Beiträge von Malte

    Da ja offenbar keine Menschen bei dem Brand der Notre Dame zu schaden gekommen sind, lasse ich mich mal zu einer Bemerkung in diesem Kontext hinreißen.

    Wenn die heute beschlossene Urheberrechtsreform in zwei Jahren in nationales Recht gegossen sein wird, wird eine Berichterstattung wie heute in den Medien kaum möglich sein. Irgendjemand wird sich rechtzeitig das aktuelle Bildmaterial der brennenden Kirche „claimen“, so dass die Filter der großen Plattformen wie Instagram, Facebook und Twitter weitere Uploads von eigenem Foto- und Videomaterial unter Umständen ablehnen werden.

    Hinzu kommt, dass in Frankreich ein deutlich schärferes Urheberrecht gilt, was sich ja beispielsweise in den unzulässigen Veröffentlichungen des illuminierten Eiffelturms niederschlägt, der als Kunstobjekt urheberrechtlich geschützt ist. So etwas wie die deutsche Panoramafreiheit kennen viele andere Rechtssysteme überhaupt nicht. Ich kann mir zwar vorstellen, dass ein Computer das Motiv erkennt, klar, Notre Dame lässt sich mit entsprechenden Maßnahmen identifizieren, aber soll der dann erstmal nachschlagen, was auf dem Motiv zu sehen ist, also ob die Kirche wirklich brennt oder ob es sich um ein Kunstwerk in einem Museum handelt oder einen Kinofilm, um dann eine Entscheidung zu treffen, inwieweit er einen Upload zulassen möchte?

    Wenn ich das mal mit einem Wort beschreiben darf: Bullshit.

    Wie gut die künstliche Intelligenz momentan funktioniert, demonstriert YouTube auf ganz eindrucksvolle Weise. Dieses Mal aber nicht mit dem berühmten Content-ID-Filter, der häufig mal danebengreift, weil im Hintergrund ein Radio urheberrechtlich geschützte Musik abspielt, nein, ganz anders: YouTube's New Fact-Check Tool Flagged Notre Dame Fire Coverage And Attached An Article About 9/11

    YouTubes Fakenews-Mechanismus schlug an und drängte Zuschauern eine Dokumentation über die Terroranschläge des 11. September 2001 auf. Aber ich soll glauben, dass Uploadfilter problemlos funktionieren, ja?

    Übrigens, wo wir doch gerade beim Urheberrecht sind: SPIEGEL ONLINE bestreitet seine Berichterstattung zu einem wesentlichen Teil mit Amateurvideos, weil „echte Fotografen“ so schnell noch gar nicht zur Stelle waren — das zeigt mal wieder auf, dass entgegen der Vermutungen vieler EU-Parlamentarier nicht nur Profis Urheber sein können, sondern praktisch jeder, der ein Handy oder eine Kamera mit sich führt.

    Ob hier wohl eine angemessene Vergütung der Urheber erfolgt? Das frage ich mich allerdings auch bei WeLT online, die als Quellenangabe ganz verschämt in weiß auf hellgrau das liebgewonnene „Quelle: Twitter“ angaben. Tja. Ich meine, das wäre ja echt schon blöd, so quasi mit dem Axel-Springer-Verlag als größten Befürworter der Urheberrechtsreform ausgerechnet an jenem Tag, an dem die Reform endgültig beschlossen wurde, mit den Urheberrechten so zu schludern. Weil ich nicht glaube, dass man bei WeLT nachlässig arbeitet, das ist schließlich ein angesehenes Medienhaus des Qualitätsjournalismus’, habe ich direkt mal nachgefragt.

