Beiträge von Malte

    Angesichts des Systems der Wahlleute repräsentiert der Wahlsieger ohnehin nicht den Wunsch des Wählers, aber ich habe immer mehr den Eindruck, dass der Ausgang der Wahl mittlerweile geradezu entkoppelt wird vom Wählerwillen, sondern stattdessen mit der Schließung von Wahllokalen in blau zugeneigten Wahlkreisen, der zeitlichen Begrenzung der Auszählung, so dass die zumeist blauen Briefwählerstimmen nicht mehr gewertet werden können, mit Gerrymandering oder Entscheidungen des seit heute noch konservativer orientierten Obersten Gerichtshofes.

    Und man braucht am besten ein Auto oder wenigstens einen Führerschein, um an der Wahl teilzunehmen, beziehungsweise das Wahllokal zu erreichen: Kein Auto, keine Stimme

    Ich wünsche mir, dass wir die Debatte um Nazi oder Nicht-Nazi jetzt erst einmal bleiben lassen (oder in einem anderen Thread weiterführen) und uns heute erst einmal auf die anstehende Wahl konzentrieren, die eingangs Thema dieses Threads war.

    In Kiel gilt ab morgen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung an mehreren Straßen und Plätzen, unter anderem in der Holtenauer Straße, also quasi bei mir vor der Haustür: Maskenpflicht auf mehreren Kieler Straßen und Plätzen

    Die Allgemeinverfügung sagt in Ziffer 1:

    Zitat
    1. 1In den öffentlich zugänglichen Bereichen des Kieler Stadtgebiets, die in den Anlagen 1 bis 4 bezeichnet und gekennzeichnet sind, ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gemäß § 2 Abs. 5 der Landesverordnung zur Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2 vom 1. November 2020, ersatzverkündet am 1. November 2020 verpflichtend vorgeschrieben. 2Die Anlagen sind Teil dieser Allgemeinverfügung. 3Die Verpflichtung nach Satz 1 gilt nicht für Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr und Personen, die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können und dies glaubhaft machen können. 4Die Verpflichtung nach Satz 1 gilt ebenfalls nicht bei der Nahrungsaufnahme im Sitzen oder Stehen sowie beim Rauchen im Sitzen oder Stehen. 5Personen, die keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und für die keine Ausnahme zutrifft, ist das Betreten der öffentlich zugänglichen Bereiche nach den Anlagen 1 bis 4 nicht gestattet.

    Ziffer 1 zählt bereits einige Personengruppen auf, die keinen MNS tragen müssen, etwa Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr und rauchende Menschen und so weiter.

    Nun ist natürlich auch klar, dass Kraftfahrer keinen MNS tragen müssen — aber was mit Radfahrern? In den Anlagen 1 bis 4, die gemäß Ziffer 1 Teil der Allgemeinverfügung sind, steht:

    Zitat

    Bezeichnung und Plandarstellung eines Bereichs, in dem Fußgänger*innen eine Mund- Nasen-Bedeckung tragen müssen:

    Gut, die Pflicht gilt also nicht für mich als Radfahrer, so lange ich mit mit dem Fahrrad bewege. Ich kann zum Beispiel durch die Holstenstraße mit Schrittgeschwindigkeit durch die ab 19 Uhr, sonnabends ab 16 Uhr, freigegebene Fußgängerzone rollen und brauche keine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Ich kann auch auf diesen tollen untermaßigen Bummel-Bimmel-Radwegen an der Holtenauer Straße fahren und an der roten Ampel mit kombinierten Signalgebern für Fußgänger und Radfahrer 60 Sekunden lang inmitten der maskentragenden Fußgänger warten.

    Nun ja. Mal sehen, ob die Polizei die Anlagen auch liest oder ob gleich morgen die Einhaltung der vermeintlichen Maskenpflicht bei Radfahrern kontrolliert wird. In Berlin hat das ja auch nicht so ganz hingehauen: Die Polizei kontrollierte in der Bergmannstraße maskenlose Radfahrer, medial wurde wieder das Bild des rücksichtslosen und regelbrechenden Kampfradlers gefeiert und am Ende stellte sich raus: Die Maskenpflicht gilt doch nicht für Radfahrer

    Nach dem bisherigen Zwischenstand lehnten zwei Drittel der Wähler die Bahn ab: Abstimmung der City-Bahn: Der Zwischenstand

    Nun ja. Ein Beispiel dafür, wie in Zeiten wie diesen Projekte für die Verkehrswende ablaufen.

    Edit: Interessant ist die Verteilung von Befürwortern und Gegnern der City-Bahn. Ich denke, ich tue niemandem Unrecht, wenn ich behaupte: In der Innenstadt wohnen die Menschen, die unter der Verkehrslawine leiden und gerne bessere öffentliche Verkehrsmittel hätten, weiter außen wohnen all jene, die angeblich aufs Auto angewiesen sind und sich gar nicht vorstellen können, auf andere Wege in die Innenstadt zu kommen.

