Rückfahrt von Hannover nach Kiel eine Woche später. Wir stiegen in Hannover zu und ich war schon gleich auf Betriebstemperatur, als der ICE an den Bahnsteig fuhr: Das Fahrradabteil war gerammelt voll. Netterweise erkannte der Fahrgast mit dem Mountainbike aus Lübeck, der hier meines Wissens mitliest, die Situation schnell und hing sein Bike schnell an eine andere Halterung, damit ich mit Fahrrad und Gepäck überhaupt irgendwie noch um die Kurve kam:
Das Reisegepäck gehört einer Reisegruppe, die in Wagen 4 unterwegs war, wobei ich mich bis heute frage, warum man dann seinen Kram in Wagen 1 abstellen muss. Aber muss wohl irgendwie so sein. Dazu gesellte sich noch der dicke Kinderwagen, der ohne Fahrradkarte oder -reservierung mitreist, und damit war dann das Fahrradabteil schon voll. Ein anderer Fahrgast, der mit Fahrrad von Stuttgart nach Hamburg wollte, hat offenbar aufgrund von Verspätungen diesen ICE gar nicht erst erreicht.
Und so sieht’s dann nämlich aus: Sobald da ein Mountainbike mit breitem Lenker unterwegs ist, war’s das. Da passt nichts mehr:
Und nun stelle ich mir mal vor, da führen tatsächlich acht Räder mit, von denen zwei statistisch gesehen einen breiten Lenker haben. Wie fädle ich denn mein Fahrrad dort rein und raus?
Mir ist vollkommen klar, dass im Fernverkehr das Platzangebot knallhart kalkuliert werden muss und die Bahn rentabler fährt, je mehr Fahrgäste pro Quadratmeter transportiert werden können, so dass man vermutlich über das nicht rentable Angebot der Fahrradmitnahme dankbar sein muss. Trotzdem ist die Fahrradmitnahme auf dieser engen Fläche genauso blöd wie im InterCity oder im Regionalverkehr, nur hier noch unter deutlich erschwerten Bedingungen aufgrund des engen Einstiegs.
Der Zugbegleiter war überhaupt nicht froh, dass er jetzt über das Mountainbike klettern musste, Fluchtweg und so, aber ihm fehlten wohl die Ambitionen, die Leute aus Wagen 4 ranzuholen, dass sie bitte ihr Gepäck wegschleppen mögen.
Das wird dann wohl im Zweifelsfall die Aufgabe des Fahrgastes mit Fahrrad bleiben.