Heute bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass solche Leute auch als Zeugen vor Gericht aussagen dürfen. Und es ist erschütternd, was die alles glauben, gesehen zu haben...
Das erinnert mich immer so an ein Gerichtsverfahren von vor ein paar Jahren, das ich mir mal aus Langeweile angesehen hatte. Ein Kraftfahrer bog halt rechts ab und wie aus dem Nichts materialisierte sich ein Radfahrer auf seiner Motorhaube. Die Sache war eigentlich schon recht eindeutig beschrieben, aber draußen warteten noch zwei Zeugen, die dann auch noch angehört wurden, wenn sie denn schon mal da sind.
Der erste Zeuge nahm Platz und legte gleich mal mit einer Beschreibung des Unfallherganges los, bei der sich sogar der Richter fragte, ob er den richtigen Zeugen geladen hatte oder einem seiner Kollegen im Saal nebenan den Zeugen stibitzt hatte: Der Radfahrer solle nämlich ganz klar auf der falschen Straßenseite auf dem Gehweg gefahren sein und der Kraftfahrer hätte gar keine Chance gehabt, den Unfall zu vermeiden (naja, ein Radfahrer auf der falschen Straßenseite ist beim Rechtsabbiegen deutlich länger im Sichtfeld als ein Radfahrer auf der richtigen Straßenseite, aber okay). Irgendwie bekam man dann heraus, dass der Typ nur ein so genannter Knallzeuge und zum Zeitpunkt des Unfalls noch zwei Kreuzungen vom Ort des Geschehens entfernt war. Er blieb aber bei seiner Geschichte, dass er alles gesehen habe und es ja gar nicht anders abgelaufen sein könne, weil man ja jeden Tag dort Radfahrer sehen könnte, die auf der falschen Seite auf dem Gehweg fahren.
Na klar.
Sowas hatte ich ja selbst erst vor ein paar Monaten, als ich mit einem Kraftfahrer aneinander geriet. Da kamen ja auch gleich einige Leute angelaufen und wussten total genau bescheid, was gerade passiert war und dass ich ja schuld war, weil sie erst gestern einen Radfahrer ohne Speichenreflektoren gesehen hatten und so weiter und so fort.