Beiträge von mkossmann

    @Kampfadler und @Nbgradler
    Das Problem ist nicht die optische Sichtbarkeit. Sondern die Wahrnehmung.
    Siehe z.B. auch Unaufmerksamkeitsblindheit. Im Auto gibt es leider viele Möglichkeiten, das die Aufmerksamkeit von Fahren des Autos abgelenkt wird. Nicht nur das Händy.
    Dazu kommt noch das Autofahrer aufgrund der Geschwindigkeit mehr Reize pro Zeiteinheit verarbeiten müssen und damit die Wahrscheinlichkeit steigt, das Information weggefiltert wird.
    Wobei die Gefahr dafür in einer belebten Stadtstraße höher ist, als auf einer einsamen, reizarmen Landstrasse. Dort ist da Problem eher, das der Autofahrer zu schnell für die Sichtverhältnisse fährt. Also der Radfahrer z.B. wegen einer Kurve nicht gesehen wird.

    Wundert mich überhaupt nicht. Wer als Fußgänger in einem VBB unterwegs ist, wird feststellen, das es keinen Autofahrer gibt, der einen nicht bei erster Gelegenheit mit einem Vielfachen der eigenen Geschwindigkeit überholt. Und in so einem Fall kann der Autofahrer auch nicht mit der lahmen Ausrede kommen, das der Tacho so niedrige Geschwindigkeiten wie Schrittgeschwindigkeit nicht anzeigt. Denn er könnte auch einfach hinter einem bleiben.

    Das ist wahrscheinlich richtig. Sieht man immer wieder, wenn die tatsächlichen Zahlen publiziert werden. Dennoch unterstellt der Post jetzt, dass ein Helm keinen Schutz bietet. Und liest sich natürlich mit Absicht so.
    Ich sags mal so: Ich möchte auch weiterhin, dass meine Elektrogeräte beim Versand in Luftpolsterfolie und Styropor eingepackt sind. Ich möchte weiterhin einen Eierkarton, statt die Dinger im Sack zu kaufen.

    Risikokompensation enthält auch Fälle, wo es ohne Sie gar nicht zum Unfall gekommen wäre.
    Z.B. Ein Autofahrer sieht das du "geschützt" bist und fährt dann 10cm näher an dir vorbei oder tritt eine halbe Sekunde später auf die Bremse. Und genau das fehlt dann, um den Unfall zu verhindern . Der dann ohne Helm ( und damit dem Test des Helms auf Wirksamkeit) gar nicht passiert wäre. Wenn du in so einem Fall nicht absolut unverletzt ( auch an Körperteilen, die der Helm gar nicht schützen kann) herauskommst hat der Helm netto eine negative Wirkung gehabt. Auch wenn er erfolgreich eine Kopfverletzung verhindert hat.


    Und wenn man unterstellt, dass Helme einen gewissen Schutz mit sich bringen ...

    Selbst mit dieser Annahme muss man inzwischen vorsichtig sein. Die meisten ( praktisch alle ? ) Studien, die eine Schutzwirkung des Helms nachweisen sind von der Methodik Fallkontrollstudien, die als Vergleichsgruppen verletzte Nichthelmträger/verletzte Helmträger benutzen. Da wurde inzwischen nachgewiesen mit dieser Methodik einen systematischen Fehler bei der Berechnung der Schutzwirkung macht. Und zwar, weil Helmträger überproportional häufig unter der Verletzen sind, eine zu hohe Schutzwirkung.
    Es ist zu befürchten, das es zwar eine geringe physikalische Schutzwirkung durch Fahrradhelme gibt, die aber so gering ist, das sie durch Risikokompensation schon verschwindet oder gar ins negative verkehrt wird.

    Bettelampeln haben exakt einen sinnvollen Einsatzbereich: Als Querungshilfe für Fußgänger an viel befahrenen Straßen, dort wo keine Kreuzung oder Einmündung ist.

    Und auch das nur in der Variante, die als Grundstellung "dunkelgeschaltet" ist. Grundstellung "grün für Fahrbahn/ rot für Fußgänger "zwingt Fußgänger zum Warten auf die Ampel, auch wenn kein Verkehr auf der Fahrbahn ist.

    In dieser Diskussion sind die geplanten Transportkapazitäten doch ausschlaggebend. Eine Straßenbahn transportiert nun einmal weniger Menschen in mehr Zeit genauso weit wie eine U-Bahn. Sprich, um die gleiche Transportleistung zu erhalten, muss eine Straßenbahn häufiger fahren.

    Das aber auch nur, weil für Voll-UBahnen die Beschränkung von Strassenbahnen auf 2,65 m Breite und 75 m Länge für einen Zug nicht gilt. Wenn im Tunnel die gleichen Fahrzeuge verkehren, wie oberirdisch als Stadtbahn, ist im Tunnel, wo signalisierter Betrieb vorgeschrieben ist, die Transportkapazität geringer als bei einer oberirdischen, auf Sichtfahrt betriebenen Strecke.

    Außerorts mit Tempolimit 100 erschien mir Mischverkehr schon immer zu gefährlich...

    Es stimmt zwar das es außerorts gefährlicher ist. Aber nicht nur für Radfahrer. Sondern auch für Autofahrer und vor allem für Motorradfahrer, die dort selbst pro zurückgelegtem km gerechnet deutlich häufiger verunglücken als Radfahrer. Warum aber ist noch niemand auf die Idee gekommen, außerorts "sichere Motorradwege" anzulegen ?

    Die RWBP ist bereits seit 1997 abgeschafft. Und für die paar wenigen Ausnahmen, wo das Radfahren auf der Fahrbahn tatsächlich zu gefährlich wäre, darf sie ausnahmsweise angeordnet wäre. Ich sehe nicht, warum man dieses Mittel abschaffen sollte. Es wird bloß viel zu häufig missbraucht.

    Wenn 90% der Anwendungsfälle Missbrauch sind, gehört dieses Mittel abgeschafft. Und, wo das Fahren auf der Fahrbahn wirklich gefährlich ist, wird auch im alternative Möglichkeiten geben, die Gefahr zu senken.

    Eine Studie die wirklich Unfälle auf der Fahrbahn mit Unfällen auf Radverkehrsanlagen jeglicher Art vergleicht wird nicht das gewünschte Ergebnis bringen: "Separation ist sicherer".
    Um den wirklichen Grund für die Separation zu erkennen, muss man sich nur einen Straßenquerschnitt vorstellen, der es ermöglicht das Autofahrer jederzeit, unter Einhaltung aller geforderten Sicherheitsabstände, Radfahrer auf der Fahrbahn auch bei Gegenverkehr überholen können. Und zum Vergleich dann Straßenquerschnitte mit Radverkehrsanlage.