Beiträge von Malte

    Ich frage mich, warum besagte Firma, wo vor ein paar Jahren schon einmal ein Fahrer einen Radfahrer tot gefahren hat und welche permanent in Hamburg unterwegs ist, nicht schon längst ALLE Fahrzuge entsprechende Abbiege-Assistenten an Bord haben. Wenn man schon nicht an die Radfahrer denken möchte, so kann man ja wenigstens an die eigenen Fahrer denken, welche am Ende persönlich die Zeche zahlen müssen?!

    Ich nehme mal an: Es kostet Geld und solange man sich das Geld sparen kann, weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen fehlen, wird das im Interesse der Umsatzziele bleiben gelassen.

    Nun ist der erste getötete Radfahrer in diesem Jahr zu beklagen: Ein 60-jähriger Radfahrer wurde von einem abbiegenden Lastkraftwagen in Hamburg-Wandsbek getötet. Beide Verkehrsteilnehmer fuhren gegen neun Uhr stadteinwärts die Rüterstraße stadteinwärts entlang, als der Lastkraftwagen-Fahrer nach rechts in die Wendemuthstraße abbiegen wollte. Das ganze passierte wohl an dieser Stelle: https://goo.gl/maps/UdpyMBKPvH4X2epd9

    Entgegen der Behauptung in den Medien existiert an dieser Stelle kein „Fußgängerüberweg“ im Sinne der Straßenverkehrs-Ordnung, es handelt um jeweils eine Querungsfurt für Radfahrer und Fußgänger. Die fehlerhafte Wortwahl lädt natürlich in den einschlägigen Kommentarbereichen der gesellschaftlichen Netzwerke wieder einmal zum Hass gegen radfahrende Menschen ein.

    Eine Mahnwache an der Kreuzung ist für morgen gegen 18:30 Uhr angesetzt.

    Und was mich an diesem Unfall ganz persönlich noch betroffen macht: Als ich noch in Hamburg-Eidelstedt gewohnt habe, begegneten mir regelmäßig Lastkraftwagen dieser Firma beim Rechtsabbiegen in die Reichsbahnstraße zum dortigen Betriebshof. Die Fahrer waren mitunter in einem Tempo unterwegs, dass sie im Ernstfall nicht mal ansatzweise auf nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer hätten reagieren können, gerade wenn beispielsweise vom linken Fahrstreifen neben einem haltenden Linienbus nach rechts abgebogen wird und der Fahrer überhaupt nicht einsehen kann, wer ihm in die Quere kommen könnte. Und wenn ich dann solche Fotos sehe, dann denke ich mir schon: Eventuell hätten sich solche Unfälle vermeiden lassen.

    Dass wir den Mann einfach so über die Lücke zwischen Wagen und Bahnsteig in den Zug hievten kam aber aus Versicherungsgründen nicht in Frage. Ich kann zwar die Begründung mit der Versicherung nachvollziehen — am Ende kippt der Rollstuhl um, der Mann wird schwer verletzt und niemand will’s bezahlen —, aber dass man keinen Rollstuhl über eine Lücke von vielleicht dreißig Zentimetern heben dürfe, das wollte mir nicht in den Kopf.

    Hier noch mal ein Tweet von @DB_Bahn über die Modalitäten mit Versicherungen, weswegen das Zugpersonal im Endeffekt quasi nichts anfassen oder anpacken darf: https://twitter.com/DB_Bahn/status/1216013941253582850

    Nunja. Die Polizei hat sinngemäß geantwortet, dass diese Art der Radverkehrsführung ein Einzelfall wäre und angeordnet würde, um der Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass dieses Zeichen 239 unabhängig vom jeweiligen Zusatzzeichen Unfug ist und Fehlverhalten begünstigt.

    Ich habe geantwortet:

    Auf meine E-Mails, die ich vor ein paar Monaten an den Verein „Die Holtenauer“ und an die einschlägigen politischen Vertreter geschickt hatte, bekam ich leider keine Antwort.

    Andererseits ist dieses Protokoll 352. Sitzung des Ortsbeirates Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook vielleicht schon Antwort genug:

    Zitat

    Außerdem würden Parkplätze unbedingt benötigt. Die Mobilität mit dem Auto müsse für die Kunden erhalten bleiben. Problematisch sei die Kreuzung Schauenburgerstraße nach der Umgestaltung. Seitdem in der Fahrradstraße vor den Ampeln Radaufstellflächen eingerichtet wurden, könnten kaum Autos die Kreuzung überqueren, was zu einem erheblichen Rückstau führe. Herr Schneider – Verein Die Holtenauer e. V. – ergänzt, dass keinesfalls an Parkplätzen gespart werden dürfe, da die Kunden sonst vermehrt zu Citti abwandern werden, insbesondere nach der Freigabe der Autobahnanbindung. Das Parkhaus in der Lornsenstraße werde leider zu wenig genutzt, da es zu eng und zu dunkel sei und keinen Fahrstuhl habe.

    Insofern mag ich weder glauben, dass sich die Gewerbetreibenden entlang der Holtenauer Straße für eine Verbesserung der Fahrradinfrastruktur begeistern werden. Denn egal was dort für den nichtmotorisierten Verkehr verbessert wird, es werden beinahe zwangsläufig Parkplätze für den Kraftverkehr entfallen. Für die Gewerbetreibenden ist es nach meiner Kenntnis geradezu existenzbedrohend, wenn beispielsweise die Stummel-Schutzstreifen für den Radverkehr zwischen den Kreuzungen entlang der gesamten Straße verlängert würden und das „nur mal ganz kurze“ ordnungswidrige Parken in der zweiten Reihe noch verbotener würde als bislang.

    Ich mache mir da nichts mehr vor und behaupte mal ganz frech: Diese Straße wird auch in zwanzig Jahren noch so aussehen wie heute. Die Stadtbahn oder Straßenbahn oder StadtRegionalBahn oder was auch immer wird auch nicht kommen, weil das ansässige Gewerbe aufgrund der während der Baumaßnahmen zu erwartenden Umsatzeinbußen protestieren wird, insofern wird auch die von Politik und Verwaltung daran gekoppelte Ertüchtigung der Radverkehrsinfrastruktur weiter auf sich warten lassen.

    Whatever. Mir ist das mittlerweile egal, denn ich mache einfach das, was Herr Freund schon befürchtet hat: Ich fahre einfach zum CITTI-Park. Seit dem Lückenschluss der Veloroute 10 über die Autobahn müssen wir von unserer Wohnung nur noch eine einzelne Ampelanlage und zwei nicht besonders stark frequentierte Straßen queren und sausen auf einer einwandfrei ausgebauten Veloroute direkt zu den Fahrradstellplätzen am CITTI-Park. Ich würde ja gern den Einzelhandel in der Holtenauer Straße unterstützen, aber leider fühle ich mich ohne Auto dort immer weniger willkommen.

    Zum Abschluss noch ein Foto von vor ein paar Tagen. Über einen Mangel an Fahrradständern kann man sich grundsätzlich nicht beklagen:

    Allerdings: Sie engen den Gehweg so sehr ein, dass das „Flanieren“ dort gar keine Freude mehr bereitet. Kommt uns ein Kinderwagen entgegen, können wir nicht mehr zu zweit nebeneinander laufen. Will man die Fahrradständer erreichen, kommt man im Regelfall nur über den untermaßigen Radweg dorthin, außer man erreicht eine der abgepollerten Lücken. Aber ich finde nach wie vor, die Aufenthaltsqualität wäre dort deutlich höher, wenn nicht so viele Kraftfahrzeuge in der Gegend herumstünden.

    Eine ganz interessante Zusammenstellung auf Twitter, die mal wieder verdeutlicht, wie stark das Empfinden des Lesers eigentlich von der Wortwahl des Artikels abhängig ist: https://twitter.com/phramewerk/status/1213425233400651777

    Und nun sitze ich da und überlege, wie einträchtig und harmonisch unser Straßenverkehr ablaufen könnte, hätten wir uns die ganzen CSU-Bundesverkehrsminister mit ihrem „Kampfradler“-Vokabular oder die so genannte „Berichterstattung“ mit den ganzen Radfahrer-Synonymen in den Tageszeitungen gespart.

    Und dann war da noch ein Tweet der Polizei Reutlingen:

    Zitat

    69-jähriger #Jogger ist am Dienstagnachmittag bei #OstfildernNellingen von einem Auto angefahren und schwer verletzt worden. Der Sportler trug dunkle Kleidung, weshalb ihn die Autofahrerin nicht rechtzeitig sehen konnte.

    Alle Infos: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110976/4458459

    Mir ist klar, dass sich in 280 Zeichen nicht jeder Sachverhalt erschöpfend und ausgewogen darlegen lässt. Aber diese Darstellung der Vorkommnisse halte ich für etwas unglücklich: Wenn man den Tweet liest, scheint der Jogger den Unfall verursacht zu haben, weil er nämlich dunkle Kleidung trug — das ist dank der regelmäßigen Wiederholung in der Polizeipresse im Kopf des Lesers immerhin eine der Hauptunfallursachen.

    Dass zu einem solchen Unfall aber auch noch eine weitere Partei gehört, die in diesem Fall ein Kraftfahrzeug gelenkt hat und für die Sichtverhältnisse offenbar zu schnell unterwegs war, fällt da glatt unter den Tisch.

    Oder das hier: https://www.facebook.com/groups/1380190…14347665831684/

    Zitat

    Die Fahrerin konnte durch das Kennzeichen ermittelt werden und hat sich schriftlich geäußert: Sie schreibt, ich hätte ihr ja schließlich eine Kreuzung vorher (auch Fahrradstrasse) die Vorfahrt genommen (habe ich nicht), deswegen hätte sie sich gefreut, als sie im Rückspiegel sah, dass ich gestürzt sei und, (Zitat): "[weil] ich mich innerlich über den Radfahrer ärgerte, habe ich mich über das "Karma" gefreut und fuhr weiter in die Arbeit".

    Das war für die Staatsanwaltschaft scheinbar Grund genug, das Ermittlungsverfahren nicht weiterzuführen.

    Manchmal wundere ich mich ein wenig, wie in den Polizei- oder Medienberichten zu Unfallursachen immer wieder bewusst oder unbewusst versucht wird, die Schuld oder Verantwortung von unfallverursachenden Kraftfahrern zu verniedlichen. Zum Beispiel: 80-Jährige in dichtem Nebel von Auto erfasst und tödlich verletzt

    Zitat

    Im Kreis Diepholz erfasste in der Silvesternacht ein Auto eine Fußgängerin. Diese starb bei dem Unfall. Offenbar war dichter Nebel Schuld daran, dass der Autofahrer die Frau übersah.

    Ich glaube, der Nebel ist genauso wenig schuld wie die tiefstehende Sonne oder der grell leuchtende Mond: Primär ist die Fußgängerin gestorben, weil ein Kraftfahrer nicht mit dem Nebel angepasster Geschwindigkeit unterwegs war; das hat meines Erachtens auch nichts mit „übersehen“ zu tun. Natürlich mag man im weiteren Verlauf auch die Frage stellen, ob man als Fußgängerin nicht gerade bei diesen Sichtverhältnissen ganz besondere Vorsicht walten lassen sollte, aber das ändert erstmal nichts an der primären Unfallursache.

    Nach einer kurzen Verschnaufpause inklusive sauberer und rauchfreier Toiletten in der DB-Lounge im Hamburger Hauptbahnhof…

    … wird es ernst:

    Das Tolle ist aber: Auch wenn der EuroCity ab morgen nicht mehr über die Fähre fährt, ändert sich erst einmal nichts:

    Vielleicht spielt mal wieder der Bordcomputer nicht mit. Wer jetzt aber dachte, es wäre noch Zeit für einen kurzen Snack im Food-Court für die Überfahrt, sollte sich nicht darauf verlassen, dass die Verspätung, die einst angekündigt wurde, auch wirklich eingehalten wird:

    Schließlich nähert sich ein Dreipunkt-Spitzensignal aus der Abstellung, Kameras werden gezuckt, ein bisschen gejubelt, stattdessen rollt aber nur ein Doppelstockwagen des Metronom rein und grüßte freundlich mit „Guten Abend“.

    Kurz darauf wird es hektisch: Der EC 39 rollt an den Bahnsteig. Es bleibt nicht viel Zeit für Fotos, schließlich haben wir ja schon Verspätung, statt den normalerweise etwa zwanzig Minuten Aufenthalt am Bahnsteig soll es heute möglichst gleich sofort wieder zurück nach Kopenhagen gehen, wir haben ja schließlich viel vor und Zeit, wer hat schon Zeit, die Zeit ist schon vor fünf Minuten abgefahren, es ist allerhöchste Eisenbahn!

    Ich sichere mir erst einmal ein paar Andenken. Ich glaube zwar nicht, dass ich die Teile irgendwann gewinnbringend versteigern kann, aber immerhin habe ich jetzt ein nettes Andenken an die heutige Fahrt:

    Ansonsten ist der Zug überraschend leer, vielleicht gerade mal halbvoll. Da kenne ich aus den dänischen Gumminasen nach Aarhus ganz andere Zustände. Wenigstens bei der allerletzten Abschiedsfahrt hätte ich erwartet, dass sich die Fotografen im Zug stapeln.

    Lübeck. Einsteigen zur letzten Fahrt nach Kopenhagen! Hier beehren uns tatsächlich eine ganze Menge Fahrgäste, die entweder einen riesigen Koffer dabei haben oder aber am Vormittag für einen Besuch des Weihnachtsmarktes aus Dänemark angereist sind — und, Pardon, auch dementsprechend beseelt sind. Welch denkwürdiger Zug an diesem denkwürdigen Abend vor ihnen steht, ist den Reisen vermutlich gar nicht bewusst.

    Oldenburg in Holstein. So viele Fahrgäste, wie hier aussteigen, war das Motto der heutigen Fahrt wohl „Dabei sein ist alles“.

    Beim EuroCity sitzt das Makrophon heute etwas lockerer, gegrüßt wird jede Milchkanne entlang der Strecke. Stellwerk? Bahnübergang? Bahnhof? Gegenzug? Heute wird jeder verabschiedet!

    Wir sorgen derweil im Zug für ein bisschen bessere Stimmung, auch wenn wir ein bisschen Angst haben, dass der bald entgegenkommende EC 38 die rote Lichterkette womöglich für ein Signal halten könnte:

    Die Zeit vergeht wie im Flug, Pardon, wie im Zug, während ich noch mit ein paar kamerabewehrten Mitreisenden und einem Reporter des Deutschlandfunks quassele.

    Das einträchtige Schwelgen in Erinnerungen von Menschen, die mal Lokführer waren und Menschen, die schon als Kind über die Vogelfluglinie geflogen gefahren sind und einer Dame, die sowohl mit ihrem riesigen Koffer als auch der Tatsache, dass diese Zugfahrt von einer dreiviertelstündigen Fährverbindung unterbrochen wird, erheblich überfordert ist, wird plötzlich vom Scheppern der Gleise auf der Fehmarnsundbrücke beendet. „Wir sind gleich da“, ruft jemand und wir schauen gespannt aus dem Fenster auf der Suche nach dem Gegenzug EC 32, der hier gleich irgendwo auftauchen sollte.

    Stattdessen herrscht plötzlich große Aufregung im Zug, als wir uns dem Fährbahnhof und dem mir mittlerweile vertrauten Funkloch zwischen Oldenburg und Burg auf Fehmarn nähern. Das liegt an zwei Dingen: Einerseits stand die Regionalbahn, die um 19:15 Uhr aus Puttgarden nach Lübeck fahren sollte, mitten im Güterbahnhof herum und wartet. Und wenn sie dort steht, dann steht wohl auf ihrem Bahnsteiggleis jemand anders: „Der EC 32 ist noch da“, tut plötzlich jemand seine neu gewonnenen Informationen aus dem Internet kund, „DER EC 32 IST NOCH DA.“

    Angeblich litt der EC 32 unter einem defekten Funkgerät und hätte es nicht rechtzeitig aus dem Bahnhof herausgeschafft.

    Angeblich.

    Unser EC 39 orgelt auf dem Weg zum Bahnsteig sein dreitöniges Makrophon rauf und runter und kriegt sich gar nicht mehr ein und wir finden uns plötzlich inmitten einer kleinen Abschiedsparty wieder, während aberdutzende Eisenbahnfans auf dem Bahnsteig aufgewühlt mit ihren Kameras im Dauerfeuer hin und her rennen:

    Ich traue mich nicht besonders weit aus dem EC 39 heraus, will schließlich nicht ohne Faltrad und meinen halben Hausrat auf dem Bahnsteig zurückgelassen werden, springe aber schließlich aus der dritten Tür raus, durch die vierte Tür wieder rein und stoße auf dem Weg nach vorne im engen Gang beinahe mit entgegenkommenden Fotografen zusammen, während neben uns in den Vierersitzgruppen verständnislose Reisende sitzen, die überhaupt nicht verstanden, was hier gerade vor sich geht.

    Nach viel zu kurzen fünf Minuten Aufenthalt am Bahnsteig trollt sich der EC 39 zum allerletzten Mal auf die Fähre:

    Angekommen.

    Es wird noch kurz per Lautsprecherdurchsage kundgetan, dass wir bitte den Zug verlassen mögen und der Aufenthalt auf dem Fahrzeugdeck während der Fahrt aus Sicherheitsgründen verboten wäre, aber das Augenzwinkern war selbst durch den Lautsprecher hindurch deutlich zu sehen.

    Heute werden die Sicherheitsbestimmungen etwas lockerer ausgelegt, das Fährpersonal war ganz gut mit dem Anfertigen von Fotos ausgelastet und erklärte bereitwillig die Modalitäten bei der Verladung eines Zuges auf eine Fähre.

    Eine weitere Menschentraube bildet sich an der Spitze des Zuges, Kameras werden durch die knapp einen Meter breite Lücke zwischen dem Schott des Schiffes und den Pausbacken der Gumminase manövriert. Jemand hat dort einen laminierten Zettel und zwei Fahnen angebracht und offenbar waren wir, wie ich später erfuhr, schon seit Hamburg derart geschmückt unterwegs. Vielleicht war die mangelhafte Klebfähigkeit von Klebestreifen auf kaltem Untergrund auch der Grund für die verspätete Bereitstellung des Zuges?

    Ich habe auch noch zwei Erinnerungsfotos an diesen Tag:

    Kurz vor 20 Uhr begebe ich mich wieder nach unten aufs Fahrzeugdeck. Mein Plan für die nächsten 15 Minuten: Dem Zug mit dem Faltrad hinterherfahren, ein paar Fotos schießen, währenddessen die Helmkamera laufen lassen. Dann durch die Polizeikontrolle, gleich wieder zurück zum Bahnhof, noch einige Fotos schießen, dann zu Fuß wieder über den Landgang auf die Fähre und wieder rüber nach Puttgarden.

    Aus irgendeinem Grunde ging ich bei der Planung dieses Vorhabens davon aus, alle Fahrgäste stiegen wieder artig in den Zug, während ich als einziger mit dem Fahrrad nach dem EuroCity und vor den LKWs von der Fähre fahren könnte, so dass ich anschließend im Besitz einer einmaligen Filmaufnahme der letzten Fährüberfahrt wäre.

    Natürlich denkt aber gar niemand daran, den Sicherheitsbestimmungen an diesem denkwürdigen Abend Respekt zu zollen, stattdessen stehen Dutzende Fahrgäste vor dem Schott herum und schießen immer noch Unmengen an Fotos.


    Dann…

    … öffnet sich das Schott…

    … und los geht’s:


    Glücklicherweise habe ich immer Gehörschutz dabei, denn der Zug trötet unablässig wie ein trauriger Elefant, während er zum allerletzten Mal von der Fähre herunter rollt:

    Die Fahrgäste im Zug winken unablässig (mittlerweile dürften auch Unbeteiligte verstanden haben, dass diese Fahrt etwas besonderes war), die Eisenbahnfans außerhalb des Zuges fotografieren und filmen unablässig. Ich habe ja nun echt nicht besonders viel Ahnung von Eisenbahnen, aber das war wirklich ein bisschen emotional. Tjoa.

    Der Zug fährt geradeaus an den temporären Bahnsteig, der vor einigen Jahren für die Grenzkontrollen auf der dänischen Seite errichtet wurde. Ich darf da natürlich nicht hinterherfahren — Brompti ist ja keine Eisenbahn — und nehme den Umweg

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    Eine Felge gibt’s für 30 bis 40 Euro, die Montage kommt noch oben drauf.

    Nach 7.600 Kilometern wurden vor zwei Wochen die Felgen gewechselt. Eine neue Felge kostet knappe 30 Euro, die Montage vorne 40 Euro, die Montage hinten 47 Euro, macht also insgesamt knappe 150 Euro. Sinnvollerweise werden auch gleich die Bremsbeläge bei dieser Gelegenheit erneuert, die kosten pro Paar je nach Qualität etwa 10 Euro, für das Wechseln im Zuge der Reparatur wurden 13 Euro veranschlagt — so etwas kann man aber auch eigentlich selbst machen.

    Ungefähr 200 Euro finde ich nach 7.600 Kilometern nicht allzu schlimm, allerdings fahren andere Menschen ihr Brompton auch locker doppelt so lange, bis die Felgen durch sind. Das hängt aber natürlich auch vom Einsatz, vom Fahrstil und von der Witterung ab.

    Gerade aus dem Zug gesehen: In Hamburg-Harburg führt entlang der Hannoverschen Straße auch so ein prächtiger Zweirichtungsradweg mit genau den gleichen tollen engen Fahrstreifen für den Radverkehr. War zufällig schon mal jemand dort? Sonst sehe ich mir das nächstes Jahr mal genauer an.

    Meine Wege werden zukünftig im Saaletal (Jena) und vermutlich auch ein wenig zwischen Pleiße, Parthe und Weißer Elster (Leipzig) zurückgelegt werden - im Unterschied zu meinen letzten ca. 30 Fahrradjahren dann ab jetzt auch mit ordentlich Höhenmetern.

    Kommst du zur Critical Mass Leipzig? Die ist angesichts der Reaktionen der Kraftfahrer ein bisschen hanseatisch angehaucht ^^