    Wie erwartet interessiert sich die Straßenverkehrsbehörde nicht so richtig für das Gerichtsurteil, sitzt die Sache aber nicht aus, sondern festigt den eigenen Standpunkt noch mal mit ein paar so genannten Terrorbauklötzen. Was die Teile dort bewirken sollen ist mir nicht so ganz klar, schon ohne die Dinger wird sich kaum ein Radfahrer mit seinem Fahrzeug in das Absperrgitter geschmissen haben. Aber bei Radfahrern kann man halt nie wissen, die halten sich ja nie an die Regeln:

    Grob überschlagen überqueren pro Ampelphase im späten Feierabendverkehr bis zu zwanzig Radfahrer diese Kreuzung, von denen etwa acht bis zwölf bei rotem Licht warten und der Rest im Laufe der Grünphase von der Neuen Flora angekurbelt kommt:

    Ein bis zwei Radfahrer pro Umlauf wechseln auf die andere Straßenseite und betätigen sich dort ordnungswidrig als Geisterradler:

    Der Rest… naja:

    Und es interessiert halt auch echt niemanden:

    Naja. Die Umleitung hatte ich ja schon mal abgefilmt, die ist mittlerweile immerhin ein bisschen präsenter ausgeschildert als zu Beginn der Baumaßnahme. Warum aber die Umleitung gleichzeitig mit Zeichen 254 aufgestellt werden muss, erschließt sich mir mal wieder nicht, aber immerhin sieht man ja, was gemeint ist.

    Gleiches gilt wohl auch hier, wo gleich zwei Schilder eindringlich das Linksabbiegen verbieten, aber Radfahrer dann doch irgendwie links abbiegen sollen:

    Dann steht man also hier und soll irgendwie rüber auf die andere Straßenseite. Dort geht’s aber nur auf dem Gehweg weiter, also muss man sich irgendwie auf die Fahrbahn mogeln — so ganz ohne Ordnungswidrigkeiten wird das nicht gehen:

    Am billigsten kommt man übrigens davon, wenn man einfach neben der Arbeitsstelle auf der Fahrbahn weiterfährt. Man weiß in Hamburg ja nie, ob das Zeichen 254 für den kompletten Querschnitt gelten soll oder nicht und angesichts der Kombination aus Umleitung und Zeichen 254 ist hier sowieso vieles im Ungewissen und wenn’s hochkommt, dann kostet es halt nur 15 Euro, beziehungsweise mit der in Hamburg sicherlich erkannten Behinderung des Kraftverkehrs, der ja angesichts von Fahrbahnradlern traditionell hupen muss, gleich 20 Euro.

    Immer noch günstiger als ein potenzieller Rotlichtverstoß beim ohnehin ordnungswidrigen Linksabbiegen.

    Was auch immer das hier bedeuten soll. Warum nicht [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10]? Und wenn man unbedingt vermeiden will, dass hier geritten wird, vielleicht noch das Pferd im Kreis dazu.

    Aber das ist ein Reitverbot, von dem Radfahrer ausgenommen sind, das aber nur für Fußgänger gilt.

    Ich bestreite ja gerade eine Art Moratorium, was den Konsum von Medien angeht, die sich positiv zum Leistungsschutzrecht und der EU-Urheberrechtsreform positionieren, beziehungsweise innerhalb der Berichterstattung mit missverständlichen Beiträgen auffallen, aber DIE ZEIT gierte mal wieder so sehr nach geclickbaiteter Aufmerksamkeit, da konnte ich kaum widerstehen:

    "Man muss dem Auto endlich Flächen wegnehmen"

    Was aber erstmal ganz okay und nach einer interessanten Debatte klingt, wird immer wieder vom Moderator des Interviews unterbrochen, der beispielsweise mit solchen exklusiven Informationen haushalten muss:

    Zitat

    ZEIT ONLINE: Radwege kosten Geld, gerade wenn sie breit und geschützt sein sollen. Autofahrer zahlen Steuern und finanzieren damit die Straßen, Radfahrer nicht.

    Und weil das Interview so toll moderiert wird, findet anschließend auch keine Debatte über diesen Unfug statt, der ADAC lobt die Steuereinnahmen des Kfz-Verkehrs, aber niemand geht auf die eigenen Kosten jenes hochgelobten Kfz-Verkehrs ein.

    Naja.

    Wenn du erstmal in der Kreuzung drin bist, bist du drin. Dann kannst du dein Abbiegemanöver beenden, sobald es passt; du brauchst keine weiteren Signalgeber beachten. So hatte es zumindest mal die Polizei erklärt.

