Beiträge von Yeti

    Das ist dann aber keine Straftat (wie im Artikel behauptet), sondern nur eine Ordnungswidrigkeit?

    Die TBNR gilt für "Verantwortliche", also Leute, die eigentlich dafür zuständig sind, wenn sie die erforderliche Anordnung nicht haben, oder diese falsch umgesetzt wurde. Das ist bei dem Guerilla-Zebrastreifen anders, denn -wer immer das war- gilt vermutlich nicht als Verantwortlicher, dort einen Zebrastreifen anzulegen.

    Für den dort auffahrenden Radler ist das eigentlich egal.

    Ja, aber es wäre hilfreich, wenn deutlich würde, dass man ab dort mit langsameren Fahrzeugen rechnen muss. Wobei der zuständigen StVB vielleicht selbst nicht ganz klar ist, dass dort langsamere Fahrzeuge fahren dürfen (außer MoFa). Neben landwirtschaftlichen Fahrzeugen auch mit Fahrrädern und Elektrokleinstfahrzeugen.

    Aus dem Artikel zum DIY-Zebrastreifen:

    Zitat

    Rechtlich betrachtet ist das unerlaubte Aufbringen eines Zebrastreifens eine Straftat. Das kann unter anderem als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Amtsanmaßung gewertet werden.

    Wie sieht es denn strafrechtlich mit dem unerlaubten Aufstellen von [Zeichen 240][Zeichen 241-30][Zeichen 237][Zeichen 254] aus?

    1. Wenn eine Baufirma diese Verkehrszeichen aufstellt, ohne dass dafür eine verkehrsbehördliche Anordnung / ein genehmigter Verkehrszeichenplan vorliegt.

    2. Wenn eine Verkehrsbehörde diese Zeichen nicht entfernen lässt, obwohl sie bereits festgestellt hat, dass sie rechtswidrig angeordnet sind. Ich denke hierbei an Fälle, in denen bereits unter Beteiligung aller anzuhörenden Stellen (Baulastträger, Polizei, fachkundige Verkehrsteilnehmer) entscheiden wurde, diese Zeichen zu entfernen, aber das nach zwei Jahren immer noch nicht umgesetzt wurde.

    Herrje... :rolleyes:

    Zitat

    Immer häufiger müssen sich Radfahrende, zu Fuß Gehende und Autofahrende den Straßenraum teilen.

    Immer häufiger? War das mal anders? Wurden zuletzt Kraftfahrstraßen und Autobahnen aufgehoben oder zurück gebaut, so dass sich Autofahrer den Straßenraum jetzt mit Fußgängern und Radfahrern teilen müssen? Oder wurden Fußgängerzonen aufgehoben und als Shared Spaces für den Rad- und Autoverkehr freigegeben?

    Zitat

    Die Sicherheit aller am Straßenverkehr Beteiligten steht im Fokus unserer Kampagne Radverkehr. 2025 setzen wir den Fokus auf "Abstand" und "Helm tragen".

    Es geht also wieder einmal nicht um Sicherheit, sondern um scheinbare und gefühlte Sicherheit. Die eigentlichen Probleme werden nicht adressiert, dass Radfahrer auf ungeeignete und unsichere Wege gezwungen werden oder massenweise freiwillig dort fahren. Thema verfehlt, liebe Verkehrswacht.

    Für *eindeutig* geradeaus hätten die das an eine Schilderbrücke kleben oder links an die Leitplanke klemmen sollen.

    Stimmt, das könnte eindeutiger sein. Ich würde auch sagen, dass es mindestens links an der Leitplanke wiederholt werden sollte, zumal sich baulich nichts ändert und die Straße weiterhin den Eindruck einer Kraftfahrstraße macht. Vermutlich hat man das aufgehoben, weil sich ab der Rheinbrücke dieser Radweg zur B10 gesellt:

    Google Maps
    Ort mithilfe eines 360°-Fotos kennenlernen.
    maps.app.goo.gl

    Spätestens an der nächsten Ausfahrt ist klar, dass das keine Kraftfahrstraße mehr sein kann:

    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    maps.app.goo.gl

    Denn sieht man hin, was Radfahrer alles einfällt auf Radinfra, kann definitiv nicht zum Schluss kommen, die verhalten sich dort nach StVO. Außer man ist der Meinung, die StVO gilt auf Radinfra grundsätzlich nicht oder nur eingeschränkt.

    Oder man ist der Meinung, dass die StVO für Radfahrer sowieso nur eine einzige Regel vorsieht: Den Autoverkehr nicht zu stören.

    Gute Idee. Auch in S-H kann man bei Google Maps wohl auf ein beliebiges Kaff klicken und wird ohne längere Suche irgendeinen Riesen-Blödsinn finden.

    Beispiele:

    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    maps.app.goo.gl
    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    maps.app.goo.gl
    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    maps.app.goo.gl
    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    maps.app.goo.gl
    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    maps.app.goo.gl

    Falls jemand einen Ort in S-H kennt, wo das anders ist, bitte bescheid sagen. :)

    Ich habe mich gewundert, dass die Daten für Niedersachsen anders aussehen als für Schleswig-Holstein.

    Unfallart


    Unfalltyp

    Unfälle anderer Art haben in Niedersachsen einen deutlich geringeren Anteil als in Schleswig-Holstein. Die Verteilung der Unfalltypen sieht aber wieder recht ähnlich aus. Hast du dafür eine Erklärung, Th(oma)s ?

