Im Evangelischen Sonntagsblatt ist ein sehr lesenswerter Artikel zum Thema Impfpflicht erschienen:
Markus Springer: Impfpflicht: Warum die Coronapandemie das falsche Feld zur Verteidigung der Freiheit ist, 11. Nov. 2021
Darin wird das Nein der FDP zur Impfpflicht verglichen mit dem Nein der FDP zu einem generellen Tempolimit auf Autobahnen: "Die "Neins" der FDP mögen beim Tempolimit unerheblich und bei der Frage von Steuererhöhungen als Klientelpolitik zumindest gedanklich nachvollziehbar sein – ein Nein zu einer Impfpflicht "im Namen der Freiheit" ist dumm und gefährlich."
Das "Nein" der FDP zu einem generellen Tempolimit auf Autobahnen halte ich allerdings ebenfalls für "dumm und gefährlich".
In dem Artikel wird auch darauf eingegangen, dass viele Nazis Impfungen ablehnten. Das finde ich nicht zuletzt deshalb interessant, weil man doch eigentlich meint, in der Ideologie des Nationalsozialismus stünde die "Pflichterfüllung" sehr stark im Vordergrund. Und ausgerechnet beim Impfen wird der "Volksgenosse" von Pflichten entlastet? Vermutlich ist das so zu verstehen, dass sich der "nationalsozialistische Mensch" gefälligst den Erkrankungen auszusetzen habe, die ihm ohne Impfung drohen. So ne Art "Impfung ist doch nur was für Weicheier".
"Heinrich Himmler und Rudolf Heß waren glühende Impfgegner. Impfen hielten sie für eine "Rassenschande der Juden". Sie konnten sich auf Dauer nur deshalb nicht durchsetzen, weil die Wehrmacht einwandte, dies gefährde ihre militärische Schlagkraft."