Beiträge von Malte

    Obwohl ja im Winter angeblich kaum jemand mit dem Rad fährt, habe ich heute auf dem Weg zum Bahnhof an jeder größeren Kreuzung bei jedem Umlauf zwölf bis 20 Radlinge gezählt. Das dürften teilweise mehr Menschen gewesen sein, als pro Umlauf im Auto die Kreuzung gequert haben.

    Und natürlich muss dieser Kram, von dem keiner genau weiß, ob er jetzt gilt oder nicht gilt oder erst gilt, wenn das Absperrelement auf der Fahrbahn steht, erst einmal auf dem Radweg verwahrt werden.

    Die Demokratische Partei möchte noch rechtzeitig vor den Midterm-Wahlen Anfang November Änderungen am Wahlrecht vornehmen, um Änderungen am Wahlrecht zu unterbinden — oder irgendwie so. Unter anderem sollen Veränderungen am Wahlrecht auf Ebene der Bundesstaaten künftig vom Justizminister in Washington genehmigt werden müssen.

    Das Problem ist nur, dass eine solche Abstimmung im Senat keinen Erfolg haben wird — wie bei vielen Themen. Also müsste zunächst die so genannte Filibuster-Regelung abgeschafft werden. Das ist aber dermaßen brisant, dass die Filibuster-Abschaffung bislang als „nukleare Option“ bezeichnet wurde und wohl auch eine solche ist, denn der Schutz der Wahlrechte allein wird nicht verhindern, dass die Demokraten im Herbst die Mehrheit in beiden Häusern verlieren — und dann sind es plötzlich die Republikaner, die häufig mit einer einfachen Mehrheit im Senat geradezu durchregieren können. Was das heißt, mag man sich kaum vorstellen.

    https://www.washingtonpost.com/politics/senate-voting-rights-schumer/2022/01/12/a3487238-73e4-11ec-b202-b9b92330d4fa_story.html

    In Magdeburg hat die Behörde jetzt die Nase voll. Bei der nächsten Ordnungswidrigkeitenanzeige kommt der Datenschutzbeauftragte. Da bin ich ja mal gespannt:

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    Ist das einer der Kreisverkehre, bei denen ich mir bei dieser Einzel-Critical-Mass im letzten Herbst einen Drehwurm geholt habe? Da wird man ja tatsächlich geradezu mit Ansage „übersehen“. Wenn die Radverkehrsführung den übrigen Verkehr maximal im Unklaren lässt, ob ich jetzt abbiege oder geradeaus fahren möchte, wenn ich um den Kreisverkehr herumdüse, ist das ein ähnlich imposanter Mist wie Zeichen 205 für kreiselnde Radlinge.

    Kante rechtwinklig zur Fahrtrichtung.

    Das hier ist ja auch der Knaller. „Radwegschäden“ mit blauem Lollie und dieser tollen Kante. Sowas hält da wohl tatsächlich jemand für sinnvoll. Nach meinem Eindruck breiten sich diese Lustigkeiten in einer bemerkenswerten Geschwindigkeit im schleswig-holsteinischen Radwegnetz aus, was mich vermuten lässt, dass die angekündige Fahrradland-Nummer-eins-Offensive einen Fokus auf touristische Radlinge hat und Nutzer, die hier tatsächlich täglich und vielleicht nicht nur zum Spaß entlangfahren, nicht berücksichtigt. Als ich vor einem Jahr an dieser Stelle vorbei kam, was das nämlich noch ein gemeinsamer Fuß- und Radweg mit normaler Oberfläche:

    (Einbindung des Fotos mit Genehmigung des Urhebers)

    Jetzt auch auf der Startseite des SPIEGELs, leider hinter der Bezahlschranke, aber nach meinem Dafürhalten lesenswert:

    (S+) Ein Jahr Attacke auf das US-Kapitol: Es kann noch schlimmer kommen
    In den USA wächst die Angst vor mehr politischer Gewalt. Die Verantwortung dafür tragen Donald Trump und die Republikaner. Sie sind dabei, den demokratischen…
    www.spiegel.de

    Leider spart auch der Artikel das Szenario aus, dass Trump 2024 gewinnt, ganz unabhängig von der Art und Weise des Wahlsieges. Da er ja nichts mehr zu verlieren hat, beziehungsweise seine Republikanische Partei mächtig genug sein wird, um das Wahlrecht dahingehend zu ändern, dass er tatsächlich Präsident 4eva bleibt, darf es uns in Westeuropa gern etwas gruseln.