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    Kleiner Tipp von jemanden der über lange Zeit im Home Office gearbeitet hat (und ab Montag wieder...): Klaren Tagesrhythmus einhalten, so gut es geht Arbeit+Freizeit trennen.

    Nach über einem halben Jahr Teleheimarbeit kann ich da nur zustimmen. Am Arbeitsplatz sitzen bleiben und den Bildschirm von HDMI (Arbeitsnotebook) auf DisplayPort (privates MacBook Pro) umschalten geht häufig gut, aber noch besser ist tatsächlich eine richtige Pause. Einfach mal vor die Tür gehen, das tut man bei Teleheimarbeit ohnehin viel zu selten.

    Aus medizinischer Sicht ist das Unsinn (abgesehen von der Bahnfahrt).

    Aus praktischer Sicht allerdings auch: Beim heutigen Gran Fondo bin ich zwischen Kappeln und Rieseby auf dem Schlei-Wanderweg, der offenbar gar nicht fürs Radfahren vorgesehen war, in der Dunkelheit insgesamt sechs Mal steckengeblieben und stand bis zum Knie im Matsch. Danach habe ich davon abgesehen, in diesem Zustand in der Kälte noch mit dem Rad zurück nach Kiel zu fahren und bin in Rieseby in die beinahe leere Bahn gestiegen. Das Ansteckungsrisiko war an diesem Abend vermutlich geringer als beim Einkaufen im Supermarkt, aber wenn man eine Radtour unternimmt, dann sollte man wohl gerade in Zeiten wie diesen sicherstellen, dass man auch wohlbehalten ohne allzu viele Kontakte wieder nach Hause kommt.

    Toilettenpapier

    Ja, es ist wieder soweit. Ich muss gestehen: Ich habe momentan auch 24 Rollen zu Hause gebunkert. Wir gehen grundsätzlich in den Tagesrandzeiten einkaufen und stehen seit über zwei Wochen vor diesem leeren Regal und irgendwann geht der Vorrat im Badezimmer zu Neige. Als dann plötzlich ein Angestellter mit Nachschub anrückte, sah ich meine Chance und griff zu.

    Ich hätte ja nach meinen Kenntnissen aus dem Physik-Leistungskurs gedacht, dass es nicht so ganz viel Raketentechnik bedürfe, um einen Elektromotor auch als Generator zu betreiben. Das kriegen Tesla oder ICE-Züge ja auch irgendwie hin. Scheitert es beim Elektrorad an der Art des Motors oder wie so oft nur an irgendeinem Bauteil für zwei Euro? Dass man während der Fahrt vielleicht nicht genügend Bums erzeugt, um den Akku zu laden, ist mir ja klar, aber die 2,4 Watt für den Scheinwerfer sollten doch irgendwie drin sein?

    Ich habe gestern mal wieder ein paar Elektrobrommies bestaunt. Offenbar haben die Elektroräder gar keinen Dynamo im eigentlichen Sinne mehr und speisen die Beleuchtung lediglich aus dem Akku für den Motor? Das heißt, wenn ich dann nach 60 oder 80 Kilometern den Akku leergefahren habe (oder ohne die schwere Akkutasche unterwegs bin), geht auch irgendwann das Licht aus? Das ist ja ungünstig.

    Hmm, das sollte eigentlich nicht so sein.

    Offenbar gibt es in der Forensoftware seit einiger Zeit die Möglichkeit, ein Mindestalter für die Registrierung anzugeben, was dazu führt, dass das Eingabefeld für das Geburtsdatum im Registrierungsformular angezeigt wird, aber, weil es eigentlich für dein Benutzerprofil kein Pflichtfeld ist, nicht mit Sternchen markiert wird.

    Soweit ich es erkennen kann, verlangen die Benutzungsbedingungen des Forums nicht, dass der Anwender volljährig ist, insofern habe ich das Mindestalter wieder ausgebaut.

    Vielen Dank für den Hinweis!

    Also wird gewartet bis die Henne das Ei legt, aus dem ihre Mutter schlüpft?

    Tja, das ist eben das altbekannte Dilemma, das ja auch bei jeder Form der Bürgerbeteiligung immer wieder lustige Blüten treibt: Einerseits haben die Leute vor nichts mehr Angst als vor den Grünen, die ihnen angeblich das Auto wegnehmen wollen, andererseits wollen sie möglichst wenig Kraftverkehr vor der eigenen Tür haben. Wenn ich aber überall mit dem eigenen Auto hinfahren möchte und damit Lärm vor anderer Leute Haustür verursache, dann muss ich nunmal damit rechnen, dass auch andere Menschen überall mit dem Auto hinfahren und Lärm vor meiner Haustür verursachen.

