Beiträge von Yeti

    Gehts nicht längst viel mehr um Gewicht als um Speed? Warum ist das ein Tabu-Thema?

    Man kann Autos recht einfach durch einen politischen Beschluss langsamer machen aber nicht leichter. Die benötigte Energie, um ein Auto in Bewegung zu halten steigt auch etwa mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, aber nicht einmal linear mit der Masse.

    Dass das Auto als Transportsystem äußerst ineffizient ist, ist ein anderes Thema, an dass sich in der Tat wohl niemand so recht rantraut.

    Die StVO ist in allen Bundesländern die Selbe :)

    Aber eine solche deutliche Klarstellung der obersten Verkehrsbehörde des Bundeslandes ist natürlich hilfreich.

    Ich muss das alte Thema nochmal hoch holen, da ich kürzlich folgenden Hinweis erhalten habe.

    Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie und Verkehr äußert sich hier sehr klar zu den Umlaufsperren (bereits 2014!).

    2014-07-15VerkehrshindernisseaufStraen-nichtmotorisierterVerkehr_geschwaerzt.pdf in Anfrage „Erlasse zur Umsetzung der StVO“ - FragDenStaat

    - Umlaufsperren ohne verkehrsrechtliche Anordnung sind Verkehrshindernisse im Sinne des §32 StVO und stellen ggf. einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr gemäß §315c StGB dar.

    - Umlaufsperren sind eine Beschränkung des fließenden Verkehrs, so dass bei deren verkehrsrechtlicher Anordnung §45 (9) anzuwenden ist.

    - Vor Anordnung von Umlaufsperren ist zu prüfen, ob eine Minderung der besonderen Gefahrenlage durch mildere Mittel erreicht werden kann.

    - Zur Durchsetzung von Verkehrsverboten sind Umlaufsperren unzulässig.

    Aus dem Artikel von Prof. Rahmstorf

    Zitat

    Auch manche Journalisten in den deutschen Medien sahen und sehen leider ihre Rolle darin, wissenschaftlich unsinnige Behauptungen aus der Klimaquerdenker-Ecke ungeprüft salonfähig zu machen, und versuchen dies gar als kritischen Journalismus zu verkaufen.

    Auch beim Spiegel selbst darf der ehemalige Bild-Redakteur Nikolaus Blome seinen Unfug verbreiten.

    Unsinnige Ukraine-Vorschläge: Tempolimit für Trittbrettfahrer - Kolumne - DER SPIEGEL

    Er tut so, als hätte irgendwer behauptet, dass ein Tempolimit alleine den Krieg in der Ukraine beenden könne. Tatsache ist, dass der Krieg deutlich macht, dass wir alle Register ziehen müssen, um aus fossilen Energien auszusteigen. Ein Tempolimit ist dafür nur ein Baustein, aber einer, den man ohne große Investition und sofort umsetzen könnte.

    Natürlich ist es damit nicht getan. Ich halte auch die bisherige Fixierung auf den Kohleausstieg nicht für zielführend, denn wir müssen nicht raus aus der Kohle, sondern raus aus allen fossilen Energien. Wenn wir jetzt Kohle durch Erdgas ersetzen, ist für den Klimaschutz nichts gewonnen. Bei der Verbrennung von Erdgas entsteht zwar weniger CO2, dafür hat Methan selbst eine massiv höhere Klimawirkung und wir haben leider beim Transport des Gases 1-2% Verluste, die unverbrannt in die Atmosphäre entweichen. Das gilt auch für synthetisch aus 100% erneuerbaren Energien hergestelltes Methan.

    Gerade beim Rechtsabbiegen ohne Schutz-, Radfahrstreifen oder Radweg gibt es ja auch die blöde Situation, dass beide warten müssen:

    - Der Autofahrer muss in gleicher Richtung fahrende Radfahrer durchlassen.

    - So lange das Auto noch rollt, darf der Radfahrer aber nicht rechts vorbei.

    Aus meiner Sicht darf man auf einem Schutzstreifen nicht rechts überholen, außer unter den Voraussetzungen des §5 (8). Das gilt aber nur für wartende (= stehende) und nicht für langsam fahrende Fahrzeuge.

    Auf dem getrennten Radweg oder Radfahrstreifen ist es was Anderes, weil es dann kein Überholen sondern Vorbeifahren ist. Dann gilt ausschließlich §9 für den Rechtsabbieger, der geradeaus fahrende Radfahrer durchlassen muss. Dass man auf dem Fahrrad stets damit rechnen sollte, dass das nicht klappt, steht auf einem anderen Blatt.

    Bei einem temporären, auf drei Monate befristeten Tempolimit stimmt es natürlich, dass es beschildert werden müsste. Aber das wäre ohnehin Unfug, denn auch in drei Monaten müssen wir noch zusehen, von russischen Energieimporten unabhängig zu werden. Oder glaubt man in der FDP, dass in drei Monaten der Krieg in der Ukraine vorbei ist und man mit Putin wieder Geschäfte macht, als wäre nichts gewesen?

