Münchner Merkur vom 29. Juli 2024:
Zitat"Gerade in den Abendstunden sind viele Radfahrer auf der Säbener Straße in Richtung Perlacher Forst unterwegs, um Sport zu machen. Doch die Anwohner stört, dass viele Radler statt des Radwegs die Straße benutzen. Sie fordern den Bezirksausschuss (BA) Untergiesing-Harlaching dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen. „Die komplette Säbener Straße ist vom Wettersteinplatz bis Perlacher Forst beidseitig mit einem sicheren und guten Radweg ausgestattet“, heißt es in einem Schreiben. Dieser soll deshalb auch genutzt werden. Darauf angesprochen sei es in der Vergangenheit bereits zu Pöbeleien gekommen, erklären die Anwohner. Der BA möchte den Antrag nun an das zuständige Mobilitätsreferat weiterleiten, um die Situation zu untersuchen."
Die Säbener Straße hat in der Tat beidseitig Radwege. Jedoch handelt es sich hierbei um Angebotsradwege. Eine zur Benutzung verpflichtende Beschilderung ist nicht existent. Und das ist auch gut so, denn auf diesen Radwegen reiht sich Gefahrensituation an Gefahrensituation, die es auf der Fahrbahn einfach nicht gibt. Ich finde es schon ziemlich dreist, von Radfahrern einfach zu verlangen, auf ihr in § 2 StVO verbrieftes Recht zur Fahrbahnbenutzung zu verzichten. Vor allem verstehe ich nicht, welches Interesse Anwohner haben könnten, dass sich Radfahrer auf unsicheren Radwegen in Gefahr begeben. Da reagieren die Radfahrer, die völlig legal die Fahrbahn benutzen, vollkommen richtig.
Was ist die Intuition der Leute, die dort verlangen, dass diese Angebotsradwege zu benutzen sind? Verspricht man sich vielleicht ein schnelleres Vorankommen in dieser Straße, wenn der Radverkehr zur Seite geräumt wird? Verlangen Radfahrer vielleicht, Kraftfahrer sollen ihre Fahrzeuge verkaufen und mit Öffis fahren, damit dort nicht so viele Stehzeuge ständig platziert sind?
Aber das allerbeste ist ja, dass man die Situation dort nun "untersuchen" will? Häää??? Zu welchem Ergebnis will man dabei denn kommen?