Beiträge von KAcyc

    Das habe ich auch noch nicht so gesehen, zwei unterschiedliche Vorfahrtsregelungen quasi im selben Straßenteil? Aber man 'sieht ja was gemeint ist' ;)

    Rückblickend gab es auch bei mir eine längere Unterbrechung, da meine weiterführende Schule in der nächsten Kleinstadt etwa zehn Kilometer entfernt lag. Fünfte Klasse: Bus, dann vermehrt mit dem Nahverkehrszug. Etwa Mitte der sechsten Klasse gab es dann plötzlich einen Radweg neben der Bundesstraße zum Nachbarort. Ab dem Moment bin ich zum Individualverkehr zurückgekehrt und nur noch mit dem Rad gefahren.

    Den Führerschein habe ich kurz vor 18 auch nur gemacht, weil gerade mehrere Freunde in der Fahrschule angemeldet waren, sonst hätte mich das kaum interessiert. Heute bin ich doch manchmal froh, noch Klasse 3 erwischt zu haben und Anhänger und 7,5-Tonner fahren zu dürfen, das eröffnet so manche Nebentätigkeiten. Man lernt auch mal andere Perspektiven kennen. Ich fühle mich immer etwas unwohl, wenn mein Lkw weniger als sechs Außenspiegel hat...

    Ich glaube, ich war damals etwa drei Jahre. Allerdings hatte das Rad noch Stützräder, und ich weiß nicht mehr, wann die abgeschraubt wurden. Aber mit Vier konnte ich auf jeden Fall frei fahren, und habe seither nicht mehr damit aufgehört. Dreißig Jahre später:

    Mein Ältester hat mit zwei Jahren mit dem Laufrad angefangen, mit Vier auf ein gebrauchtes Puky-Fahrrad umgestiegen. Stützräder waren nicht nötig, das mit der Balance hatte er vom Laufrad schon drauf.

    Leider gibt es auch hier die Vorgabe, dass die Schulkinder erst mit dem Fahrrad-Führerschein mit dem Rad zur Schule kommen dürfen. Allerdings gibt es den erst ab der vierten Klasse... Es ist jetzt nicht wirklich weit bis zur Schule, und er trifft sich mit Klassenkameraden, um gemeinsam zu laufen, ansonsten würde ich ihn bedenkenlos Rad fahren lassen. Immerhin wohnt eine entfernt Verwandte neben der Schule, wo er sein Rad abstellen könnte, falls es der Schule um die begrenzten Stellplätze geht.

    Das ist schon krass, da haben wir es echt gut getroffen in Karlsruhe (immerhin so eine Art Fahrradstadt)...

    Ich muss mich übrigens korrigieren, die Fahrbahnmarkierungen sind doch etwas größer als DIN A3, die alte 30 war aber schon etwas größer:



    Doch, es gibt einige 'aufgebügelte' Piktogramme, aber nicht die runden blauen wie in Hannover, sondern weiße Rechtecke (geschätzt DIN A3 und schon ziemlich abgerieben), die etwa wie das offizielle Schild am Beginn der Fahrradstraße aussehen. Die abgefrästen 30er-Markierungen waren halt etwa zehn Mal so groß...

    Der Standort im Bild ist genau die gemeinte 'echte' Fahrradstraße. Die verirrten Kfz-Fahrer kommen meist aus der anderen Richtung, denn von dort aus ändert sich an jeder Kreuzung die Freigabe von Fußgängerzone (Kfz frei) zu Fahrradstraße (Kfz frei) zu Fahrradstraße (wie jetzt nicht mehr Kfz frei? Ich muss doch nur noch 100 Meter weiter).

    Außer, dass das Schild in der Fahrbahnmitte steht, gibt es keine Einfahrsperre. Da passt auf jeder Seite locker ein Lkw durch, das muss aber wohl so sein, damit die Stadtgärtner die Grünanlagen erreichen können. Ansonsten ist hier sehr viel Platz. Ein Wunder, dass die gesperrte Durchfahrt nur von so Wenigen nicht respektiert wird.

    Ich kann nur für Karlsruhe sprechen, aber hier finde ich Tempo 30-Zonen deutlich angenehmer als unsere 'Fahrradstraßen'. Wenn eine Zone 30 zur Fahrradstraße umgewidmet wird, ändert sich von den Regeln her überhaupt nichts, dafür werden aber die vorher deutlich sichtbaren 30er-Schilder durch DIN A4-große Zusatzschildchen mit der Aufschrift 'Kfz bis max. 30 km/h frei' ersetzt. Die riesigen 30er-Markierungen auf der Fahrbahn werden säuberlich abgefräst. Sonstige bauliche Änderungen finden nicht statt.

    Es gibt also keinen sichtbaren Hinweis mehr auf Tempo 30, so dass in der Regel (ohne Behinderung durch 30 fahrende Radler) mindestens 50 gefahren und eng überholt wird. Weshalb ein sichtbarer Anteil des Radverkehrs auf den noch immer vorhandenen, aber jetzt natürlich nicht mehr erlaubten, Radwegen auf dem Gehweg erfolgt. Gern auch gegen die Fahrtrichtung.

    Wie das mit Vorrang an Kreuzungen und Einmündungen anderswo geregelt wird, weiß ich nicht. Hier gilt nach wie vor überall rechts vor links, wie es vorher auch schon war. Um ganz sicher zu gehen, wird die Fahrradstraße an Kreuzungen quasi unterbrochen und danach neu ausgeschildert.

    Eine einzige echte Fahrradstraße gibt es übrigens tatsächlich in Karlsruhe, die ist etwa 120 Meter lang und sogar mit Vorfahrtsrechten ausgestattet (das hier). Leider führt sie über einen öffentlichen Platz, so dass sie bei Veranstaltungen (Weihnachtsmarkt und sonstigen Festivitäten) voll gesperrt wird, und sonst von Kfz der Stadt, der Polizei, von Taxis und Ortsfremden mit Navi von vor 2004 mitbenutzt wird.

    Ich würde in eine unkorrekt beschilderte Einbahnstraße vermutlich lieber nicht einfahren. Wer weiß, ob am anderen Ende überhaupt ein Zusatzschild vorhanden ist. Ich denke nur, dass der Mehrheit der Fehler gar nicht auffallen würde. Da war doch was mit der beiläufigen Erkennbarkeit von Verkehrszeichen...

    Gehört das Zusatzzeichen nicht ans andere Ende der Einbahnstraße? So habe ich das noch nie gesehen, nur mit Zeichen 1022-10 ( [Zusatzzeichen 1022-10] ).
    In der Praxis dürfte die Idee aber genauso gut funktionieren...

    Ich hätte jetzt auch eher verstanden, dass es explizit ein Behindertenparkplatz ist, der aber nur in den angegebenen Stunden für 30 Minuten benutzt werden darf. Zum Glück muss ich selten mit dem Auto irgendwo parken...

    Das ist eine gute Erklärung dafür, warum die meisten Motoristen nicht wahrnehmen, dass sie sich gerade in einer Fahrradstraße befinden. Hier in Karlsruhe sind praktisch alle Fahrradstraßen mit [Zeichen 244] und dem Zusatzschild 'Kfz bis max. 30 km/h frei' ausgeschildert. Vorher war hier meist Zone 30, deutlich ausgeschildert, mit übergroßen weißen Fahrbahnmarkierungen.
    Jetzt nur noch ein DIN A4-großes Zusatzschild, das keinem Autofahrer auffällt, und die 30er-Markierungen abgefräst (Sind wohl nicht zulässig). Ergebnis: Es wird seit der Einrichtung der Fahrradstraße wieder unbekümmert 50 gefahren, und unsichere RadfahrerInnen fahren lieber auf dem Fußweg, wo früher der Radweg war.