Beiträge von Malte

    Das Hamburger Autoblatt schreibt, dass in Hamburg nun wieder der alte Bußgeldkatalog angewendet würde. Auch wenn im Artikel vorrangig die Fahrverbote aufgrund der Geschwindigkeitsübertretungen Erwähnung finden, geht es wohl um den kompletten Bußgeldkatalog — also auch um Bußgelder fürs Falschparken und alles andere.

    Drüben im Verkehrsportal ist man auch nicht so sehr schlauer.

    Bin ja aber gespannt, ob man nun einfach wieder den alten Bußgeldkatalog anwenden kann. Eine ähnliche Situation hatten wir ja im Jahr 2010, als wir irgendwie zwischen der 45. und der 46. Änderungsverordnung herumirrten, aber keine passenden Verwaltungsvorschriften vorfanden und auch damals der Bußgeldkatalog nicht so ganz passte. Mal sehen, wie es weitergeht.

    Ich finde es ja bezeichnend, wie sehr sich die Medien gerade über dieses fehlerhafte Zitat aufregen und die fehlende Rechtssicherheit für den Bürger bemängeln. Dass aber diese mitunter widersprüchlichen Meldungen, dass entweder die Fahrverbote ungültig wären oder die komplette Änderungsverordnung oder doch nur alle neuen Bußgelder oder vielleicht die ganze Straßenverkehrs-Ordnung, auch nicht gerade zur Rechtssicherheit beitragen, fällt wohl nicht auf. Es kann doch für ein so genanntes Qualitätsmedium nicht so schwer in Erfahrung zu bringen sein, was denn nun gilt oder nicht.

    In der Rendsburger Königstraße, die vom altehrwürdigen Paradeplatz abzweigt und mal eine der etwas prächtigeren Straßen im Ensemble des Rendsburger Neuwerk darstellte, gibt es diesen tollen Radwege mit der lustigen Beschilderung[Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10]:

    Pardon, das richtige Foto ist natürlich das hier:

    Nun berichtet die schleswig-holsteinische Landeszeitung darüber, dass sich Fußgänger über rücksichtslose Radfahrer erzürnen: Ärger über rücksichtslose Fahrradfahrer in der Königstraße

    Obwohl ich gar nicht in Abrede stellen möchte, dass es auf dieser relativ engen Mischfläche mit Sicherheit Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern gibt, halte ich die Darstellung in der Landeszeitung für unglücklich, weil nur unzureichend auf die mangelhafte Infrastruktur eingegangen wird. Dort wird argumentiert, dass es früher einen separaten Gehweg und einen separaten Radweg gegeben habe, in Tempo-30-Zonen aber keine benutzungspflichtigen Radwege angelegt werden dürften — und darum nun ein freigegebener Wasauchimmerweg eingerichtet wurde. Während der erste Teil der Argumentation sicherlich stimmt, stimmte ich dem zweiten Teil nicht zu: Man kann ja auch einen so genannten anderen Radweg ohne Benutzungspflicht einrichten, wenn man in einer Tempo-30-Zone unbedingt eine Radverkehrsinfrastruktur anlegen möchte, was angesichts des Kopfsteinpflasters sicherlich eine nette Geste ist.

    Dass aber die Beschilderung eindeutig wäre, wie Löblich behauptet, kann ich so nicht teilen. Ich mag mittlerweile eher die Interpretation teilen, dass es sich hier weiterhin um einen einzelnen Radweg und einen einzelnen Gehweg handelt, während der Gehweg außerdem für Radfahrer in Schrittgeschwindigkeit freigegeben ist. Das ist aber offensichtlich nicht das, was angeordnet werden sollte. Und hinsichtlich der Eindeutigkeit möchte ich der Rendsburger Straßenverkehrsbehörde und der Polizei noch mal einen mitgeben: Als ich noch im benachbarten Büdelsdorf gewohnt habe, etwa 2009 oder 2010 muss das gewesen sein, fragte ich mal nach, was die Beschilderung denn bedeuten soll: Radfahrer müssten auf dem Radweg fahren, erklärte man mir, denn es wäre ja ein Fahrrad auf dem Schild abgebildet (kann aber sein, dass ich nicht wegen der Königstraße nachgefragt hatte, sondern wegen einer ähnlichen Straße? Ich weiß es nicht mehr genau).

    Da diese Beschilderungen aber mittlerweile relativ häufig anzutreffen sind, wundere ich mich: Liege ich mit meiner Interpretation so sehr daneben und verwandelt ein einzelnes Zeichen 239 plötzlich doch beide Straßenteilen in einen Gehweg?

    Die Hamburger Polizei hat eine Postkarte von einem Schüler namens Ben bekommen:

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    Und ich habe mich schon gewundert, welcher Schüler in einem Alter, in dem er keine Kommasetzung beherrscht, sich wohl Gedanken über die Polizeieinsätze in den Vereinigten Staaten macht. Offenbar bin ich nicht der einzige Leser, der stutzig geworden ist:

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    Jetzt auch beim SPIEGEL: Scheuer startet Initiative gegen härtere Strafen für Raser

    Immerhin haben sich die federführenden Automobilclubs nur bei den Fahrverboten durchsetzen können, eine generelle Reduzierung der Strafen, gerade im Bereich des Falschparkens, seht ja offenbar nicht mehr zur Debatte.

    "Nebenan" im VP aufgetaucht:

    Man hat wieder einen Fehler beim Zitiergebot gefunden wie schon bei der Schilderwaldnovelle ...

    *seufz* Praktikanten im Verkehrsmysterium?

    Ich hatte ja schon damals bei der Schilderwaldnovelle den Verdacht, dass diese Änderungsverordnungen immer hier und da einen kleinen, aber schwerwiegenden Fehler als trojanisches Pferd enthalten, um die Änderungsverordnung notfalls direkt im Bundesverkehrsministerium ohne Rücksprache mit Bundesregierung und Bundesrat wieder streichen zu können. Dass ein Bundesverkehrsminister diese Karte aber nach der Schilderwaldnovelle gleich zum zweiten Mal zieht, finde ich sportlich.

    Am Sonnabend war ich mit dem Rad noch mal in der Gärtnerstraße, aber da schlug natürlich gleich der Vorführeffekt zu und das Rad hielt schön die Klappe. Am Sonntag und Montag fuhr ich die alten Strecken der Schleswiger Kreisbahn ab und ich war zwischendurch dermaßen angepisst, dass ich das Rad am liebsten in den Graben geschmissen hätte: Es klingelte nicht nur unablässig in einer Lautstärke, als ob eine Marschkapelle hinter mir her wäre, sondern begann auch noch merklich beim Treten zu ruckeln, als ob die Schaltung tatsächlich so langsam den Geist aufgäbe.

    Weil ich die Befürchtung habe, mit dem Rad über kurz oder lang liegenzubleiben, habe ich mir jetzt für lockere 235 Euro ein neues Laufrad mit 6-Gang-Schaltung bestellt. Ich bin es dermaßen leid, das Ding verdirbt mir den ganzen Spaß am Radfahren. Und ich kann ja nun nicht ewig mit jeweils einem halben Urlaubstag nach Hamburg gurken, wenn sich das Problem weder reproduzieren noch lokalisieren lässt.

    3. Das Fahrzeug fährt in die falsche Richtung, da es sich um den zweispurigen Linksabbieger von der Willy-Brandt-Straße (B4) in den Rödingsmarkt handelt. Wahrscheinlich fährt der Fahrer ansonsten nur Rad. Geisterrad.

    Genau das meinte ich. Zum Linksabbiegen muss man sich auf dem Abbiegestreifen einordnen und fährt auf der anderen Seite des Pfeilers entlang. Das kriegen aber viele Kraftfahrzeugführer nicht hin (Navigationsgerät?), fahren erst geradeaus und biegen dann nach dem Pfeiler links ab — wo teilweise der linksabbiegende Gegenverkehr schon unterwegs ist.

    Was fällt euch beim Betrachten dieser Werbeanzeige auf?

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    Die Halterung 108 ist die ganz links im Bild:

    Ich weiß nicht — ich würd’s an deiner Stelle glatt riskieren, wenn du keine Sorge wegen der Gabel oder des Gewichts hast. Hättest du jetzt eine der mittigen Halterungen zugewiesen bekommen, hätte ich da größere Bedenken, ob du da dein Rad ohne große Kraftanstrengungen mit breitem Lenker rein kriegst.

    Die Reifen müssten eigentlich nach meiner Beobachtung im Fahrradabteil gerade eben so passen, notfalls lässt du tatsächlich ein bisschen Luft raus — auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Ich hätte eher wegen des breiten Lenkers Sorgen, denn wenn du in Düsseldorf einsteigst, ist der ICE ja schon eine Weile unterwegs, insofern könnten sich da schon Räder links und rechts neben deinem Stellplatz befinden.

    Ansonsten: Welche Stellplatznummer hast du denn? 101, 102, 107 und 108 sind vertikale Halterungen, da hättest du mit deinem breiten Lenker vermutlich weniger Probleme, wobei dann wiederum die Frage ist, ob deine Federgabel die in ungesunder Richtung wirkende Belastung von 27 Kilogramm leiden mag. 103 bis 106 sind horizontale Halterungen, da wird’s meistens etwas enger.

    Der Kieler Schrevenpark liegt im Westen der Stadt und ist ungefähr das Ausflugsziel für jene Kieler, die es im Sommer nicht an den Strand geschafft haben. Um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und den Radverkehr zu fördern, wird dort Stück für Stück eine Fahrradstraße eingerichtet. Um den Park herum gab es bisher einen umlaufenden Fuß- und Radweg, daneben eine Fahrbahn mit Kopfsteinpflaster.

    Bislang war das eher so eine Sache mit einem benutzungspflichtigen Radweg in einer Tempo-30-Zone. Gemeinsam auf ein Bild kriegt man es leider nicht so oft…

    … hier aber schon. Fahrradstraße und Tempo-30-Zone im Vordergrund, benutzungspflichtiger Radweg im Hintergrund. Kraftfahrzeuge und Krafträder sind… in dieser Fahrradstraße nicht erwünscht? Hä? Das ist wohl eher ein Scherz als ernst gemeint.

    Die ganze Sache ist natürlich wieder schier fantastisch.

    Also gut, jetzt gibt es hier im Bereich ein bisschen mehr Fahrradstraße. Fahrradstraße meint hier aber auch nur das übliche: Ein Parkplatz mit einem Fahrradpiktogramm in der Mitte. Dass hier zu zweit nebeneinander mit dem Rad gefahren werden kann ist wohl eher nicht anzunehmen:

    Blick in die Gegenrichtung: Im Bereich des neu freigegebenen Teilstücks der Fahrradstraße gibt es jetzt so etwas. Fangen wir mal von rechts an: Hier ist eine Fahrradstraße, die aber an dieser Stelle plötzlich nicht für den Kraft- und Kraftradverkehr freigegeben ist. Im Gegensatz zu dem obigen Foto handelt es sich an dieser Stelle wohl um keinen Scherz, sondern eher um ein Versäumnis. Dass in dieser üppig mit Parkplatzen gesegneten Straße kein Kraftverkehr stattfinden soll, halte ich für schwer vorstellbar.

    Was haben wir als nächstes? Eine für Fußgänger durchlässige Sackgasse. Toll. Offenbar wurde das falsche Schild bestellt, denn im Hintergrund lockt die rote Spardose mit „Radfahrer frei“.

    Immerhin: Modale Filter funktionieren in Kiel und werden auch gerne und häufig eingesetzt. Es ist nicht alles schlecht an dieser neuen Beschilderung, aber manches etwas verwunderlich. In der Gegenrichtung sieht das nämlich so aus: Hier gibt es also eine Fahrradstraße, die aber nicht für Radfahrer gilt. Da kann man echt nur gratulieren: Guckt sich die fertige Beschilderung denn wirklich keiner mehr an?

    Dafür fehlt hier wieder irgendeine Art von Freigabe für den Kraftverkehr:

    Weiter hinten folgt dann wieder der bisherige benutzungspflichtige Radweg ab der Kreuzung, die oben abgebildet wurde.

    Die Rückseite des modalen Filters wirkt ein bisschen lustig, weil da ja gar keine Kraftfahrzeuge passieren können und Radfahrer sowieso nicht, denn die müssen an dieser Stelle ja noch den tollen Radweg benutzen. Natürlich ist das trotzdem eine sinnvolle Beschilderung, weil hier nunmal eine Fahrradstraße beginnt, nur kann hier tatsächlich niemand vorbeikommen, den das so richtig interessieren könnte.

    Das gilt auch die Abseprrung an der Grenze zwischen Geh- und Radweg nebenan. Der Radweg ist mit Zeichen 237 beschildert, hier sind also erst einmal gar keine Füße vorgesehen. Fußgänger kommen also nie in den Genuss dieser Beschilderung, außer sie laufen ordnungswidrig auf dem Gehweg herum — oder Radfahrer steigen an dieser Stelle ab, um weiter auf dem Gehweg zu schieben. Dort wurden auch mühsam die Fahrradpiktogramme aus dem Gehweg entfernt.

    Es ist aber sowieso nicht so richtig klar, ob man hier wirklich einen reinen Radweg beschildern wollte und Fußgänger grundsätzlich die Wege durch den Park nehmen sollen oder ob eigentlich ein gemeinsamer Fuß- und Radweg, also irgendwas mit Zeichen 240 angedacht war:

    Schon wieder so eine lustige Stelle: Es folgt ein weiterer modaler Filter, darum handelt es sich um eine Sackgasse, die aber von Fußgängern durchquert werden kann. Fußgänger können aber dieses Schild eigentlich nie sehen, denn sie dürfen weder auf der Fahrbahn noch auf dem benutzungspflichtigen Radweg laufen. Und natürlich ist es ein bisschen witzig, dass der modale Filter nicht für Fahrräder durchlässig sein soll:

    Das ist übrigens ebenjener modaler Filter. Ganz schön viel Blech dafür, dass es sich um eine Fahrradstraße handeln soll.

    Aber: Es ist immerhin ein guter Anfang. Und wenn man die Beschilderung noch einigermaßen ordentlich hinbekommt, gibt’s auch keine Missverständnisse mehr.

    Beim Betrachten der Pläne vom Gleismannsbahnhof fiel mir auf: Die Straßenführung war nach dem Krieg noch ganz anders, es gab noch gar nicht die vielen Brücken über die Süderelbe, sondern nur die Alte Harburger Elbbrücke mit der Straßenbahn und die Brücke des 17. Juni. Die Straßenbahnlinien fuhren 1955 über den Veritaskai und den Kanalplatz — also auch über diese Brücke.

    Ein paar Zentimeter „Gleis“, sofern man es denn als solches Bezeichnen möchte, sind auch heute noch sichtbar — fünfzig Jahre nach Ende der Straßenbahn in Harburg.

    In der Harburger Jägerstraße wird momentan gebaut — und es kamen ein paar alte Straßenbahngleise ans Tageslicht, wurde in einer Gruppe auf Facebook gemeldet. Ich war am Sonnabend sowieso in Hamburg unterwegs und habe mir einen kleinen Ausflug nach Harburg gegönnt. Weil ich mit meinen dicken Fingern meine Kamera falsch bedient hatte, war ich gleich zwei Mal dort und traf sieben weitere Fotografen, die von den Straßenbahngleisen angelockt wurden.

    Hier erkennt man schon zwei auffällige gepflasterte Reihen im verdächtigen Abstand von 1,435 Metern.

