Beiträge von Fahrbahnradler

    Da war ich noch Fußgänger und bin mit meinem besten Kindergartenfreund unbegleitet dorthin gelaufen. Einmal kamen wir zwei Stunden zu spät. =OAllzusehr hat es uns im Kindergarten offensichtlich nicht gefallen. ;)

    In Großstädten (Erfurt, Halle) bin ich erst mit 13-14 Jahren gefahren, meine Heimatstadt war gerade halb so groß wie Stade. Dort war so richtiger Mischverkehr mit -im Vergleich zu heute- hohem Anteil an Mopeds und kleinen Motorrädern, auch Mähdrescher, Panzer und andere Militärfahrzeuge fuhren auf öffentlichen Straßen. Die gefürchtetsten Engüberholer fuhren übrigens Moped.

    Doch mein schlimmster Unfall war ein - Trommelwirbel - Alleinunfall. Im Wald ist meine Mutter mit ihrem 7-jährigen Sohn auf einer Schotterpiste bergab gefahren. Der hatte ein 20-Zoll-Rad mit Rücktritt und einer Stempelbremse am Vorderrad. Der Rücktritt war nicht dosierbar und die Stempelbremse nahezu unwirksam, sodass ich schreiend den Berg runterrollte und in der rechtwinkligen Kurve am Ende der Abfahrt geradeaus bis zum nächsten Baum gefahren bin. Meine Mutter hat sich natürlich große Vorwürfe gemacht und schon befürchtet, dass ich nie wieder Rad fahren will. .. Zum 10. Geburtstag bekam ich endlich ein Rad mit Felgenbremse, damit war das Trauma überwunden. ;)

    Kurzum: Als problematisch empfand ich weniger den Verkehr, sondern die Ausstattung der Räder und Qualität der Straßen und Wege.

    Oh je, das erinnert mich an meine Alpentour anno 2003, als der Fahrradhändler vorher sagte: "Vorsicht, Sie haben ein altes Rad, das kann von innen schon angerostet sein, fahren Sie bitte vorsichtig, und überlasten Sie Ihre Bremsen nicht!"

    Was habe ich gemacht?

    Nach ein wenig Osttirol und Dolomiten den Predelpass runter nach Slowenien und zum Abschluss den Wurzen mit 18 % runter nach Kärnten - den allerdings in besserem Schritttempo, weil ich befürchtete, sonst in den Spitzkehren die Auslaufzone für Lkw benutzen zu müssen.

    Danach gab es dann ein neues Fahrrad mit guten Bremsen und die Abfahrt vom Stilfser Joch und dem Berninapass mit Tempo 75. :)

    (Den Temporekord mit >80 habe ich allerdings in Thüringen aufgestellt ...)

    Mit Gehwegradlern hatte ich gestern einen Beinahe-Unfall. Ich komme mit dem Auto aus dem Parkplatz von famila an der Steilshooper Allee.

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    Ich stehe und schaue, wie der Querverkehr aussieht. Von links kommen 3 Fahrräder. Eines auf dem Radstreifen, zwei mit voll Karacho auf dem Gehweg. Nein, sie haben nicht gebremst, sondern sind über die Bordsteinkante auf den Radstreifen gehüpft. Und die Dame auf dem Pedelec ist prompt wieder auf den Gehweg.

    Als ich sie das nächste Mal gesehen (= eingeholt) habe, war sie hier:

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    Die muss gefahren sein wie eine gesengte Sau, und immer auf dem Gehweg an der roten Ampel vorbei.

    Die Polizei ist mit präziseren Angaben dabei:

    Zitat

    Gestern ist es am frühen Abend im Hamburger Stadtteil Tonndorf zu einem Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem neunjährigen Radfahrer gekommen, bei dem das Kind verletzt worden ist.

    Den bisherigen Erkenntnissen des Verkehrsunfalldienstes Ost (VD 3) zufolge hatte der Neunjährige zunächst den rechtsseitigen Gehweg des Rahlaukamp in Richtung Wilsonstraße befahren. An der Kreuzung angekommen, fuhr das Kind auf den Fußgängerüberweg.

    Der 32-jährige Fahrer des Ford Fiesta, der die Wilsonstraße in Richtung Tonndorfer Hauptstraße befahren hatte, nahm den Jungen offenbar zu spät wahr - ihm gelang es nicht mehr, den Zusammenstoß zu verhindern.

    Also: vor dem 10. Geburtstag auf dem Gehweg geradelt. Ist erlaubt. Aber man schaue sich die Straße an:

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    Warum quetscht man sich da zwischen Laternenmast und Hecke durch, anstatt auf der Fahrbahn zu radeln? Dazu noch Hofeinfahrten (Spedition) und Hauseingänge ...

    Und dann kommt das Kind an die Kreuzung.

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    Auf der Fahrbahn: alles roger, sehr übersichtlich.

    Auf dem Gehweg: ein 90-Grad-Schwenk nach rechts (hoffentlich komm da kein Fußgänger entgegen) und gleich noch ein 90-Grad-Schwenk nach links. Natürlich ohne abzusteigen.

    Neuer Radweg an der K 53 zwischen Griemshorst und Kammerbusch sorgt für mehr Sicherheit | Landkreis Stade (landkreis-stade.de)

    Sollte wohl heißen: "Neuer Radweg an der K53 erweckt den trügerischen Eindruck von mehr Sicherheit."

    Das ist hier: OpenStreetMap Wer braucht da einen "Radweg"?

    Die beiden Antworten finden sich im Artikel:

    1.

    Zitat

    gibt das ein gutes Gefühl.

    Gefühl! Und Du fragst nach Fakten! Also echt ... damit kannst Du nicht mal Homöopathiejüngern und Leerdenkern kommen ...


    2.

    Zitat

    Die Kosten des neuen Rad- und Gehweges in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro

    Warum wohl steht da ein freudestrahlender Vertreter des Bauunternehmens im Bild?

    Aus dem Newsletter der "Zeit" in der Rubrik "Hamburger Schnack":


    Zitat

    Im Schanzenviertel: Ein Fahrradfahrer steht neben einem Cabrio-Sportwagen an der roten Ampel. Es wird grün, der Cabriofahrer beschleunigt übermäßig und muss an der nächsten Ampel scharf bremsen. Etwas später stehen beide wieder nebeneinander. Das wiederholt sich ein weiteres Mal. Da beugt sich der Fahrradfahrer herunter und ruft dem Fahrer zu: »Es tut mir in der Seele weh zu wissen, dass ich Ihren Tankrabatt mitfinanziere!«

    Tja, was Du und offenbar manche andere für "normal" halten, halten viele andere für eine Perversität des Kapitalismus.

    Die Grafik da oben ist Voodoo. Der Text in der Erläuterung ist blanke Theorie und suggeriert, als würde sich die "Nachfrage" nach, sagen wir, Trinkwasser/Brot/Heizenergie nicht nach dem Bedarf, sondern nach dem Preis richten, und am Schnittpunkt ist alles gut.

    Fahrradinfrastruktur:

    Neulich hatte ich auf diesen Artikel hingewiesen:

    „Absolute Katastrophe“: Wichtige Straße soll schrumpfen – Anwohner auf Zinne
    „Das ist eine absolute Katastrophe!“ Heike Paulsen kann es einfach nicht fassen – und sie ist nicht alleine damit. Die Rodigallee in Jenfeld, die parallel
    www.mopo.de

    Der Kollege von Hamburgize.com hat ein Foto dieser Straße hochgeladen, aufgenommen am Montag 22.8.2022 um 17:20 Uhr, also außerhalb der Sommerferien und mitten in der Rush Hour:

    (de)hamburgize.com
    Better Cycling for Hamburg
    hamburgize.blogspot.com

    Die Lösung der Fahrradinfrastruktur-Frage befindet sich zwischen den Bordsteinkanten.

    Was für eine Wortwahl:

    Zitat

    Nun können sie ganz regulär auch die Autofahrbahn nutzen.

    Und dann dieses:

    Zitat

    Eine kleine Ausnahme bildet noch ein kurzer Abschnitt in Höhe des Landgerichts. In Richtung Leipziger Turm gilt zwischen Rathausstraße und Gustav-Anlauf-Straße für wenige Meter doch noch eine Radwegebenutzungspflicht.

    Hm.

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    A7 in Bayern: Falsche Verkehrsführung auf Autobahn – Autos landen auf der Gegenspur
    In einer Baustelle auf der A7 bei Rothenburg ob der Tauber kam es zu Verkehrschaos: Eine Spur war für beide Richtungen freigegeben – offenbar der Fehler des…
    www.spiegel.de

    Man sieht: wo es um den »richtigen Verkehr« geht, kommt sofort die juristische Keule:

    Zitat

    Gegen die Verantwortlichen läuft ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.