Beiträge von Malte

    In diesem Beitrag arbeiten wir uns weiter nach vorne bis nach unten zur Autobahnauffahrt. Blick zurück: Hier sehen wir noch mal die Empfehlung der Behörde, gleich erst einmal die Straßenseite zu wechseln:

    Weiter zur Einfahrt des ehemaligen DHL-Dingsbums-Zentrums; hier wurden sogar Schilder aufgestellt, dass hier nun mit so genannten Geisterradlern zu rechnen wäre. Ob die jemand wahrnimmt?

    An der Zufahrt zum Baumarkt kann man beobachten, dass es so gut halt doch nicht funktioniert. Hier steht bei Stau eigentlich immer jemand im Weg:

    Noch einmal der lustige Pfeil als Detailansicht. Ich bin gespannt, wie lange Fahrradreifen brauchen, um die Teile zu zersetzen.

    Nächster Halt: Bushaltestelle. Wieder das übliche Problem, bei zu viel Verkehr stauen sich hier teilweise bis zu vier Busse hintereinander. Und diese Haltestelle bedient nicht nur den Baumarkt, sondern auch die umliegenden Wohngebiete, deren Einzugsgebiet von der quer verlaufenden Autobahn an diese Haltestelle kanalisiert wird. Hier ist also durchaus was los — ich halte es diesbezüglich für eine ganz sportliche Idee, jetzt noch einen Teil des Gehweges als Radweg zu markieren, der dann in beide Fahrtrichtungen benutzt werden soll. Und die ein- und aussteigenden Fahrgäste springen am besten über die drei gelben Linien hinüber?

    Noch so’n Ding: Dieses ständige Geschlingere über Radweg und Gehweg und so weiter ist gar nicht ganz ungefährlich, weil es links und rechts des Radweges eine längs verlaufende Kante gibt. Die ist zwar im Extremfall nur anderthalb Zentimeter hoch, aber wenn man im Vertrauen auf die Wegführung der gelben Linien dort einfach entlangstronzt, kann man sich sicherlich schon mal bös verletzen.

    Noch mal aktuelles Bildmaterial von der Kieler Straße. Das werden jetzt wieder ein paar lange bunte Beiträge, aber da gilt das gleiche wie für die Kieler Straße: Da müssen wir jetzt durch.

    Das hier ist der Kronsaalweg in Richtung Süden, hier spielt sich gerade das übliche Verkehrschaos ab, das sich spätestens seit der Einrichtung der Arbeitsstelle an der Autobahnauffahrt zum Tagesgeschäft gehört. Die Kreuzung wird häufig durch regelwidrig einfahrende Kraftfahrzeuge blockiert, dann versuchen ein paar Kraftfahrer links und rechts in dem Chaos abzubiegen und als Radfahrer hat man seine liebe Not, noch irgendwie heil über die Kreuzung zu fahren.

    Immerhin: Schon an dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass auf der untermaßigen Radverkehrsinfrastruktur mit Gegenverkehr zu rechnen ist. Das ist ja schon mal nicht ganz verkehrt:

    Aufgenommen während der Fahrt: Der Kraftfahrer links von mir spielt am Handy, aber was besseres als dieses Foto habe ich während des Bremsmanövers nicht hinbekommen:

    Ein Foto auf der Mittelinsel. Hier passt mal wieder nicht so richtig. Der untermaßige Radweg wurde in zwei Minimal-Radwege geteilt — und das [Zusatzzeichen 1000-31] lügt: Hier gilt Linksverkehr, das machen die Pfeile auf dem Boden deutlich.

    Blick zurück: In dieser Richtung sollen ebenfalls Radfahrer fahren. Dumm nur, dass die Signalgeber hier gar nicht für den Radverkehr gelten — das kann, wie bereits erwähnt, ganz spannende Situationen geben, wenn gleichzeitig noch Kraftfahrer nach links abbiegen wollen. Man darf wohl nur hoffen, dass Radfahrer es mit den Verkehrsregeln nicht so ganz genau nehmen und bei rotem Licht einfach stehenbleiben, ganz unabhängig von den Piktogrammen.

    Total tolle Idee, hier noch mal mit dem Rad durchzufahren. Der rote Wagen fährt einfach links der Verkehrsinsel entlang, um den Stau zu umgehen. Ob er da noch den Rad- und Fußverkehr im Auge hat, der dort hinten die Kieler Straße queren könnte?

