Ich bin ja nun schon etwas häufiger mit diesen als so genannter Nachtzug getarnten InterCitys gefahren, namentlich IC 2020 und IC 478, sowie mit dem ICE 590. Das ist eine Zumutung sondergleichen.
Das geht schon damit los, das beispielsweise der IC 2020 mit dem allerletzten Rumpel-Rollmaterial fährt, das schon zu Zeiten des IRE seine besten Tage hinter sich hatte.
Zweiter Punkt: Es ist halt „normales“ Rollmaterial, will sagen, man sitzt. Klar, es gab auch bei der CityNightLine einen Sitzwagen für preisbewusste Reisende. Weil man nachts aber schlafen möchte, liegen die Leute überall: Quer auf den Sitzen, unter dem Tisch, in den Gängen. Am Freitag hatte ich versehentlich die 1. Klasse gebucht, konnte meinen reservierten Sitzplatz aber nicht wahrnehmen, weil dort zwei Fahrgäste im Abteil jeweils drei Sitze „belagen“ und auf Störungen äußerst unfreundlich reagierten. Überhaupt waren in der 1. Klasse recht viele Leute, bei denen ich mir sicher bin, dass sie kein Ticket für die 1. Klasse hatten. Dem Zugbegleiter mangelte es aber wohl an der Lust, sich mit denen auseinanderzusetzen.
Und drittens halten diese Züge an jeder Milchkanne und sind offenbar auch noch dem Güterverkehr untergeordnet. Das waren die Nachtzüge zwar auch, aber dort konnte man jedenfalls vernünftig schlafen, da fielen zwei Stunden mehr oder weniger nicht so richtig ins Gewicht.
Am Freitag kam dann allerdings auch so ein Typ vorbei und verteilte Fragebögen. Die Deutsche Bahn wollte gerne meine Meinung zu dem Nachtzug wissen. Aus Rücksicht auf die übrigen Fahrgäste habe ich den Fragebogen nicht abfotografiert, aber ich weiß noch, dass man nicht unbedingt nach dem Sitzkomfort fragte, sondern eher nach meinem Bedürfnis zu einem Bistro-Wagen und dessen Öffnungszeiten oder zu Angeboten wie Zahnbürste und Zahnpasta (wo soll ich mir die Zähne putzen, wenn im rammeligen IRE-Wagen die Toilette defekt ist???), Pfefferminzbonbons und Schlummerrolle.
Ich habe druntergeschrieben, dass ich gerne wieder einen richtigen Schlafwagen hätte.