    So einfach ist es ja aber nunmal nicht. Beim Johannes-Brahms-Platz, beim Theodor-Heuss-Platz, beim berühmten Doppelknoten Alsterglacis, Neuer Jungfernstieg, Kennedybrücke und so weiter oder oben am Siemersplatz hat der Fahrbahn- und Rad- und Fußverkehr nicht nur zum Linksabbiegen mehrere Signalgeber, die nun sicherlich nicht „in einem Rutsch“ überfahren werden dürfen.

    Wenn ich auf so einer Aufstellfläche stehe und direkt neben oder vor mir ein solcher Signalgeber aufgestellt ist, gehe ich jedenfalls nicht davon aus, dass es sich um ein reines Service-Angebot handelt, das ich bei Bedarf ignorieren kann, wenn ich mich der Kreuzung und ihren Besonderheiten gewachsen fühle.

    Ein bisschen unbekannt ist ja § 9 Abs. 2 StVO:

    Zitat

    Wer mit dem Fahrrad nach links abbiegen will, braucht sich nicht einzuordnen, wenn die Fahrbahn hinter der Kreuzung oder Einmündung vom rechten Fahrbahnrand aus überquert werden soll. Beim Überqueren ist der Fahrzeugverkehr aus beiden Richtungen zu beachten. Wer über eine Radverkehrsführung abbiegt, muss dieser im Kreuzungs- oder Einmündungsbereich folgen.

    Der ADFC hat sich auch schon mal daran abgearbeitet, aber mir stellen sich da doch noch ein paar Fragen:

    1. Wie verfahre ich, wenn es zwar eine Aufstellfläche zum indirekten Linksabbiegen innerhalb einer ampelgeregelten Kreuzung gibt, aber keinen für den Radverkehr gültigen Signalgeber, weil ich aus der Aufstellfläche heraus nur den Signalgeber für Fußgänger sehen kann oder sich der Signalgeber für den Fahrverkehr hinter mir befindet?
    2. Wie verfahre ich analog zu Punkt 1, wenn es zwar einen möglicherweise gültigen Signalgeber für den Radverkehr in meinem Sichtbereich gibt, der aber mit einer Sichtblende abgeschattet ist? Der Grund für diese Abschattung ist ja regelmäßig, dass abbiegende Kraftfahrer ihre Entscheidung zur Rücksicht auf parallel querende Radfahrer und Fußgänger nicht von der Farbe des Signalgebers abhängig machen.
    3. Wie verfahre ich analog zu Punkt 1, wenn ich die Aufstellfläche aufgrund von Bauarbeiten oder ähnlichen Sperren nicht erreichen kann? Lasse ich den Signalgeber für den Radverkehr dann rechts liegen und biege „einfach so“ nach § 9 Abs. 2 S. 2 StVO ab?
    4. Muss ich zum indirekten Linksabbiegen im Sinne von „man sieht doch was gemeint ist“ auf das Hochbord einer querenden Straße auffahren, um abhängig von den dort sichtbaren Signalgebern für den Radverkehr die eigentliche Fahrbahn zu überqueren?
    5. Wie verfahre ich, wenn ich das indirekte Linksabbiegen in einer ampelregelten Kreuzung praktiziere, keinen für mich gültigen Signalgeber in der Aufstellfläche vorfinde und weiß, dass die einzelnen Fahrbeziehungen innerhalb der Kreuzungen getrennt, also teilweise konfliktfrei signalisiert werden?
    6. Und die Frage aller Fragen: Wird mir das AG Hamburg unter Umständen mit Verweis auf § 1 StVO ein Bußgeld für einen Rotlichtverstoß mit Gefährdung aufdrücken können?

    Brompti ist am Wochenende übrigens ein Jahr alt geworden. Knapp viertausend ziemlich geile Kilometer waren's, viel erlebt, viel gesehen, insbesondere bei der Critical Mass World Tour. Auf die nächsten viertausend!

