Beiträge von Fahrbahnradler

    Ich lese gerade, dass Vorverurteilungen durch falsche Polizeimeldungen auch ganz andere Dimensionen annehmen können.

    »... hat sich die 37-Jährige anders als zunächst im Polizeibericht vermerkt vor dem Crash am 9. Juni regelkonform verhalten. Überwachungsvideos zeigten, wie (A) bei grüner Ampel auf die Kreuzung fahre, um sie geradeaus in Richtung Norden zu überqueren, heißt es in dem aktuellen Polizeibericht. Ein entgegenkommendes Fahrzeug habe ihr dann beim Linksabbiegen die Vorfahrt genommen und sie zu einem Bremsmanöver gezwungen. Als sie anschließend ihre Fahrt fortsetzte, waren die Ampeln bereits umgesprungen. Zu diesem Zeitpunkt fuhr die 68-jährige ... mit ihrem Wagen in Richtung Westen los und kollidierte mit (A)'s Auto. Ihr Ehemann ... (78) starb zwei Wochen später an schweren Kopfverletzungen, die er bei dem Unfall erlitten hatte.«

    Und wie hieß es vorher?
    »Die frühere Tennis-Weltranglistenerste Venus Williams hat nach Angaben der Polizei einen tödlichen Autounfall im US-Bundesstaat Florida verursacht. Die 37-Jährige habe am 9. Juni in Palm Beach Gardens, einer Kleinstadt nördlich von Miami, mit ihrem Geländewagen an einer Kreuzung die Vorfahrtsregeln missachtet, heißt es im Polizeibericht zu dem Vorfall. Deshalb sei ein von einer 68-jährigen Frau gesteuerter Wagen in Williams' Auto hineingefahren.
    ...
    Laut Polizei berichteten Zeugen, die Tennisspielerin sei bei roter Ampel in die Kreuzung eingefahren. Williams hingegen habe behauptet, die Ampel sei grün gewesen. Sie habe dann aber wegen anderer Fahrzeuge mitten auf der Kreuzung bremsen müssen.«

    Laut Überwachungsvideos haben die Zeugen somit die Unwahrheit gesagt - möglicherweise unbewusst im Stile der typischen »Knallzeugen«, die durch den Aufprall aufmerksam werden, hingucken, eine rote Ampel sehen und dann sagen: »Die ist bei Rot gefahren«.
    Man beachte auch die feine Unterscheidung zwischen »berichteten Zeugen« und »Williams hingegen habe behauptet«.

    Hoffentlich hat der Jugendliche aus der Hochallee bessere Zeugen ...

    Zur Klarstellung: Mein Daumen hoch bezieht sich auf das Anfragen. Die Antwort der Polizei verdient einen Daumen runter.
    Dass die Hamburger Polizei nicht mit dem Grundgesetz unterm Arm herumläuft, kann man derzeit weltweit im Fernsehen bewundern, das ist auch nix Neues.
    Aber dass sie nicht mal die StVO dabeihaben ...

    »Nach derzeitigem Sachstand bog der Jugendliche mit seinem Fahrrad aus der Hochallee nach links in die Straße Jungfrauenthal in Richtung Klosterstern ein. Aus bisher unbekannten Gründen stieß er gegen einen am rechten Fahrbahnrad ordnungsgemäß geparkten BMW und stieß mit dem Kopf gegen die Heckscheibe.«

    Der im zweiten Foto sichtbare BMW steht »ordnungsgemäß«???
    Da ist Längsparken auf dem Hochbord angeordnet, und schaut mal den Abstand zwischen Kfz und der durchgezogenen Mittellinie an!


    Wurde der Junge etwa überholt, als er an dem BMW vorbeiwollte, so dass er nach rechts zog und reinknallte?

    Ich fand schon das linksseitige Vorbeiquetschen am noch rollenden Verkehr ziemlich grenzwertig. Aber von der Linksabbiegespur direkt auf die Geradeausspur zu ziehen, wenn man sich unter der Beifahrertür eines LKW befindet ... das schreit nach freiwilliger Entlastung der Rentenkasse.

    Diese Analyse
    „Wir haben Gehwege, auf denen Rad gefahren wird, radfahrerfreie Gehwege, Einrichtungsradwege, Zweirichtungsradwege, Fahrradstreifen, Fahrradstraßen – also eigentlich haben wir in unserer kleinen Gemeinde alles, was man sich vorstellen kann und keiner blickt mehr durch“, so Häckel.
    finde ich allerdings sehr zutreffend.

    Sie gilt übrigens auch in größeren Gemeinden, so mit 1,8 Millionen Einwohnern zwischen Norderstedt und Maschen.

    Apropos Foto vom Bundesministerium für ADFC:

    "wollen Trennung vom Autoverkehr" - ja, und an der nächsten Kreuzung trifft man sich. Kotflügel auf Knie, Motorhaube auf Kopf.
    Eine effektive Trennung würde da anfangen, wo die Autoampel und die Fahrradampel nie gleichzeitig grün zeigen. Und natürlich muss dann die Fahrradampel mindestens genauso lange grün haben wie die Autoampel. ;)

    So blöd finde ich das gar nicht.
    Bisher:
    1) Handy »blind« vom Beifahrersitz in die Mittelkonsole legen oder
    2) einmal »blind« draufdrücken, um dann kurz die Uhrzeit abzulesen = verboten
    3) iPod touch oder Navi oder Radio während der Fahrt bedienen UND DAHER sekundenlang draufgucken = erlaubt
    4) An der Ampel bei Start-Stopp-Automatik Handy nutzen = erlaubt
    5) Auf dem Fahrrad an der Ampel Handy nutzen = ???

    Plan:
    1) erlaubt, denn es wird nicht »benutzt«
    2) erlaubt, denn es wird nicht »aufgenommen oder gehalten«, und länger als eine Sekunde dauert das Gucken nicht (das rettet auch die Fernbedienung des Garagentors - blind draufdrücken reicht)
    3) verboten (was ich für extrem sinnvoll halte!)
    4) verboten
    5) erlaubt

    Der Text mag sich drollig lesen, aber da sind offenbar die Erfahrungen mit gewitzten Autofahrern eingeflossen, so dass jetzt alle möglichen Hintertürchen geschlossen werden sollen.

    Wie berichtet wird, hat sich die Polizei auf einer uns wohlbekannten Kreuzung (Feldstraße/Neuer Pferdemarkt) mit diesen Worten gemeldet:

    »Unterlassen sie es, Gegenstände auf die Fahrbahn zu stellen. Andernfalls werden wir Zwangsmittel in Form von Wasser gegen Sie einsetzen.«

    In Zukunft werden wir also, wenn ein Auto auf den Radweg gestellt wurde, damit rechnen können, dass die Polizei einen Wasserwerfer vorbeischickt?

    Davon gibt es wohl eine ganze Menge. Meine Überlegung wäre viel mehr, ob es nicht bessere Orte gäbe. Für die Gespräche selber ist die schöne Umgebung völlig irrelevant. Es wäre wesentlich günstiger und für alle Anderen besser so etwas auf hoher See oder in einem Mil. Komplex zu machen. Dort ist bereits alles recht sicher ohne das noch Geld dafür verbrannt werden muss. Auch müssten an derartigen Orten keine Straßen gesperrt werden.

    Mein Reden! Wobei die Gipfelteilnehmer ja nicht mal was von der schönen Gegend haben - die sitzen in einer Messehalle! Dann hätte man auch sagen können: Wir nehmen den Flugplatz in Kassel, den braucht eh keiner, oder wir gehen nach Ramstein.

    Trotzdem geht es den Menschen im Schnitt heute besser als früher.

    Im Schnitt ist der Teich 30 cm tief und trotzdem ist die Kuh ersoffen.

    Wie Kampfradler schon sinngemäß schrieb: Selbst wenn wir nicht mit dem sprichwörtlichen goldenen Löffel im Munde geboren wurden, so sind wir doch auf der Sonnenseite des Lebens zur Welt gekommen. Der Reichtum Europas beruht auf Sklaverei und Raub, und die Nachfahren der Opfer werden immer noch dazu verdammt, uns Rohstoffe zu liefern - Mangos sind zollfrei, auf Mangosaft wird Zoll erhoben, um nur ein Beispiel zu nennen. Unsere schwimmenden Fischfabriken räumen die Küstengewässer leer, unser subventioniertes Milchpulver und dito Getreide ruiniert die örtlichen Märkte - und dann wundern wir uns, wenn plötzlich massenhaft Afrikaner vor der Tür stehen.

    Zum Thema "Im Schnitt ..." auch dieses hier:

    Neugraben-Fischbek Auto rammt Schülerin (17) vom Fahrrad

    Und zwar hier, direkt vor dem Gymnasium Fischbek, wo man bekanntlich niemals mit Schülern zu rechnen hat, die in alle Richtungen fahren ...


    Gegen 11:40 Uhr fuhr die 17-Jährige mit ihrem Fahrrad über den Zebrastreifen am Falkenbergsweg. Genau in dem Moment bog ein Auto aus dem Störtebekerweg in die Straße ein. Der 60-jährige Fahrer übersah laut Polizei die Schülerin. Ohne Chance auf ein Ausweichmanöver traf er die 17-Jährige direkt in die Seite.
    Das Mädchen knallte erst auf die Motorhaube und schlug dann auf dem Boden auf. Dabei zog sie sich schwere Kopfverletzungen zu, wobei ein Schädel-Hirn Trauma erst später erkannt werden konnte. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht.

    »Ohne Chance auf ein Ausweichmanöver«? Beim Einbiegen in eine vorfahrtberechtigte Straße? An einem Zebrastreifen? In einem Abschnitt, in dem an Schultagen tagsüber Tempo 30 gilt?