dass die Parteiengruppe, die quasi ihr "Lebenselixier" aus dem Fremdenhass zieht, den sie verbreitet, allen voran die AfD, sich in eine gewisse Zwickmühle verfangen hat.

    Denn anfangs (März 2020) hatte die AfD ja noch lauthals nach einer möglichst strengen Maskentragepflicht gerufen:

    "Vor dem Hintergrund der weiter steigenden Zahl von Corona-Infizierten in Berlin fordert die AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus bereits jetzt eine Pflicht zum Tragen von Atemmasken."

    aus. Der Tagesspiegel vom 31.3.2020

    Kommt jetzt auch noch die Schutzmaskenpflicht?
    Nach Kontaktverboten und Ausgangssperren –jetzt wird über die Pflicht zum Tragen von Schutzmasken diskutiert.
    www.tagesspiegel.de

    Dann aber hat die AfD eine Kehrtwende vollzogen und ist jetzt eng liiert mit der sog. "Querdenkerszene, der sich auch mindestens Teile der Impfgegner-Szene angeschlossen hat." So gesehen müsste die AfD doch alle Menschen loben, die sich nicht impfen lassen, besonders auch die Migranten. (Wenn es tatsächlich zuträfe, dass dort der Anteil der Nicht-Geimpften sehr hoch ist.)

    Jetzt ist die AfD in der Zwickmühle, dass ihr Lieblingsfeindbild plötzlich Vorbildcharakter hat. (Wenn es denn tatsächlich zutrifft, dass die Impfbereitschaft bei Migranten niedrig ist.)

    Aber bei der AfD ist nicht auszuschließen, dass sie erneut einen schnellen Kurswechsel vollzieht. Und dann könnte es passieren, dass sie gegen Menschen mit Migrationshintergrund agitiert, weil diese sich angeblich nicht gegen Corona impfen lassen wollen.


    Ein wirklich großes Problem sind in Hamburg ungeimpfte Menschen mit Migrationshintergrund.

    In dem mdr-Film, "Das Impfdrama - Deutschlands Weg aus der Pandemie",

    wird ab 1:16:35 wird eine Stadtteilimpfung in Duisburg Marxloh gezeigt, die auf unerwartet hohen Zuspruch bei Migranten trifft.

    Das Impfdrama - Deutschlands Weg aus der Pandemie
    Der Film setzt ein im Winter 2020 mit dem Startschuss zur Impfkampagne gegen Corona, als die Priorisierungsreihenfolge verkündet wird. Er begleitet seine…
    www.ardmediathek.de


    Was man allerdings machen kann, ist gezielt diese Menschen anzusprechen. In den Vierteln, in den Betrieben.

    Und auch direkt ein Impfangebot machen.

    In dem Film wurde das so dargestellt, dass es eine Impfaktion war, bei der sehr erfolgreich mit einer örtlichen Moscheegemeinde zusammengearbeitet wurde. Da wurde quasi deine Anregung bereits umgesetzt. Trotzdem finde ich es nicht gut, dass viele Impfzentren jetzt abgebaut werden sollen. Immerhin wenn dann solche Impfaktionen stattfinden wie in dem Film gezeigt wurde, dann ist das besser als Nichts. Aber möglicherweise zu wenig.

    Die Verkehrsregeln, die in einem Verkehrsberuhigten Bereich gelten, sollten doch eigentlich hinreichend bekannt sein. Vor allem Führerscheininhaber*innen müssten das in der Fahrschule gelernt haben.

    Ich plädiere für eine deutliche Verlängerung der Fahrschüler*innen-Ausbildung und für eine Intensivierung. Der Führerschein darf dadurch gerne doppelt so viel kosten und sollte nur mit einem deutlich höheren Lern-Aufwand erreichbar sein. Dann könnten sich die Kommunen solche Transparente wie auf dem Foto oder Zusatzbeschilderungen wie auf dem anderen Foto vielleicht zukünftig sparen.

    Die Bilder wurden in Hochheim am Main aufgenommen.

