Keine Pointe: In der RB 84 zwischen Lübeck und Kiel hört jemand Radio. Laut. Und bei jeder Kurve rauscht es mal mehr und mal weniger. Dagegen sind sogar die ganzen Smartphone-Typen angenehmer, weil’s da wenigstens nicht rauscht.

Dann wieder RE 70 am frühen Morgen zurück nach Kiel. Ich bin zuerst im Mehrzweckabteil, dann steigen drei Minuten vor Abfahrt noch drei Radfahrer zu. Damit sind alle Sitzmöglichkeiten versperrt.
Zwei Minuten vor Fahrtbeginn möchte jemand mit Krückstock gerne sitzen, also räume ich mein Rad beiseite — die anderen drei Radfahrer schauen demonstrativ weg. In dem Moment kommt noch ein vierter Radling, belegt den gerade freigeräumten Platz mit seinem Bike, der Typ mit dem angeknacksten Knöchel staunt ein bisschen und muss sich woanders einen Sitzplatz suchen. So habe ich mir das ja nicht gedacht.
Ab Neumünster wird dann wenigstens die zweite Hälfte der Mehrzweckabteils frei, so dass ich schnell umziehe und wieder meine Ruhe habe. Jedenfalls bis Elmshorn: Dort steigt eine ganze Schulklasse mit vielen, vielen Koffern ein, so dass mein Bike einem wahren Bombardement ausgesetzt ist. Es wird gepöbelt und geschimpft gegen alles, was gerade für Zorn sorgt, gegen die Bahn, gegen den Klassenlehrer, gegen die Mitschüler und natürlich gegen mich, der da gerade vier Sitzplätze in Anspruch nimmt. Mein schneeweißes Fahrrad holt sich die nächste Macke ab und ich ziehe es vor, den Rest der Fahrt lieber stehend im Türraum zu verbringen.
Das Konzept des Metronom, tatsächlich den unteren Teil eines kompletten Doppelstockwagens für Fahrräder vorzuhalten, gefällt mir eigentlich immer besser. Da kann keiner sitzen, da hat man wenigstens ein bisschen Ruhe, auch wenn ein reines Fahrradabteil sicherlich auch von Gepäckstücken und Kinderwagen genutzt würde.