    Blick Richtung Süden: Die angekündigten Gleise:

    Den Rest der Gleise Richtung Innenstadt wurde wohl beim Einbau des Kanalisationsdeckels entfernt.

    Noch ein paar Eindrücke:

    Ob hier im weiteren Verlauf wohl noch mehr kommt?

    Soweit ich es nachvollziehen kann, handelt es sich hier um die Endhaltestelle Rönneburg, den südlichsten Punkt des gesamten Hamburger Straßenbahnnetzes. 1958 fuhr hier noch die Linie 13 von Rönneburg nach St. Pauli, 1962 wurde endete nach einigen Linienzusammenlegungen und -kürzungen die Linie 11 aus Lurup, dann wohl irgendwann die Linie 12. 1971 war hier wohl Schluss mit der Straßenbahn, stattdessen fuhren die damals als besonders modern und fortschrittlich Dieselbusse zum Bahnhof Harburg, wo dann in die Bahn nach Hamburg umgestiegen werden durfte.

    Die Endhaltestelle Rönneburg war offenbar als Wendedreieck ausgelegt, die Straßenbahn fuhr also nur einige Meter in diese Straße rein, wendete dann und fuhr zurück in die Innenstadt:

    Auf YouTube gibt es ein tolles Video aus dem Jahr 1971, das eine der letzten Fahrten der Straßenbahnlinie 11 in der Jägerstraße zeigt: Hamburger Straßenbahn Linie 12 in Hamburg Harburg 1971

    Ab Minute 1:10 ist die Bahn gerade in die Jägerstraße eingebogen. Im Hintergrund ist der Betriebshof 26 zu sehen, der heute als Busdepot dient. Bei Minute 1:27 ist die Endhaltestelle Rönneburg zu sehen, das Gebäude im Hintergrund steht heute noch. Ab 1:56 wendet die Bahn hier. Ab 2:15 ist wieder die Jägerstraße zu sehen, es gab dort auf der anderen Seite ebenfalls ein Gleis, das aber wohl schon vor längerer Zeit entfernt wurde. Anschließend geht es wieder zurück in die Innenstadt.

    Der Kieler Grasweg war früher ein Industriegebiet am Kieler Güterbahnhof West, parallel zur Veloroute 10, die auf der alten Güterbahntrasse errichtet wurde. Mittlerweile habe sich dort verschiedene Betriebe angesiedelt, unter anderem ein Café, eine Discothek mit Kino und Restaurant, eine Kletterhalle, ein Fitnessstudio, diverse Werkstätten, Dienstleistungsbetriebe, Autohäuser und so weiter und so fort.

    Der Kraftverkehr durfte bislang quasi parken wo er wollte, Fußgänger konnten dann sozusagen selbst sehen, wo sie abbleiben. Das wurde nun geändert, der ehemalige Parkplatz mit wassergebundener Oberfläche wurde nun zu einem Gehweg mit Findlingen zur Abwehr von Kraftfahrzeugen.

    Soweit, so gut, der Rest ist mal wieder der Hit. Die Beschilderung ist nicht so gelungen.

    Eigentlich gilt im Grasweg Tempo 30. Ich bin mir nicht sicher, ob man eigentlich eine Tempo-30-Zone einrichten wollte, denn dieses Streckenverbot gilt natürlich nicht mehr nach dem Abbiegen in eine andere Straße des weit verzweigten Gewerbegebietes. Das ist jetzt aber sowieso egal, denn seit ein paar Wochen prangt vor dem Zeichen 274-30 ein… falsch herum aufgestelltes Zeichen 308 mit einer Warnung vor Fußgängern. Ich weiß nicht, worüber ich mich eher wundern sollte: Dass dieses Schild auch mehrere Tage nach Abschluss der Arbeitsstelle und der damit einhergegangenen Engstelle noch nicht abgebaut wurde oder dass sich einfach niemand darüber wundert, dass Zeichen 308 verkehrt herum montiert zu haben.

    Weiter geht’s. Ein Schraubendreher war wohl auch nicht aufzutreiben, denn das Zeichen 315, das das Parken auf dem Gehweg erlaubte, wurde lediglich überklebt. Ich möchte glatt sagen: Immerhin.

    Kurz darauf kann man dann sowas bestaunen. Was soll mir das sagen? Pardon, aber wieso gibt man sich nicht mal ein kleines bisschen mehr Mühe und bringt diese seltsamen Zettel, über deren rechtliche Wirkung ich mir sowieso nicht so ganz klar bin, vernünftig an? Was soll ich mir als Verkehrsteilnehmer beim Anblick von dieser Gesamtkomposition denn noch anders denken als „naja, ist wohl eh alles egal“.

    Hier stehen jetzt noch zwei Haltverbote, die schon früher dort standen, als man noch auf dem Gehweg parken durfte. Die zeitliche Beschränkung, die wohl irgendwie eine Art Lieferzone etablieren sollte, wurde abgeklebt, der Rest eher nicht. Das korrespondiert natürlich hervorragend mit den übrigen Haltverboten, die während der Arbeitsstelle dort aufgestellt wurden.

    Heute haben wir echt alles da:

    Zum Schluss gibt’s noch die andere Seite der Engstelle. Dort wurde auch Zeichen 308 aufgestellt, dieses Mal sogar richtig herum. Mittlerweile liegt das Schild aber einfach auf dem Gehweg herum, auf dass sich irgendein sehbehinderter Fußgänger schön das Bein bricht. Da dieses Zeichen 308 richtig herum aufgestellt wurde, war das verdrehte Zeichen 308 zu Beginn des Graswegs wohl Absicht — oder ein ganz blöder Zufall. Es wäre aber schön, wenn die heiligen Verkehrsregeln auch so weit für die Straßenverkehrsbehörden gelten könnten, so dass es eine einigermaßen verständliche Beschilderung gäbe.

    Hmm, das klingt ja… interessant: Kieler Polizei stellt Videoserie zum Radverkehr ins Internet

    Wenn ich mir den Facebook-Auftritt der Polizei Kiel und Plön ansehe, dann wird das wieder so eine „gegenseitige Rücksicht“-Nummer. Die Beamten werden doch gar nicht in der Lage zu sein, die ganzen Späßchen zu erklären, die sich die Kieler Straßenverkehrsbehörde ausgedacht hat. Ich bin mal gespannt, was passiert.

    Weiß einer von euch etwas Näheres?

    Na klar:

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    Es sieht wohl so aus, als ob man sich lose an verschiedenen Punkten trifft und dann mit eingeschalteter Critical-Maps-App zum Lustgarten fährt.

    Zu den schönsten Fotos aus der Landeshauptstadt im Klimanotstand gehört auch immer wieder das lustige Späßchen, kostengünstige Radverkehrsinfrastruktur auf der Fahrbahn mit einem Schutz- oder Radfahrstreifen einzurichten, während der benachbarte Hochbordradweg bestehen bleibt. Dieser Spaß aus der Verwaltung bringt mich als Radfahrer ungefähr einmal im Monat in Erklärungsnot, wenn ich an der roten Ampel gefragt werde, warum ich denn nicht „den bestens ausgebauten und breiten Radweg“ verwende, sondern stattdessen „mitten auf der Straße“ fahre.

    Auf die Spitze trieb man es dann im Hasseldieksdammer Weg. Dort gab es zunächst den üblichen untermaßigen Radweg aus Kaisers Zeiten, dann wurde das so genannte aufgeschulterte Parken eingerichtet und der Radweg mit einem Pinsel einen Meter nach rechts auf den Gehweg verschoben. Dann brachen wieder neue Zeiten an und auf der Fahrbahn wurde ein Schutzstreifen angelegt. Da kann man schon mal durcheinander kommen, wobei ich mich schon frage, warum man dann als Kraftfahrer mitunter alle drei Arten der Infrastruktur zuparken muss.