    Kriegt ja sowieso keiner mit, dass wir *eigentlich* ein unabhängiges Parlament wählen (also unsere abgesandten Vertreter in der Eigentümerversammlung) und keinen Kanzler (also den Hausmeister).

    Dass das keiner mitkriegt, kann man sicher nicht sagen. An dieser Stelle sehe ich übrigens die Wahlkampfplakate als große Hilfe. Denn nach meiner Beobachtung plakatieren die Parteien ihre Direktkandidaten für den jeweiligen Wahlkreis sehr häufig.

    Hier zum Beispiel ein Foto von einem Stand-Plakat mit der im Bundestagswahlkreis Mainz direkt gewählten Bundestagsabgeordneten Ursula Groden-Kranich, die dort um ihre Wiederwahl als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete kämpft.

    Es ist tatsächlich so, wie Pepschmier es feststellt, dass bei Bundestagswahlkämpfen eine sehr große Zuspitzung auf die Kanzlerkandidat*innen erfolgt. Und das viele Wähler dann auf die Idee kommen, dass der Kanzler direkt gewählt werden würde. Manche sind dann regelrecht überrascht, wenn auf dem Wahlzettel der Name des von ihnen bevorzugten Kanzlerkandiaten gar nicht draufsteht.

    Andererseits kann wirklich jeder der mit offenen Augen durch die Welt geht und sich über das Gedanken macht, was er da sieht, schon alleine anhand der Wahlplakate schnell herausbekommen, dass es so einfach nicht ist, dass am 26. September 2021 einfach nur Bärbock, Scholz und Laschet zur Wahl stehen.

    Richtig kompliziert wird es für diejenigen, die die Klimaliste wählen wollen:

    In einzelnen Bundesländern war sie bereits richtig als Partei angetreten und hatte durchaus achtbare Erfolge verzeichnet.

    Zum Beispiel erreichten sie im März 21 bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz immerhin 0,7 % der Wählerstimmen.

    Klimaliste – Wikipedia

    Bei der Bundestagswahl tritt die Klimaliste nicht als Partei an, wie bereits bei mehreren Landtagswahlen, sondern mit Direktkandidaten in immerhin 21 Wahlkreisen. Unter anderem im Wahlkreis Mainz mit Prof. Dr. Sebastian Seiffert. Seine Motivation (oder wenn man so will, sein "Programm"): "Die Politik ignoriert in der Klimafrage die Wissenschaft und nimmt den Klimawandel nicht als das wahr, was er ist: eine dramatische Notlage. Deshalb lautet mein Leitsatz: „Wenn die Politik nicht auf die Wissenschaft hört, dann muss die Wissenschaft eben Teil der Politik werden.“ Meine Motivation ist es, die wissenschaftliche Sicht in den Diskurs einzubringen ..." https://mitglieder.klimaliste.de/candidatures/S2Q3B

    Hier der Link zur Klima-Liste mit den 23 Direktkandidat*innen:

    21 Bewerbungen & Kandidaturen der Klimaliste zur Bundestagswahl 2021
    Alle Kandidaturen zur Bundestagswahl 2021 von Menschen der Klimaliste.
    mitglieder.klimaliste.de

    Und hier der Link zur Karte, auf der die Wahlkreise markiert sind, in der Direktkandidaten der Klimaliste antreten:

    Klimaliste
    Wir treten für euch an, um unser aller Klima zu schützen. Klimagerecht. Wissenschaftlich. Konsequent.
    mitglieder.klimaliste.de

    Von Herrn Seiffert hatte ich allerdings in Mainz keine Plakate gesehen. Aber vielleicht entwickelt sich die Klimaliste ja auch noch bundesweit zu einer wirklich grünen Konkurrenz zu den Grünen und arbeitet dann entsprechend als Partei mit besseren Aussichten daran, Abgeordnete ins Parlament zu entsenden. Vermutlich ist es für eine gut organisierte Partei einfacher Wahlkampf und Plakatwahlkampf zu betreiben als für Einzelkandidaten.