    „Einfach so“ die Kiellinie zu sperren halte ich insofern für kein besonders glückliches Experiment. „Einfach so“ zu warten, bis das Verkehrsaufkommen auf magische Weise von sich aus soweit gesunken ist, dass eine Sperrung nicht mehr so schmerzhaft ist, halte ich hingegen auch für eine mutige Idee. Die Reduzierung des Verkehrsaufkommens geschieht ja nicht nur, weil Greta Thunberg sagt, die Leute mögen doch Bitteschön aufs Auto umsteigen, sondern eben auch aufgrund der Attraktivitätssteigerung öffentlicher Verkehrsmittel und des Radverkehrs. Daran muss eben auch parallel gearbeitet werden und das passiert nach meiner Kenntnis ja. Inwiefern das dann ausreicht, beziehungsweise ob sich diese Änderungen im Modal-Split nach einem weiteren Corona-Winter nach oben oder unten verändern, kann ich momentan noch gar nicht absehen.

    Und bei Beginn des Radwegs auch nicht? Dann ist es ja ein sog. "anderer" Radweg, der ja die Option der legalen Fahrbahnbenutzung offenhält.

    Ganz am Anfang sieht es momentan so aus, da ist für jeden was dabei:

    Der Theodor-Heuss-Ring ist allerdings eigentlich reich mit [Zeichen 254] verziert, insofern kommt auch in der Kombination aus [Zeichen 237] und einem versperrten Radweg das Fahrbahnradeln nach meinem Dafürhalten nicht in Betracht.

    Ist das dort eigentlich ein [Zeichen 240]? Ansonsten darf Radverkehr ja gar nicht auf dem baulich vorhandenen Gehweg ausweichen, sondern muss im Bereich der Staubsauger auf die Fahrbahn, wenn man denn könnte... (vor lachen).

    Nach meiner Kenntnis steht dort wenigstens im Moment noch kein Schild.

    Und das ärgert mich durchaus, weil an anderen Stellen das Befahren des Radweges in der richtigen Fahrtrichtung bekanntlich gerne kontrolliert wird. Aber wenn man in die Verlegenheit käme, auf dem Radweg parkende Kraftfahrzeuge abzuschleppen oder sich mit diesen Staubsaugern etwas auszudenken, dann ist Gehwegradeln in Ordnung.

    Vom Graslutscher gibt’s auf Twitter einen lesenswerten Thread zu diesem Thema:

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    SPIEGEL ONLINE beschreibt den momentanen Stand der rechtlichen Rahmenbedingungen, inwiefern die Stimmauszählung um Mitternacht gestoppt werden muss: Nicht jede Stimme zählt

    Welche Gremien könnten/dürften sowas denn entscheiden?

    Das erklärt Alexander Keyssar im SPIEGEL-Interview direkt darunter: So könnte das unfaire US-Wahlsystem reformiert werden

    Eine Änderung oder gar Abschaffung des Wahlleutesystems ist momentan natürlich eher unwahrscheinlich, weil entweder die eine oder die andere Partei kein Interesse daran hat, das zu jeweils zu ihren Gunsten führende System zu ändern. Und die Präsidentschaftswahl wird ja grundsätzlich beinahe nur in den so genannten Swingstates entschieden: Die Einwohner von Kalifornien oder New York können zwar zur Wahl gehen, aber es ist von vornherein klar, dass die Stimmen der Wahlleute ihres Bundesstaates an den demokratischen Kandidaten gehen.

    Keyssar geht allerdings davon aus, dass die Republikaner plötzlich bereit für eine Reform sein könnten, wenn bisher republikanische Hochburgen wie Texas oder Georgia an die Demokraten fallen und das „Winner take all“-System für die rote Seite unpopulär wird. Er erwähnt auch einen ominösen, mir nicht bekannten Pakt von Bundesstaaten, die grundsätzlich bereit sind, ihr Wahlleutevotum anhand der bundesweiten Wahlergebnisse zu orientieren und nicht mehr alle Wahlleutestimmen dem Ergebnis des eigenen Staates zu unterwerfen.

    Die Staubsauger haben es jetzt auch ins Fernsehen geschafft:

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    Hier noch mal die Ergebnisse der gestrigen Ortsbeiratssitzungen in kompakter Form:

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    Auf Google Maps gibt es da einen sehr interessanten Vorschlag.

    Aber sonst sieht die Straße da aber nicht so aus, als ob da unbedingt ein Radweg nötig wäre, oder?

    Genau das war der Hintergrund der Frage, die ich dort im Ortsbeirat gestellt hatte. Es scheint dort aber sehr viele Probleme mit falsch parkenden Kraftfahrzeugen zu geben, was dafür für ungemütliche Situationen zwischen Radfahrern und Kraftfahrern führe, so dass dort der Radweg unbedingt notwendig wäre. Andererseits scheint der Verkehrsfluss in manchen Momenten so gut zu flutschen, dass dort „mindestens 70“ gefahren würde, was ich ja angesichts der Straßenführung dann doch nicht so ganz glauben mag.

    Ich hielte es ja grundsätzlich für sinnvoller, die Verkehrsinfrastruktur dort noch einmal neu in Angriff zu nehmen, aber das wird wohl erst in ein paar Jahren bei einer grundsätzlichen Neuplanung des Bebelplatzes passieren.