    So, weiter Richtung Süden. Wie schön: Man beachte den Widerspruch zwischen den Pfeilen auf dem Radweg und den Pfeilen auf dem Zusatzschild:

    Der Anhänger mit Kind passt gar nicht auf diesen superengen Radweg:

    Naja — und dann fahren die auch noch auf der falschen Seite weiter. Klar, warum denn nicht, bislang war’s ja auch okay:

    Tja — das passiert eben, wenn man die Leute an dieses unsägliche Fahren auf der linken Straßenseite gewöhnt: Die fahren eben auf der linken Straßenseite.

    Naja — was haben wir gelernt? Grundsätzlich das übliche „Hamburg wird Fahrradstadt“-Programm. Das Duo Pfaue-Gaffron erklärt relativ sachlich die üblichen Themen aus Sicht der Verwaltung (Pfaue) und der Wissenschaft (Gaffron) und dazwischen sitzt dann die CDU und lässt einen Knaller nach dem anderen ab.

    Das geht dann los bei dem üblichen CDU-Argument, dass Hamburg ja nicht Kopenhagen wäre. Hamburg wäre viel größer, hätte viel mehr Einwohner und von Fischbek nach Rahlstedt könne man ja nicht mit dem Rad fahren.

    Von Fischbek nach Rahlstedt sind es mit dem Rad etwa 35 Kilometer, das ist vielleicht tatsächlich nicht die Distanz, die ein Normalsterblicher täglich zwei Mal mit dem Rad herunterkurbelt. Aber Kopenhagen und Hamburg haben noch etwas gemeinsam: Viele der üblichen Wege sind eben deutlich kürzer als die Relation Fischbek—Rahlstedt; einige fahren ja beispielsweise „nur“ neun Kilometer von Eidelstedt zum Michel.

    Und selbst wenn: Nur weil Hamburg nicht Kopenhagen ist, wäre Hamburg hinsichtlich des Fahrrades komplett verloren? Sorry, aber das ist doch vollkommener Unsinn: Gerade weil Hamburg eine Millionenstadt ist, nein, bald sogar zwei Millionen Einwohner beherbergen soll, müssen doch neue Mobilitätsansätze her. Da kann sich doch die CDU nicht ernsthaft andauernd hinstellen, diesen Kopenhagen-Vergleich machen, schade, in Hamburg müssen aber alle mit dem Auto fahren, weil Hamburg eine Millionenstadt ist.

    Daraufhin hakte einer der beiden Moderatoren ein und fragte, ob es denn ein sinnvoll wäre, dass in Hamburg immer mehr und mehr und mehr Kraftfahrzeuge herumführen; pro Jahr würde die Zahl der in Hamburg zugelassenen Fahrzeuge um zehntausend ansteigen.

    Und die CDU so: Mit intelligenten technischen Lösungen könnte man über 30 Prozent mehr Kraftverkehr durch die Stadt leiten — und zwar staufrei!

    Was die CDU aber nicht verrät: Diese technischen Lösungen verbraten unendlich viel Geld. Allein das Umrüsten einer einzelnen Kreuzung bezüglich der Ampelschaltung ist relativ teuer; genaue Zahlen habe ich da gerade nicht zur Hand. Da muss schließlich nicht nur die Schaltung verändert, sondern auch noch der Einfluss auf die benachbarten Knotenpunkte beziehungsweise Einflüsse entlang der kompletten Straßenzüge berücksichtigt werden. Sowas kostet. Und wenn man dann auch noch technische Modifikationen in Angriff nimmt, welcher Art auch immer, da ist man schon bald bei Milliardenbeträgen für das komplette Hamburger Straßennetz.

    Und das alles „nur“, damit 30 Prozent mehr Kraftverkehr durch die Stadt fließt? Und dann? Was wird dadurch besser?

    Und so ging’s dann weiter. Ich habe mir irgendwann auf meinen Notizen nur noch „Parkplatzvernichtung ∞“ aufgeschrieben.

    Eigentlich besetzte André Trepoll echt nur noch dieses Autothema. Mobilität müsse individuell und zwangslos bleiben und die Umwandlung von Fahrstreifen in Radfahrstreifen, die Vernichtung von Parkplätzen und planlos Fahrradideologie wären eben Maßnahmen, die den Kraftverkehr einschränken.

    Ich könnte jetzt noch sehr viele Gegenbeispiele aufzählen, wo Radverkehrsinfrastruktur zugunsten des Kraftverkehrs zurückgebaut, aufgegeben oder wie in momentan so gut wie jeder Arbeitsstelle eingeschränkt wurde. Immerhin ist die CDU da konsequent, Verkehrsexperte Thering will ja auch nach dem Umzug des US-Konsulats die Fahrradstraße am Harvestehuder Weg wieder als Durchgangsstraße für den Kraftverkehr herstellen.

    Naja. Und dann wurde halt noch bemängelt, dass die Grünen in der Regierung keine anderen Themen außer des Fahrrades hätten. Bemängelt jemand von der CDU, die ja in Hamburg eigentlich auch nur das Thema der autogerechten Stadt vertritt.


    In der Praxis ist eher Fall 1 zu beobachten, bevor ich aber jedesmal einen dicken Hals bekomme und mich ärgere, bitte ich kurz um Eure Expertenmeinung. Danke.

    Ich würde argumentieren, dass man den kreuzenden Radverkehr nicht behindern darf. Ich habe allerdings momentan nicht den Verordnungstext zur Hand — andererseits ist das auch wieder so ein Fall, wo das seltsame Kreuzungsdesign diese Situation geradezu provoziert.

    dass sich hier wirklich Verantwortliche hingesetzt und genau das so ausgeheckt haben.

    Und das finde ich ja so schade. In der Straßenverkehrsbehörde von PK 27 sitzt offenbar jemand, der sich durchaus Gedanken macht, wie man den Radverkehr entlang einer Arbeitsstelle führen kann. Diese einseitige Zweirichtungsführung mit aufwendiger Beschilderung findet ja überall im Wirkungsbereich des PK 27 statt, das ist ja unten an der Kieler Straße der gleiche Spaß und hinten an der Schnackenburgallee gab’s das auch mal, als dort die Ausfahrt umgebaut wurde.

    Allein: Es ist halt brandgefährlich. Man kann diese 60 Zentimeter breiten Wege ja wohl kaum ernst meinen.

    Drum fände ich es ja toll, wenn man mal irgendwie ins Gespräch mit diesen Leuten käme. Denn ich sehe durchaus das Potenzial, den Radverkehr irgendwie längs solcher Arbeitsstellen zu berücksichtigen, allein mangelt es eben an vernünftigen Wegen. Mir ist klar, dass in diesem Fall entlang der Kieler Straße allenfalls ein paar Mitglieder des Radverkehrsforums im Mischverkehr auf der Fahrbahn fahren werden, aber ich hätte es für sinnvoller gehalten, dann für alle anderen Radfahrer eine Umleitung über den Wördemannsweg auszuweisen. Dann hätte man den ganzen Aufwand mit der Beschilderung und Kennzeichnung entlang der Kieler Straße sparen und stattdessen eine vernünftige Führung für den Radverkehr entlang der dortigen Brückenbaustelle einrichten können.

    Noch besser wäre es natürlich gewesen, man hätte einen Fahrstreifen für den Rad- und Fußverkehr entlang der Kieler Straße freiräumen können, aber daran ist in der momentanen Verkehrssituation wohl leider kaum zu denken :(

    Hamburg hat sich ja vor einiger Zeit mal so eine Art Aufklärungskampagne für mehr Sicherheit im Straßenverkehr geleistet: … hab dich im Blick!

    Äh, ja. Bei einigen Lastkraftwagen, denen man so begegnet, wurde das Führerhäuschen allerdings auch eher als Wohnzimmer ausgebaut. Dort befindet sich dann rings um die Windschutzscheibe dermaßen viel Klimbim, dass ich mir gar nicht sicher bin, inwieweit der Fahrer eigentlich noch das Verkehrsgeschehen im Blick hat. Das geht los mit irgendwelchen Dingen, die im Blickfeld des Fahrers herumstehen oder -hängen und endet dann an diesen unsäglichen Socken, die man zur Fußballwelt- oder Europameisterschaft über die Außenspiegel zieht.

    Dieses eindrucksvolle Motiv bei heise Autos brachte mich auf die Idee, mal eine eigene Galerie in Angriff zu nehmen, was einem alles an rollenden Wohnzimmern im Straßenverkehr begegnet.

