Beiträge von Malte

    Was mich da jetzt stören würde, wären die ungenutzten Gegenhalter für die mechanische Schaltung. :|

    Ganz bestimmt, das dachte ich erst auch. Andererseits: Auch wenn die elektrische Schaltung laut Berichten im Netz super stabil ist, kriege ich die bestimmt irgendwie kaputt — insofern ist es vielleicht gar nicht verkehrt, im Notfall wieder auf eine mechanische Schaltung umbauen zu können, als noch mal über tausend Euro für eine weitere DI2 auszugeben.

    Off Topic: Wenn es um Hochzeiten geht sitzt auch bei viel für "die eine Hochzeit im Leben" das Geld etwas lockerer, was viele Geschäftsleute wissen und ausnutzen. Location, Kleidung, DJs, ... lassen sich diese Veranstaltungen sehr gut bezahlen.

    Jeder muss selbst entscheiden, wie seine Hochzeit aussehen soll. Ich habe den Eindruck, dass Hochzeiten mittlerweile zu teuren durchgeplanten Großevents werden. Deswegen möchte ich einmal sagen, dass es auch anders geht und man auch mit wenig Geldeinsatz eine schöne Hochzeit haben kann. Ich weiß von folgenden günstigen Hochzeiten:

    • Nach dem Standesamt kam der engste Kreis und eine Kiste Bier zur Feier nach Hause. Keine Extra-Hochzeitskleidung.
    • Nach dem Standesamt ins Restaurant (kleinster Familienkreis)
    • Keine Extra-Hochzeitskleidung, sondern nur Dinge, die später auch getragen werden. Keine Ringe. Keine Geschenke, sondern jeder bringt was fürs Büffet.

    Naja, unsere Hochzeit wird eigentlich schon einigermaßen günstig. Nach dem Standesamt geht’s zum Feiern in eine einigermaßen „alternative Location“, in der wir zwei Räume für einen günstigen Unkostenbeitrag mieten konnten, dort wird dann ein vegetarisches Mittagessen aus möglichst regionalen Produkten serviert, die Gäste mögen bitte ihr eigenes Geschirr und vielleicht noch einen Kuchen mitbringen. Eine Abendveranstaltung gibt es nicht, weil die Trauung bereits morgens um 8 Uhr stattfindet, insofern entfällt auch der DJ (Gott bewahre, wenn man mehr als Top 40 will, ist das auch gleich unbezahlbar).

    Aber Ringe, ein Hochzeitsfotograf und die ganzen Gebühren kommen trotzdem noch oben drauf. Damit liegen wir momentan bei knapp 3.500 Euro und das ist für eine Hochzeit noch ganz vertretbar, finde ich.

    Zitat von § 39 Abs. 6 StVO

    Verkehrszeichen können an einem Fahrzeug angebracht sein. Sie gelten auch während das Fahrzeug sich bewegt. Sie gehen den Anordnungen der ortsfest angebrachten Verkehrszeichen vor.

    Von meinem Arbeitsplatz habe ich einen ganz guten Blick auf den Hamburger Domplatz, der übrigens früher einmal ein Parkplatz war.

    Ende Januar wurden dort die ersten Wahlplakate aufgestellt, natürlich und wie jedes Mal wurde dazu der Radfahrstreifen beparkt. Das korrespondiert prima mit der Verkehrswende, die in diesem Jahr natürlich und wie jedes Mal ein wichtiges Element des Wahlkampfes ist.

    Kurz darauf feierten die Bündnisgrünen die Aufstellung ihres Wahlplakates mitten auf dem Domplatz, damit auf den Fotos nicht die Wahlwerbung der Konkurrenz zu sehen ist.

