Beiträge von Fahrbahnradler

    Als Vertreter der älteren Generation kann ich sagen: dieses FJS-Happening auf der Inntal-Autobahn "in meiner Zeit" war für ökologisch und friedenspolitisch Bewegte eine absolute Provokation.

    Blockaden von Atomwaffendepots wie in Mutlangen wurden als Nötigung verfolgt (und abgeräumt), Brokdorf, Gorleben, Wackersdorf ... brutale Staatsgewalt.

    Und dann pilgerte FJS zu den LKW-Blockierern ...

    Übrigens hat die CSU selber mal blockiert, 1980 das Straßentheater des "Anachronistischen Zuges" bei der Abfahrt in Sonthofen, dadurch wurde die Aufführung des Brecht-Gedichtes in seiner Geburtsstadt Augsburg verhindert. Anwesend u. a. der Ortspfarrer und der spätere Bundesminister Ignaz Kiechle (CSU). Aus den Reihen der CSU-Blockierer durften wir uns in Sichtweite der Napola den Spruch "Euch hat man vergessen zu vergasen" anhören, ohne dass die Polizei dagegen einschritt.

    Zitat

    Jörg Alt eignet sich für Schlagzeilen wie diese: „Pater verschenkt Diebesgut aus Supermarkt-Müllcontainern, um gegen die Kriminalisierung des Containerns zu protestieren“. Oder diese: „Pater klebt sich auf die Straße vor dem Nürnberger Hauptbahnhof, um gegen die Untätigkeit der Bundesregierung im Kampf gegen den Klimawandel zu protestieren“. Oder, oder, oder …

    Fast ein Jahr später, am 16. August, sitzt Jörg Alt Seite an Seite mit Henning Jeschke auf der Straße vor dem Nürnberger Hauptbahnhof. Er trägt Baseballcap gegen die Sonne und das Kollar, den Stehkragen der Pfarrer. Auf seiner linken Hand, die auf dem Asphalt aufliegt, steht das Wort „Klebt“. Der Schulstreik, das sagt Alt bereits bei unserem Besuch im Mai, habe sich abgenutzt. „Die politisch Verantwortlichen reden zwar wie die Fridays, aber sie handeln nicht. Wenn ich Politik und Gesellschaft irritieren will, muss ich drastischere Mittel anwenden.“

    An diesem Tag klebt er selbst auf der Hauptverkehrsader der fränkischen Großstadt. Der Verkehr steht, die Demonstrierenden genießen den Applaus, halten die Beleidigungen aus. Meist spricht der junge Henning Jeschke, immer wieder unterbrochen vom Pfarrer: „Dieses Jahr sind schon 10 000 Menschen in Deutschland wegen der Hitze verstorben. Dieses Jahr wird ein milder Sommer sein, wenn wir zurückblicken“, ruft Alt der Menge zu, im Hintergrund baut sich bereits die Ordnungsmacht auf, Frauen und Männer in dunkelblauen Uniformen, die ihn und die anderen in wenigen Minuten in einen Streifenwagen tragen werden.

    Rebellion und Gottvertrauen — Jörg Alt
    Pfarrer Jörg Alt bricht das Gesetz, um die Schöpfung zu bewahren.Über die Vereinbarkeit von Kirche und Aktivismus.
    veto-mag.de

    Sorry, aber der Kommentar - besser eigentlich: die Analyse - war korrekt und sachlich. Wenn ich sehe, wie viele Autos auf diesen computergenerierten Szenen herumstehen und -fahren, dann sage ich: das funktioniert nie. Viel zu viele Autos für so eine fiktive Straßeneinteilung.

    Mittelinseln ("Querungshilfen") gibt es hier in Hamburg einige. Und sie "funktionieren" leider genauso wie von Peter Viehrig dargestellt.

    Die Radverkehrsführung kann gut mittels der Bordsteinkanten erfolgen. Malt Sharrows auf die Fahrbahn und packt an jeder Ampel eine separate Aufstellfläche davor. Das hilft den Autos beim Lernen, dass sie nicht priorisiert sind.

    Beim Teilen gibts übrigens ein Superrezept: Einer schneidet den Kuchen durch, aber der andere darf sich das Stück aussuchen.

    Gibt's bei Asterix. Der schneidet sich ein Stück ab, und Obelix nimmt den Rest. Auf die Vorhaltung: "Jeder nur ein Stück" sagt er "aber ich hab doch nur ein Stück genommen!"

    Was mich halt auch immer wieder ärgert: Bei fast jedem Unfallopfer ohne Helm wird drauf hingewiesen, dass man nur mit Helm ... und so weiter.

    Aber welche Zeitung schreibt "Der Unfall zeigt, wie gefährlich es ist, auf der linken Seite Rad zu fahren - es ist unverständlich, warum die Behörde so häufig hier auch noch eine Benutzungspflicht anordnet ..."?

    Ich wüsste nicht, wo ich dem Unfallopfer Vorwürfe gemacht hätte. Der Radler war offensichtlich vorschriftsgemäß unterwegs. Und bei so einem Straßendesign würde ich auch links fahren, bis ich mal die Chance habe, auf die rechte Seite zu kommen. Das erspart ja womöglich mehrere Kilometer Umweg.

    Autofahrerin erfasst Radfahrer – und verletzt ihn schwer
    Bei einem Unfall in Bergedorf ist ein Radfahrer am Freitagmorgen schwer verletzt worden. Eine Autofahrerin, die von einem Stichweg auf die Straße fahren
    www.mopo.de

    Der Radfahrer "Richtung Bergedorf" muss also auf dem Zwangs-Geisterradler-Weg unterwegs gewesen sein.

    Das erwähnt die Mopo nicht.

    Hier mal die Sicht aus der Stichstraße:

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    www.google.de

    Natürlich könnte man auf die Idee kommen, vor der roten Furt zu halten und nicht bis zum Fahrbahnrand durchzuziehen. Dann wird das mit dem "Übersehen" schon schwieriger.

    Wo ist sein Fehler?

    Meines Erachtens liegt der im Grundansatz, der ist nämlich eine Milchmädchenrechnung.

    Nehmen wir ein anderes Beispiel: Wahrscheinlich würden alle hier sagen: "Radfahren ist preiswerter als Autofahren."

    Dann kommt aber so ein FAZ-Autor und sagt: "Hamburg-Bordeaux sind 1.500 km. Mit dem Auto ist das morgens ab, abends an, 90 Liter Sprit, 180 Euro. Mit dem Fahrrad sind das 75 Stunden, also 9 Tage, macht 8 Übernachtungen je 80 Euro plus Ernährung für 8 Tage mehr je 40 Euro plus Verdienstausfall für 8 Tage je 200 Euro, macht über 2.500 Euro."