Fahrradmitnahme im ICE-L

  • Heute bin ich unfreiwillig in die Verlegenheit geraten, mit dem neuen Qualitätsprodukt der DB Fernverkehr AG zu fahren.

    In Wagen 1 des kilometerlangen Gliederzuges werden acht Fahrradstellplätze angeboten, in Räder vertikal eingehängt werden. Waagerechte Stellplätze, in denen das Hinterrad auf dem Boden verbleibt, die im ICE 4, ICE-T oder alten InterCity-Zügen, gibt es hier nicht mehr. Dafür gibt es aber immerhin Platz ohne Ende: Obwohl die Wagen nur 4,8 cm breiter sind als beim ICE 4, wirkt das Fahrradabteil geradezu gigantisch — auch wenn der Eindruck sicherlich der Leere am heutigen Sonnabendmorgen geschuldet ist:

    Auch mit dem Fahrrad gerät man in den Genuss eines ebenerdigen Einstiegs bei 76 cm hohen Bahnsteigen und man muss das Rad nicht wie im ICE 4 so seltsam um die Ecke wuchten. Mit der komischen Aufhängen hingegen habe ich so meine Probleme. Einerseits sind die Halterungen endlich auch für fette E-Bikes ausgelegt, die in den bisherigen Halterungen allein aufgrund der dicken Reifen ihre liebe Not hatten, andererseits rutscht mein Rad dort ständig zur Seite raus:

    Und das ist auch der Grund, warum ich schon nach der allerersten Fahrt Bedenken habe, mein Rad hier noch mal zu transportieren: Der Gliederzug läuft unruhig genug und schleudert bei jeder Weiche, so dass es nur wenige Minuten dauert, bis mein Rennrad-Reifen aus der Halterung rutscht und das Rad mit dem Lenker gegen die Innenwand schlägt. Mag sein, dass breitere Reifen dort besser halten, aber ich stelle es mir schon unangenehm vor, wenn dort vier Räder hängen und deren Lenker und Pedale fröhlich hin und her knallen wie in einer Glocke. Klar, das sind Gebrauchsgegenstände, da gehören Kratzer und Macken im Lack nunmal dazu, aber ich habe ja gleich wieder Schiss davor, dass mir irgendjemand mit seinem Lenker eine Speiche oder das Schaltwerk rausreißt.