    Im Internet habe ich Bilder mit Wahlplakaten von Seiffert gefunden:

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    Im Bundestagswahlkreis Fürstenfeldbruck (Tut mit leid Pepschmier) tritt übrigens kein Direktkandidat der Klimaliste an, auch in Hannover nicht.

    Aber zum Beispiel arvoituksellinen könnte in Kaiserslautern mit seiner Erststimme den Direktkandidaten Dirk Hoppe der Klimaliste wählen:

    Wahlkreis 209 - Kaiserslautern
    Details zu Wahlkreis 209 - Kaiserslautern, Kandidatur und Unterstützung für Klimaliste
    mitglieder.klimaliste.de

    Die Tabelle sieht so aus, als dürfe man mit dem bromfiets nicht auf dem Radweg fahren.

    Aber in dem Text steht:

    "Bromfiets buiten de bebouwde kom

    Buiten de bebouwde kom rijden auto’s harder dan 50 kilometer per uur. Daar moet u wel met uw bromfiets op het fietspad rijden. Is er geen fietspad, dan mag u met uw bromfiets op de rijbaan rijden.

    Ich lese das so, dass außerhalb geschlossener Ortschaften (buiten de bebouwde) gilt:

    Du musst mit dem bromfiets auf dem Radweg fahren (bromfiets op het fietspad rijden).

    Die "bromfiets-Fahrer" sind also außerhalb geschlossener Ortschaften verpflichtet, den Radweg zu benutzen.

    Innerhalb geschlossener Ortschaften dagegen dürfen die "bromfiets-Fahrer" den Radweg nicht benutzen.

    Es sei denn da steht ein blaues rundes Verkehrsschild, auf dem ein Fahrrad und ein "bromfiets" abgebildet ist. Dann sind die "bromfiets-Fahrer" auch innerorts verpflichtet den Radweg zu benutzen.

    Mit dem Mofa muss man immer den Radweg benutzen, der mit einem blauen runden Schild mit Fahrradsymbol gekennzeichnet ist.

    Das lässt vermuten, dass in den Niederlanden noch weniger als in Deutschland die Bereitschaft besteht, als Radfahrer*in den Radweg nicht zu benutzen und stattdessen auf der Fahrbahn zu fahren. Werden denn die snoorfiets und bromfiets-Fahrer*innen von Autofahrern oft angehupt und angebrüllt, gefälligst den Radweg zu benutzen, wenn der vorhanden ist? Hier in Deutschland passiert einem das ja häufiger als Fahrradfahrer. Mofa-Fahrer*innen dagegen werden in Deutschland in der Regel auf der Fahrbahn geduldet.

    Wahlplakate sind kein Müll. Und beim Aufhängen von Wahlplakaten muss eine hohe Zahl Plakate einkalkuliert werden, um eine Wirkung zu erzeugen. Der Vorteil der Wahlplakat-Aktion ist, dass die Plakate an Orten aufgehängt werden dürfen, wo sonst keine Plakate hängen. Das erhöht enorm den Aufmerksamkeitswert.

    Weil der Aufhängzeitraum begrenzt ist (ca. 8 Wochen vor der Wahl bis kurz nach der Wahl), ist es um so mehr gerechtfertigt, dass die Plakate in großer Anzahl aufgehängt werden.

    Übrigens benutzen nicht alle Parteien Wahlplakate aus Kunststoff.

    Es gibt immer noch die klassischen Aufsteller aus Dachlatten und Hartfaserplatte, die eingelagert werden und bei der nächsten Wahl wieder benutzt werden, um Wahlplakate aus Papier mit Kleister darauf zu kleben:

    Und die müssen nicht mit Kunststoff-Kabelbindern an Bäumen befestigt werden, sondern die lassen sich anlehnen, was dem Baum keinen Schaden zufügt. Damit die Ständer nicht umkippen, kann man sie gegenseitig mit Bändern oder Drähten sichern, wie auf dem Foto zu sehen. Nur direkt um die Baumrinde sollte der Draht nicht befestigt werden!

