Laut einer Studie haben Berufspendler die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland verstärkt. Puh. Allerdings ist da nur von Berufspendlern die Rede, die im Titelbild abgebildete Bahn wird nicht explizit erwähnt. Eine gewisse Durchmischung, in der das Virus prima gedeiht, ist ja auch für Autofahrer spätestens wieder im Bureau gegeben.
Die Bahn stemmt sich derweil immer noch gegen eine Reservierungspflicht im Fernverkehr und will stattdessen mit ihrer Bahn-App vor vollen Zügen warnen. Als Schwelle gilt derweile eine Belegung von 50 Prozent, ab der dann ein Zug im Zweifelsfall nicht mehr buchbar sein soll. Fahrgäste mit Flexpreis oder BahnCard 100 ficht das freilich nicht an, der Zustieg ist dann weiterhin möglich und soll auch nicht unterbunden werden. Wie das dann zu Pfingsten läuft, weiß natürlich wieder niemand. Aber die Aussicht, dass man im Zweifelsfall seinen Anschlusszug verpasst oder gar nicht am Ziel ankommt, weil Züge überfüllt sind und aus Gründen des Infektionsschutzes geräumt werden, beziehungsweise die Bundespolizei anrückt, weil ein renitenter Fahrgast keine Maske tragen könnte, lässt mich vermuten, dass die Bahn wohl auf längere Zeit kein brauchbares Verkehrsmittel sein wird.
Die Idee, das in einem Nah- oder Fernverkehrszug auf irgendeine Weise ein Abstand von anderthalb Metern gewahrt werden könnte, kann ja nur von Leuten stammen, die selbst noch nie einen Zug von innen gesehen haben.