Beiträge von Fahrbahnradler

    Zum Grünpfeil:

    Andreas Tepe, Experte des Kfz-Direktversicherers: „Autofahrer verwechseln den festen Grünpfeil auf schwarzem Grund jedoch oft mit dem Ampelpfeil für Linksabbieger, bei dem sie freie Fahrt ohne Gegenverkehr haben." Besonders für unaufmerksame Fußgänger und unangepasst schnelle Radfahrer kann das gefährlich werden.

    Ähem - was ist für diesen Herren »unangepasst schnell«? Der Radfahrer hat Grün. Er befindet sich entweder auf der Fahrbahn, auf einem Fahrradstreifen oder auf einem Hochbordradweg, der irgendwie als Furt über die Querstraße geführt wird. Soll laut Herrn Tepe der Radfahrer bei eigenem Grün auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen, weil von rechts jemand das Stoppen am Pfeil ignorieren möchte?

    Das müssen gar nicht mal zahlenmäßig mehr gewesen sein. Erstens stellt sich ein Lobbyist hin und behauptet, für »die xxx-Industrie« oder den »yyy-verband« und damit für Tausende, wenn nicht Hunderttausende zu sprechen, während ein Normalbürger am Wahlkampfstand erstmal nur für sich selber spricht.

    (In Hamburg haben wir das gerade bei der Handelskammer, wo deren Geschäftsführer tatsächlich einen auf die Finger bekommen hat, weil er sich angemaßt hat, im Namen aller Zwangsmitgliedsunternehmen politische Äußerungen abzugeben. Einige der Firmen haben dagegen geklagt und gewonnen.)

    Und dann gibt es noch den zweiten entscheidenden Unterschied:

    Siggi Pop spricht mit Dir = Siggi Pop sagt Dir, was die da oben beschlossen haben, und »there is no alternative«.

    Siggi Pop spricht mit einem Lobbyisten = der Lobbyist sagt Siggi Pop, was sein Verband von ihm erwartet, und es solle sein Schaden nicht sein, man denke nur an die Herren Riester, Pofalla, Merz und viele andere.

    (In der »Bananenrepublik« Guatemala sitzt wegen so was übrigens die halbe ehemalige Staatsführung hinter Gittern, diverse Vorteilsnehmer sind von Parlamentsmandaten ausgeschlossen worden. Auch in den Nachbarstaaten sind reihenweise ehemalige Staatschefs und Minister in den Knast eingefahren, verurteilt von der Justiz ihres Landes, nicht wie hier, wo höchstens der EuGH mal dazwischenfährt, aber nicht der BGH.)

    So, nach fast einer Woche hat es endlich mit dem Telefonkontakt geklappt:

    Es ist nicht geplant, oberhalb der Bordsteinkante mehr zu machen als den Haltestellenmast aufzustellen. Es soll also kein Radweg weggeschildert, bepinselt, unterbetoniert oder sonstwas werden. Sondern man geht davon aus, dass die Fahrgäste brav auf dem Gehweg warten und die Radfahrer mit der gebührenden Vorsicht den Radweg benutzen – »außerdem können Sie da auf der Fahrbahn fahren!«

    Genau.

    Wie transportierst du deine Kokosnüsse? Auch in Watte damit die ja nicht kaputt gehen?

    * Räusper *

    Ich brauche keine Watte, weil das, was ich eigentlich konsumieren will, durch die harte Schale ziemlich gut geschützt ist. Soweit ich das beurteilen kann, ist die auch härter als meine Schädeldecke: ich habe zwar schon Eierschalen an meiner Schläfe zertrümmert, aber bei Kokosnüssen hat das nicht geklappt. ;)

    Ich finde es faszinierend, dass die Stadt Hamburg die Anlieger nur verpflichtet, den Gehweg (auf mindestens einem Meter Breite) zu räumen. Von Räumung des Radweges steht da nix. Das Wort Radweg taucht nur an der Stelle auf, wo es um das Verbot geht, den weggeschippten Schnee auf dem Radweg abzulagern. Da steht, man muss den Radweg »freihalten«. Komisch - wenn die Stadtreinigung da nicht fegt und ich auch nicht: dann ist der doch gar nicht frei ...

    Ja was lese ich denn da von einer sozialdemokratischen Stadtverwaltung:

    "Wir müssen den nachvollziehbaren Anwohnerinteressen gesamtstädtische Verkehrsinteressen gegenüberstellen", argumentierte der Sprecher.

    (Wobei der den gesamtstädtischen Verkehrsinteressen Vorrang gibt.)

    Ach so - es ging nicht um gesamtstädtische Radfahrer gegen hohen Parkdruck im Quartier, sondern um Autobahnzubringer gegen gesundheitsbewusste Bürger ... ja dann ...

    Die sind ja aus Plastik und flexibel - das giltet nicht, würde Heinz Erhart sagen!

    Und besagt nicht die Schraffur, dass ich auch als Radfahrer links davon fahren muss?

    **** grrrrr **** Immer diese Radfahrer Autokorrektur! Erhardt habe ich eingetippt!!! Nicht Erhard und auch nicht Erhart!!! Da schaut man einmal nicht nach dem Tippen nochmals drüber, und dann sowas!

    Zu viel Routine ist allerdings auch nicht gut: Vor dem S-Bahnhof Pankow staut sich der Verkehr auf der linken Fahrspur, also geguckt, geblinkt und rübergezogen. Aber Beifall bekomme ich für die schnelle Reaktion nicht. "Haben Sie den Radfahrer gesehen?" fragt Görner. Der war auf dem Radweg und ziemlich schnell. Das sehe ich allerdings erst, als er rechts am Fahrschulwagen vorbeizieht. "Der hätte auf die Straße wechseln können, das müssen Sie einkalkulieren." Mist. Ich ärgere mich, weil er recht hat.



    ...


    Also bestanden? Mein Fahrlehrer lächelt wieder. Dann antwortet er, sehr freundlich: "Wenn man schon eine Weile fährt, dann schwimmt man so mit. Dann achtet man vielleicht nicht mehr auf jede Geschwindigkeitsbegrenzung…" Der Rest sind viele kleine Schlampereien: vergessene Blinker, durchgezogene Linien - "…und die Formel Eins fährt auch nicht mit nur einer Hand am Lenkrad."
    Also Fahren okay, aber Prüfung nicht bestanden? Görner blickt lange auf den Helm in meiner Hand: "Sie sind mit dem Fahrrad da?" fragt er und antwortet zweideutig: "Das ist ja auch viel besser für die Stadt."