Beiträge von Fahrbahnradler

    Eben deswegen ist es doch seltsam, dass bei einem Haus in strategisch herausragender Lage mit Flachdach, bei dem der Besitzer den Schlüssel »für alle Fälle« der Polizei gegeben hat, die Polizei nicht vor vornherein aufs Dach klettert nach dem Motto »wo wir sind, kommt kein Steineschmeißer hin«.
    Selbst das Abendblatt wirft der Polizei doch in diesem Punkt Versagen vor: sie hätte das Viertel unter Kontrolle haben können »wenn sie gewollt hätte«.
    Sie hätte auch geordnete, kontrollierte Camps haben können, anstatt hier zu sabotieren.
    Sie hätte auch mehr Akzeptanz in der Hamburger Bevölkerung haben können, wenn sie nicht tagelang (und nachts!), schon vor dem Gipfel, mit Hubschraubern über Dächer geknattert wäre, »übungshalber« ganze Straßenzüge abgesperrt und am Donnerstag ein Verkehrschaos ohnegleichen angerichtet hätte.
    Warum haben wohl so viele Anwohner dem Schwarzen Block Beifall gespendet oder ihn zumindest mit klammheimlicher Freude zugeguckt, solange es nur gegen die Polizei ging? Weil die Polizei vorher alle Sympathie verspielt und die Leute genervt hat - und der Oberkommandierende sich lautstark damit gebrüstet hat, auf dem Schulhof der stärkste Typ zu sein.

    Vor 497 Jahren hat Thomas Müntzer geschrieben, als ob er G20, WTO, IWF & Co. und die empörten Reaktionen auf Protest schon gekannt hätte:
    »Sieh zu, die Grundsuppe des Wuchers, der Dieberei und Räuberei sein unser Herrn und Fürsten, nehmen alle Kreaturen zum Eigentum: die Fisch im Wasser, die Vögel in der Luft, das Gewächs auf Erden muß alles ihr sein (Jes. 5). Darüber lassen sie dann Gottes Gebot ausgehen unter die Armen und sprechen: »Gott hat geboten: Du sollst nicht stehlen.« Es dient aber ihnen nicht. So sie nun alle Menschen verursachen, den armen Ackermann, Handwerkmann und alles, das da lebt, schinden und schaben (Micha 3. Kap.). So er sich dann vergreift am allergeringesten, so muß er hängen. Da saget denn der Doktor Lügner: Amen. Die Herren machen das selber, daß ihnen der arme Mann feind wird. Die Ursache des Aufruhrs wollen sie nicht wegtun.«

    Nehmt einen Sonnentag, fünf Leute oder so, jemanden mit Kamera - und dann stellt ihr die Fahrräder auf die markierten Stellplätze. Da müssten ja so vier bis acht Räder draufpassen. Vielleicht kleine Schilder »Nicht nur für Autos« oder »Ich bin auch ein Fahrzeug« dabeihaben. Presse vorher informieren? Twittern?

    Und auch wenn Radfahrer offiziell nicht in den Luftraum über dem Gehweg eindringen dürfen: dieser Luftraum stellt natürlich eine Pufferzone dar, so dass man mal einem Steinchen oder einer Glasscherbe ausweichen kann. Das Plakat nimmt diesen Sicherheitsraum - und das auch noch in der Innenseite einer kleinen Kurve/Verschwenkung. (Eigentlich gehört der Lichtmast da auch weg ...)

    Ganz besonders schön: "Kein Alkohol im Sattel"! Warum sollte ich Alkohol in meinen Sattel füllen? :D
    Ansonsten wieder mal die übliche Windschutzscheiben-Sichtweise. Der durch Unfähigkeit oder Aggressivität Anderer Gefährdete soll sich durch allerlei Maßnahmen schützen. Setzen, 6! :thumbdown:

    Einen Tipp habe ich vermisst: »Jeden anzeigen, der Radfahrer gefährdet. Und zwar wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.«

    Henne oder Ei... wer war zuerst da, Autos auf Hamburgs Radwegen oder Malte auf Hamburgs Fahrbahn? Ich tippe auf ersteres.

