Beiträge von timte

    Weil das Ordnungsamt in der Vergangen seine Aufgabe die Rettungswege nicht vernünftig frei zu halten vernachlässigt hat, ist ein 15 Jähriger gestorben. Gelernt haben die aber nicht viel. Statt die Wege direkt mit dem Abschleppen frei zu machen, werden nur Zettel an die Hindernisse gemacht.

    Was ich besonders verwunderlich finde, ist dieser Abschnitt:

    "Zwar habe das Ordnungsamt eigens Leute abgestellt, die nur diesen Bereich kontrollieren. Eine messbare Wirkung – das zeigt zumindest die Testfahrt mit dem Ehrenfelder Löschzug – haben die Ordnungshüter mit der Maßnahme bisher jedoch noch nicht erzielt. "

    Ja was kontrollieren die denn da?
    Falschparken wird ja geduldet. Kriegen alle die "falsch" falsch parken ein Knöllchen und die die "richtig" falsch parken keins?
    Wo kann man sich bei der Stadt informieren wie man "richtig" falsch parkt?
    Wobei das Ordnungsamt wahrscheinlich bereitwillig Auskunft gibt.
    Da man ja offensichtlich nicht in der Lage ist ohne die Feuerwehr festzustellen ob genug Platz für Rettungsfahrzeuge ist, frage ich mich, wer da überhaupt ein Knöllchen bekommt?
    Nur diejenigen, die die Fahrbahn oder den Gehweg komplett zuparken?
    Das führt dann aber auch zu obskuren Situationen in denen man als legaler Parker ein Knöllchen bekommt, weil z.B. ein Fahrzeugteil über die Linie ragt(wird hier durchaus sanktioniert) als illegaler Parker kommt man aber davon.

    Schrecklicher Unfall.
    Das sind die Auswüchse einer Auto und Tempo Gesellschaft.
    In Köln ist man aber ansonsten sehr nachsichtig mit dem Fehlverhalten von Autofahrern, so wie hier:

    Ich habe den Artikel aber nicht wirklich verstanden.
    Da macht man also eine Testfahrt mit der Feuerwehr, um fest zu stellen, ob die Rettungsfahrzeuge durchkommen.
    Man stellt fest: Nee, passt nicht so wirklich.
    Der stellvertretender Abschnittsleiter des Ordnungsamts (das angeblich extra Leute abgestellt hat um diesen Bereich zu kontrollieren) sagt dazu:"Eigentlich ist das Parken auf dem Gehweg natürlich verboten, aber hier gibt es eine Ausnahme, wenn auf dem Gehweg 1,20 Meter frei bleiben."
    Das ist aber zu eng für die Feuerwehr und deshalb verteilen sie jetzt Knöllchen????? Was denn jetzt? Man toleriert das Falschparken, aber wenn mal ein Feuerwehrfahrzeug durch muss gibts Knöllchen.
    Man sagt den Autofahrern also :Es ist schon in Ordnung da zu parken, außer es passiert was?

    Nächstes mal werden die Fahrer dann einfach ein bisschen weiter auf dem Gehweg parken. Ich bezweifele, dass die Mitarbeiter des OA ausmessen, ob es vielleicht doch nur 1,10 m zur Hauswand sind.

    Allerdings ist das Grundproblem ja auch gut dargestellt im Artikel.

    • Problem: Feuerwehr kommt nicht durch wg. (offiziell tolerierten) Falschparkern
    • Lösungsansatz: Bezirksbürgermeister Wirges: "Im Zweifel müssen hier Poller aufgestellt werden. Dann fallen eben einige Parkplätze weg, die ja zum Teil sowieso illegal sind."
    • Wähler (vertreten durch eine offensichtlich notorisch falschparkende Anwohnerin): Grundsätzlich dafür, aber wo soll ich dann parken? Außerdem ist es völlig in Ordnung Falsch zu parken, weil es alle so machen.

    Auf dieses Problem hat der KStA allerdings auch schon die Lösung parat in Form eines Zitats der Kölner Feuerwehr:"

    Dass die Retter gar nicht durchkommen, passiert nur extrem selten. Dass uns (sic) Fahrzeuge sehr eng stehen, kommt aber häufig vor. Wenn da nur ein Spiegel im Weg steht oder ein Kotflügel, wird da im Ernstfall aber auch einfach durchgefahren. Oder alle Mann steigen aus und ziehen das Auto weg."

    Na also. "Et hät noch immer jotjejange" und "Wat willste maache" sind nicht umsonst zwei Artikel des kölschen Grundgesetzes. Und so herrscht wieder Friede in der Stadt.

    Bin ich der einzige der das, naja sagen wir mal grotesk findet?

    Nicht nur als Fahrradfahrer wird man gelegentlich "übersehen".Nur mit anderen Folgen. Ich kann nicht mehr vor lachen.
    Das selbst hier tatsächlich "übersehen" geschrieben wird.

    und hier:


    Wiese "oder"? Tempo 30 für ALLE Fahrzeuge (in Städten) UND eine gut ausgebaute Radinfrastruktur! Damit meine ich KEINE Hochbordradwege, sondern sehr breite Radfahrstreifen und/oder eigene Fahrstreifen für Radler.

    Es gibt kein belastbares Argument gegen Tempo 30 in der Stadt. Die Durchschnittgeschwindigkeit ist in aller Regel erheblich geringer, die Schwere von Unfällen geht stark zurück und es schrumpft die Differenzgeschwindigkeit zwischen Auto- und Radverkehr, was ebenfalls von Vorteil ist. Das einzig verbleibende "Argument" ist der "Fahrspaß" einiger PS-Fetischisten. Der hat aber im öffentlichen Straßenverkehr keine Rolle zu spielen.

    Das "Oder" schreibe ich, weil ich es als Konflikt zwischen "Fahrbahnradlern" und "Radwegradlern" wahrnehme. Ich habe manchmal das Gefühl, daß sich da zwei Seiten recht unversöhnlich gegenüberstehen.
    Auf der einen Seite diejenigen die sich auf der Fahrbahn nicht wohl fühlen und teilweise Angst haben (und wir alle kennen ja die Situationen zu genüge die einem echt Angst machen können), Gelegenheitsradler, alte Menschen, Familien usw. und mehr Radwege fordern.

    Auf der anderen Seite die "Alltags- und Schnellradler" die gerne (aus guten Gründen) auf der Fahrbahn fahren und über jeden zurück gebauten Radweg jubeln. Auf beiden Seiten wird mMn. oft etwas herablassend auf die jeweils andere geschaut.

    Natürlich ist es wünschenswert beides zu haben, und da bin ich natürlich ganz auf deiner Seite.

    In meinem Stadtteil setzt sich aber grad, sogar unter der lokalen Politik, die Ansicht durch, dass Radfahrer auf der Fahrbahn sicherer unterwegs sind. Um die Leute aber überhaupt dazu zu bekommen auf der Fahrbahn zu fahren setzt man hier massiv auf "Schutzstreifen"(die dann wieder ganz neue Probleme mit sich bringen). Um die aber unterzukriegen muss der vorhandene Hochbordradweg zurück gebaut werden.
    Für viele(wie mich) erstmal eine Verbesserung. Ich kann auf der Fahrbahn fahren, andere Radfahrer (und Autos) überholen usw.
    Für andere, wie ältere Menschen, Eltern mit (Kleinen) Kindern(wie mich) allerdings eine Verschlechterung. Wer mit durchschnittlich 10 km/h unterwegs ist,wie der obligatorischen breitbeinig strampelnen ältere Herr, der so langsam ist, dass man ihm während der Fahrt das Hinterrad klauen könnte und er würde es erst 5 Minuten später merken. Oder Eltern mit kleinen Kinder(wieder ich), für den ist der Hochbord halt doch irgendwie geeigneter.
    Deshalb der Zwiespalt.

    Im Moment scheint es, zumindest hier, darauf hinaus zu laufen, dass es nur eine von beiden Möglichkeiten gibt und das hat ganz einfach Platzgründe. Kölns Strassen sind halt eng. Also muss eine von beiden "Gruppen" zurückstecken.
    Langfristig wird es wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass es einfach immer mehr Radverkehr auf der Fahrbahn geben wir und sich mehr und mehr "die Hoheit über die Strasse zu Gunsten des Fahrrads verschieben wird. Dadurch wird es dann irgendwann selbstverständlich und dadurch auch sicherer.
    Mittelfristig wird aber ein Teil der Radfahrer zurückstecken müssen.

    Also ich bin da ein bisschen zwiegespalten. Einerseits nutze ich gerne die Fahrbahn wenn ich allein unterwegs bin. Andererseits bin ich auf den engen Straßen Kölns, zumindest zur Rushhour und auf einigen Strecken auf dem Hochbord wesentlich schneller. Nicht weil ich dort schneller fahren kann, sondern weil auf der Fahrbahn wegen Stau garnicht durchkomme.
    Und dann ist da noch die Sache mit den Kindern. Ich habe einen vierjährigen Sohn der grad das Radfahren gelernt hat und mit dem ich gerne Radtouren unternehme. Wenn wir zusammen unterwegs sind ist mir der Hochbordradweg allemal lieber als ein Radstreifen auf der Fahrbahn. Auf dem Hochbord habe ich meinen Sohn stets im Blick und kann notfalls sehr schnell eingreifen.
    Auf dem Radstreifen getrennt durch Parkplätze vom Gehweg ist das schon etwas anderes.
    Und wenn nicht mal der vorhanden ist wird es schonmal lustig. Autofahrer die von hinten kommen sehen dann nur einen Fahrradfahrer der im Schritttempo auf der Fahrbahn fährt und immer wieder nach rechts, über die parkenden Autos, Richtung Gehweg schaut. Naja ihr könnt euch die Reaktionen ja vorstellen.
    Ich weiß von vielen älteren Menschen, dass sie sich das fahren auf der Fahrbahn nicht zutrauen, grade nicht auf Strassen mit Radstreifen. Ich kann sie gut verstehen.
    Was ist also der Königsweg? Autoverkehr entschleunigen und Radfahrer auf die Strasse oder eine gut ausgebaute Radinfrastruktur wie z.B. in Kopenhagen?