Neben Fußgängern und parkenden Kraftfahrzeugen gibt’s dann auch bald diese Hoverboards auf den Radwegen: Bundesregierung bereitet Zulassung von "Hoverboards" und Co. vor
Ich habe allerdings bislang das Gefühl, dass jene Fahrzeugführer ihr Gefährt noch weniger beherrschen als unerfahrene Pedelec-Fahrer
![]()
Das erinnert an die Inline-Skater-Diskussion. Inzwischen ist der Hype ja ein wenig verflacht. Aber trotzdem gibt es immer noch Inline-Skater, die mit weit ausholenden Schwenkbewegungen selbst ansonsten ausreichend breite Radwege blockieren, bzw. den Radfahrern ihre Geschwindigkeit aufzwingen. Ein deutlich sportlicherer Bekannter berichtet mir häufiger davon, wie sehr er davon genervt ist, wenn auf seinem Lieblingsradweg am Maschsee ihm Inliner an der flotten Weiterfahrt hindern. Bei mir als sportlich deutlich weniger ambitionierter Radfahrer ist das Inliner-Problem nicht ganz so krass.
HAZ vom 20.10.2009:
"Skater sollen auf Radwege
Wo irgend möglich, sollen die Radwege im Stadtbezirk Mitte für Inlineskater freigegeben werden. Das hat der Bezirksrat Mitte parteiübergreifend gefordert. Betroffen wären die Stadtteile Mitte, Zooviertel, Calenberger Neustadt und Oststadt und damit auch Teile der Eilenriede-Radwege.
Die Stadtverwaltung prüft das Vorhaben jetzt. Die Idee stammt von der CDU-Fraktion. Anlass ist die seit September geänderte Straßenverkehrsordnung. Die droht den Nutzern der sportlich-schnellen Rollschuhe ein Bußgeld an, wenn sie sich auf Radwegen bewegen – denn Inlineskater gelten ebenso wie Tretroller- und Skateboardfahrer juristisch als Fußgänger und müssen daher den Fußweg nutzen. Fahren auf dem Radweg ist nur erlaubt, wenn ein Zusatzschild „Inliner frei“ montiert ist. Am Maschsee ist das bereits der Fall."
Das ausgerechnet die CDU sich im zitierten Fall für die Freigabe der Radwege für Inline-Skater stark macht, ist m. E. mit einem fiesen Kalkül verbunden: Diejenigen, die sich für den Radverkehr stark machen und deshalb eine zusätzliche Verengung der Radwege durch Inline-Skater ablehnen, werden in die Ecke der Spaßverderber, Blockierer und "Verbotsparteien" gestellt.
@ hvhasel: Irgendwo in dieser Gegend siedle ich auch die ausgerechnet von einem Autoproduzenten trickreich umgangenen Pedelec-Regelungen für einen Pseudo-Tretroller an. Tricksereien wo du hinschaust, nicht nur bei den Abgaswerten.
Auf jeden Fall nervt, dass solche Fahrzeuge mich (als Radfahrer mit geringen sportlichen Ambitionen) möglicherweise häufig überholen werden und das auf Radwegen, die oft ohnehin zu schmal sind.
Das klassische Pedelec selbst dagegen wird nach meiner Beobachtung häufig von Menschen benutzt, die aus gesundheitlichen Gründen auf eine gewisse Tretunterstützung angewiesen sind. Und dagegen ist auch gar nichts zu sagen. Allerdings gibt's auch da einige Kandidaten, die entgegen den gängigen Vorschriften ihr eigentlich nur als Pedelec zugelassenes Fahrzeug mit einer manipulierten Elektronik "aufrüsten". Das ist natürlich auch bei den Tretrollern "vorprogrammiert". Und irgendwie erinnert das Ganze an die Mofas in den Sechziger und Siebziger Jahren, als es als "cool" galt, die Zylinder aufzubohren und größere Kolben einzusetzen, um noch ein paar Zehntel PS mehr rauszuholen. Mofa frisieren nannte man das.
In Anbetracht der aktuellen Abgas-Manipulationen kann man da schon mal auf den Gedanken verfallen, dass sich die Techniker-Gilde der Autoproduzenten zusammensetzt aus den Jungs, die mal Mofas frisierten. Jetzt machen sie das halt mit Autos und im ganz großen Stil.
Dass es mitnichten darum geht eine weitere Alternative zum Auto zu etablieren, kann man direkt aus der BMW-Propaganda für diesen E-Tretroller ablesen: "Dank seines geringen Gewichts von 20 Kilogramm und seiner faltbaren Lenkeinheit lässt sich der BMW Motorrad X2City problemlos im Gepäckraum eines Kleinwagens unterbringen. Mit nur wenigen Handgriffen ist er einsatzbereit ..." Zitat aus dem bereits weiter oben verlinkten BMW-Text. Was dort nicht steht, aber durchaus so zwischen den Zeilen herauszulesen ist: Im Kofferraum eines etwas größeren Fahrzeuges (SUV) passt dann nicht nur das Paar Inline-Skater, der "hoverboard" und das Faltrad mit E-Antrieb sondern eben außerdem auch noch der E-Tretroller. Sollte mich nicht wundern, wenn diese SUV's (mit ihren PS-starken Dieselmotoren) im Kofferraum demnächst auch noch mit einer Steckdose ausgestattet werden, an der man die vielen Zusatz-Fahrzeuge während der Fahrt aufladen kann.
Übrigens sind Fahrräder mit Motorunterstützung nun wirklich keine Neuheit: