Beiträge von Fahrbahnradler

    Unser Deutschlehrer hat uns schon in den Siebzigern Fünfen angedroht, falls wir in Aufsätzen uns auf den »Zeitgeist« berufen würden, um irgendwas zu erklären. Wir sollten lieber nach Interessen gucken. Und es hat nun mal kein fairer Wettbewerb stattgefunden, bzw.: die Bürger konnten sich nicht frei entscheiden, ob sie die Tram oder was anderes nehmen wollten, weil die Autoindustrie dafür gesorgt hat, dass die Tram ins Hintertreffen geriet.

    Dennis Thering wird zitiert: »Statt einer "teuren Radverkehrskoordinatorin" brauche Hamburg eine "Task-Force Unfallbekämpfung".«

    Und diese Task Force macht was? Jeden Falschparker abschleppen? Jeden, der keinen Schulterblick macht, aus dem Auto holen? Jeden Engüberholer mit Fahrverbot belegen? Rechtsabbieger-Rot bei Radweg-Grün einführen? Radwege auf 2,50 Meter verbreitern und mit Absperrgittern zum Fußweg versehen, damit keine Fußgänger auf den Radweg latschen können (da man ja verunfallten Kindern unterstellt, sie seien unaufmerksam gewesen)?
    Dennis Thering nach Ochsenzoll einweisen?

    Erstmal wundere ich mich wieder über diese kreuzdämliche Autokorrektur. Man schreibt "Winterhuder". Automatisch, ohne anzufragen, macht das System "Winterthurer" draus. Man ändert das auf "Winterhuder". Damit sollte es eigentlich gelernt und gut sein. Aber nein, beim nächsten Mal verlegt das System Hamburg schon wieder in die Schweiz.

    Und ich befürchte, dass dann die Autofraktion entweder sagt: "Totaler Fehlschlag, macht den Stadtpark wieder für die Autos auf" oder aber "der Winterhuder Markt [ha! jetzt geht es!] braucht zwei freie Rechtsabbieger" oder beides zugleich ...

    Ja, man musste dann linksherum um den Kreisel fahren. Das hieß: wer aus Westen kam und nach Norden wollte (und vorher rechtsherum 270 Grad fuhr), musste auf einem Zweirichtungsradweg 90 Grad linksherum. Also an der Einmündung direkt neben dem Zebrastreifen, wo alle Autofahrer nur nach links guckten, ob im Kreisel eine Lücke frei ist, musste der Radfahrer eine Spitzkehre schlagen (Winkel nach links etwa 120 Grad), um von rechts zu kommen und hatte dabei Vorrang. Selbst ohne Autos war das eine artistische Übung, denn der Haken musste ja angezeigt werden, es musste gebremst werden, und die vom Zebrastreifen kommenden Fußgänger hatten Vorrang vor den Radfahrern.
    Insgesamt fuhr man dann zwei Kreiseleinfahrten und zwei Kreiselausfahrten linksseitig.

    Ohne Ampel. Logisch. Die Autos kamen von schräg hinten, hatten das Autobahnschild vor der Nase - und dann folgt da ein Radfahrer dem Kreisverkehr ...
    Da habe ich Anfang der 80er so etwas Ähnliches wie die CM mitgemacht, damals wurde dazu aufgerufen, den Kreisel zu umrunden. In der Gruppe. Endlosschleife.

    Das Unangenehme an dem Urteil scheint mir zu sein, dass hier nicht nur einem, der "aus Prinzip" in alle Richtungen filmt und jeden anzeigt, der seinem Auto zu nahe kommt, der Zahn gezogen wird, sondern dass darunter womöglich auch die leiden müssen, die ihre Aufnahmen nur dann vorbringen würden, wenn es gekracht hat und die Schuldfrage zur Debatte steht.

    So, zurück aus Garstedt.

    Die auf die Straße gepinselten Logos folgen dem Prinzip »Immer an der Wand lang«. Dooringzone? Ist da was?

    Dann haben wir da einen Kreisverkehr. Der unterscheidet sich von dem anderen, weltberühmten Norderstedter Kreisverkehr (Ochsenzoll) erstens dadurch, dass er nur einspurig ist, zweitens dadurch, dass man die Planer nicht durch lebensgroße Denkmäler auf der Insel verewigt hat, und drittens dadurch, dass er zu 100 % auf einem begleitenden Radweg umrundet werden kann.

    (Möchte jemand die Zebrastreifen kommentieren?)

    Wobei rund, nun ja, und begleitend ...

    Ich möchte mal den Verkehrsplaner und den Norderstedter OB sehen, wie sie auf diesem Radweg mit Tempo 25 um die Kurve fahren. Danach wird man vermutlich nach beiden Straßen benennen können ...

    Ach ja, es gibt natürlich auch ein Leben jenseits des Kreisverkehrs:

    Nur nicht für Radfahrer. Der Weg verschmälert sich hinter der Biegung auf etwa einen Meter und ist über 1,2 km hinweg nicht für Radfahrer freigegeben.

    Bus und Bahn zum Null-Tarif: Gratis-HVV: Kann das klappen?

    »Eine Lösung: Umstieg auf den HVV, doch der ist teuer.«

    Um das für die Nicht-Hamburger, aber vielleicht auch für manche Hamburger Zeitungsmacher geradezurücken:

    Der billigste Einzelfahrschein für Erwachsene kostet 1,60 Euro. (Leider gibt es keine klare, merkbare Regel [anders als in München], wie weit so eine "Kurzstrecke" reicht.)
    Dann gibt es einen "Nahbereich" für 2,20 Euro. Und der Standardfahrschein für 3,20 Euro bringt einen bis zu 50 Kilometer weit, auch von Niedersachsen einmal quer durch Hamburg nach Schleswig-Holstein.
    Tageskarte Single 7,60 Euro (ab 9 Uhr 6,20 Euro), für 5 Personen ab 9 Uhr 11,80 Euro.
    Monatskarte für die über 1.000 Quadratkilometer Hamburg plus Speckgürtel: 86,40 Euro rund um die Uhr oder bei Verzicht auf die Rush-Hour (6-9, 16-18 Uhr) 50,30 Euro, jeweils im Abo.

    Mehr Sicherheit durch Sichtbarkeit

    »- Für Fußgänger ist lebenswichtig zu wissen, dass eine dunkel gekleidete Person in der Dämmerung erst sehr spät - in der Regel erst in ca. 25 Metern Entfernung - von Fahrzeugführern wahrgenommen werden kann. Daher können Kraftfahrzeugführer schon bei einer Fahrgeschwindigkeit von 50 km/h nicht mehr rechtzeitig genug anhalten, wenn ein Fußgänger in der Dunkelheit erkannt wird, da der übliche Anhalteweg (Reaktionszeit und Bremsweg) etwa 27 bis 29 Meter beträgt.«

    Für Fahrzeugführer wäre es wichtig zu wissen, dass sie daher wegen des Sichtfahrgebotes in der Dämmerung und bei Dunkelheit maximal 45 km/h fahren dürfen.

    Und für einen Polizeivertreter wäre es wichtig, darauf hinzuweisen.