    Nach dieser Logik der Hamburger Polizei darf sich Olaf Scholz auch nicht wundern, wenn er trotz Roter Flora die G20 nach Hamburg holt und Linksradikale damit provoziert.

    Oder so gefragt: »Anstatt die Straßenverkehrsordnung durchzusetzen, finden Sie es also in Ordnung, wenn Autofahrer ihr Fahrzeug als Waffe einsetzen?«

    Immerhin wird einzig und allein der Busfahrer verantwortlich gemacht:
    »Nachdem der Radweg auf die Fahrbahn geleitet worden war, setzte die Frau ihre Fahrt mit dem Rad auf der Straße fort. Offenbar fuhr der 50-jährige Fahrer mit dem Bus an der Radfahrerin vorbei, lenkte wegen des entgegenkommenden Verkehrs wieder nach rechts und erfasste die Radfahrerin.«

    Er hat sie demzufolge zu überholen versucht, ohne dass dies gefahrlos möglich gewesen wäre.

    rbb ist allerdings unterirdisch.

    Neulich fiel mir auf, dass alle Jeans, auch eine erst zwei Wochen zuvor gekaufte, an derselben Stelle durchscheuern, Oberschenkel hinten innen (die sehen bei mir auch eher nach Gewichtheber als nach Hochspringer aus). Irgendwann hatte ich die Idee, mich auf den Sattel zu setzen. Ich fahre auch auf dem Citybike einen Rennsattel.

    Ich habe dann eine neue Sattelstütze gekauft. Ohne querstehende Schrauben und Muttern vorne. ;)

    Jetzt muss ich nur noch die überstehenden 8 Millimeter der Schrauben der Hängerkupplung absägen, und dann klappt's auch mit den Klamotten.

    Im Schritt selber: null Problemo. Wie gesagt: Rennsattel.

    Ich finde da immer noch das Zitat von Gerhart am passendsten:So lange Dummheit als Erklärung ausreicht, sollte man keine Absicht annehmen.

    Die sind nicht dumm. Die wussten genau, was sie taten. Zwei Zitate:

    »Der Vorwurf, Dudde ignoriere Gesetze, ist nicht neu. In drei Fällen sah das Verwaltungsgericht Hamburg seit 2007 Rechtsverstöße der Polizei bei Einsätzen, an denen Dudde führend beteiligt war. Einmal ging es um die Auflage, dass bei einem Protestmarsch große Transparente nicht außen am Demonstrationszug getragen werden durften.
    Als Dudde damit jüngst auf dem Podium im Polizeipräsidium konfrontiert wurde, lächelte er nur. Der Polizeipräsident ergriff das Wort, sprach von Legenden. Es gebe keine Urteile gegen Dudde. Und der Hamburger Senat betonte in einer Antwort auf eine Linken-Anfrage bereits vor zwei Jahren, die Urteile seien nicht gegen eine Person ergangen.«