    Witzig übrigens, dass die Kratzer im Lack entweder von den scheuernden Brems- und Schaltzügen stammen oder von Leuten, die Brompti ungefragt hochheben und anfassen und sich dann mit Schlüssel oder Ring verewigen. Aber das lässt sich wohl nicht verhindern. Vor ein paar Tagen zog im Zug jemand das Toolkit aus dem Rahmen, einfach so, das seinen Inhalt aufgrund der unsachgemäßen Handhabung anschließend auf dem Fußboden des bremsenden Zuges verteilte. Das war schon ein bisschen nervig.

    Man kommt ja heutzutage kaum noch hinterher mit den ganzen Bemühungen der Europäischen Union und nationalen Regierungen zur Regulierung des Internets.

    Die österreichische Bundesregierung will Ausweiszwang im Internet einführen und ich muss wohl nicht lange erklären, welche Auswirkungen das hat. Es geht der Bundesregierung offenbar vor allem um die Einschränkung der Kommentarspalten beim Standard, wobei die Anhänger der FPÖ eigentlich auch nicht gerade die allerfeinste Prosa ins Internet tippen und von einem Klarnamenzwang ebenso abgeschreckt werden könnten. Und selbst wenn das zu weniger Hass im Netz führt, sind wieder einmal die Anforderungen an die Betreiber zur Verizifierung der Benutzer und die Einhaltung eines entsprechend hohen Datenschutzniveaus für die meisten kleinen Webseiten nicht zu leisten.

    Man kann wohl nicht leugnen, dass das der österreichischen Bundesregierung ganz gut in den Kram passen könnte.

    Unser lieber Horst Seehofer muss mithalten und hat sich einen Gesetzesvorschlag ausgedacht, der mit Worten kaum zu beschreiben ist: Bis der Widerstand gebrochen ist

    Da sind immerhin alle Juristen einer Meinung, was ja gemeinhin eher selten passiert: Absoluter brandgefährlicher Murks. Man mag sich kaum vorstellen, was die AfD im Falle einer Regierungskoalition mit der Union mit diesen Werkzeugen alles anstellen könnte.

    Ich bin mir leider noch nicht so ganz sicher, woran es liegt. Nachts werden grundsätzlich einige Backups angelegt, die natürlich nicht so ganz geräuschlos ablaufen, in den letzten Wochen hatte der Provider ein paar Probleme, aber irgendwas liegt da noch im Argen. Ich forsche da noch mal weiter.

    Wir spulen das ganze Programm nun rückwärts ab, hier waren wir vorhin ja schon. Was mir auffällt: Im letzten Jahr musste der falsch fahrende Radverkehr jeweils die von der Fahrbahn abgewandte Seite des Zweirichtungsradweges befahren, damit sollten wohl im Falle eines Unfalls wenigstens Frontalkollisionen mit dem Fahrbahnverkehr vermieden werden. Dieses Mal hat man sich offenkundig gegen diese Falschfahrerei entschieden:

    Über diese lustigen Schlenker bin ich noch immer nicht hinweg. Wenn hier ein Bus ankommt, kann man echt nur noch auf den anderen Streifen ausweichen oder am besten absteigen und schieben, um nicht gleichzeitig mit ausstiegenden Fahrgästen und Kraftfahrern aus der Parkplatzeinfahrt aneinander zu geraten:

    Hier kann man schön erkennen, was schon eine Handvoll Fußgänger auf der Nebenfläche an Beeinträchtigungen mit sich bringen. Eine rücksichtsvolle Fahrweise ist auf dieser Infrastruktur unmöglich, hier hilft im Sinne von § 1 StVO nur noch absteigen und schieben:

    Zur Belustigung der wartenden Fahrgäste kann man sich an dieser Buckelpiste ertüchtigen:

    Und, naja:

    Sagen wir mal so: Man hat sich Gedanken gemacht und versucht, eine Lösung für den Radverkehr zu finden. Wie im letzten Jahr muss ich aber feststellen, dass gut gemeint nunmal nicht gut gemacht ist: Das geht los bei der minimalen Breite der Fahrstreifen für den Zweirichtungsverkehr und endet bei den fehlenden Anrampungen bei der Auf- und Abfahrt auf und vom Hochbord. Das geht einfach nicht. Das beste an der Sache ist nach wie vor diese Protected Bike Lane, ansonsten ist das aber wohl das Maximum, was ich an der Hauptverkehrsroute des Radverkehrs entlang einer Hauptverkehrsstraße des Kraftverkehrs rausholen lässt.