    Dass ein allgemeines Tempolimit die Gesellschaft spaltet, glaube ich auch nicht. Die Gesellschaft ist bereits gespalten in einen Teil, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und Konsequenzen zu tragen und in einen Teil, der unter Freiheit versteht, tun und lassen zu können, was man will. FDP-Wähler findet man wohl eher im zweiten Teil.

    Und bei Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts stand doch nie zur Debatte, dass auf Hauptstraßen nicht unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin Tempo 50 möglich wäre.

    Beim Betreiber werde ich mich auf jeden Fall auch beschweren, auch wenn ich da wenig keine Hoffnung auf Besserung habe.

    Das dürfte ein hoffnungsloser Kampf sein. Mich würde es auch nicht wundern, wenn die Roller mal von erbosten Autofahrern auf den Gehweg umgeparkt werden, wenn sie ordnungsgemäß am Fahrbahnrand abgestellt wurden. So lange auch Polizei und Ordnungsämter wegen des "Parkdrucks" Verständnis für regelwidriges Parken zeigen, wird sich nichts ändern.

    Weil nur beim Autoverkehr mind. 90% der gesamten Antriebsenergie in die Bewegung des Transportmittels geht und nur ein minimaler Bruchteil in die Fortbewegung des Passagiers.

    Was es nicht besser macht: 60-70% der Energie gehen beim Verbrennungsmotor direkt in Form von Wärme flöten (heiße Abgase und Wärmeabfuhr über den Kühler). Nur von den verbleibenden 30-40% werden dann 90% in die Bewegungs des Transportmittels umgesetzt.

    Derzeit laufen die Arbeiten zum Verkehrsentwicklungsplan 2035, kurz VEP durch ein Planungsbüro aus Hannover. Es geht darum, wie der zukünftige Verkehr in Stade effizient und klimaneutral abgewickelt werden kann. Schon nach den ersten Zwischenergebnissen war klar, dass der Radverkehr in Stade künftig eine deutlich größere Rolle spielen wird als bisher. Aber woher soll der benötigte Platz kommen, damit mehr Menschen ohne Angst und vom Autoverkehr getrennt fahren können, ohne dass es zu Lasten der Fußgänger geht?

    Nun sind die ersten Ergebnisse bekannt: Die Hansestadt Stade bekommt eine „Shweeb“, eine Human-Powered Monorail, also eine muskelbetriebene Schwebebahn. Dank der geringen Reibung auf der Schiene und der stromlinienförmigen Verkleidung, die auch vor Wind und Wetter schützt, erreicht die Shweeb in der Ebene spielend leicht Geschwindigkeiten bis zu 50km/h.

    „Wir wollten etwas Besonderes, anstatt einfach nur die Lösungen anderer Städte zu kopieren“ heißt es aus dem Stader Rathaus. Auch die Politik ist von der Idee begeistert und hat bereits Zustimmung signalisiert.

    Mit dem Bau einer ersten Teststrecke rund um die Altstadt vom Holzhafen bis zum Stadeum soll bereits im nächsten Jahr begonnen werden. Die „Shweeb“ wird auf Stelzen teils am Ufer des Burggrabens, aber auch unter den Brücken hindurch knapp über dem Wasser geführt werden. Am Bahnhof wird es eine Weiche zu einem Haltepunkt geben, wo man ein- und aussteigen kann. Die Testroute wurde so gewählt, dass sie auch das touristische Angebot der Stadt um eine Attraktion reicher macht. Außerdem konnten auf diese Weise zusätzliche Mittel aus der Niedersächsischen Tourismusförderung eingeworben werden.

    Wenn sich das Konzept in der Testphase bewährt, sollen weitere Strecken entlang der überlasteten Hauptstraßen umgesetzt werden, die dann auch über eine elektrische Unterstützung verfügen, damit auch Steigungen kein Problem darstellen: Vom Platz Am Sande soll eine weitere Route mit einem Haltepunkt auf der Hansebrücke, der mit einem Personenaufzug mit dem darunter liegenden Bahnsteig verbunden wird, und weiter über die Harsefelder Straße mit Abzweigen zum Athenaeum und zum Solemio bis nach Riensförde entstehen. Außerdem wird geprüft, ob man mit einer weiteren Shweeb-Linie das tägliche Chaos auf der Bremervörder Straße in den Griff bekommen kann. Künftig kann man dort über den täglichen Stau einfach hinweg-shweeben.

    (40) Human-Powered Monorail: The Shweeb - YouTube

    *edit: Jetzt mit Bild

    Mir ist schon klar, dass bei E-Fahrzeugen die Abgasproduktion vom Auspuff aufs Kohlekraftwerk verschoben wird. Weniger klar ist mir, ob das "effektiver" ist.

    Ja, ist es. Selbst bei dem heutigen Strommix wird beim Betrieb des E-Autos deutlich weniger CO2 erzeugt. Einen Anfangsnachteil hat das E-Auto wegen der CO2-Emissionen zur Herstellung des Akkus, der aber mit der Zeit durch die geringeren Emissionen im Betrieb mehr als ausgeglichen wird.

    Das Diagramm zeigt den Primärenergiebedarf für unterschiedliche Antriebsarten und wo welche Verluste auftreten. Beim Strommix müsste man die jeweiligen Anteile berücksichtigen. Erneuerbare liegen derzeit bei knapp 50%.