    »Der Aufschrei unter BürgerrechtlerInnen war groß: Ausgerechnet dem Polizeiführer Hartmut Dudde ist vom rot-grünen Hamburger Senat die Gesamteinsatzleitung für den G-20-Gipfel übertragen worden. Zu oft wurden im vergangenen Jahrzehnt seine Polizeieinsätze im Nachhinein von Gerichten für rechtswidrig erklärt.
    Der 54-jährige leitende Polizeidirektor hat in der Ära des rechtspopulistischen Innensenator Ronald Schill Karriere gemacht. 2005 wurde er Leiter der Hamburger Bereitschaftspolizei. Mit seiner Einsatz-Philosophie prägte er bundesweit den Begriff der „Hamburger Linie“ bei Demonstrationen.
    Gemeint ist damit ein enormer Personalaufwand und beim kleinsten Anlass: Wasserwerfer oder schweres Gerät. 2007 etwa musste eine Großdemonstration gegen Repression vorzeitig abbrechen, weil Dudde den Marsch in Dreierreihen von behelmten Polizisten begleiten ließ und den „Wanderkessel“ mehrfach stoppte, weil Seitentransparente mehr als 1,50 Meter lang waren. Alles rechtswidrig, urteilte später das Hamburger Verwaltungsgericht.
    Auch bei Aktionen des gemeinsamen Klima- und antirassistischen Camps in Hamburg 2008 wurde Dudde aktiv: Eine Demo vor dem Kohlekraftwerk Moorburg ließ er mit dem Hinweis gewaltsam vorzeitig auflösen, die Demonstranten hätten den Steuerzahler „schon genug Geld gekostet“. Das Verwaltungsgericht rügte den Einsatz.
    Zwei Beispiele von vielen. Trotzdem beförderte Innensenator Michael Neumann (SPD) Dudde 2012 zum Gesamteinsatzleiter der Hamburger Polizei mit Platz im Präsidium. Es zog ihn auch weiterhin auf die Straße: Beim Protest zum Erhalt des Autonomen Zentrums Rote Flora am 21. Dezember 2013 war er selbst vor Ort. Vor seinen Augen griffen Polizeieinheiten den genehmigten Marsch nach ein paar Metern an, es endete in einer Straßenschlacht.
    Dudde selbst gefällt der Ruf des „harten Hundes“, sein Vorgehen aber ist sogar innerhalb der Polizei umstritten. 2015 quittierte die Leitung der Bereitschaftspolizei den Dienst, weil sie von ihm genötigt worden war, einen NPD-Lautsprecherwagen trotz freier Wege mitten durch eine Gegendemo zu lotsen.
    Dennoch: Hamburgs Polizeipräsident Ralf Meyer, selbst in der Schwarz-Schill-Ära groß geworden, hält Dudde für seinen fähigsten Beamten, den G-20-Gipfeleinsatz zu leiten. Durchsetzungskraft hat er eben stets bewiesen. Und wie sagt Dudde selbst: „Sie können ja dagegen klagen.“«

    Die nächste Eskalationsstufe wird übrigens schon beschritten:
    »Hamburgs oberste Sozialdemokraten gefallen sich derzeit darin, den Rechtsstaat ein bisschen in Frage zu stellen. Erst bürden sie den Verwaltungsgerichten immer mehr Entscheidungen auf, die sie eigentlich selbst treffen müssen – und dann beschweren sie sich öffentlich, wenn die Richter anders urteilen als erwünscht. Verantwortung abgewälzt, beim Wähler gepunktet.
    Was, bitte, erwartet SPD-Schulsenator Rabe, wenn er twittert: „Es heißt, die Camps haben den Kriminellen Unterschlupf gegeben. Wer hat das erlaubt? Was sagen die Richter zu ihren schlimmen Fehlern?“ Der offenbar völlig schmerzbefreite Schulsenator gehört, wie die Kinder in Hamburger Schulen hoffentlich lernen, zur Exekutive. Die Richter gehören zur Judikative.
    Wie er seine Richter-Drangsalierung mit dem Prinzip der Gewaltenteilung in Einklang bringt? Auf diesen Frage der MOPO hatte der Senator keine Antwort. Die Schulbehörde verwies schamvoll darauf, dass es sich um den „privaten Twitter-Account“ des Senators handelt. Bürger Rabe hat getwittert, ach so.«

    Vielleicht hilft bei der Ursachenforschung die auf den ersten Blick verblüffende Tatsache, dass die Polizei der »Welcome to Hell«-Demo keine Auflagen für den weiteren Demoweg gemacht hat. Dass ein Herr Dudde und ein Herr Scholz ein paar Tausend »Linksradikale« für weniger konfliktträchtig halten als einen Lampionumzug für mehr Kita-Plätze, kann man getrost ausschließen. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Polizei damit das klare Signal aussendete: »Wir machen uns gar nicht die Mühe, irgendwelche Auflagen zu erlassen, die wir vor Gericht mühselig begründen müssen, weil Eure Anwälte sie wie üblich zerpflücken, sondern ihr werdet diese Straßenzüge sowieso nicht erreichen.«

    Genial wäre es gewesen, wenn die Anmelder es geschafft hätten, ganz vorne lauter liebe nette Menschen hinzustellen, ohne Vermummung, ohne Alkohol und ohne Hanf.
    Damit hätte man der Eskalationsstrategie der Staatsmacht ein Schnippchen geschlagen und der für sie schlimmste Fall hätte womöglich eintreten können: eine friedliche »Linksradikalen«-Demo, die ihr Ziel erreicht.

    Bescheuertes Video. Warum lassen die das nicht in Normalgeschwindigkeit laufen? Dann bekommt man einen Eindruck, wie die Radler fahren, und hat die Chance, auch die eine oder andere Ampelschaltung mitzubekommen. So sieht das doch alles aus wie »Ogottogott, das ist ja viel zu gefährlich.«


    Der Soundtrack klingt wie der Unterwasserstart bei »Raumpatrouille«, aber das nur nebenbei.

    According to an arrest report obtained by Josh Breslow of WKRN-TV, which you can see above, Neely told police, “that a man and a woman were standing in the road and threw the bicycle at his car.”


    Neely was released from the Williamson County Detention Center on Sunday after posting $11,500 bail, The Tennessean reports.
    He could still face additional charges, including federal charges, officials said.
    “U.S. Park Rangers will meet with the United States Attorney’s Office next week to consider additional federal charges,” Natchez Trace Parkway officials said in a press release.
    He was charged by local police with felony reckless endangerment, leaving the scene of an accident, failure to immediately notify of accident and failure to render aid. He faces between 1 to 6 years in prison if found guilty of the felony charge.
    Neely could also face up to 30 days in jail for each of the three misdemeanor charges he also faces.


    Kommentar eines Foristen:
    This merits an attempted murder charge not reckless endangerment.

    »Die spektakulärsten Szenen Das war der G20-Gipfel in Hamburg«

    Überschrift der »Hamburger Mottenpest«, mit der für das eigene Erzeugnis Werbung gemacht werden soll.
    Manchmal kann man gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte.

    Ich habe den Beitrag von »Blaue Sau« als Ironie aufgefasst. Wenn man erlebt hat, was Scholz & Co. vorher erzählt haben, dann den unerklärten Ausnahmezustand erlebt hat und sich dann anhört, was sie jetzt erzählen, dann kann man schon mal in Sarkasmus verfallen.

    »Durch zielgerichtete Maßnahmen, wie Rotlichtkontrollen, gegen das Befahren der falschen Radwegseite, gegen das Fehlverhalten beim Abbiegen von Kraftfahrzeugen gegenüber Radfahrern, das Freihalten von Radwegen und die Ahndung von Seitenabstandsverstößen gehören unter anderem zum Aufgabengebiet der Fahrradstaffel.«

    Das mit vollständigen und sinnhaften Sätzen der deutschen Sprache üben wir noch mal bei der Pozilei.

    Ich bin überrascht, dass auch »das Freihalten von Radwegen und die Ahndung von Seitenabstandsverstößen« zum Aufgabengebiet der Fahrradstaffel gehören.
    Hat schon mal jemand angefragt, wie viele Verstöße die Staffel festgestellt hat und wie viele davon geahndet wurden?

    Na das ist doch gaaaaanz einfach: Die Überquerung der Straße "Am Schulwald" ist für Radfahrer in beiden Richtungen zugelassen. Danach ist es ein Radweg, der nur in eine Richtung zugelassen ist.

    :D

    Wir sind bei dem alten Spiel: Woher weiß der Verkehrsteilnehmer, der sich aus der einen Richtung nähert, welche Beschilderung aus der Gegenrichtung erfolgt?
    Da ahnt man nichts Böses und muss dann feststellen, dass auf der anderen Seite [Zeichen 237][Zusatzzeichen 1000-33] hängt oder aber man selber sieht nur [Zeichen 239] und in der Gegenrichtung hängt da ein [Zusatzzeichen 1022-10] drunter.

    Ich habe mir vor langen Zeiten mal den Spaß erlaubt, auf einer kurvigen, recht schmalen Straße in einer spanischen Sierra die Kurven zu schneiden wie ein Rennfahrer. Mein Beifahrer wurde grün und bleich. Daraufhin ich: »Hast Du das Schild [Zeichen 220-20] gar nicht gesehen? Hier kann keiner entgegenkommen!«