    Der hier parkt beispielsweise in unmittelbarer Nähe meiner Haustür. Mir wird durchaus Angst und Bange bei dem Gedanken, dass der Halter dieses Fahrzeug wieder in einen betriebsbereiten Zustand und damit herumfahren könnte. Klar, „schön, dass es dich gibt“, aber bitteschön auch daran denken, dass es abseits des Führerhäuschens auch noch andere Verkehrsteilnehmer gibt:

    Vor allem wundere ich mich immer wieder bei solchen Fahrzeugen, inwiefern diese ganzen Gegenstände denn befestigt sind. Der lustige Drachen dort hinten wird ja zwangsläufig vor dem rechten Außenspiegel herumbaumeln und im Zweifelsfall die Sicht gehörig einschränken, aber was passiert, wenn einer der vielen Gegenstände herunterfällt? Dann bückt sich der Fahrer und ist abgelenkt? Oder was passiert, wenn das Ding dann unter dem Bremspedal landet? Ist ja nicht so, dass letzteres nicht hin und wieder mal für schwere Unfälle gesorgt hätte.

    Wenn ihr eigene Fotos zu diesem Thread beisteuern wollt, denkt bitte daran, die Privatsphäre der Fahrer zu wahren. Es geht hier tatsächlich nicht ums Denunzieren, sondern wirklich um eine Dokumentation, dass diese vollgerammelten Windschutzscheiben echt nicht ungefährlich sind.

    Oh, ich wollte eigentlich noch frohlocken, dass die Dinger erst 2018 wieder auftauchen, aber schon im nächsten Sommer wird in Russland der Konförderationen-Pokal ausgestragen, an dem Deutschland als Fußball-Weltmeister 2014 teilnehmen darf.

    Vielleicht wird die „Mini-WM“ ja nicht ganz so laut besungen wie Europa- oder Weltmeisterschaften — aber ich vermute schon.

    Dann kann man ja mal Entwarnung geben: Der Konförderationen-Pokal wurde im Juni gespielt und ich habe tatsächlich davon nichts mitbekommen — auch nicht aufgrund irgendwelcher seltsamen Fahnen oder Spiegelsocken.

    Zu Drucksache 21/10603 braucht es nicht viele Worte.

    Oder vielleicht doch: Es soll Fälle geben, in denen auch normale Menschen auf dem Fahrrad einen Verkehrsunfall verursachten. Das scheint Thering bei der Formulierung seiner Anfrage allerdings nicht in den Sinn gekommen zu sein — passt aber zum CDU-Kampfradler-Narrativ: Wer irgendwie mit dem Rad unterwegs ist, kann ja im Oberstübchen nicht ganz bei Trost sein.

    Kleines Detail: Die Verwaltungsvorschriften untersagen das Zeichen 720, das dort neben der Lichtzeichenanlage hängt, wenn gleichzeitig der Zweirichtungsbetrieb für Radwege angeordnet wird.

    [stvo]Es darf nicht verwendet werden, wenn der freigegebene Fahrradverkehr auf dem zu kreuzenden Radweg für beide Richtungen zugelassen ist oder der Fahrradverkehr trotz Verbotes in der Gegenrichtung in erheblichem Umfang stattfindet und durch geeignete Maßnahmen nicht ausreichend eingeschränkt werden kann.[/stvo]

    Ich bin mir unsicher: Was ist denn der kreuzende Verkehr? Meint die Verwaltungsvorschrift damit den Verkehr, der quer zur ursprünglichen Fahrtrichtung an einer Kreuzung fährt? Oder den Längsverkehr? Prinzipiell müsste der Längsverkehr egal sein, denn der wird ja im Regelfall ebenfalls angehalten, wenn der Fahrbahnverkehr rotes Licht sieht und der Grünpfeil genutzt wird.


    Kleines Detail: Die Verwaltungsvorschriften untersagen das Zeichen 720, das dort neben der Lichtzeichenanlage hängt, wenn gleichzeitig der Zweirichtungsbetrieb für Radwege angeordnet wird.

    [stvo]Es darf nicht verwendet werden, wenn der freigegebene Fahrradverkehr auf dem zu kreuzenden Radweg für beide Richtungen zugelassen ist oder der Fahrradverkehr trotz Verbotes in der Gegenrichtung in erheblichem Umfang stattfindet und durch geeignete Maßnahmen nicht ausreichend eingeschränkt werden kann.[/stvo]

    Naja — die ganze Radentscheid-Nummer in Berlin hat mich durchaus beeindruckt, auch wenn ich mit bestimmten Themen, etwa die Wahl der zu bauenden Radverkehrsinfrastruktur, nicht immer ganz einverstanden war. Nun wirbt das @wegeheld-Konto allerdings eher für gänzlich esoterische Maßnahmen:

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