    Wie ich schon etwas früher schrieb, haben wir ja längst nicht nur Kultur und Technik aus den USA importiert, insofern würden wir wohl etwas dumm gucken, wenn es Netflix nicht mehr gäbe, weil dort vielleicht unamerikansiche Serien gezeigt werden, oder Trump sich mit dem reichsten Mann der Welt anlegt, oder was auch immer. Unsere digitale Welt basiert darauf, dass viel Datenverkehr durch viele amerikanische Unternehmen rauscht und wenn das aufgrund einer autokratischen Entwicklung in den USA nicht mehr gewährleistet wäre, tja, dann gucken wir dumm.

    Noch dümmer gucken wir allerdings, wenn Trump wieder das Weltklimaabkommen torpediert (okay, ist dann eh fast egal) oder aus der NATO austritt und die amerikanischen Streitkräfte aus Europa abzieht. Falls Putin sich anschickt, die russischen Grenzen ein bisschen zu verschieben, was wollten wir dagegen tun? Auf politischer Ebene demonstrieren? Na, viel Erfolg.

    Wir mögen vielleicht gelangweilt die Entwicklungen in Kasachstan beobachten, weil Kasachstan weit entfernt ist und uns nicht direkt betrifft, aber ich gehe davon aus, dass die Abschaffung der Demokratie in den USA direkte Auswirkungen auf unseren Alltag haben wird. Und zwar keine guten.

    Bei Drehscheibe-Online gibt's ein paar Fotos vom so genannten ICE 3neo, der Weiterentwicklung des ICE 3, der im nächsten Jahr zwischen dem Ruhrgebiet und München verkehren soll: https://inside.bahn.de/der-neue-ice/

    Mit an Bord sind wieder acht Fahrradstellplätze, die sich wohl in Wagen 1 befinden und sind wohl mit den Fahrradabteil aus dem ICE 4 identisch. Der ICE 3neo wird aber wohl nur als siebenteiliger Zug gebaut, während es den ICE 4 mit sieben, zwölf und 13 Wagen gibt, so dass dort prozentual weniger Stellplätze unterwegs sind.

    Neben dem Gehweg mit dem verlustigten Radweg wurde auch ein Teil der Nebenflächen auf der anderen Straßenseite verschlimmbessert. Früher schlängelte sich der Radweg durch eine Bushaltestelle durch, kam dabei diversen Laternenpfosten und parkenden Kraftfahrzeugen bedrohlich nah.

    Im September hingen auch schon ein paar Wahlplakate, die vom vorbeifahrenden Radverkehr zwangsläufig um 90° gedreht werden. Die Anbringung von Plakaten ist hier natürlich grundsätzlich unzulässig, aber im Wahlkampf, naja, im Wahlkampf, so habe ich mir von Mitgliedern einer dem Kraftfahrzeug zugeneigten Partei erklären lassen, treten die Belange des Rad- und Fußverkehrs hinter dem demokratischen Auftrag der Wählerinformation zurück (und deshalb dürfe man nicht nur auf Kopfhöhe von Radfahrern und Fußgängern plakatieren, sondern auch während des Plakatierens auf dem Radweg parken. Zum Plakatieren nebenan auf der Fahrbahn parken ginge leider nicht, denn das wäre ja verboten und man behindere den Verkehr).