    Dann gibt es die klassischen Großflächenplakate, mit Metallgestänge und Klebeflächen aus Holzverbundwerkstoff-Platten:

    Die werden von Werbefirmen aufgestellt und ebenfalls eingelagert.

    Und bei den Plakaten, die aufgehängt werden gibt es neben denen aus Kunststoff auch solche aus Karton. Das kann man auf diesem Bild sehen an einem Grünen-Plakat, das leider zerstört wurde.

    Das Piratenplakat darunter ist aus Kunststoff. Ob es aus recycelten Kunststoff ist, habe ich noch nicht rausgefunden. Die Kunststoffplakate sind nicht unbedingt stabiler, allerdings können sie Regen und Nässe besser ab.

    Mein Eindruck derzeit:
    Wahlprogramme spielen eine immer geringere Rolle im aktuellen Wahlkampf.

    Stattdessen werden solche Rechnungen aufgemacht wie: Wenn wir die Grünen wählen, dann kriegen wir Laschet als Kanzler.

    Wenn wir die SPD wählen, dann kriegen wir Scholz als Kanzler.

    Es wäre ja ganz schön, wenn wir eine Kanzlerin bekämen, aber es ist vermutlich besser, taktisch zu wählen, auch wenn dann den Grünen die Stimmen fehlen.

    Das halte ich für Unfug. Verkehrspolitisch jedenfalls unterscheidet sich die SPD kaum von der CDU.

    Baghira und mkossmann

    Lustige Wörter, zumindest in deutschen Ohren.

    Das "Snoorfiets" ist ein Fahrrad, das schnurrt oder schnarcht oder schnaubt? So richtig habe ich das nicht rausbekommen.

    Aber es ist wohl ein Motor-Zweirad, dass max. 25 km/h fährt.

    Und das "Bromfiets" ist ein Fahrrad, das brummt und bis zu 45 km/h schnell fährt.

    Mit beiden Fahrzeugen muss man auf dem Radweg fahren.

    Wenn man aber ein Bromfiets fährt, dann darf man auch auf der Fahrbahn fahren. Aber dann muss man einen Helm tragen.

    Habe ich das richtig verstanden?

    Die Stuttgarter Zahnradbahn "Zacke" fährt ganz normal im Alltags-ÖPNV vom Marienplatz nach Degerloch.

    Weil es in Stuttgart bekanntlich viele steile Anstiege hat, gibt es diese Zahnradbahn auf dem Foto. (In der Gleismitte, vorne links, sieht man die Zahnstange.) Und weil es für Fahrradfahrer*innen sehr angenehm ist, den steilen Anstieg mit der Zahnradbahn zu fahren, dort aber der Fahrgastraum begrenzt ist, haben die Stuttgarter einen Fahrrad-Anhänger an ihre "Zacke" gekuppelt.

    Das Corona 3-G-Konzept Geimpft, Genesen, Getestet sieht ja vor, dass als vollständig Geimpfte nur die zweimal Geimpften gelten.

    Bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson wird jedoch nur einmal geimpft, um den vollen Impfschutz zu gewährleisten.

    Gelten die mit dem Johnson & Johnson Impfstoff Geimpften dann auch im Sinn der Verordnung als vollständig Geimpfte, obwohl die nur einmal geimpft wurden?

    Die Radwege sind auch für die Motorroller verpflichtend. Damit wird das Radfahren drauf ähnlich stressig, wie auf engen Fahrbahnen.

    Weißt du, ob das nur für Motorroller bis 25 km/h gilt oder auch für Motorroller bis 45 km/h? Oder ob es für Motorroller bis 25 km/h eine Radwegebenutzungspflicht gilt und für die Motorroller bis 45 km/h die Benutzung des Radweges optional ist? Oder ist das von der ccm-Zahl abhängig?

    Das mit der Benutzungspflicht für die Motorroller gilt übrigens meines Wissens nur außerorts. Innerorts dürfen Motorroller nicht die Radwege benutzen. Es sei den der Radweg ist mit diesem Schild gekennzeichnet:

    Bildtafel der Verkehrszeichen in den Niederlanden – Wikipedia

    Dieser Vorgang mit den Plakaten des Südschleswigschen Wählerverbandes lässt vermuten, dass die Kommunen verpflichtet sind, den Parteien Plakatfläche zur Verfügung zu stellen. Und darüber hinaus auch verpflichtet sind, es zu erlauben, dass Wahlkampfplakate auf öffentlichen Flächen aufgehängt werden. Und das finde ich gut so!

    Dieser Twitter-Post von @danielasgedanke macht auf mich den Eindruck, als spräche da ein ungeheuer voreingenommener Snob, der sich darüber mokiert, dass es Parteien im Wahlkampf gestattet ist, Plakate aufzuhängen.

    So eine Art Haltung: Pfui bah. Wahlkampfplakate, so was Schmutziges Igittegitt.

    Habe solche bonierten Typen auch schon im persönlichen Gespräch erlebt. X/ Das sind die Totengräber der Demokratie.

    Einige haben sicherlich auch einfach keine Lust oder können sich nicht aufraffen und denken sich "dann hab ich halt mal 'ne Grippe, bin ich halt mal krank geschrieben".

    Es sind einfach alle Menschen unterschiedlich. Und wenn man dann im Einkaufscenter / Innenstadt / großen Supermarkt im Vorbeigehen impft und 10€ Einkaufsgutscheine verteilt und dadurch dann nochmal 1% mehr Menschen geimpft hat hilft es doch Allen.

    Bin ich da zu sehr "Old-School"?

    Solche Einkaufsgutschein-Geschichten entkräften meiner Meinung nach den Ernsthaftigkeitscharakter einer tatsächlich notwendigen Schutzimpfung. Es muss alles getan werden, um alle Barrieren abzubauen, die Menschen daran hindern könnten, sich gegen Corona impfen zu lassen. (Zum Beispiel Kostenübernahme für das ÖPNV-Ticket zum Impfzentrum, freundliche Atmosphäre dort und auch eine kleine Erfrischung in Form von Mineralwasser oder Apfelschorle, ein Stück Obst oder ein Päckchen "Studentenfutter o. ä."), so dass das Impfzentrum als etwas Positives erlebt wird, dass die Menschen anderen Menschen weiterempfehlen.

    Aber es gibt keinen Grund sich anzubiedern mit Bratwurst-Geschenken oder Geldgeschenken.

    Viel wichtiger wäre beispielsweise der Erhalt der Impfzentren:

    "Ab Oktober werden die meisten Impfzentren vorerst schließen. Doch im Herbst wird die vierte Welle erwartet, zudem Kinder- und Auffrisch-Impfungen. Sind Schließungen eine gute Idee?"

    Zukunft der Impfzentren
    Ab Oktober werden die meisten Impfzentren vorerst schließen - angesichts der vierten Welle, der Kinder- und Auffrisch-Impfungen eine gute Idee?
    www.zdf.de

    So eine ähnliche Debatte wie mit den "Bratwurst-Geschenken oder 10 Euro-Geldgeschenken" als Motivator gab es mal beim Thema Wahlen. Da wurde auch schon mal vorgeschlagen, dass Wähler ein Geldgeschenk erhalten sollen bei Stimmabgabe, damit die Wahlbeteiligung wieder größer wird. Das lehne ich ebenfalls ab. Und auch Wahlhelfer sollten nicht entlohnt werden. Was es gibt ist eine Aufwandsentschädigung, die ist aber auch bei einer mehrstündigen Tätigkeit im Wahlbüro gerechtfertigt.

    Ich halte es auch für einen Fehler, dass eine Impfpflicht von Anfang an kategorisch ausgeschlossen wurde. Überhaupt ist in der Kommunikation viel falsch gelaufen, bestes Beispiel ist der Impfstoff von Astra Zeneca.