    Und dann geht auch noch die Karre kaputt. Echt unglücklich, so ein Wahlkampftag, und das alles ausgerechnet auf dem Radfahrstreifen zwischen Dom- und Steinstraße, die beide ohnehin relativ unschön zu befahren sind:

    Sogar die Christdemokraten machten in diesem Jahr was über den Klimaschutz, der ja eigentlich ein Teil der DNA einer konservativen Partei sein sollte. Nun ist natürlich jedem klar, sowohl den Christdemokraten als auch deren Wählern, dass die CDU mit Klimaschutz ungefähr gar nichts am Hut hat und es sich um bloße Wahlkampftaktik handelt:

    Dann besann man sich allerdings recht schnell und drehte den Wahlkampf auf das angebliche rot-grüne Versagen in der Verkehrspolitik um. „Weniger Stau, mehr We!nberg“ — ich muss zugeben, schon bessere Sprüche gelesen zu haben. Vor allem ist das eine ganz schön mutige Ansage angesichts des eigenen Verkehrskonzeptes, das ja grundsätzlich nur aus „mehr Straßen und breiten Straßen und mehr Parkplätzen und bitte keine Fahrräder“ zu bestehen scheint.

    Eventuell hat die CDU festgestellt, dass sie außer der Verkehrspolitik in keinen Themen ordentlich punkten kann, so dass die Junge Union mit Herrn We!nberg schilderbewehrt durch die Stadt ziehen musste. Natürlich wollte man den echten Verkehr nicht behindern und lief darum nicht auf der Fahrbahn, sondern auf dem Radweg herum:

    Dann gibt es da noch eine blaue Partei, über die ich aber eigentlich nicht reden möchte.

    Die AfD mischt da fröhlich mit und verfolgt grundsätzlich das gleiche Verkehrskonzept wie die CDU, nur in glaubwürdig: Die AfD braucht nämlich keine Rücksicht auf radfahrende Wähler zu nehmen, weil sie die ohnehin niemals erreichen wird, und braucht dementsprechend nicht diesen christdemokratischen Eiertanz zwischen den Wählerstimmen der Kraftfahrer, auf die man unbedingt angewiesen ist, und den Stimmen der Nicht-Kraftfahrer, die man auch gerne hätte, aufzuführen. Die AfD kann ganz knallhart darlegen, dass sie Politik für Kraftfahrer und gegen Radfahrer machen wird. Und ich nehme ihr das vollkommen ab.

    Dann geht man aber doch noch in den Schneeflöckchenmodus über: „Meinungsfreiheit? Ohne Kritik keine Demokratie!“ Was die Deutschalternativen wieder verwechseln: Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jede Meinung widerspruchslos geschluckt werden muss. Kritik ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie — Ups, das steht ja sogar auf dem Plakat! Was aber gemeint ist: Jeder soll Bitteschön seine eigene Meinung („Kritik“) äußern dürfen, aber niemand darf diese Meinung kritisieren. Oha.

    Und „Freitags wieder Schule“. Wie gesagt, ich finde es ja echt erschreckend, aber die AfD ist echt die einzige Partei, die ihre Wahlversprechen nicht hinter schnulzigem Bullshit versteckt: Radfahrer und Umweltschützer und Linke werden es schwer haben, wenn die AfD an die Macht geraten sollte.

    Und dann ist da noch irgendwie die SPD. Die Sozialdemokraten versuchen es ebenfalls mit einer Neuauflage ihrer Plakate und ich fühle mich auch gleich ein bisschen wohler im Bureau, seit Tschentscher mir nicht mehr die ganze Zeit auf den Bildschirm starrt.

    Das Element des Klimaschutz wurde dann am Freitagnachmittag wieder im Straßenverkehr platziert. Einige Mitstreiter von Extinction Rebellion und FridaysForFuture warben für die nächste Großdemonstration am kommenden Freitag:

    Das fand natürlich nicht jeder gut. Am schönsten ist es dann aber immer wieder, sich die CO2-Bilanz veganer Ernährung von jemandem vorrechnen zu lassen, der im SUV gebettet denkt, das Soja für fleischfreie Alternativen würde im Amazonas-Regenwald angebaut.

    Nun ja.

    Ich bin ja nach wie vor gespannt, wie die Ergebnisse am nächsten Sonntag aussehen, insbesondere hinsichtlich der Freidemokraten, die diesen gethüringerten Wahlkampf womöglich nicht übersehen könnten.