    Bloß gut, dass ich da nicht mehr täglich langfahren muss.

    Der ADFC hat heute die Ergebnisse des Fahrradklimatests veröffentlicht. Zumindest gehe ich angesichts der Berichterstattung in den Medien davon aus, beim ADFC und auf https://www.fahrradklima-test.de/ ist davon noch nichts zu sehen.

    Die Zusammenfassungen lassen sich bislang nur in den üblichen Onlinemedien lesen — flankiert von breiter Automobilwerbung.

    Und ich finde, das fasst die Ergebnisse schon ganz gut zusammen.

    Zurück durch den Tunnel, der aus dieser Perspektive keinen besseren Eindruck macht. Bei diesem ganzen Geschlängel gerät man leicht durcheinander:

    Wieder schnell den Marsmenschen grüßen:

    Und wieder hoch. Ich halte diese Art der Verkehrsführung nach wie vor für eine prinzipiell gute, aber in der praktischen Umsetzung für eine problematische Sache. Immerhin dürften Geisterradler wirkungsvoll davon abgehalten werden, auf der falschen Seite um die schlecht einsehbaren Kurven zu heizen:

    Naja:

    Nun kommt der lustige Bunny-Hop runter auf den Abbiegestreifen. Das ist abgesehen von der fehlenden Anrampung ohnehin eine total tolle Stelle, wenn sich der entgegenkommende Kraftverkehr zum Abbiegen einordnen möchte. Was soll denn hier gelten? § 10 StVO, weil ich von einem Radweg auf die Fahrbahn einfahre? Oder § 9 Abs. 3 StVO, weil der Kraftverkehr abbiegt? § 9 Abs. 3 StVO gilt aber nur für Radfahrer und Fußgänger neben dem abbiegenden Verkehr und ist für solche Situationen nicht vorgesehen. Da kann die Polizei aber auch nicht wieder mit dem Fallback-Paragraphen § 1 StVO ankommen, denn wenn Radfahrer auf den Gehweg ausweichen, was letztes Jahr mit Zeichen 240 noch vorgeschrieben war, mag das noch als elegante Deeskalation durchgehen, aber wenn der Radverkehr vor Schreck angesichts eines abbiegenden Kraftfahrzeuges auf den Fahrstreifen rechts im Bild wechselt, wird das eher uncool.

    Die Stelle kennen wir ja schon, da fehlen mir so langsam die Worte:

    Über diese tolle Rampe...

    ... geht es weiter Richtung Süden:

    Äääh, Moment. Fahren wir gerade auf der linken Straßenseite? Hier fehlt definitiv eine blaue Beschilderung, die das Radfahren auf dieser Straßenseite gestattet oder vorschreibt:

    In dieser Richtung wird die oben bereits bemängelte Kante rechts neben dem Radweg noch deutlicher, gerade an der Stelle, an der man dann vor dem Pfahl der Lichtzeichenanlage nach links wechseln soll. Bei dem spitzen Winkel wird man dort leicht ins Straucheln geraten. Dass hier keine Unfälle zu vermelden sind, liegt mutmaßlich eher daran, dass Radfahrer ordnungswidrig auf dem linken Streifen oder sogar auf dem Gehweg kampfradeln:

    Die Bettelampel an der Autobahnauf- und abfahrt gilt natürlich auch in der Gegenrichtung, nur dass hier der Knopf nach wie vor besser versteckt ist. Immerhin wird im Vergleich zum letzten Jahr auf die Leitbake verzichtet, die gehässig den Weg zum Bettelknopf verbarrikadierte. VD 52 konnte sich leider nicht dafür begeistern, den Bettelknopf beispielsweise an dem Laternenpfahl links im Vordergrund zu montieren, obwohl der Aufwand mittlerweile wirklich gerechtfertigt wäre. Viele Radlinge fahren hier einfach über rotes Licht, entweder nach längere Wartezeit, in der sie den Knopf nicht finden, sondern auch einen milden Wink des Schicksals oder der verkehrswendlichen Vernunft hoffen, doch noch grünes Licht zu sehen, oder weil ihnen das Gelatsche zum Bettelknopf zu blöd ist.