    Vielleicht war es ein Fehler, anfangs (also schon Mitte 2020 als sich abzeichnete, dass möglicherweise schon im Herbst Impfstoffe zur Verfügung stehen würden) nicht auch gleich eine mögliche Impfpflicht ins Auge zu fassen. Vielleicht war es aber auch richtig, die Gegenmaßnahmen erst mal so anlaufen zu lassen und zunächst die Impfpflicht nicht in Betracht zu ziehen. Zumal ja auch erst mal gar keine Impfstoffe zur Verfügung standen. Wenn in einer solchen Situation jemand von "Impfpflicht" spricht, dann läuft er in jedem Fall Gefahr, dass er von Gegnern einer Impfflicht kräftig "durch den Kakao" gezogen wird.

    Ich muss zugeben, dass ich einen alten Grundsatz nicht berücksichtigt hatte: Wenn erst mal über was gesprochen wird, dann steht es auch sehr bald ganz konkret auf der Tagesordnung und das ist manchmal um so stärker der Fall, wenn ganz und gar ablehnend in Form von Dementis darüber gesprochen wird.

    In der Berichterstattung der taz vom 20.8.2021, das konnte ich gestern in einem Artikel von Felix Lee lesen, findet da möglicherweise gerade eine Wende in der Impf-Frage statt:

    "Was der Herbst und der Winter aufgrund dieser unsicheren Entwicklungen bringen wird, kann niemand seriös beantworten. Es bleibt zu wiederholen: Impfen hilft. Nicht zuletzt angesichts der ökonomischen und sozialen Verwerfungen, die ein weiterer Lockdown mit sich bringen würde, sollte die Einführung einer Impflicht kein Tabu mehr sein."

    Quelle: Coronalage in Deutschland: Keine Panik, trotzdem Vorsicht

    Coronalage in Deutschland: Keine Panik, trotzdem Vorsicht
    Die Inzidenz steigt wieder rasant, die Zahl der Co­ro­na­pa­ti­en­t:in­nen in den Krankenhäusern etwas langsamer. Was das heißt und wo wir stehen.
    taz.de

    Mit einer Impfpflicht verbinde ich die Hoffnung, dass dann weniger emotional eine Auseinandersetzung stattfinden wird bei der Impf-Gegner oder Impf-Skeptiker in der Diskussion unnötig scharf angegriffen werden, denn die Sachlage ist dann klar. Die Impfpflicht wäre dann eine von der Regierung und dem Parlament beschlossene Maßnahme, die für alle gilt sofern keine persönlichen medizinischen Gründe dagegen sprechen. Auch würde die Personengruppe derer, die nicht geimpft werden können, besser geschützt werden können.

    Denn es droht bereits eine erneute Auseinandersetzung um das Tragen einer Schutzmaske. Geimpfte werden argumentieren, dass sie sich nicht mehr in der Pflicht sähen eine Maske zu tragen. Und sie sehen dann als Ungeimpfte nur diejenigen, die aus scheinbar irrationalen Gründen eine Impfung ablehnen. Da aber auch von Geimpften eine Ansteckungsgefahr ausgeht, könnte das zum Problem für Schwangere werden oder Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Dazu gehören auch die unter 12-Jährigen.

    Gäbe es eine Impfpflicht, dann wäre das der maximale Druck, der ausgeübt werden kann. Keiner müsste sich verpflichtet fühlen übertrieben heftig aufzutreten, um das Impfen voranzutreiben, zum Beispiel in der Form: "Ich trage keine Maske und wenn ich einen von euch Ungeimpften anstecke mit Corona, dann seid ihr selber Schuld." Ich fürchte, dass es einige gibt, die so denken.

    Ganz schlimm wird ein solches Denken von denen befeuert, die jetzt von einer Rückgabe aller bürgerlichen Rechte schwafeln. Es gibt eben auch ein bürgerliches Recht auf körperliche Unversehrtheit. Und um das zu schützen wurden wegen der Pandemie andere bürgerliche Rechte reduziert. Es erfolgte keine "Wegnahme" von bürgerlichen Rechten sondern eine Verschiebung der Prioritäten.

    Der Bayrische Rundfunk hat in der Sendung br24 vom 20.8.2021 einen Beitrag mit dem Titel "Weniger Fahrradunfälle in Bayern" gesendet, der mich dazu bewegt hat, diesen Brief an den BR zu schreiben. Aber lest selbst!

    Sehr geehrte Damen und Herren im br24-Team,

    Ihre Berichterstattung über Fahrradunfälle in der Sendung vom 20.8.2021 um 21:50 hat bei mir den Eindruck erweckt, als seien Fahrradunfälle eine Sache an die Autos gar nicht beteiligt sind, denn in dem Bericht wird an keiner Stelle erwähnt, dass sehr viele Fahrradunfälle solche Unfälle sind, an denen PKW's beteiligt sind.

    Das ist der Link zur Sendung:

    Der Bericht über die Fahrradunfälle ist von Minute 9:15 bis 9:40.

    Deshalb habe ich interessehalber in der Tabelle

    "Verkehrsunfälle Beteiligte an Unfällen mit Personenschaden nach Art der Verkehrsbeteiligung"

    des Statistischen Bundesamtes nachgesehen.

    Beteiligte an Unfällen mit Personenschaden nach Art der Verkehrsbeteiligung
    Diese Tabelle enthält: Beteiligte an Unfällen mit Personenschaden nach Art der Verkehrsbeteiligung für die Jahre 2017 bis 2020.
    www.destatis.de

    Dort wird für 2020 für Unfälle mit Personenschäden mit Radfahrerbeteiligung die Zahl 100.159 genannt.

    Dann habe ich in der Tabelle

    "Hauptverursacher von Unfällen mit Personenschaden"

    nachgesehen.

    Hauptverursacher von Unfällen mit Personenschaden
    Diese Tabelle enthält: Hauptverursacher von Unfällen mit Personenschaden nach Art der Verkehrsbeteiligung für die Jahre 2017 bis 2020.
    www.destatis.de

    Dort wird ebenfalls für 2020 die Radfahrer als Hauptunfallverursacher mit der Zahl 49.498 genannt.

    Ich möchte Sie bitten, dass Sie auf diese Zusammenhänge hinweisen in Ihrer Berichterstattung. Und bitte erwecken Sie mit Ihrer Berichterstattung nicht den Eindruck, es seien immer nur die Fahrradfahrer die Verursacher von Fahrradunfällen.

    Außerdem möchte ich Sie darauf hinweisen, dass in dem Bericht als eine Unfallursache "Radeln gegen die Fahrtrichtung" genannt wird. Vielleicht ist das ja süddeutscher Wortgebrauch beim Fahrradfahren von "Radeln" zu sprechen. br 24 hat aber auch seine Fans in Norddeutschland. Und hier ist insbesondere bei Fahrradfahrer*innen das Wort "Radeln" ein "NoGo".

    Und ich denke auch für Süddeutschland sollte diese Wortwahl überdacht werden. Denn das Fahrradfahren gegen die Fahrtrichtung ist leider tatsächlich ein Delikt, das zu gefährlichen Situationen und Unfällen führt. Aber durch das verniedlichende Wort Radeln, also "Radeln gegen die Fahrtrichtung" wird dieses gefährliche Fehl-Verhalten völlig verharmlost.

    "Radeln" ist ein Wort, das unter anderem sehr bekannt ist aus dem Stimmungslied "Jo mir sein mit'm Radel da" und wenn Sie sich zum Beispiel diese Vision des Liedes anhören, die ich auf Youtube gefunden habe, dann werden Sie feststellen, dass der Text so beginnt:

    "Zum Zechen fährt der kluge Mann seit neustem mit'm Radel, damit er wieder heimfahrn kann, ganz ohne Furcht und Tadel. (...)"

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    Na "vielen Dank" auch für dieses Lied. Das Fahrrad wird gleich am Liedanfang gelobt als Fahrzeug mit dem man zu Besäufnissen fährt, weil man damit nach erfolgtem Besäufnis angeblich wieder unproblematisch nach hause fahren kann. Geht's noch???