    Der Tagesspiegel schreibt: Eine vertane Chance für sicheren Radverkehr

    Unter anderem heißt es da:

    Zitat

    Warum nur Schrittgeschwindigkeit beim Abbiegen und keine verpflichtenden Abbiegeassistenten? So könnte man wirklich Leben retten. Warum gilt der Mindestüberholabstand nicht ausdrücklich auch für Radwege und Schutzstreifen? Dabei wurde an Schutz- und Radstreifen nach den Messungen des Tagesspiegel Radmesser fast genauso dicht überholt.

    Vor allem bin ich mir immer noch nicht sicher, ob die Schrittgeschwindigkeit beim Abbiegen denn wirklich immer gilt. Die Formulierung, die das Bundesautomobilministerium vorgeschlagen hat, sah ja eine Schrittgeschwindigkeit zum Abbiegen bei jeder möglichen und unmöglichen Stelle vor, auch dort, wo gar kein Rad- oder Fußverkehr queren kann oder wo aufgrund der entsprechenden Lichtsignalanlagen eine Schrittgeschwindigkeit nicht besonders sinnvoll wäre.

    Nun heißt es aber:

    Zitat

    Wer ein Kraftfahrzeug mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 t innerorts führt, muss beim Rechtsabbiegen mit Schrittgeschwindigkeit fahren, wenn auf oder neben der Fahrbahn mit geradeaus fahrendem Radverkehr oder im unmittelbaren Bereich des Einbiegens mit die Fahrbahn überquerendem Fußgängerverkehr zu rechnen ist.

    „(…) wenn (…) zu rechnen ist“ ist ja mal so schwammig wie möglich formuliert. Wenn heute ein nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer von einem abbiegenden Lastkraftwagenfahrer getötet wird, hat der Fahrer ja offenbar auch nicht mit Radfahrern oder Fußgängern gerechnet. Andererseits muss nach meiner Interpretation abseits von Bundesautobahnen oder Kraftfahrstraßen überall mit Radfahrern oder Fußgängern gerechnet werden.

    Irgendwie ist diese Formulierung auch wieder ganz besonders halbgar.

    Nachdem ich mich in einem Moment geistiger Umnachtung für die Hamburger Cyclassics am 16. August angemeldet habe, muss nun noch das richtige Fahrrad her. Natürlich könnte ich die hundert Kilometer auch mit dem Faltrad oder dem Bahnhofsrad oder dem „großen“ Fahrrad mit Scheinwerfer und Gepäckträger und breiten Reifen antreten, aber ich wollte heute bei Trenga in Harburg mal nachsehen, was die denn für schicke Flitzer haben.

    Bloß gut, dass ich mein Portemonnaie zu Hause gelassen habe. Das GLR 6.6 kann man quasi mit dem kleinen Finger anheben und eine elektrische Schaltung ist ja mal sowas von sexy:

    Absolut geil zu fahren, obwohl das Vorführrad noch nicht einmal die richtige Rahmengröße hatte. Und vor allem schnalzt die Shimano Ultegra DI2 die Gänge präzise durch und der Umwerfer bewegt sich abseits des eigentlichen Schaltvorganges je nach Stellung des Schaltwerks noch ein paar Millimeter nach links und rechts, damit die Kette nicht schleift und alle Gänge hinten fahrbar sind.

    Jetzt muss ich entweder Willensstärke zeigen oder zusätzlich zu einer weiteren BahnCard 100 und einer kompletten Hochzeit auch noch ein geiles Rennrad finanzieren.

    Ich habe das drüben im Woltlab-Forum gerade mal ausprobiert: Verschachtelte Zitate

    Im Editor kann ich mehrere Zitate ineinander schachteln, aber in der Beitragsvorschau und im eigentlichen Beitrag bleibt nur die erste Ebene übrig. Da dieses Verhalten aber auch auftritt, scheint es sich um ein Problem der Forensoftware zu handeln — da sehe ich leider momentan keine andere Möglichkeit als auf einen Bugfix zu warten.