Beiträge von arvoituksellinen

    Auf dem Moselradweg in der Nähe von Cochem hat es vorgestern einen schlimmen Unfall gegeben: Ein Kleinbus kam von der Fahrbahn ab und schleuderte in eine Radlergruppe, die auf dem neben der Bundesstraße verlaufenden Radweg fuhr. Eine Frau verstarb dort, mehrere andere Radler sind verletzt. Schlimm.

    Gestern dann ein Fernsehbeitrag in unserem Regionalprogramm. Hab nur ich den Eindruck, dass dieser Unfall jetzt dazu missbraucht wird, die Gefährlichkeit des Radfahrens herauszustellen? "Mulmiges Gefühl, wenn die Autos so vorbeifahren" usw., so werden Radfahrer zitiert. Und ob der Radweg nicht durch eine solide Leitplanke von der Fahrbahn getrennt werden müsste. Der Verweis auf die Kosten darf nicht fehlen ("hohe Sicherheit, hohe Kosten").

    Und wir machen uns hier im Forum Gedanken über Fahrbahnradeln?

    Ich frage mich bei sowas immer, wie schnell man fahren muss, um an so einer Stelle die Kontrolle zu verlieren und einen solchen Schaden am Auto zu produzieren...


    Ich habe früher mal hier gewohnt. Die vierspurige Fischerstraße geht von Westen her stracks geradeaus, dann macht die Verkehrsführung einen Kurve um ca. 45° in die Altenwoogstraße.
    Die Kurve ist eigentlich unkritisch, wenn man 50 fährt. Mit 100 kommt man aber schon ins Schleudern. Und die Zentrifugalkraft befördert einen dann genau in das bezeichnete Gebäude. Wir haben häufiger "Besuch" gehabt, mal im Schaufenster des Geschäfts links, mal im Schaufenster des Geschäfts rechts, zweimal auch direkt in Haustür in die Mitte.
    Am schönsten war mal die Demonstration des Newton'schen Pendels: Die Autovermietung im Haus hatte frisches Blech bekommen, allerdings erst nach Geschäftsschluss, sodass der Hof abgeschlossen war. Die gelieferten Wagen wurden dann eben halb auf der Straße, halb auf dem Radweg/Bürgersteig geparkt. In der Nacht kam dann wieder so ein Raser, streifte den ersten Wagen, stieß den zweiten an, der in den dritten knallte, der wiederum den vierten anstieß, sodass dieser im Schaufenster landete. (Ich hoffe, ich habe mich anschaulich genug ausgedrückt.) Ein Bild für die Götter (aber das war noch vor der Erfindung der Digitalkamera, ein Foto kann ich nicht liefern).

    Daraufhin stellte die Stadt dann dicke Schutzpoller vor dem Haus auf, die aber auch noch zweimal umgefahren wurden. Erst seit in der Kurve ein stationärer Blitz steht, ist Ruhe. Aber wie gesagt, ich wohne jetzt woanders.

    Können Sie ein Fahrrad aus dem Gedächtnis zeichnen?
    Ein italienischer Designer hat aus den Skizzen, die ihm seine Probanden gemacht haben, mal realistisch anmutende Entwürfe angefertigt (Klickstrecke in der Süddeutschen, englischsprachige Website des Projekts). Die Fahrräder dürften in der praktischen Anwendung aber, gelinde gesagt, schwierig sein. Und interessanterweise gibt es etliche Fahrräder mit Vorderradantrieb, die Skizzen dazu stammen fast ausschließlich von Frauen. Männer hingegen verkünsteln sich eher am Rahmen.

    trockene Vorreinigung

    Danke, das war ein guter Tipp. Ich hab den Handfeger genommen. Und erst als dann alles schon ziemlich staubfrei war, bin ich mit der Gießkanne dran (wir haben keinen Wasseranschluss für einen Schlauch) und habe das Fahrrad ganz altväterlich mit Lappen und Bürste gereinigt. Ich mach sowas nicht gern, hab ich als Kind schon nicht gern gemacht, aber die Sonne hat geschienen, da war es dann doch irgendwie ganz schön.
    Die "Lusttour", die ich mir gestern vorgenommen habe, fällt aber aus: Heute ist Regen angekündigt :(

    Grand malheur de caque.
    Da ist man ein paar Tage nicht zuhause, und dann das: In unserem Mehrfamilienhaus hat sich der Kellerboden gesenkt, sodass sich in den nichttragenden Wänden Risse aufgetan haben. Das wurde jetzt repariert -- rissige Mauer rausgerissen, neue Mauer gesetzt.
    Leider standen unsere Fahrräder direkt neben der Baustelle. Hat natürlich niemand abgedeckt. Und jetzt sind sie fingerdick mit Baustaub bedeckt. Wie kriege ich die Räder wieder fahrbereit? Kann ich einfach mit einem Hochdruckreiniger rangehen und den ärgsten Dreck wegmachen? Oder schädige ich dann die Lager?

    Der Artikel hinterlässt mir ein schlechtes Gefühl, es sind wieder alle Klassiker der üblen Formulierungen enthalten. Was soll das heißen, "Es kam zum Unfall"? Was ist passiert, wer war der Unfallpartner? Und warum "kam es", als sei es eine griechische Tragödie, bei der man machtlos den Mächten des Schicksals ausgeliefert ist?
    Und, wenn wir mal davon ausgehen, dass der Kleinbusfahrer Unfallverursacher war: Was ist mit ihm? Unfallflucht? Ermittlungen?
    Darüber hinaus wird mal wieder mit zweierlei Maß gemessen: Ein "schneller Radfahrer" fährt 25 km/h, ein Autofahrer mit dieser Geschwindigkeit ist ein Verkehrshindernis (meine Interpretation).
    Und die im Schlussteil des Artikels erwähnte "große Fahrradtour mit allen Beteiligten" ist natürlich löblich, andererseits sollte so etwas im Rahmen der regelmäßigen Verkehrsschauen doch nichts ungewöhnliches sein, oder?

    Sprachkritik: Warum kriegen Journalisten keine angemessenen Formulierungen hin?
    "Stattdessen kollidierte der Mann [der Radfahrer] mit einem Auto, stürzte und verletzte sich." (2. Absatz)
    Gut, im Verlauf des Artikels wird klar, wer da mit wem kollidiert ist, aber solche gedankenlosen Formulierungen regen mich auf.