    Und in der br24-Sendung erfahre ich, dass unter anderem Alkohol ein häufiger Unfallgrund beim "Radeln" ist. Das sollte einem eigentlich nicht wundern bei der Verbreitung von solchem Liedgut. Allerdings vermute ich auch, dass besoffen ein Fahrzeug fahren bei Autofahrenden noch deutlich häufiger zu Unfällen führt als bei Fahrradfahrenden.

    Bitte bringen Sie eine Richtigstellung bei der nicht der Eindruck erweckt, dass Fahrradunfälle hauptsächlich durch Fahren gegen die Fahrtrichtung, zu hohes Tempo und Alkoholfahrten verursacht werden. Das entspricht nicht den Statistikwerten nach denen die meisten Fahrradunfälle tatsächlich durch Autofahrer verursacht werden.

    Das Thema hohes Tempo ist ohnehin schon dadurch begrenzt, dass man mit dem Fahrrad nicht besonders schnell unterwegs ist. Die Pedelecs, die ebenfalls in dem Bericht genannt werden, sind bei Tempo 25 abgeriegelt. Wenn ich mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn fahre dann passiert es mir häufig, dass ich von Autofahrern angehupt werde, weil denen 20-25 km/h zu langsam ist. Nicht selten erfolgt dann noch ein gefährliches Überholmanöver.

    Dass die Zahl der Pedelec-Unfälle zugenommen hat, wie in dem Bericht behauptet wird ist nur dann zutreffend, wenn man die absolute Zahl der Pedelec-Unfälle betrachtet. Wenn man dagegen die hohe Zunahme an Pedelecs berücksichtigt, dann stellt sich das sehr viel entspannter dar. Dazu habe ich auf der Seite de.statistia.com folgende Zahlen gefunden:

    2018 wurden rund 100.000 Pedelecs gekauft, 2020 wurden rund 200.000, also doppelt so viele Pedelecs in Deutschland gekauft.

    E-Bikes - Absatz in Deutschland bis 2020 | Statista
    Wie hoch sind die Verkaufszahlen von E-Bikes? Letztes Jahr wurden in Deutschland fast zwei Millionen E-Bikes verkauft.
    de.statista.com

    Leider erfährt man in der oben angegebenen br24-Sendung nichts über den enorm hohen Zuwachs an Pedelecs. Stattdessen erweckt der Bericht den Eindruck, Pedelecs seien eine besonders gefährliche Form von Fahrrad, von denen man besser die Finger lässt.

    Eine Sache bleibt ganz und gar unklar bei der Berichterstattung:

    Fahrräder sind Fahrräder im klassischen Sinn und auch Pedelecs gehören zu der Fahrzeuggruppe Fahrräder.

    Rechtlich sind die Pedelecs mit den Fahrrädern gleich gestellt.

    Das heißt in dem Bericht wird über den Rückgang der Fahrradunfälle berichtet wird und da sind die Pedelecs ein Teil dieser Fahrräder, so wie es zum Beispiel Fahrräder mit Diamantrahmen oder Fahrräder mit einem Rahmen mit tiefem Einstieg gibt. Oder Fahrräder mit Nabenschaltung, bzw. mit Kettenschaltung.

    In dem Film heißt es ja in den ersten Sekunden: "Weniger Fahrradunfälle in Bayern". Sind da alle Fahrradtypen mit gemeint, auch die Pedelecs?

    Oder soll die Aussage des br24-Berichtes sein, dass die Zahl der Unfälle mit klassischen Fahrrädern gesunken ist, die Anzahl der Unfälle mit Pedelecs jedoch unabhängig davon betrachtet wird und die Anzahl der Unfälle mit diesem Fahrradtyp gestiegen ist?

    Über eine Beantwortung der offenen Fragen und einen Hinweis dazu, ob meine Hinweise hilfreich für Sie waren, würde ich mich freuen.