    Kleines Detail am Rande: Der vordere Signalgeber gilt auch für den Radverkehr, der mittlere und der hintere allerdings nicht. Beim mittleren Signalgeber ist mir die Ursache klar, denn zwecks Optimierung der Kapazität dieses Straßenknotens war die mittlere Fahrbahn zum Abbiegen von der Autobahn aus dem Norden kommend links nach Eidelstedt nicht möglich, stattdessen musste der Kraftverkehr eine frühere Ausfahrt ansteuern. Warum aber jemand mit Leiter und Streuscheiben ausgerückt ist, um den hinteren, aber nicht den vorderen Signalgeber wieder umzurüsten, beziehungsweise die Umrüstung zu vergessen, naja, das wird wohl wieder ein Geheimnis bleiben.

    Weiter Richtung Norden. Wenn hier noch ein paar Fußgänger zugange sind, von denen aufgrund der Wohnbebauung links dieser Straße durchaus zu rechnen ist, wird es wirklich eng:

    Wieder an der Bushaltestelle.

    Die altbekannte Überseh-Stelle am Bauhaus. Weil trotz der üppigen Beschilderung der Kraftverkehr weder beim Einfahren noch beim Ausfahren damit rechnet, dass Radfahrer aus der falschen Richtung kommen könnten, ist das hier eine brandgefährliche Stelle. Ich würde mir nach wie vor wünschen, dass man diese Zufahrt im Interesse der Gesundheit radfahrender Verkehrsteilnehmer sperrt. Soll der Kraftverkehr halt die zweite Zufahrt am Kronsaalweg wählen, die ist immerhin ampelgeregelt.

    Schön über die Kanten schlingern, da kommt der Kreislauf so richtig in Stimmung:

    Hier gelten die Signalgeber immerhin nach wie vor für den Radverkehr, was es noch rätselhafter macht, warum denn eine Kreuzung zuvor eine Umrüstung stattgefunden hat. Leider rechnen linksabbiegende Kraftfahrer von der Kieler Straße immer noch nicht damit, dass aus diesem schlecht einsehbaren, vom Straßenbegleitgrün im Sommer verdeckten Weg jemand abbiegen könnte, denn die haben vor allem den Gegenverkehr im Blick, der dort auf zwei Geradeaus-Fahrstreifen und einem Fahrstreifen zum Rechtsabbiegen und für den Linienverkehr geradeaus angesaust kommt. Wie soll man dann noch auf Radfahrer achten?

    Eigentlich wurde auch hier der falsche Pfeil aufgestellt, schließlich wird nicht hinter, sondern rechts neben dem gelben Schild abgebogen. Und da geht es nicht nur zum Sportplatzring zurück, sondern auch nach Eidelstedt. Das könnte man bei der Gelegenheit gerne dort vermerken, damit niemand auf die Idee kommt, diese tolle Kombination im Hintergrund misszuverstehen und weiter im Gegenverkehr herumzubummeln. Und in der morgendlichen und nachmittäglichen Rush-Hour dürfte weiter das Problem bestehen, dass die auf grünes Licht nach rechts wartenden Radfahrer dem Radverkehr entlang der Kieler Straße im Weg stehen. Hier ist vielleicht Platz für zwei oder drei Radfahrer, was zu Stoßzeiten nicht ansatzweise der benötigten Kapazität gerecht wird. Immerhin wurde davon abgesehen, gleichzeitig eine Aufgrabung auf dem Gehweg einzurichten.