    Es folgt eine Bushaltestellenbucht, anschließend fädelt man sich auf dem Rad an weiteren Wahlplakaten entlang von parkenden Kraftfahrzeugen durch:

    Auch ohne Wahlplakate ist das nervig:

    Gut. Nach dem Umbau wurde nun die Bushaltestellenbucht entfernt, der Bus hält künftig auf der Fahrbahn, der Radweg wurde begradigt, die radwegnahen Parkplätze entfernt. Eigentlich soweit alles prima — aber wohin mit dem Lieferverkehr? Die Bushaltestellenbucht wurde bislang nicht nur von Fahrzeugen der ehemaligen Bundespost genutzt, sondern wohl auf zum Anliefern der benachbarten Bäckerei. Nun ist die Bucht weg, also… steht man halt nebenan auf dem Rad- und Gehweg, während die parkenden Kraftfahrzeuge auf die andere Seite des Baumes die Wurzeln plattstehen:

    Laut den Beschwerden in den einschlägigen gesellschaftlichen Netzwerken hat sich die Nebentätigkeit der Sonderfläche schnell herumgesprochen, so dass dort nicht nur Paket- und Bretzellieferdienste stehen, sondern auch die übrigen üblichen Verdächtigen aus dem Transportsektor und die örtlichen Pizzadienste. Aber wie sagt man so schön: „Da kommt man ja noch vorbei und außerdem hat er ja auch dein Paket / deine Pizza / deine Bretzel dabei.“

    MTB und so schlucken diese 2cm Absätze ja noch, das Rennrad hat da dann zu 90% nach dem Hochfahren so einen Kante einen schönen Platten.

    Auch mit dem Trekkingrad machen solche Kanten keinen Spaß. Ich habe dann entweder die Wahl, mit nicht mal 12 km/h über die Kanten zu schleichen oder mich nebenan auf der Fahrbahn anhupen zu lassen. Das macht beides keinen Spaß.

    das Unfallrisiko erhöhen.

    Was ich bei diesen Granulatoberflächen noch gar nicht bedacht habe: Als Ortsunkundiger bemerkt man den Wechsel zwischen Asphalt- und Granulat unter Umständen erst dann, wenn es schon zu spät ist, weil sich die eine graue Oberfläche nicht besonders stark von der anderen grauen Oberfläche unterscheidet. Unbenommen des Sichtfahrgebots, das nunmal grundsätzlich gilt, hat manch einer seine Augen womöglich auch nicht ständig auf dem Radweg, sondern beobachtet das Verkehrsgeschehen drumherum oder widmet sich, was bei einer Radtour ja durchaus legitim sein kann, für einen Moment der schönen Landschaft.

    Im September ist jemand mit dem Rad auf einer solchen Granulatoberfläche gestürzt: https://www.kn-online.de/Region/Segeber…zlich-aufhoerte

    Was der Artikel auch verrät: Diese Flächen sollen überall dort zum Einsatz kommen, wo Schäden durch Wurzelaufbrüche ausgebessert werden müssen. Das ist also auch nicht nur ein Verkehrsversuch oder als Provisorium gedacht, das Zeug ist gekommen um zu bleiben:

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    Und ich habe wieder mal den Eindruck, dass bei den verantwortlichen Stellen niemand zu finden sein wird, der mal längere außerörtliche Strecken mit dem Rad zurückgelegt hat:

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    By the way, das passt natürlich auch hervorragend zu der angekündigten Radverkehrsstrategie des Landes, bei der abgesehen von ein paar schönen Pressemitteilungen auch noch nicht so richtig viel passiert ist: https://sh.adfc.de/pressemitteilu…chwung-vom-land

    Zum Artikel: Er wirft für mich mehr Fragen auf als Antworten. Was ins Auge springt: "10 Minuten" (unwahrscheinich), "provozierend" (ja, kennt man).

    Da greife ich gerne auf meine Erfahrungen aus Gerichtsverhandlungen als Geschädigter und/oder Zeuge zurück. Da will ein Kraftfahrer auch mehrere Minuten hinter einem provokanten Radfahrer hinterhergefahren sein, obwohl sich das Zusammentreffen auf einer Strecke von nicht einmal hundert Metern zugetragen hat — und die Provokation wohl darin bestand, dass der liebe Radfahrer auf der Fahrbahn anstatt ordnungswidrig auf dem Gehweg gefahren ist. Insofern mag ich auf hinter der Windschutzscheibe ermittelte Zeitangaben nicht so richtig viel geben.

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    Der Deutsche Städtetag hat auch eine Meinung zu den Rollern, die seiner Ansicht nach überall herumliegen:

    Bundesverkehrsminister soll bei E-Scootern handeln: Städtetag fordert Ende des „Rollermikados“
    Viele Unfälle, viele Rollerfahrer, die sich nicht an die Regeln halten – und dazu noch das Chaos beim Abstellen der E-Scooter: Bundesverkehrsminister Volker…
    rp-online.de

    Ich habe allerdings meine Zweifel, ob die Sache mit einem Alkoholverbot und einer Helmpflicht besser werden wird. Ich denke, es mangelt vor allem an der Ernsthaftigkeit beim Fahren mit einem Roller, zumal man ja auch einfach nicht kapiert, wo solche Fahrzeuge bewegt werden dürfen und wo nicht.

    Nachdem es hier in Lüneburg bis kurz vor Mitternacht beinahe totenstill war, geht es jetzt doch ganz gut los. Es ist aber noch mal weniger Knallerei als letztes Jahr in Kiel.

    Zum heutigen Jahreswechsel gibt’s bei Luft.jetzt wieder eine Übersicht über die Feinstaubbelastung in eurer Umgebung im Vergleich zu den Jahren 2020 und 2019: https://luft.jetzt/analysis/corona-silvester

    Letztes Jahr war das natürlich noch ein bisschen spannender, weil man den Vergleich zu zwei geballerten Jahreswechseln sehen konnte, heute ist es halt genauso langweilig wie im Vorjahr. Vielleicht müsste ich den Vergleichsraum noch um ein paar Jahre zurück ausdehnen, nur, tja, woher die notwendige Hardware nehmen, um den Kram noch zu verwalten?

    Zur Belastung der Rettungsstellen am Jahreswechsel gibt’s auf Twitter einige lesenswerte Threads, unter anderem diesen hier:

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    Das ist interessant, weil das meine eigene Wahrnehmung auf eine harte Probe stellt — ich ging bislang davon aus, dass die Belastung deutlich höher wäre. Früher, als ich noch als freier Mitarbeiter bei der örtlichen Lokalzeitung zugange war, kriegten wir im Laufe des Neujahrstages die Zahlen rein, wie viele Extremitäten verlustig gegangen waren und in meiner Erinnerung hatten dann pro Jahreswechsel mindestens zehn Leute einen Finger verloren und mindestens einer die ganze Hand. Es mag aber auch sein, dass in meiner Erinnerung die Zahlen für ganz Schleswig-Holstein mit den örtlichen Zahlen verschwimmen.

    Und auf den wenigen „wilden Silvesterpartys“, so man sie denn so nennen möchte, die ich irgendwo im Alter zwischen 16 und 20 Jahren besucht habe, war’s halt schon so, dass ein paar ganz besoffene Gäste versucht haben, die Rakete aus der Arschfalte zu starten. Und mindestens ein ganz großer Experte hat sich beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern immerhin das Trommelfell weggesprengt und ist seitdem auf einem Ohr taub. Ich hätte schon gedacht, dass sich solche Vorfälle auch in der Belastung des Rettungsdienstes niederschlagen.

    Unabhängig davon halte ich das so genannte Böllerverbot grundsätzlich für eine gute Sache, was natürlich auch mit meiner Einstellung zusammenhängt, dass ich Feuerwerk nie besonders viel abgewinnen konnte. Früher, als ich noch jung genug war, um mit Eltern und Verwandtschaft den Jahreswechsel zu verbringen, habe ich mit der Kamera vergeblich versucht, ein paar Fotos vom explodierenden Raketen zu schießen. Und später schätzte ich dann eher das warme Wohnzimmer am Raclette-Grill als die Knallerei dort draußen.

    Und irgendwie ist es natürlich auch toll, wenn nicht schon drei Tage vorher herumgeknallt wird und der Briefkasten bei meinen Eltern nicht gesprengt wird. Ich erinnere mich da an den Jahreswechsel 2019/2020, als ich in Kiel noch ein paar Besorgungen beim örtlichen Supermarkt erledigen wollte und mehrere Halbstarke traf, die mit legal erworbenen Feuerwerkskörpern die Gegend unsicher machten. Klar, das sind nur drei Tage im Jahr, aber auch das muss ja nicht sein.

    Und auf dem Rad freut es mich umso mehr, dass nicht noch wochenlang zerschlagene Sektflaschen und der ganze andere Abraum der Silvesterfeiereien auf den Radwegen herumliegt.