Beiträge von udoline

    Ich unterstelle als einziges, was der ADFC daraus machen wird. Selbst mit deiner Ergänzung könnte der ADFC das als Verkehrsverbund verwursten statt Radweg == Hindernis.

    Letztlich passiert ja genau das, ein (angebliches) Stimmungsbild wird zum Mandat.

    Ich mache mir gerade den Spaß und werfe die Fragen, so wie sie oben sind mit der einzigen Vorgabe meines Interesses an der sprachlichen Seite, bei z.ai rein. „Die allererste Aussage („Spaß/Stress") ist sozusagen das Namenspatronat des ganzen Instruments“, Sauber, genauso wie das nachfolgende, hier ein Beispiel.

    Zitat

    2. Grammatik der Verantwortung: Passivdominanz mit einer tollen Ausnahme
    Fast alle Aussagen stehen im agenslosen Passiv („wird geworben", „werden gereinigt", „wurde getan") — ein klassischer Fall von Agens-Löschung. Niemand tut etwas, es geschieht. Das hat eine pragmatische Doppelwirkung: Es diffundiert Verantwortung (die Stadt wird nie beschuldigt, aber auch nie gelobt) und es macht die Items überall anwendbar, egal wie die lokale Verkehrsorganisation aussieht. Wo Menschen auftauchen, meist als unpersönliches „man" (11, 18, 20, 22) — die immersive Variante, die Befragte selbst in den Satz stellt.
    Die große Ausnahme ist Item 7: „Bei uns überwacht die Stadt streng, dass…" — das einzige namentliche Agens des ganzen Fragebogens, und es steht ausgerechnet in einem Überwachungs-Frame. Auf der Negativseite desselben Items wird dann wieder passiviert („großzügig geduldet"). Nebenbei zeigt dieses Item noch einen schönen Metonymie-Wechsel: Überwacht werden „Autos" (Dinge), geduldet wird das Parken von „Autofahrer:innen" (Personen).

    Die Bezeichung als Müll wäre noch geschönt, auch den ADFC könnte man sich nach Kinski durch eine Mafia ersetzt wünschen. Und wie ich schon sagte, kommt eine Ideologie nie ohne Sprach-Ideologie aus, … Mafia.

    Zitat

    Der Test misst also nicht, ob eine Stadt fahrradfreundlich ist; er misst, wie weit sie das ADFC-Programm umgesetzt hat, und nennt das Ergebnis Freundlichkeit.

    Ein Beispiel der argumentativen Falle.

    Ich habe die Frage "Unter welchen Umständen würdest Du häufiger Rad fahren?" folgendermaßen beantwortet:

    Wenn ich häufiger als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer auf der Fahrbahn fahren dürfte

    Schlußfolgerung: Entgegen deiner hiesigen Selbstbezeichnung benutzt du Radwege.
    Denn tätest du es, müßtest du schon die Frage bemängeln und negativ antworten: Ich würde nicht mehr Fahrrad fahren, wenn der formale Radwegezwang tatsächlich durchgesetzt würde.

    Behandelt endlich Fahrräder als Fahrzeuge

    Du selbst tust es nicht. Die Falle hat zum zweiten mal zugeschnappt.

    Ich behaupte hiermit nur, was der ADFC-Typ daraus lesen wird, wenn er es denn überhaupt liest: Ein Fan von Radwegen. Klar, das es dafür ein Herzchen gibt.

    Es wird überhaupt nicht gleich am Anfang nach den durchaus existierenden Kategorien gefragt

    So ist es, das dachte ich gleich bei der hier genannten Frage 1 „Bei uns macht Radfahren Spaß.: Es fehlt zuvor „Ich fahre nur des Zweckes wegen Rad.“ Ohne die Antwort dazu erfragt Frage 1 etwas anderes als der Leser vermutet. Wir sehen, schon die erste Frage macht klar, wohin der Hase mit dieser „Umfrage“ will.

    Es mangelt jedoch vollkommen an Berichten, wonach sowas tatsächlich mal zu Problemen geführt hätte.

    Wie etwa hier.

    "Todeszone" - Wie eine Radlerin ihren Arbeitsweg erlebt
    Julia Gais pendelt mit dem Rad zwischen Waldkirchen und Passau. Ihr Arbeitsweg zeigt, wie riskant Radfahren im Alltag sein kann. Warum sie von "halbherziger…
    www.br.de

    „Todeszone“ — Wie eine Radlerin ihren Arbeitsweg erlebt

    Keine Beschreibung, keine Angaben, nichts, aber fast tot. Wer erlebt, kann beschreiben.

    Selbstverständlich, auch wenn mich zunächst der Titel erfreute.

    Jeder „Radweg“ ist ein Shit-Test. Je unpäßlicher, desto mehr Punkte auf der nach oben offenen Road-To-Hell-Skala. Je mehr Punkte, desto mehr Belehrung und Erziehung als Ausgleich, aber auch desto mehr Gewöhnung und desto mehr Punkte auf der nach oben offenen Stairway-To-Heaven-Skala. Je mehr Demut, desto billiger die Treppe.

    Die Form des Artikels zeigt, wie weit das auch in LU schon fortgeschritten ist. Andererseits sehe ich kauim Wegelchen.

    Straßenschilder im Weg | Besser Helm anziehen: Dieser Radweg in Esch ist ein echter Hindernis-Parcours
    Ein Radweg in Esch sorgt für Probleme. Nutzer müssen Hindernissen ausweichen. Unter anderem wird ein Parkscheinautomat zur Hürde. Oder ein Straßenschild.
    www.tageblatt.lu

    Endlich mal nichts als die Wahrheit, „Besser Helm anziehen: Dieser Radweg in Esch ist ein echter Hindernis-Parcours“, und dennoch nicht vom Postillon.

    Radfahrer stößt mit Hirsch zusammen und stirbt: So kam es zum ungewöhnlichen Unfall
    Bei Berchtesgaden kam es auf der Roßfeldstraße zu einem folgenschweren Unfall. Das war passiert.
    www.pirsch.de

    „Tödlicher Unfall: Radfahrer kollidiert offenbar mit Hirsch“. Praktischerweise wird der Vergleich mitgeliefert.

    Wildunfall mit E-Scooter: Zwei Kinder kollidieren mit Reh
    Ein kurioser Wildunfall ereignete sich jüngst in Baden-Württemberg: Ein Reh verendete nach einem Zusammenstoß mit einem E-Scooter.
    www.pirsch.de

    „Wildunfall mit E-Scooter: Zwei Kinder kollidieren mit Reh“, und überleben.

    Wenn die Freunde des Fahrrad fahrens das wüßten…

    Kettler sagte mal, das ein Kläger im Grunde mit dem Grundgesetz argumentiere. Da hat er recht. Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz kann nicht einfach so suspendiert werden.

    Zudem muß sich der besagte Satz mit „Sonderwegen außerhalb geschlossener Ortschaften“ und „Radfahrstreifen innerhalb geschlossener Ortschaften“, fragen lassen, wie der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz per Formalie, nämlich ein Ortsschild, entfallen kann. Nach dem Ortsschild könnten ja die Tatsachen weiterhin die gleichen sein, per T50 oder 30 oder sonstwas. Das 10 Meter vorhergehende Verbot wird allein durch das Ortsschild zur Erlaubnis.

    Und morgen kommt der Weihnachtsmann.

    Nur zu. Ich bin das Zentrum der kriegsfreien Zone. Mindestens 20 Kilometer Radius um Oldenburg kannste die Fahrbahnen benutzen, eher 30km. Helpsen, Schauder, habe ich 2 mal auf meiner Webseite. Fahre direkt nach Norden, Delmenhorst oder auch Bremen, und dann in meine Richtung. Dann berichte, ab wo man nicht mehr erzogen wird. Noch etwas höher, Berne, werde ich definitiv in Ruhe gelassen, nur ab und zu mal ein Huper.

    1: Er wechselt nicht Fahrstreifen. Er biegt aber auch nicht ab. Queren tut er ebenfalls nicht, denn er will ja einfach nur weiter der Straße folgen. Was also ist das für ein Vorgang? Wer Querung behauptet, muß darlegen, warum dieselbe Tätigkeit unter anderen Umständen „indirekt links abbiegen“ heißt. Auch wäre die Frage, für wen diese ranpappte Fläche sein soll, ergo, ob sie nicht Teil der Fahrbahn ist, zum rechts am Wartenden vorbei fahren.

    2: Das da Links ist ein Gehweg, auch dem 240er wohnt nicht die Macht des Umgestaltens inne.

    Is übrigens Tempo 50, die werden schon wissen, warum.

    In der von Demokratie geplagten Schweiz gehts auch nicht besser. Damit die lieben Radfahrer nicht hier rüber fahren müssen und nach Westen der Luzernstraße folgen, soll nördlich an der Bahn ein neues separates Wegelchen gebaut (Luterbach) werden, mit Brücke, 4 Millionen CHF, mit Rodung, Fledermäusen, allem pipapo.

    Begründung: „Der Stresspegel für Velofahrende auf diesem Abschnitt – insbesondere im Verkehrsknotenpunkt Chrüzplatz – wird durch den Fachbereich Langsamverkehr des Kantons Solothurn als sehr hoch eingeschätzt.“, mit Chrüzplatz = Kreutzplatz. Nicht nur Streß, auch nicht hoher Streß, sondern das Maximum.

    Kann sich irgendwer denken, wie da wohl Streß entstehen könnte? Oder liegt das an der im Schweizer evolutionär angelegten Langsamkeit? Ja, Thomas, ich weiß: Hetzjagd durch den Hintermann, dafür ist der Schweizer eben nicht gemacht. Oder sollte der Streß etwa durch nur teilweise Beblauung entstehen…

    Wo immer man hinsieht, betreutes Radfahren, betreute Teilnahme am Straßenverkehr. Teleporter überall und jetzt!