    Naja. Auch da drüben fehlt der Hinweis, dass es links nach Eidelstedt geht, aber das ist langsam wirklich meckern auf hohem Niveau:

    Naja. Diese Art der Verkehrsführung hat sich in der Vergangenheit als eher ungünstig erwiesen, weil man keinen Blick auf entgegenkommende Radfahrer hatte, die fälschlicherweise den falschen Streifen zum Radfahren nutzen und anstelle des Fahrradstreifens lieber auf dem Hochbord bleiben wollten:

    Diese lustige Art der Beschilderung, mit Zeichen 241 eine Teilung des Sonderweges anzuzeigen, obwohl der eigentlich aus drei Teilen besteht, ist ziemlich ungünstig, aber was weiß ich denn schon. Hier sind im Gegensatz zur anderen Straßenseite auch die Pfeile falsch herum, geradelt wird ja schließlich wieder im Linksverkehr:

    Wieder mal der absolute Hit mit Rillen und Kanten auf allen Seiten.


    Hier endet der Zweirichtungsradweg dann plötzlich. Ich nehme an, dass hier irgendwann in naher Zukunft eine Sperrung stattfindet. Hier ist der Radverkehr allerdings zum Mitdenken angehalten, denn so ganz schlüssig ist es bei dieser ganzen Konstruktion ja nun nicht, dass hier kein Radverkehr mehr stattfinden soll. Woran soll ich das festmachen? An der fehlenden Beschilderung auf der anderen Seite der Einfahrt? Die wäre hier auch gar nicht notwendig. Oder an den fehlenden gelben Markierungen? Auf die kann ich hier eh nichts geben. Da kann genausogut unbeabsichtigt einfach die Rolle leer gewesen sein.

    Rückweg zur Autobahnauffahrt. Auch hier wurde sorgfältig die Streuscheibe getauscht, aus dieser Richtung ist offenbar tatsächlich kein Radverkehr mehr vorgesehen:

    Ach, wie oft musste ich an dieser Stelle warten, weil abbiegende Kraftfahrzeuge vor dem Querverkehr auf der Fahrbahn hier in die Autobahnauffahrt gedrängt wurden und die komplette Grünphase des Rad- und Fußverkehrs blockierten. Immerhin diese Zeiten sind nun vorbei:

    Da drüben geht es jetzt runter zur Autobahn:

    Noch mal ein kurzer Blick zurück: Eine Verkehrsführung für den Radverkehr ist in diesem Sandkasten nur schwer auszumachen:

    Weiter geht es auf den verschlissenen Markierungen des letzten Sommers:

    Da die Lichtzeichenanlage außer Betrieb gesetzt und die Einfahrt gesperrt wurde, hätte man auch die beiden Verkehrszeichen aus dem Weg nehmen können, schließlich hat man es ja sogar geschafft, die beiden Signalgeber abzudecken, um nicht unnötige Verwirrungen zu stiften:

    Außerdem ganz okay: Man muss nicht mehr auf ordnungswidrig abbiegende Kraftfahrzeuge achten oder abwarten, bis abbiegende Kraftfahrzeuge nicht mehr die Fahrrad- und Fußgängerfurt blockieren:

    Schön, dass sich manche Dinge nie ändern. Die Bettelampel mit ihren abstrus langen Wartezeiten ist immer noch da. Ich verstehe nicht, warum man die Dinger nicht umprogrammiert und bei der Betätigung des Tasters umgehend grünes Licht gezeigt wird und danach der Kraftverkehr meinetwegen mindestens 60 Sekunden lang ungestört abbiegen darf. Aber stattdessen komme ich hier an, fordere artig meine Grünphase an und warte E-wig-kei-ten, bis ich endlich mal passieren darf. Und dann wundert man sich, was die vielen Rotlicht-Radler motiviert?

    Die Beschilderung für diesen Sandkasten-ähnlichen Streckenabschnitt befindet sich mutmaßlich auf dem Haufen dort rechts im Bild:

    Die Ausgestaltung dieser Fläche lässt mich weiterhin vermuten, dass hier überhaupt kein Rad- oder Fußverkehr vorgesehen ist:

    Nach der Einfahrt zu einem ehemaligen Elektronikfachmarkt tauchen wie auf dem Nichts wieder Radwegmarkierungen auf, die mit der korrespondierenben Beschilderung zu Verwirrungen führen könnten: Ist hier nun Rechts- oder Linksverkehr vorgesehen? Und ich werde nie begeifen, warum man diese Art der Verkehrsführung für eine gute Idee hält, wenn hier diese Kante zwischen dem eigentlichen Radweg und dem eigentlichen Gehweg mitten auf diesem neu markierten Fahrweg verläuft:

    Ah, jetzt doch: Linksverkehr.