    Ein direktes Ablesen der dreistelligen Unfallschlüsselung ist aus den Opendata des Unfallatlas leider nicht möglich

    Da hast du natürlich Recht und ich bezog meine Aussage nur auf Stade. Dass der Typ 342 auch in Stade am häufigsten ist, glaube ich gerne, da hier die Geisterradler-Quote bei annähernd 50% liegt. Die meisten Unfallorte vom Typ 3 liegen an Straßen mit benutzungspflichtigen "Radwegen", so dass ich davon ausgehe, dass 342 und 341 zusammen die meisten Typ 3 Unfälle ausmachen. Bei Unfallorten ohne Radweg hat man häufig Kopfsteinpflaster und meiner Beobachtung nach viele Gehwegradler.

    Unfälle im Längsverkehr und Unfallart "Zusammenstoß mit seitlich in gleicher Richtung fahrendem Fahrzeug" sind hier zu über der Hälfte nur mit Beteiligung von Radfahrern. Unfallorte auch nur da, wo es "Radwege" gibt. Es gab nur einen solchen Unfall mit Rad + PKW. Die anderen Unfälle im Längsverkehr sind dem Unfalltyp "Abbiegeunfall" zugeordnet.

    Die beiden mit Abstand häufigsten Unfalltypen bei Unfällen mit Beteiligung von PKW und Fahrrad wären bei regelkonformem Verhalten jedenfalls nicht möglich.

    *edit: Wobei man sich ohnehin fragen muss, welche Unfälle überhaupt möglich wären, wenn sich alle regelkonform verhalten.

    Fahrrad-Unfälle 2024 in S-H

    Unfall-Art

    Unfalltyp

    Beim NDR findet man auch diesen Beitrag vom 20.03.2025: Mehr Verkehrsunfälle, aber weniger Tote in Schleswig-Holstein | ndr.de

    Zitat

    Häufigste Unfall-Ursachen: Falsch abbiegen und Vorfahrt missachten

    Jeder dritte Unfall passierte deshalb, weil falsch abgebogen oder die Vorfahrt missachtet wurde.

    Man könnte als Journalist ja mal nachschauen, ob das auch auf Fahrrad-Unfälle zutrifft.

    Sinngemäß war das auch meine Antwort darauf, dass die Stadt damit selbst eingeräumt hat, dass es auf dem "Radweg" Gefahrenstellen gibt.

    Die "Argumentation" der Stadt ging in die selbe Richtung, wie man es auch immer wieder von Fahrbahnverweigerern hört: Die Risiken auf dem Radweg kann man durch umsichtiges Verhalten selbst beeinflussen, während man auf der Fahrbahn den Gefahren hilflos ausgeliefert ist.

    Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt, wie gut das in der Realität klappt (gar nicht). Ich glaube sogar, dass es umgekehrt ist und die gefühlte scheinbare Sicherheit auf Radwegen die Leute äußerst unvernünftige Dinge tun lässt.

    Ich glaube, dass da mehrere Dinge zusammenkommen. Als Erstes natürlich, dass den Leuten immer wieder erzählt wird, dass Radfahren ohne "Radweg" eigentlich lebensgefährlich ist. Das fällt aus anderen Gründen auf fruchtbaren Boden:

    In zahlreichen Gesprächen habe ich festgestellt, dass die Angst auf der Fahrbahn vor allem eine Angst ist, den Autoverkehr zu behindern. Das führt dann dazu, dass Aggressionen, denen man dort durch ungeduldige Autofahrer ausgesetzt ist, irgendwie als berechtigt und angemessen akzeptiert werden. Es muss also gar keiner hupen, drängeln oder dicht überholen: Es reicht schon der Gedanke, dass das jederzeit passieren kann und bestimmt gleich passieren wird, weil man das auch irgendwie verdient hat.

    Wer sich selbst als Verkehrshindernis betrachtet, verhält sich auch so: Dicht am Bordstein, in der Dooringzone und auf 50m Entfernung als schreckhaft und unsicher wahrnehmbar.

    Wenn mir Leute erzählen, dass sie in der xy-Straße ständig bedrängt und zu eng überholt werden, kann ich das aus eigener Erfahrung nicht nachvollziehen. Entweder bin ich unempfindlicher, oder es passiert mir tatsächlich deutlich seltener, weil ich mich auf dem Fahrrad so bewege, dass man mir ansieht, dass das völlig normal ist, was ich tue. Wenn hinter mir einer hupt, dann grüße ich freundlich zurück. Wenn ich überholt werde, interessiert mich weniger der Abstand als die Änderung des Abstandes: Wird der Abstand beim Überholen geringer, weil Autofahrer meine Geschwindigkeit unterschätzt haben, dann bremse ich und lasse mich zurückfallen.

    Eher eine Kombination aus Verdrängung (es fühlt sich auf dem "Radweg" so flauschig an, also kann es gar nicht gefährlich sein) und Selbstüberschätzung (wenn ich nur genug aufpasse, wird mir schon nichts passieren).

    Das habe ich auch schriftlich von der Stadt Stade bekommen: Wenn man an einer unübersichtlichen Einmündung auf dem "Radweg" umgenietet wird, ist man selbst schuld. :/

    Es ging um solche Stellen: