Beiträge von Malte

    Langsam geht’s echt heiß her. In den einschlägigen Gruppen auf facebook sollte man sich nicht mehr als potenzieller Sympathisant zu erkennen geben, da wird mittlerweile zu viel Stimmung gegen den ADFC, Radfahrer und die GRÜNEN gemacht. Die Administratoren verstehen darunter einen „respektvollen Diskussionsstil“ in „friedlicher Atmosphäre“.

    Das ist ungefähr so toll wie damals auf der Uhlenhorst. Ach, Moment, wie geht’s denen denn eigentlich? Der ADFC Hamburg bestimme die Politik, bemängelt man dort. Hmm — interessante Aussage einer Bürgerinitiative, die sich unlängst dafür feiern ließ, als seltsamer privater Vertragspartner der Politik die Busbeschleunigung „verhindert“ zu haben.

    Ich habe langsam den Eindruck, dass die Bevölkerung tatsächlich meilenweit von der Politik entkoppelt wurde. Dazu passt das Herumgebrülle im Verkehrsausschuss, die ganzen Anfeindungen gegen Andersdenkende und ein gewisser Sarkasmus, der sich in den einzelnen Beiträgen erkennen lässt. Man fühlt sich eben überhaupt nicht mehr ernstgenommen — und hin und wieder kommt jemand mit ein paar Falschinformationen vorbei, die dann als Motivation für weiteren Zorn herhalten müssen.

    Wenn das so weitergeht, sitzen SPD und GRÜNE bei der nächsten Wahl nicht mehr im Parlament — Die AfD freut sich schon.

    Oh, jetzt geht’s doch noch weiter:

    Das blöde ist ja, dass man über dieses Thema gar nicht mehr vernünftig diskutieren kann. Seit gestern Abend ist die Stimmung in den einschlägigen Gruppen so sehr auf Krawall geschwenkt, dass jetzt nicht nur gegen die GRÜNEN, sondern auch stellvertretend gegen diese blöden Radfahrer geschossen wird.

    Vielleicht sollte man Altona einfach an Dänemark zurückgeben: Dann gäbe es binnen kürzester Zeit eine wie auch immer geartete Infrastruktur da unten.

    Die Sache hat sich dann offenbar schon vor der Bezirksversammlung wieder erledigt:

    Dann warten wir mal bis 2020 oder 2021, bis an der Elbchaussee Streifen aufgemalt werden? Oder vorher schon mal ein bisschen Druck ausüben, dass es keine dünnen Streifchen werden, sondern was vernünftiges?

    Linksabbiegender Radverkehr? Woran erkenne ich aus größerer Entfernung, dass das Miniding auf der Insel nur für Abbieger sein soll? Und warum ist da eine Aufstellfläche fürs indirekte Abbiegen? Sorry, ich raffe das da gerade nicht.

    Tja, damit sprichst du ja meinen allerliebsten Kritikpunkt an: Nicht nur jede Stadt, sondern auch jeder Bezirk einer Stadt macht sein eigenes Ding. Man fährt womöglich als Ortsunkundiger Radfahrer durch die Gegend, muss aber an jeder Kreuzung erstmal überlegen, wie man denn in der gewünschten Richtung weiterfahren kann, beziehungsweise welche Signalgeber es gibt und welche gültig sind. Es gibt ja Kreuzungen, an denen man nicht mal in Ruhe geradeausfahren kann, ohne zwischendurch die Straßenseite wechseln zu müssen.

    Radverkehr passt eben einfach nicht in den deutschen Straßenverkehr — das kann man einfach nicht oft genug feststellen.

    Bei 3 und 4 darf man doch schon immer ohne Beachtung einer Ampel abbiegen. Das hat nichts mit dem 1.1.17 zu tun. Denn beim indirekten Abbiegen muss man nur auf den Querverkehr achten. Nicht mehr auf die Ampeln in der neuen Fahrtrichtung.

    Vollkommen richtig, ja, wobei es diesbezüglich auch unterschiedliche Interpretationen des Verordnungstextes gibt. Insofern bin ich mir auch gar nicht sicher, ob man denn bei 1 und 2 nicht auch einfach links abbiegen dürfte — sicher bin ich mir nur, dass die Polizei aus ihrem Streifenwagen dort einen glasklaren Rotlichtverstoß erkennen wird. Außer uns und den Leuten drüben im Verkehrsportal dürfte das ja wieder niemand verstehen.


    2. Auf der Mittelinsel eine Full-Size-Ampel für Fahrräder (3 Streuscheiben)

    Das gibt’s auch unten am gerade umgebauten westlichen Ende der Reeperbahn:

    Ich bin mir unschlüssig, was ich davon halten soll. Der Signalgeber für den linksabbiegenden Radverkehr erlischt, sobald er meint, dass nun keine linksabbiegenden Radfahrer mehr kommen können, denn die müssen ja irgendwann alle losgefahren sein. Danach gibt’s dann keine Irritationen mehr für abbiegende Kraftfahrer oder geradeausfahrende Radfahrer, welcher der Signalgeber denn nun gültig ist. Und weil der Radverkehr hier links vom Abbiegeverkehr geführt wird, gibt’s auch gar kein Rätselraten, ob man bei roter Fußgängerampel noch Radfahrer durchlassen muss.

    Eigentlich gar nicht mal so blöd.

    Was mir ja mittlerweile an allen Ecken Hamburgs ganz gewaltig stinkt sind diese neumodischen Aufstellflächen zum indirekten Linksabbiegen. Die sind alle in den letzten Jahren entstanden, aber ob man sich als Radfahrer dort regelgerecht verhalten kann ist Glückssache.

    Im Prinzip gibt es die folgenden Möglichkeiten:

    • Es gibt einen separaten Signalgeber für indirekt linksabbiegende Radfahrer.
    • Es gibt keinen separaten Signalgeber für indirekt linksabbiegende Radfahrer, aber in Richtung der künftigen Fahrtrichtung einen kombinierten Signalgeber für Radfahrer und Fußgänger.
    • Es gibt keinen separaten Signalgeber für indirekt linksabbiegende Radfahrer, in Richtung der künftigen Fahrtrichtung ist lediglich ein seit 1. Januar definitiv nicht mehr gültiger Signalgeber für Fußgänger zu sehen.
    • Es sind in der Aufstellfläche wartend keine Signalgeber zu sehen.

    Variante 3 überwiegt nach meiner Beobachtung wenigstens im westlichen Hamburg. Da hat man dann aber wenigstens ein Licht, an dem man sich orientieren kann, obgleich man ja jedes mal einen saftigen Rotlichtverstoß begeht, weil die Fußgängerampel in der Regel einen Moment früher grünes Licht zeigt als die eigentlich gültige Fahrradampel. Klar, das wird die Polizei nicht sanktionieren, aber… blöd ist’s trotzdem.

    Dann taucht nach Sanierungen von Kreuzungen aber immer öfter Variante 4 auf, bei der ich mich jedes Mal frage, ob die Planer eigentlich schon mal auf dem Rad gesessen haben. Das ist manchmal so bescheuert geplant, dass man nicht mal den Signalgeber auf der linken Straßenseite erkennen könnte. Dann fragt man bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde nach und hört sich so goldige Tipps an wie: Man solle einfach so lange warten, bis die Autofahrer hinter einem losfahren wollen. Klar, das wird bestimmt richtig gut funktionieren.

    Klar, natürlich kann man als einigermaßen geübter Radfahrer auch direktes Linksabbiegen praktizieren. Das ist aber auch mir dann zu blöd, wenn auf dem Fahrstreifen zum Linksabbiegen wieder eine ganze Menge Kraftfahrzeuge warten und man eh nicht in einem Schwung über die Kreuzung kommt.

    Mal sehen, wie sich das jetzt weiter entwickelt.

    Sooo. Ich habe jetzt endlich nach Ewigkeiten eine Lösung gefunden:

    Einfach den Link zum Tweet in den Beitrag schmeißen, das sollte dann funktionieren:

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    Es ist absolut bekloppt. Heute bei Starkregen ins Bureau geradelt: Erwartungsgemäß war bei dem Wetter nicht ganz so viel los, von „bei Regen fährt eh keiner mit dem Rad“ war Hamburg heute allerdings weit entfernt. Langsam habe ich das Gefühl, dass sich die Erkenntnis verbreitet hat, dass man auch bei Regen mit dem Rad fahren kann und für solche Tage kein eigenes Auto vorhalten oder in den Bus steigen muss.

    Städtebund lehnt Fahrverbote ab:

    Nun ist es zwar richtig, dass Feinstaub nicht nur aus dem Dieselmotor gepustet wird, aber bei Stickoxiden kann ich mir schwer vorstellen, wie die beim Bremsvorgang entstehen können. Wie auch immer: Mit dem Whataboutism über Krankenhauskeime wird man bei diesem Thema nichts.

    In Niedersachsen ist Stefan Wenzel von den Grünen auch nicht so für Fahrverbote:

    Stattdessen lieber eine halbe Milliarde in die Hand nehmen, um den öffentlichen Nahverkehr umweltfreundlicher zu gestalten. Wohlgemerkt: Umweltfreundlicher gestalten, nicht ausbauen. Da fehlt also noch immer der Anreiz für die ganzen Pendler mit Verbrennungsmaschine, den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu wagen. Ohne das jetzt recherchiert oder nachgerechnet zu haben möchte ich behaupten, dass halbwegs moderne Busse schon heute allein aufgrund der Auflastung insgesamt umweltfreundlicher daherkommen als die ganze Flotte von Pendler-Kraftfahrzeugen.

    Weiß jemand genaueres über die geplante Infrastruktur am Bahnhof Dammtor und nebenan in der Edmund-Siemers-Allee? Heute morgen sollten da fünf Bäume gefällt werden, die Arbeiter wussten nur von einem Baum und auch nichts von einem Streifen. Okay, das mit dem Streifen ist auch nicht mehr deren Job, aber im Netz finde ich dazu nur grobe Informationen. Geht es da tatsächlich um eine Art Umleitung für die wegen des CCHs gesperrte Tiergartenstraße? Oder ist das nur so ein Irgendwie-mal-was-Ding?

    So, schon wieder viel zu weit vom Thema abgewichen. Zeit für Feierabend jetzt.

    Passend zu dieser Thematik habe ich jetzt noch eine halbe Stunde Lebenszeit mit einem Hamburger Mitbürger verschwendet.

    Denn wie das mit diesen Fake-News nunmal funktioniert, lesen die Leute nur noch die Überschriften der Texte und drum schäumte er über vor Empörung, dass die GRÜNEN jetzt diese Brücke über die Strandperle bauen werden. Das war für ihn jetzt gesetzt, ein Fakt, das wird so passieren, vollkommen unausweichlich. Dabei ist die Sache mit der Brücke bislang auch nur eine Idee, die meines Wissens sogar ungefragt von einem interessierten Architekten eingebracht wurde. Nur besagter Hamburger Mitbürger mit Schaum vor dem Mund fühlt sich jetzt von den GRÜNEN verraten, weil gestern noch die Rede von Bürgerbeteiligung bezüglich des Radweges war, heute dann aber heimlich und ohne Anhörung des Wählers und Steuerzahlers eine Brücke geplant wird. Und dann ging’s los: Das wäre nur ein Denkmal für Kathi Fegebank und Claudia Roth (was auch immer die damit zu tun haben), wie hässlich die Brücke ist und dass es total laut an der Strandperle würde und das wäre viel zu gefährlich und teuer und überhaupt.

    Dann hat er aber gerade noch die Kurve bekommen und sich über Radfahrer aufgeregt. Denn in Hamburg würde ohnehin nur noch Politik für Radfahrer gemacht, der Wähler würde vorne und hinten verarscht, Radfahrer hielten sich eh nie an die Regeln uuuuuuund Radfahrer fahren immer auf der Elbchaussee, obwohl dort kein Radweg ist! Gefährlich und total verboten!!! Jajajaj! Drum wähle er bei der nächsten Wahl AfD.

    Tja.

    Kannst den Leuten nicht erklären, dass diese Brücke nur eine Idee ist. Ich schreibe morgen mal bei twitter, ich würde den Telemichel abreißen wollen, mal schauen, wie viele Minuten die Wutbürger in Altona zur Bildung einer Bürgerinitiative brauchen, die dann kurz darauf mit Heugabeln in Berlin vor dem Kanzleramt gegen den Abriss demonstriert. Das sind Leute, die einfachste Zusammenhänge nicht begreifen und nicht begreifen wollen, denen kann man auch nichts erklären, deren einzige Lösung ist die AfD. Wow.

    (Und dann stelle man sich bitte einmal vor, einem solch wutentbrannten Kraftfahrer auf der Elbchaussee zu erklären, dass man dort auch ohne Radweg radeln dürfe…)

    Geht jemand am Sonntag zur Radreisemesse?

    Weil das CCH ja momentan umgebaut wird, findet die Messe am anderen Ende der Stadt in der Alsterdorfer Sporthalle statt. Die Fahrradgaderobe ist auch wieder dabei, man kann also auch mit dem Rad anreisen und muss nicht an der Laterne parken :thumbup:

    Geöffnet ist von 10 bis 17 Uhr.


    Nun entsteht so viel Empörung über diesen Vorschlag, dass ein Umbau der Elbchaussee als das kleinere Übel mit mal akzeptabel erscheint und sich sogar Opposition und besorgte Bürger hierfür als kompromissbereit erklären.

    Die Idee schwirrte uns gestern auch schon im Kopf herum, aber die lustigen Schutzstreifchen an der Elbchaussee sind ja quasi schon beschlossen. Es hängt prinzipiell nur noch von den im dortigen Bereich angesetzten Bauarbeiten ab, wann es damit losgeht: Irgendwann zwischen 2019 und 2021.

    Vielen Dank für deine Mühe zu protokollieren! Ich hatte mich wirklich gefragt, ob du bzgl. des Gelächters in der Niederschrift ein wenig übertrieben hast. Aber tatsächlich ist eine derartig dumme, arrogante und bornierte Reaktion ja nicht selten -- und zugleich ein Armutszeugnis.


    Naja, man mag darüber streiten, ob das „laute, ablehnende Lachen“ stellenweise vielleicht nur ein „ablehnendes Lachen“ war, aber prinzipiell habe ich versucht, das möglichst originalgetreu wiederzugeben.

    Denn die Situation im Publikum bei solchen Veranstaltungen ist beinahe immer gleich: Es gibt ein paar Befürworter, die aber zahlenmäßig den Gegnern vollkommen unterlegen sind. Das ist mir soweit auch klar, wer zufrieden ist, beschwert sich nicht, wer aber um seinen Strand fürchtet und Radfahrer eh nicht leiden kann, organisiert sich und tritt dort geschlossen mit großer Mannschaft auf.

    Und aus dieser Präsenz der Gruppe, die dort herrscht, entsteht dann eben die Möglichkeit, Gegenmeinungen allein mit verbalen Äußerungen abzufertigen. Das ist auch eine Form der alternativen Fakten: Da kann einer stehen und erklären, dass der Radweg bei normalem Hochwasser nicht überflutet würde, weil, wie sich jeder Besucher des Strandes täglich zwei Mal überzeugen kann, das normale Hochwasser nunmal nicht so weit reicht, aber er wird trotzdem aufs übelste vom Publikum verhöhnt, so dass ein simples „Das stimmt nicht!“ und „Lügner!“ reicht, damit sich alle anschließend einig sind, dass der Radweg zwei Mal pro Tag überflutet wird.

    Drum habe ich ja auch schon mehrfach bemängelt, dass bei solchen Veranstaltungen ein schlagfertiger Gegenpol fehlt. Da sitzt dann Malte Hübner klappernd mit seinem Notebook hinten in der Ecke, ein paar andere Teilnehmer des Forums sind auch da, zwei oder drei Zuschauer aus dem Publikum bekunden ihre Sympathie zu dem Radweg, aber prinzipiell sitzen die Befürworter oder Neutralen bei diesen Veranstaltungen immer brav mit gefalteten Händen auf ihrem Hintern, während die Gegner Randale machen.

    Das will ich nun auch gar nicht so verstanden wissen, dass die Befürworter auch Randale machen sollten, mir stinkt allein dieser Diskussionsstil. Ich habe echt keine Lust drauf, mich von fünfzig erwachsenen Menschen niedermachen zu lassen, nur weil ich eine abweichende Meinung habe oder denen womöglich mit irgendwelchen Fakten komme.

    So, schon wieder viel zu weit vom Thema abgewichen. Zeit für Feierabend jetzt.

    Hat eigentlich jemand einen Überblick, wie es nach dem Umzug des US-Konsulats weitergeht? Momentan ist ja nach meiner Recherche der Planungsstand, dass das Durchfahrtsverbot vom Neuen Jungfernstieg hoch zum Harvestehuder Weg aufgehoben wird. Da kann man sich ja ausrechnen, dass das dann wieder eine Autobahn zum Flughafen wird, auf der dann kein Radfahrer mehr radeln will.