    Ein bisschen spendabler hätte man mit den Pfeilen gerne sein dürfen. Mir ist zwar klar, dass hier Linksverkehr herrscht und ich in Fahrtrichtung runter auf den Radfahrstreifen rollen soll, aber es gab im letzten Jahr auch genügend Helden, die den in der Straßenverkehrs-Ordnung vorgesehenen Rechtsverkehr praktiziert haben und drum weiter auf dem Hochbord um die Liftfaßsäule herumkurbelten:

    Naja, gut, weiter runter bis zum Sportplatzring:

    Kehrtwende. Diese Stelle ist ohnehin schon reichlich blöd, aber wenn der schmale Gehweg jetzt zu knapp 80 Prozent ein Radweg ist, wo werden wohl Fußgänger laufen? Da hätte man sich das Zeichen 241 links im Bild auch sparen können:

    Okay, ab nach Süden auf der „richtigen“ Straßenseite. Die ganzen Beschilderungen darf man halt wie immer nicht so ganz genau nehmen, es geht zwar links tatsächlich zum Sportplatzring, rechts aber genausogut. Man muss auch nicht rechts abbiegen, was das Zeichen 209 unter dem rechteckigen Spiegelei von so ziemlich allen Verkehrsteilnehmern verlangt; man sieht ja, was gemeint ist. Immerhin wurde davon abgesehen, auf Höhe der Lichtzeichenanlage wieder eine Aufgrabung einzurichten, die den Geh- und Radweg auf ungefähr 75 Zentimeter einengt:

    An Beschilderungen haben wir heute alles da. Fußgänger links, Fahrräder rechts, beides in beiden Richtungen oder doch lieber andersherum? Oder vielleicht doch nur Räder in einer Richtung? Klar, das linke Schild ist offenbar verdreht worden, aber das muss man auch erstmal verstehen:

    Der eigentliche Weg ist gewohnt mangelhaft, die gelb markierte Wegführung führt lustig über die Kante zwischen Rad- und Gehweg und zurück. Da passiert halt auch nur nie etwas, weil kein Mensch dieser Verkehrsführung folgt sondern entweder kreuz und quer oder ohnehin auf dem Gehweg gefahren wird:

    Weiter zur Ausfahrt des Baumarktparkplatzes. Die Sichtverhältnisse haben sich hier trotz des laublosen Frühjahrs noch nicht wesentlich verbessert, hier muss man wohl besser auf seine Vorfahrt verzichten. Das war vor dem Zweirichtungssystem allerdings kaum anders:

    Weiter geht es wie gewohnt mit mangelhaften Breiten von Rad- und Gehwegen durch eine durchaus frequentierte Bushaltestelle. Das ist bestimmt besonders toll, wenn der Bus zum Aussteigen hält und irgendeine der zwei bis vier Türen von Baken blockiert wird:

    Nun zu dieser tollen Stelle: Ihr kennt sie, ihr liebt sie! Radfahrer müssen hier ihre Grünphase erbetteln und damit der abbiegende Kraftverkehr nicht allzu lange behindert wird, bekommt man auch nur ein paar Sekunden lang grünes Licht und obendrein erst einen Moment nach Umschalten der Fahrbahn-Signalgeber, so dass Radfahrer aufgrund der anfahrenden Rechtsabbieger zum Verzicht auf ihre Grünphase motiviert werden und zur Verflüssigung des abbiegenden Kraftverkehrs freiwillig noch einen weiteren Umlauf warten. Warum man diese Ampel nicht vernünftig programmiert, verstehe ich auch nach vier Jahre noch nicht.

    Das ist aber alles eh egal, denn im weiteren Verlauf der Kieler Straße ist ab hier gar kein Radverkehr mehr vorgesehen. Hier wird wohl irgendwann eine Sperrung eingerichtet, so dass hier auch keine Markierungen oder Beschilderungen angeschleppt worden sind:

    Blick auf die Autobahnbaustelle: