Beiträge von Malte

    Mal im Ernst: Wo kann man eigentlich mal eine vernünftige Fahrradinfrastruktur bewundern? Das muss gar nicht unbedingt innerhalb Hamburgs sein, aber einfach mal eine längere Strecke, auf der man als Radfahrer tatsächlich mal komfortabel fahren kann.

    Mir fällt da eigentlich nur diese Art Fahrradschnellweg oben in Norderstedt ein — alles andere ist ja immer noch mit gewissen Mängeln behaftet und sei es, dass man an der nächsten Kreuzung abgeräumt wird.

    kannst du bitte mal den Link zu der Diskussion im Verkehrsportal angeben?


    Zum Beispiel hier und dort. Da gibt’s aber noch viel mehr.

    Mit der "Rennleitung" ist vermutlich die Polizei gemeint?


    Genau.

    Wie sehen das denn die Telnehmer? Einige halten sich ja nicht an die Vereinbarung, keine Trillerpfeifen, Plakate o. ä. mitzunehmen. Und auf deinem Avatar-Foto ist ja auch ein junger Mann zusehen, mit einem zeimlich eindeutigen T-Shirt-Motiv auf der Brust. Wenn das die "Rennleitung" in Hannover zu sehen bekäme - wer weiß?


    Trillerpfeifen und Plakate halte ich für eindeutige Merkmale einer Demonstration, mein T-Shirt mit der Bike-Fist eher noch nicht. Ich will aber nicht abstreiten, dass das in rechtlicher Sicht oder auch bei grundsätzlichen Problemen mit der Polizei im Zuge einer Critical Mass zum Problem werden könnte.

    Ich bin mir da auch unsicher, was die richtige Strategie ist damit umzugehen. Mein Eindruck ist, dass es unter den Vertetern der Ordnungsbehörden solche gibt, die critical mass Fahrten am liebsten unterbinden würden.


    Kommt drauf an — es gibt Städte wie Norderstedt und Flensburg, die interessiert es überhaupt nicht, ob eine Critical Mass stattfindet oder nicht. Da sind’s dann allerdings auch meistens nur mit Mühe mehr als 16 Leute, insofern rollt man da eher unter dem Radar. In anderen Städten ist da eher Krawall angesagt; in Bremen beispielsweise fand man es ganz und gar nicht lustig, als da 20 Leute mit dem Rad unterwegs waren, da war aber was los, Donnerwetter!

    Kommt man denen zu sehr entgegen, wenn man auf Plakattafeln gänzlich verzichtet. Werden die dann als nächstes andere Gründe vorschieben, um critical mass Fahrten zu erschweren?


    Wenn die Polizei die Critical Mass unterbinden will, dann wird die Polizei die Critical Mass unterbinden. Ich sag’s mal ganz bösartig: Irgendwas wird sich als Argument schon finden. Notfalls veranstaltet man eine Fahrradkontrolle und kassiert den Teilnehmern ihre Räder ein.

    Da hat der ADAC ein Verkehrsquiz über die ganzen Sonderregeln im Straßenverkehr erstellt:

    Dort kommen die ganz wichtigen Regeln zum tragen, beispielsweise was die längste Autobahn in Deutschland ist oder welches Land ebenfalls ohne Tempolimit auf der Straße auskommt.

    Aber, immerhin, ganz zum Schluss bei Frage 10 wird die Sache mit Radfahrern auf dem Fußgängerüberweg korrekt wiedergegeben. Da muss man glatt mal applaudieren.

    „Wir verteilen die Schadstoffe von hochbelasteten Straßen so, dass andere Straßen mehr belastet werden, ohne die Grenzwerte zu erreichen“, erläuterte er die Maxime der Planungen. „Wir ergreifen alle Maßnahmen unterhalb von Fahrverboten“, so Kerstan, denn die hatte Bürgermeister Olaf Scholz bereits im vorigen Jahr ausgeschlossen.

    Man kann echt nur wegziehen aus dieser Stadt. Am besten auch aus diesem Land.

    Wer hätte es gedacht? Verstöße gegen das Fahrverbot kosten für einen Pkw… 20 bis 25 Euro. Für Lastkraftwagen bis zu 75 Euro.

    Das Bußgeld wird aber natürlich nur fällig, wenn man erwischt wird. Und wenn ich mir den Plan durchlese, geht die Wahrscheinlichkeit dazu gegen null. Insofern ist auch die Panikmache gegen Diesel-Autos im Abendblatt eine grobe Übertreibung und Stimmungsmache, im Endeffekt ändert sich absolut gar nichts.


    Mir wurde kürzlich geraten, mit dem Rad nicht mehr am Rhein entlang zu fahren, aufgrund der Feinstaubbelastung der Schiffe. Hat sich damit schon mal jemand beschäftigt? Lässt sich anhand der offizielles Meßstationen dazu etwas ermitteln? Ich habe mich damit bisher kaum beschäftigt.

    Naja, die beiden Messstationen DEHH072 und DEHH079 stehen in unmittelbarer Nähe der Elbe und zeigen auch nicht unbedingt schlechtere Werte als in der Großstadt. Ich denke immer noch, dass eine Radtour entlang des Rheins gesünder ist als eine Tour zur Arbeit in der Großstadt.

    Man steht vor verschlossenen Türen: Ein Dutzend Personen stehen vor der Tür und warten, dass jemand aufschließt. Ich rüttle mal an der Klinke — es hat einfach noch keiner den Mut aufgebracht die Tür zu öffnen. So einfach kann Politik sein.

    Man unterhält sich über dies und das, vor dem Verkehrsausschuss natürlich über den gestrigen Luftreinhalteplan, dem man hier eher skeptisch gegenübersteht: Die meisten fahren hier mit dem Auto, häufig mit dem Diesel, man hat dementsprechend wenig Verständnis für Fahrverbote.

    Was in Hamburg-Nord die Vernichtung von Parkplätzen ist, ist in Eimsbüttel die so genannte Marktvernichtung. Einige Mitstreiter haben ein Plakat dabei „Markt bleibt — keine Mietautos“ und demonstrieren gegen die Einrichtung eines switchh-Punktes am U-Bahnhof Schlump. Kurzzeitig herrscht große Aufregung, weil man das Plakat quer zwischen den Pfeilern des Sitzungssaals aufspannen möchte, dann macht man den Mitstreitern deutlich, dass der Verkehrsausschuss ohnehin der falsche Anlaufpunkt für dieses Anliegen wäre.

    18 Uhr: Es geht los.

    Es gibt eine Tonaufnahme zwecks der Auswertung des Protokolls.

    TOP 2: Bürgerfragestunde

    Die Herrschaften mit dem Markt treten eine Weile auf. Es geht um die Verhinderung des switchh-Dingsbums, man habe Alternativen benannt und man glaube, der Verkehrsausschuss sei dafür zuständig.

    Dann gibt es Aufregung, weil in der Bürgerfragestunde anschließend die Abgeordneten antworten. „Ich dachte, das wäre eine Bürgerfragestunde!“

    Ein Abgeordneter äußert sein Bedauern darüber, dass man hier keine Plakate aufhängen darf. Erneute Aufregung. Es geht wieder gegen SPD und Grüne, die keine Bürgerbeteiligung wollte.

    Die CDU macht wieder ihr Bürgerbeteiligungs-Ding — es fühlt sich an die in Hamburg-Nord. Man müsse erst einmal alle anhören, die von dem switchh-Punkt betroffen wären. Das führt mich wieder zu der Überlegung, ob ich als Eidelstedter Bürger nicht auch etwas mitzureden hätte, denn wenn’s dort keinen switchh-Punkt gibt, könnte ich dort das Angebot nicht wahrnehmen.

    Der Vorsitzende äußert Bedenken, dass es sich um eine Bürgerfragestunde handle, bei der primär die Bürger antworten und nicht die Politik lange Monologe hält.

    Ein anderer Abgeordneter erklärt daraufhin, der Vorsitzende habe die Bürger eingeschüchtert, es gibt wieder Aufregung: „Das ist alles sehr ungehörig.“

    Es geht noch eine Weile hin und her.

    Eine andere Bürgerin hat noch was zum Markt zu sagen, dann geht es um die Luftverschmutzung. Plätze für Mietautos wären aber nicht die Lösung für dieses Problem. Es habe schon einmal den Versuch eines switchh-Punktes gegeben, das hätte man damals nach lauten Protesten abgeblasen.

    Die LINKE bemängelt, dass man mit switchh noch mehr Autos in die Stadt hole, man solle stattdessen den HVV konkurrenzfähig machen.

    Wieder geht es hin und her, wer hier ein Protokoll bekommen hat und wer nicht, die CDU fängt wieder mit ihrer Bürgerbeteiligung an.

    Eine Anwohnerin meldet sich und bemängelt, dass es hier keine Bürgersprechstunde gäbe. Wieder sieht sich die CDU in der Bringschuld, um Bürgerbeteiligung zu fordern. Sie möchte wissen, was sie tun müsse, um den switchh-Punkt zu verhindern.

    Ein anderer Anwohner macht seiner Wut Luft und bringt dann endlich mal das lang erwartete Thema mit den Parkplätzen zur Sprache.

    Nach einer Dreiviertelstunde bemängelt der Vorsitzende, dass man sich bezüglich Fragen und Antworten immer im Kreise drehe.

    18.52 Uhr: Der Vorsitzende will erstmal Bürger zu Wort kommen lassen, die nicht Redebedarf zum Markt haben.

    Stattdessen kommt wieder jemand zu Wort und zählt die Vorteile eines Marktes auf.

    Aufregung. Nun wird besprochen, ob Markt und switchh-Punkt in einer Abhängigkeit stünden oder nicht oder ob man nicht doch einmal andere Menschen zu Wort kommen lassen möchte. Eigentlich geht es nun aber wieder nur um den switchh-Punkt, nur dass er halt jetzt trickreich als „Markt“ bezeichnet wird. Man dreht sich wieder im Kreis, mir wird schon ganz schwindelig.

    Nun erklärt jemand aus der SPD-Fraktion, dass weder SPD noch Grüne dort den Markt vertreiben oder verlagern wolle.

    Der Vorsitzende beendet das Thema mit einer Abstimmung, worauf es wieder Diskussionen gibt.

    Nun kommt jemand vom ADFC zu Wort. Er bemängelt, dass die Tiergartenstraße wegen der Arbeiten am CCH gesperrt wurde und die Umleitung über An der Verbindungsbahn laufe. Nun wäre An der Verbindungsbahn auch noch gesperrt, die Umleitungen wären ungenügend. Er bemängelt außerdem den engen benutzungspflichtigen Geh- und Radweg auf der gegenüberliegenden Straße. Er möchte wissen, inwieweit der Radverkehr vom Verkehrsausschuss gefördert würde. Zaghafter Applaus.

    Klabunde: Habe sich dazu schlau gemacht, das habe man auf Landesebene gemeinsam mit der Fahrradbeauftragten so entschieden. Er hielte das für falsch, könne das aber als Bezirk nicht beeinflussen. Er hielte es für sinnvoll, dort auf der Fahrbahn zu fahren. Es müssten dort aber grundsätzlich andere Prioritäten gesetzt werden.

    Gutzeit: Ist auch Radfahrer, hält es für ein Unding, dass diese Straße jahrelang gesperrt wäre. Wenn man Fahrradstadt werden wolle, müsse man eben auch für ein paar Tausend Euro ein Fahrradweg eingerichtet werden müssen, rechts vom Bahndamm also auf dem CCH-Gelände. Er schlägt den Bogen zum Weidenstieg, das wäre auch ein Unding. In Hamburg wähle man ohne Verstand und ohne Sinn immer die „Radfahrer absteigen“-Lösung. In Behörden und bei den Bauträgern sei der Radverkehr kein Thema, man müsse eben Geld in die Hand nehmen und etwas investieren. Was die Grünen machten, wäre ja alles schön und gut, aber in der Praxis… undeutlich

    Müller-Sönksen: undeutlich, irgendwas mit Harvestehuder Weg Droht Klabunde mit „zwanzigeinundzwanzig“ StGB und redet noch mal über Verwaltungsgerichte und Fahrbahnradelei.

    Brunckhorst: Man könne sich nicht darauf zurückziehen, dass eine Straße nicht in Eimsbüttel liege, wenn sie Eimsbütteler Bürger betreffe. Man müsse sich gottverdammtnochmal damit auseinandersetzen.

    19.10 Uhr: Der Vorsitzende schließt die Bürgerfragestunde.

    TOP 4: Vorstellung des Verkehrssicherheitsforums

    Relativ schnell vorgetragene Präsentation. Es geht um Unfallvermeidung und Verkehrsprävention, allerdings zum Großteil dargestellt in Tortendiagrammen.

    Danach Debatte. Es gibt wie immer keine Gemeinsamkeiten. Gutzeit findet Rechtsabbiegeverbote für Lastkraftwagen sinnvoll. SPD und LINKE geraten aneinander, weil wohl jemand von den LINKEN regelmäßig mit dem Rad gegen eine Einbahnstraße führe. Wieder gehen fünf Minuten für private Grabenkämpfe ins Land.

    Im Endeffekt will man was für mehr Verkehrssicherheit unternehmen und irgendwie läuft das darauf hinaus, dass man hinten ein Bild auf einen Bus klebt.

    Die nächsten Tagesordnungspunkte werden schnell durchgerattert. Der Hörgensweg kommt gar nicht zur Sprache, ist ja auch schließlich nur zur Kenntnisnahme vorgelegt worden. In Hamburg-Nord hätte man damit mehrere Stunden über die benachteiligten Kraftfahrer zugebracht.

    TOP 10

    Müller-Sönksen verurteilt aufs Allerschärfste, von der Hochbahn nicht informiert worden zu sein.

    Brunckhorst meint, man könne die Bürgerfragestunde durchaus verlängern. Es wären Bürger dort gewesen, weil Bürger anwesend waren und Politik machen wollten. Gerade bei einer solch kurzen Tagesordnung Zeit genug wäre.

    19.40 Uhr: Ende der Sitzung.

    Im Endeffekt läuft es wohl darauf hinaus, dass man die Arbeitsstelle tatsächlich genau so geplant hat: Der Radverkehr wird sich seinen Weg schon irgendwie suchen. Dass es jetzt eine Umleitung für die Umleitung gibt, wow, ist wohl mehr als man in Hamburg verlangen kann.

    Fahrradstadt galore.

    Vielleicht sollte man aus Protest mal ein paar Fahrräder mit in das zwölfte Stockwerk schleppen. Damit hat man hier ja bereits Erfahrungen gesammelt:

    Falls jetzt jemand daran zweifelt, ob man die Grünen bei der nächsten Wahl noch ankreuzen könnte, macht der umweltpolitische Sprecher der CDU deutlich, dass man von Umwelt- und Gesundheitsschutz der Wähler überhaupt gar nichts hält: Hamburg spricht erste Diesel-Fahrverbote aus

    Zitat

    In der Opposition sieht man das partielle Fahrverbot mit gemischten Gefühlen: „Senator Kerstan und die Grünen konnten sich mit ihren ursprünglichen Vorstellungen hinsichtlich Fahrverboten, City-Maut und Umweltzonen größtenteils nicht durchsetzen. Das ist eine gute Nachricht für Hamburg“, erklärte Stephan Gamm, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Gleichwohl sei die vorgelegte Lösung eine Belastung für tausende Berufstätige, Handwerker und andere Verkehrsteilnehmer.


    Ich wüsste ja gerne, welche Lösung die CDU denn gewählt hätte — noch mehr „weiter so“ und Freiwilligkeit wie bisher? So von wegen der technische Fortschritt der Diesel-Technologie wird schon dafür sorgen, dass in ein paar Jahrzehnten die Grenzwerte dann tatsächlich und nicht nur auf dem Prüfstand eingehalten werden?

    Alter Falter, mir pocht schon wieder die Ader auf der Stirn.

    jaein, man kann an der Farbe der Plakette nicht die genaue Schadstoffeinstufung lt. EURO Norm erkennen, aber man kann recht schnell erkennen, dass Fahrzeuge mit gelber oder roter Plakette garantiert unbefugt reinfahren. (Wird ja aber eh nicht kontrolliert, was sollen wir daran gedanken verschwenden)

    Okay, das stimmt, gelbe und rote Plaketten dürfen eh nicht rein, da handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um schmutzige Diesel.

    Das ändert aber nichts daran, dass man eh jeden anhalten muss: Die roten und grünen Plaketten zwecks Abkassierung, die grünen Plaketten für einen Blick in den Fahrzeugschein.

    Nur um mal darauf zurück zu kommen: Am praktischen grünen Aufkleber auf der Frontscheibe (diesem hier: ). In dem steht eine Zahl. Oben zitiert sollte nur noch 6 (und größer - die gibt es bisher nicht) berechtigt hinein fahren können.
    So werden auch die Umweltzonen, die "gelb" und "rot" nicht einfahren lassen kontrolliert.

    Leider nicht — die Ziffer auf der Umweltplakette gibt die Schadstoffgruppe an, nicht die zugrundeliegende Euro-Norm. Das steht auch in dem von dir verlinkten Artikel ;)

    Woran erkennt man eigentlich diese Autos? Ich meine: kann man sich da an die Kreuzung stellen und nachschauen, wer da unbefugt reinfährt?

    Bei einigen Kraftfahrzeugen kann man wohl annehmen, dass sie von Ottomotoren bewegt werden, beispielsweise Motorroller und -räder, bei einigen könnte man sich auf die Beschriftung am Heck verlassen, sofern vorhanden, aber bei einem Großteil der Kraftfahrzeuge bleibt wohl nur der Blick in den Fahrzeugschein.

    Ich überlasse es nun deiner Fantasie, die die Wirksamkeit dieser Kontrollen auszumalen :(