Beiträge von Ullie

    Das Ziel sollte niemals "Null" lauten, dafür muss man zuviele andere Opfer bringen.Radfahren ist gefährlich, ein Sturz bedeutet fast immer eine Verletzung, manchmal ist's auch tödlich. Also muss man Radfahren verbieten. Zumindest braucht man eine Integral-Helm-Pflicht.
    Bahn ist ein gutes Verkehrsmittel, aber Eschede zeigt aber, dass etwas weniger Tempo nicht schlecht wäre.
    Flugzeuge gehören ganz abgeschafft, weil man Abstürze häufig nicht überlebt.

    Nein, wir müssen in Kauf nehmen, dass manchmal Menschen sterben. Irgendwo muss man zwischen Sicherheit und Geschwindigkeit/Effizienz abwägen. Andere Länder haben massive Sicherheitsdefizite, Deutschland steht im Internationalen Vergleich recht gut da. Aber natürlich kann man auch in Deutschland noch besser werden. Tempolimit auf Autobahn 160, Landstraße 80, 30 innerorts fände ich gut. Außerdem noch die Bahn schneller machen, ist auf mittellangen Strecken einfach das beste Verkehrsmittel. Der ICE-Sprinter fährt Hamburg->Frankfurt mit 118km/h Durchschnitt (Luftlinie 394km, 03:20).

    Selbstverständlich muss das Ziel "Null Todesopfer" im Straßenverkehr lauten, denn wenn du als Ziel ausgiebst "X-Todesopfer müssen einkalkuliert werden", dann müsstest du auch X benennen. Willst du das?

    "Im Vergleich zum Straßenverkehr sind andere Verkehrsmittel deutlich sicherer:
    Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall tödlich zu verunglücken, ist mit Personenkraftwagen größer als mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Hauptgründe hierfür dürften die umfang­reicheren Sicherheitsvorkehrung den in öffentlichen Verkehrs­mitteln und ein größerer Ausschluss von menschlichem Ver­sagen sein. Die Angst vor dem Fliegen ist mit dem Unfallrisiko nicht zu begründen. Dennoch dürfte das Fliegen nicht immer eine Alternative zum Auto beziehungsweise zu den öffentlichen Verkehrsmitteln auf der Schiene oder der Straße darstellen" Zitat aus: Dipl.-Volkswirtin Ingeborg Vorndran, Unfallstatistik – Verkehrsmittel im Risikovergleich,
    Statistisches Bundesamt, Wirtschaft und Statistik 12/2010

    Eine Helmpflicht üprigens verbessert nicht die Sicherheit im Radverkehr. In den Niederlanden fahren kaum Radler mit Helm, trotzdem ist dort das Radeln sicherer. Und die strikte Trennung der Verkehrswege von Radlern und Autlern (Autofahrern) hat sich nicht als zielführend erwiesen. Auch in Schweden nicht, wo das Ziel "Vision Zero" gilt: "Frühere Vision-Zero-Konzepte sahen auch vor, Fahrradwege von der Autofahrbahn und vom Fußweg zu trennen. Um gleichzeitig eine effektive Nutzung des Fahrrads im innerstädtischen Nahverkehr zu erreichen, ist dies mit einem hohen baulichen Aufwand verbunden. Die sichere Zusammenführung der Verkehrswege für Autos, Fahrrädern und Fußgängern an Knotenpunkten ist kompliziert, weshalb die Separation von KFZ- und Fahrradverkehr im innerörtlichen Verkehr mittlerweile vielfach nicht mehr als sicherheitsfördernd angesehen wird." Quelle:

    Gerade Tempo 30 in Bereichen, in denen Fußgänger die Fahrbahn queren, ist ein wichtiger Beitrag um das Ziel "Vision Zero" zu verwirklichen. Ein Tempolimit von 160 dagegen auf Autobahnen ist viel zu hoch, weil auch moderne Rückhaltesysteme (Gurt, Airbag) hier an ihre Grenzen stoßen im Falle eines Unfalles. Wer so schnell unterwegs sein will, für den ist die Eisenbahn deutlich sicherer. Dass solche Unfälle wie der ICE-Unfall in Eschede in der Wahrnehmung ganz anders im Gedächtnis bleiben als die täglich rund 10 Verkehrstoten allein auf deutschen Straßen, hat viel mit der Berichterstattung über Großunglücke zu tun, aber nichts damit zu tun, dass die Bahn ein unsicheres Verkehrsmittel wäre.

    Nbgradler: Wenn du hin und wieder auf ein großes Auto angewiesen bist, dann bietet sich doch carsharing als eine vernünftige Alternative zum Besitz eines eigenen Groß-PKW's an! Es geht doch nicht darum der Fahrzeugindustrie zu verbieten, große Autos herzustellen. Aber auch die Fahrzeugindustrie steht in der Verantwortung für ein gedeihliches Verkehrsgeschehen auch in Großstädten. Und dieser Verantwortung wird sie nicht gerecht, wenn die Fahrzeugindustrie an vorderster Stelle den Kauf immer größerer Fahrzeuge anpreist. In den 90er Jahren dagegen wurde z. B. mal der "Smart" stark propagiert. Vielleicht waren wir damals mal weiter?

    Dann muss der Verkehr halt sicherer werden. Im Autoland Deutschland sterben so 3500 Menschen pro Jahr. Hochrechnet auf die Weltbevölkerung wären das nur noch 300tsd.

    Und wieviele Todesopfer sind wir bereit dafür noch in Kauf zu nehmen? Bis wir den Autoverkehr weltweit so "zivilisiert" haben, dass er "nur noch" drei bis viertausend Todesopfer pro 80 Millionen Einwohner pro Jahr hervorruft? Oder soll das Ziel sein: Null Todesopfer? Und wie soll das erreicht werden, wenn zum Beispiel die Forderung nach niedrigeren Tempolimits gerne als "ideologisch motiviert" gebrandmarkt wird?

    Dann widerspreche ich wieder. Wir sind bei deinen Wünschen. Solche allgemein gehaltenen Behauptungen kann ein Einzelner nicht ohne Studien/Quellen aufstellen. Der sogenannte "gesunde Menschenverstand" der dann gerne zitiert wird ist hier einfach nicht ausreichend - weil oft falsch und durch die eigenen Vorstellungen verzerrt.

    Das hatten wir ja schon. Ich will kein kleineres Auto. Das ergibt keinen Sinn und ist _gerade_ bei Kombination mit Rad, Fuß, ÖPVN nutzlos und unsinnig und grundfalsch. Solche Behauptungen kann man schon aufstellen - dann ziehe ich mich aber schnell aus der "interessierten Grundhaltung" zurück.

    Im letzten Beitrag zu den Geschwindigkeitsbegrenzungen wurde es ja dann eher schlechter. Kriechender Verkehr auf Geschwindigkeiten langsamer als Fahrrad sind möglicherweise ideologisch begründet. Nur möchte ich gerne zivilisatorische Erungenschaften behalten. Und dazu gehört eben auch die Präsenz von Einzelpersonen an anderen Orten der Welt. Und des Landes. Und das ohne mehrtägige Anreisen in Kauf nehmen zu müssen.

    Ich studiere regelmäßig die wöchentliche Auto-Beilage der Tageszeitung, eine allen zugängliche Quelle. Wenn du das auch tust und dabei zu einem anderen Ergebnis kommst, als dass die Fahrzeugindustrie vor allem daran interessiert ist, möglichst allen Menschen ein möglichst großes und PS-starkes Auto unterzujubeln, dann sollte mich das sehr wundern.

    Die "zivilisatorische Errungenschaft" Auto zu fahren in Frage zu stellen, bedeutet nicht die zivilisatorische Errungenschaft mobil sein zu können in Frage zu stellen. So wie sich die Sache derzeit darstellt, ist es jedoch offensichtlich, dass der massenhafte Autokonsum bereits jetzt viele andere zivilisatorische Errungenschaften in Frage stellt. Zum Beispiel die sich ungefährdet im öffentlichen Raum aufhalten zu können. Hier ein besonders dramatisches Beispiel, um das zu verdeutlichen:
    "Es ist gut ein Jahr her, als es vor der Stadthalle im Zooviertel zu einem schrecklichen Unfall kam: Der Fahrer eines Audi A 6 verlor die Kontrolle über seine Limousine und raste mit 70 bis 80 Stundenkilometern in eine Menschengruppe, die an der Üstra-Haltestelle am Theodor-Heuss-Platz auf die Stadtbahn wartete." HAZ, 2013

    Zwei wartende ÖPNV-Fahrgäste wurden damals bei dem Unfall getötet. Der Fahrer verlor übrigens wahrscheinlich aufgrund einer Erkrankung die Kontrolle über sein Fahrzeug. Dabei könnten Fahrzeuge mit einem automatischen Tempobegrenzer ausgerüstet sein. So was gibt es ja längst, ist aber nicht vorgeschrieben. In Kombination mit Tempo 30 zulässige Höchstgeschwindigkeit hätte das vermutlich die Unfallfolgen reduziert. Übrigens wird angenommen, dass der Terroranschlag in Berlin, bei dem ein Lastwagen in den Weihnachtsmarkt fuhr, noch schlimmer geendet hätte, wenn der LKW nicht mit einer Bremsautomatik ausgerüstet gewesen wäre. "Ein automatisches Bremssystem am Lastwagen soll verhindert haben, dass bei dem Terroranschlag von Berlin noch mehr Menschen starben." Quelle: SZ vom 28.12.2016


    Außerdem fordert der Autoverkehr weltweit mehr Todesopfer als Kriege! "Nach Erhebungen und Schätzungen von Weltbank und Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich etwa 1 Million (Weltbank) bis 1,2 Millionen (WHO 2003) Menschen an den Folgen von Verkehrsunfällen. Die Zahl der Verkehrstoten liegt damit weit über den Opferzahlen von Krieg, Genozid und Terrorismus. Die Anzahl der Verletzten wird auf jährlich etwa 40 Millionen geschätzt." Rein von den Opferzahlen her betrachte, wären demnach Krieg, Genozid und Terrorismus eine höher zu bewertende "zivilisatorische Errungenschaft" als der Autoverkehr, da dem Krieg ja weniger Menschen zum Opfer fallen als dem Autoverkehr. Und dabei ist in dieser Statistik noch nicht mal die hohe Anzahl von Toten und Erkrankten enthalten, die durch Autoabgase geschädigt werden. Quelle:

    Hallo zusammen,

    ich habe mir mal die Unfallzahlen von Destatis für das Jahr 2015 genauer angeschaut.
    Und nach diesen Zahlen bringen Radfahrer innerorts pro gefahrenen Kilometer fast genauso viele Unschuldige um, wie Autofahrer.

    Hat jemand Lust und Zeit, diese Schlussfolgerung gegenzuprüfen? Ich kann mir das irgendwie nicht vorstellen.

    Aus Hannover kann ich dir sagen, dass ich mich hier nur an einen einzigen von einem Fahrradfahrer verursachten tödlichen Unfall erinnern kann. Der ereignete sich vor einigen Jahren am Maschsee, als ein Radfahrer eine ältere Frau angefahren hatte, die so stürzte, dass sie an den Unfallfolgen starb.
    Wie man Unfälle bewerten soll, bei denen der Radfahrer selbst das Opfer ist, ist dagegen fast schon eine philosophische Frage. Grundsätzlich hat kein Verkehrsteilnehmer das Recht, einen anderen totzufahren, auch dann nicht, wenn sich ein Verkehrsteilnehmer falsch verhält.
    Und wie soll man die vielen gefährlichen Situationen bewerten, die aufgrund einer oft unzureichenden Fahrradinfrastruktur quasi Unfall-förderlich wirken? Hat dann die Verwaltung schuld, weil sie so was zulässt? Und ist es wünschenswert, wenn Verbote verhängt werden, damit die Verwaltung sich aus der "Schusslinie" bringt?
    Schau dir zum Beispiel dieses Bild aus Mainz an. Da gibt es eine Straßenbahnstrecke durch eine enge Straße. Aber anstatt die Straßenbahnschienen so auszustatten, dass Radfahrer drüber fahren können, ohne in die Schiene zu rutschen (so was gibt es andernorts), wird ganz einfach der Streckenabschnitt für Radler gesperrt.
    Was, wie man sieht, Radler nicht davon abhält hier langzufahren. Wenn der auf dem Foto jetzt stürzen sollte und den Sturz nicht überlebte, dann wird es heißen tödlicher Unfall, vom Radler selbst verursacht. Aber das wäre dann nur die halbe Wahrheit.
    mainzfrradverkehrgesphsr53.jpg

    Ein Tempolimit (30/80/120) würden tausende Menschenleben retten kommt aber nicht in Frage, da man vielleicht weniger Autos verkaufen könnte.
    Ich fahre, wann immer möglich mit dem Rad und versuche so wenigstens meinen Beitrag zu leisten. Meine Autos kaufe ich nur gebraucht und nutze sie sehr lange, da ich der Meinung bin ein 20 Jahre altes Auto mit 500.000 km Laufleistung ist immer noch umweltfreundlicher als ein Neuwagen, der nach 10 Jahren wieder verschrottet und entsorgt werden muß. Außerdem unterstütze ich so wenigstens ortsansässige KFZ Schrauber und nicht Multinationale Großkonzerne.

    Gruß Delle

    Die Tempolimits würde ich jedoch noch niedriger ansetzen: Tempo 20 für Wohngebiete und andere sensible Bereiche, Tempo 30 innerorts (bis auf wenige Ausnahmen, so wie es ja auch heute schon Ausnahmen von Tempo 50 gibt). Auf Landstraßen und Bundesstraßen Tempo 60 und auf Autobahnen Tempo 80. Tempo 60 auf Landstraßen und Bundesstraßen auch deshalb, weil es für Linienbusse aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt ist schneller zu fahren, wenn stehende Fahrgäste an Bord sind.

    Die Maximalleistung bei E-Motoren ist meines Wissens nach fast nur noch eine Marketing-Angabe. Da wird der Motor kontrolliert für wenige Sekunden überlastet. Sobald er sich zu stark aufheizt, wird die Leistung wieder begrenzt.Soweit ich weiß haben diese Motoren über einen sehr weiten Lastbereich einen sehr guten Wirkungsgrad. Dementsprechend sind diese Leistungsangaben gar nicht so schlimm. Außerdem helfen sie beim Verkauf der Autos.

    Ist das bei Verbrennungsmotoren denn nicht genau so?

    Moment: "Ich wünsche mir kleinere, sparsamere Autos und kleinere Motoren", bitte.
    Das kannst nicht einfach so für alle als gültig voraussetzen. Ich vermute, dass dir viele Autofahrer bei "sparsamer" sogar folgen, aber schon das "kleiner" lehne ich grundsätzlich ab. Für Strecken mit wenig Mitfahrern und leichtem Gepäck nehme ich das Rad. Wenn ich das Auto nehme, dann braucht das Platz und Ladekapazität...

    Nein, da muss ich widersprechen: Es geht nicht darum, dass ich persönlich mir kleinere Autos wünsche, sondern darum, dass es schlicht nicht möglich ist, dass jedermann und jederfrau ein möglichst großes Auto besitzt. Genau das aber ist leider das Ziel der Fahrzeugindustrie. Die Fahrzeugindustrie braucht sich ja auch keine Gedanken darüber zu machen, wie der massenhafte Automobilismus von den Städten verkraftet wird und wie Verwaltung und Politik das managen sollen. Jeder will ein "dickes Auto" und jeder soll es bekommen. Um so mehr jedoch dieses Programm der Fahrzeugindustrie verwirklicht wird, um so schlimmer sind die Auswirkungen, weil das Programm mit Folgen verknüpft ist, die alle angehen! Und viel zu lange schon haben diejenigen, die sich nicht an diesem Programm der Fahrzeugindustrie beteiligen, schweigend und widerspruchslos mit angesehen, wie insbesondere die Stadt aber auch im hohen Maße der ländliche Raum als Lebensraum für Menschen zerstört wird und zur reinen Autokulisse verkommt.
    Also wünschenswert für alle sind "kleinere Autos, sparsamere Autos und kleinere Motoren", am Besten alternative Formen von Mobilität, wie ÖPNV und Radverkehr und das ist erreichbar durch einen Rückbau der Autoverkehrsinfrastruktur verbunden mit einer Stärkung des Fuß- und Radverkehrs, sowie des ÖPNV! Umgekehrt dagegen ist ein immer weiterer Autoverkehrsinfrastruktur-Ausbau nur begrenzt möglich. Dieses Realität gilt es aufzuzeigen, ebenso wie die negativen Folgen!
    Es ist zwar möglich, dass alle Menschen in einer Großstadt wie zum Beispiel Hamburg oder Hannover mit dem ÖPNV und dem Rad mobil sind, aber es ist unmöglich, dass alle mit dem Auto mobil sind.

    Bei Volllast werden die Unterschiede meines Wissens nach noch größer. Unser Benziner fährt mit 7l durch die Stadt. Bei Vollgas (200) zieht der hingegen 20l. Da müsste ich jede Stunde tanken. Ist natürlich totaler Quatsch, so zu fahren. Bereits ab 140 steigt der Benzinverbrauch massiv an.Ein Diesel verhält sich da sparsamer.

    "Zum einen besitzen viele Benziner kürzer übersetzte Getriebe als Diesel. Sie sollen trotz geringeren Drehmoments spritzig wirken, und das führt nun einmal bei Spitzentempo zu hohen Drehzahlen. In diesem Kennfeldbereich sinkt aber der Wirkungsgrad – der Verbrauch steigt. Zusätzlich fetten Ingenieure bei Volllast das Gemisch noch einmal an, um den Brennraum von innen zu kühlen und Schäden durch Klopfen zu vermeiden. Eine unheilvolle Kombination, die zu den erschreckenden Volllast-Verbrauchswerten großer Benziner von über 20 Litern führt." Quelle:


    Das heißt, weil der Dieselmotor nicht die Probleme Überhitzung und Klopfen hat verbraucht der Dieselmotor bei Volllast weniger Sprit. "Ist natürlich totaler Quatsch, so zu fahren.", schreibst du. Ich frage mich allerdings, ob es nicht sehr viele Autonutzer gibt, die solchen Quatsch lieben. Schließlich ist es ja auch totaler Quatsch, überhaupt Auto zu fahren.


    Vielleicht ist es tatsächlich so, dass die Menschen es lieben, "totalen Quatsch" zu machen. Und deshalb ist es schwer, Menschen für's Fahrradfahren als sinnvolle Mobilitätsform zu begeistern. Es fehlt zu sehr das "Totaler Quatsch"-Element.

    Trotzdem hier noch mal ein Aufkleber-Entwurf zur Unterstützung der Petition , allerdings möglicherweise zu vernunftbetont?

    aufkleber-motivhannovrlrxq.jpg

    Eigentlich wird auch gerade versucht die Motoren zu schrumpfen um wenigstens hängenst und würgenst irgendwie zu den Vorgaben der EU zu kommen. Die 6l V12 gibt es nicht mehr, 2l Sauger werden durch 1,3/1,4 l Turbomotoren ersetzt etc.

    Der von mir gewählte Begriff "größere Motoren" ist missverständlich. Gemeint sind PS-stärkere Motoren.

    Der Hauptwiderspruch jedoch bleibt:

    Wünschenswert sind kleinere Autos, sparsamere Autos und weniger PS-starke Motoren. Die Politik versucht das durch CO2-Begrenzungen zu erreichen.
    Die Fahrzeugindustrie bewirbt jedoch offensiv leistungsstarke Motoren und setzt ihren ganzen Ehrgeiz (inklusive betrügerischen Ehrgeiz) daran, die so zu konstruieren, dass diese leistungsstärkeren Motoren gerade eben noch so, "hängenst und würgenst" wie du so schön sagst, die Begrenzungsvorgaben erfüllen. Und da der Diesel explosionskräftiger wurde eben der Dieselmotor vorangetrieben. Heute gehen deshalb manche her und behaupten, die Grünen hätten das so gewollt, dass nur noch PKW's mit Dieselmotoren gebaut werden sollen.

    Hinauszögern etc. sind altbekannte Muster, siehe z. B. Einführung Katalysator für Benziner. Erst wird gejammert, das ginge gar nicht. Dann so getan, als ob die Entwicklung Ewigkeiten brauche. Es wird auf Zeit gespielt, wo eigentlich im eigenen Interesse schnell gute Lösungen gefunden werden könnten. Und müssten, wenn sich die Autoindustrie nicht auf den Teil der Politik verlassen könnte, der sämtliche ökologischen Fortschritte pauschal als unnötigen Unfug abtut und damit Wähler umgarnt.

    Deshalb halte ich auch das ganze Geplänkel rund um E-Autos für wenig zielführend. Der Elektromotor ermöglicht es noch größere, noch PS-stärkere Autos zu bauen und diesen PS-fixierten und auf Größe und Gewicht fixierten Autokult weiter auszubauen. Den schon weiter oben erwähnte Tesla Modell X gibt es übrigens mit Motoren, bis zu 568 kW (773 PS). Das sind fast dreimal so viel PS als zum Beispiel der Solaris electric Omnibus mit Batterieantrieb, der hat 160 KW (218 PS)

    Was soll das bitteschön??? Ein Privat-PKW für max. 7 Fahrgäste, der im statistischen Mittel nur von ca. 1,3 Fahrgästen benutzt wird, hat fast dreimal so viel PS wie ein Omnibus, der in den morgendlichen und abendlichen Verkehrsspitzen, also dann wenn's auf den Straßen eng wird, zehnmal so viele, nämlich mehr als 70 Fahrgäste, transportiert!

    Und die Politik fördert diesen PS-Wahn auch noch dadurch, dass solche PKW steuervergünstigt werden, anstatt rechtzeitig einen Riegel vorzuschieben. Es ist doch jetzt schon absehbar, dass auch die Batterietechnik nicht frei von "Nebenwirkungen" ist.

    Ein Elektrofahrrad in Form eines Pedelec hat dagegen max. 250 W (0,25 kW), das entspricht 1/3 PS! Damit liegt die PS-Zahl umgerechnet auf die Anzahl der Fahrgäste noch deutlich unter dem Omnibus! Im Vergleich zum Elektroauto Tesla Modell X ist das noch unter 1 Promille! Das heißt ein Pedelec hat nur rund ein halbes Promille der Leistung eines PS-starken Elektroautos.

    Dieselbetriebene PKW sind bei NOx so dreckig, weil entweder nicht die beste Technik eingesetzt wird ( SCR-Kat mit "Adblue"-Einspritzung zur Neutralisation des NOx kostet wohl ca. 1000€ pro Fahrzeug und ist damit rel. teuer) . Oder dort wo sie eingesetzt wird, weniger "Adblue" als für eine optimale Reinigungswirkung notwendig eingespritzt wird. Denn bei LKW-Dieseln braucht man wohl vom Volumen her 5-7% des Dieselverbrauchs als "Adblue"-Zusatz. Und solche Mengen machen es erforderlich das der Nutzer "Adblue" selbst nachtankt und es nicht mehr ausreicht, das es "unauffällig" von der Werkstatt bei den Inspektionen nachgefüllt wird.
    Also Diesel-PKW sind nicht aus technischen Gründen so dreckig, sondern nur deswegen, weil sie sich so besser verkaufen lassen.

    Was du da schreibst deckt sich exakt mit dem, was in diesem Artikel bei focus online vom 5. 8. 2015 steht: "Über die SCR-Systeme müsste AdBlue dem aktuellen Fahrzustand entsprechend zugemischt werden – also etwa beim Beschleunigen oder bei hohem Tempo deutlich mehr. „Die Hersteller möchten aber größere Wartungsintervalle, und sie möchten, dass die Tanks für AdBlue dazwischen nicht vom Autofahrer selbst nachgefüllt werden müssen.“ Auch wenn es niemand offen sagt, kann das also dazu führen, dass der Einsatz von AdBlue auch in Situationen auf Sparflamme gefahren wird, in denen eigentlich das Gegenteil erforderlich wäre."

    Was jedoch auch niemand offen sagt: Der Dieseltreibstoff wird nur deshalb eingesetzt, weil er bei einer höheren Temperatur explodiert und dadurch eine höhere Explosionskraft entwickelt als Benzin. Dadurch ist es möglich, weiterhin immer größere Autos mit immer größeren Motoren zu bauen ohne das der CO2-Ausstoß ansteigt, anstatt einfach kleinere Autos zu bauen mit einem geringeren Eigengewicht, gerne auch einer niedrigeren Höchstgeschwindigkeit einer niedrigeren PS-Zahl usw.
    Für die gäbe es angeblich keinen Markt, heißt es dann. Deshalb ist es so dringend notwendig, dass die Politik ganz anders steuernd eingreift als bisher. Schmalere Straßen, auf denen langsamer gefahren werden muss. Niedrigere Tempolimits, weniger Parkplätze usw. und gleichzeitig eine Förderung des ÖPNVs und der Radverkehrsanlagen.
    Leider ist dieselbe Entwicklung wie beim Diesel bei E-Autos bereits voll im Gange. Die sondern (zumindest der Wagen selbst) zwar keine giftigen Abgase ab. Aber die ganze Elektrotechnologie dient nur als Feigenblatt dafür, noch schwerere, noch PS-stärkere usw. Autos zu bauen. Der Tesla Modell X wiegt z. B. knapp 2,5 Tonnen! Und so was wird dann auch noch steuerlich begünstigt, das ist eine politische Fehlsteuerung total, oder schlimmer: fatal!

    Was auch keiner offen zugibt: Die immer höheren PS-Zahlen führen immer mehr zu einer rasanten Fahrweise mit starken Beschleunigungsvorgängen. Das ist ökonomisch und okologisch betrachtet gelinde gesagt eine suboptimale Fahrweise. Eigentlich müssten bei den Verbrauchs- und CO2-Angaben immer zwei Werte angegeben werden.
    1. Verbrauch und CO2-Ausstoß bei ökologisch und okonomisch sinnvoller Fahrweise
    2. Verbrauch und CO2-Ausstoß bei maximalem Ausreizen der Motorleistung

    "Selbst in der modernsten Schadstoffklasse Euro 6 stoßen viele Diesel-Personenwagen nach einer neuen Analyse des Forscherverbunds ICCT mehr giftige Stickoxide (NOx) aus als neue Lastwagen oder Busse."
    aus Frankfurter Allgemeine vom 6.1.2017
    Und was macht unser Wirtschaftsminister? "Sigmar Gabriel setzt auf saubere Busse. Es gebe schon jetzt viele gute Ideen aus den Ländern, etwa den öffentlichen Nahverkehr mit mehr Elektromotoren auszustatten, sagte der SPD-Chef am Montag in Berlin. "Mit so etwas mal loszulegen, würde zeigen, wir können mehr als jedes Jahr über ein neues Verbot zu diskutieren."" Süddeutsche Zeitung vom 19.12.2016 Statt Fahrverbote für Diesel-PKW fordert Gabriel saubere Busse. Tatsache ist jedoch: Jeder einzelne Diesel-Omnibus ist trotz einer vielfach höheren Personen-Transportleistung deutlich sauberer unterwegs als die meisten Diesel-PKWs!

    Völlig absurd ist außerdem, dass der CO2- und NOx-freie Radverkehr weder in der FAZ noch in der SZ überhaupt erwähnt wird. Dabei ist klar, dass eine Verbesserung der Radverkehr-Infrastruktur, aber auch der ÖPNV-Infrastruktur in den Städten nur auf Kosten des PKW-Verkehrs stattfinden kann. Und Tempo 30 auch an belasteten Hauptverkehrsstrasßen ist dafür ein ganz wichtiger Baustein!

    Ich schließe mich @Epaminaidos an und ergänze mal mit folgender Frage:
    Wie würde diese Straße zu gleicher Uhrzeit aussehen, wenn keiner die Straße dort mit seinem Großraumblech zuparkte?

    Sähe man dann mehr oder weniger Menschen? Spielende Kinder in einer Wohnstraße etwa?

    Dunnemals waren nahezu alle Straßen innerorts "Begegnungsflächen", heutzutage werden solche "Begegnungsflächen" explizit ausgewiesen und bekommen deshalb in der Verwaltungssprache diesen schauderhaften Begriff, entsprechende Totgeburten sind das dann.

    Wie ein als Parkplatz missbrauchter Stadtplatz aussehen würde, wenn dort keiner sein "Großraumblech" platziert, das kann man zum Beispiel hier sehen:

    "#PlatzDa! am 21.05.2016 auf dem Lindener Marktplatz in Hannover Linden-Mitte"

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    Der Lindener Marktplatz ist zu etwa 2/3 als Parkplatz ausgewiesen. Nur Dienstag und Samstags müssen die Autos weichen, um den beliebten Lindener Wochenmarkt abhalten zu können.
    Bereits an mehreren Samstagen nutzten die Anwohner den Zeitpunkt zu dem die Wochenmarktstände einräumten, um den Platz zu beleben. Statt totes Blech lebendige Menschen, die zeigen, was möglich ist, wenn man sich gegen die Okupation durch den "ruhenden Verkehr" zur Wehr setzt.
    Das Video zeigt, die Rückeroberung eines städtischen Platzes, der zum Parken missbraucht wurde, durch die Menschen!

    Was das "Drohen" von Autofahrern angeht, Bürgersteige zuzuparken: Wann immer meine Zeit es zulässt, zeige ich Autohalter an, die auf Geh- und Radwegen parken. Ob sie vorher gedroht haben oder nicht, ist mir dabei völlig egal. Würden das mehr Leute tun, hätte sich das "Falschparkproblem" in kurzer Zeit erledigt.

    "Knöllchenstreifen arbeiten regulär von 9 Uhr bis 20.30 Uhr Bislang hat die Stadt gegen eine Ausweitung der Kontrollen mit den dadurch entstehenden Kosten argumentiert. 2015 lagen die Einnahmen durch die Knöllchen bei 3,95 Millionen Euro, dem stehen Kosten von etwa 1,8 Millionen gegenüber. Außendienstmitarbeiter für die Verkehrsüberwachung arbeiten in Teilzeit. Im Stellenplan der Stadt sind dafür 1070 Wochenstunden vorgesehen. Einzelne Mitarbeiter fangen bereits morgens um 7 Uhr an, allerdings nur für die Schulwegsicherung. Die reguläre Arbeitszeit im Schichtdienst beginnt um 9 und endet um 20.30 Uhr. Mindestens eine Streife ist auch Samstags und bei Großveranstaltungen im Einsatz." Aus: "Parksünder fürchten Ende der Toleranz", Neue Presse Hannover vom 27.12.16
    Schon den Begriff "Knöllchenstreifen" finde ich empörend. Wenn ich die Aufrufe der Forumsleitung hier vernehme, doch bitteschön auf die Wortwahl zu achten. Aber sei's drum, die Forumsleitung hat recht, es macht keinen Sinn ausfällig zu werden. Aber das eine seriöse Tageszeitung, oder zumindest eine, die diesen Anspruch erhebt, sich zu solcher Wortwahl hinreißen lässt, darauf sollte in diesem Zusammenhang auch mal hingewiesen werden.

    Fakt ist, das geht auch aus dem Artikel hervor: Nachts kontrolliert der Verkehrsaußendienst nicht und die Polizei wird von sich aus nicht aktiv und auf Anforderung nur sehr zurückhaltend, außer in Fällen, in denen z. B. eine Rettungswagen-Zufahrt blockiert ist. Und nur dann wird auch abgeschleppt, das sind die wenigen Fälle in denen es m. E. Sinn macht, einen Falschparker anzuzeigen, weil er dann abgeschleppt wird und weil in den vielen anderen Fällen, auch dann, wenn zum Beispiel eine Bürgersteigabsenkung zugeparkt ist, oder ein Radweg blockiert ist, eine Anzeige lediglich dazu führt, dass ein sehr geringes Ordnungsgeld verhängt wird, das der Falschparker bereits "eingepreist" hat. (Das Abschleppen erfolgt allerdings auch dann nur, wenn es der Polizei nicht gelingt, den Halter telefonisch zu erreichen, so dass er den Wagen selbt fortfahren kann.) Leider nutzen die Ordnungsbehörden nach meiner Beobachtung nicht den ihnen zustehenden Ermessensspielraum, um ein Abschleppen oder Umsetzen eines Fahrzeuges zu veranlassen, was tatsächlich mit Kosten für den Falschparker verbunden wäre, die eine Verhaltensänderung befördern könnten. Die Bußgelder für's Falschparken dagegen sind eindeutig zu niedrig.
    Es ist schon sehr bezeichnend, dass das teuerste Delikt in Sachen Falschparken, sogar noch teurer als Rettungswege zuparken, dieses hier ist: "Parken auf Autobahnen oder Kraftfahrtstraßen 70 €" Quelle: Will heißen: Nur wenn sich ein Autofahrer einem anderen Autofahrer in den Weg stellt, dann wird's richtig teuer. Wobei 70 Euro ...

    Aber was glaubst du wohl, wie schnell ein solcher PKW abgeschleppt werden würde, der auf einer Kraftfahrtstraße abgestellt wird?

    Dass der eine Autofahrer dem anderen Autofahrer nicht im Weg stehen soll, ist m. E. auch der Hauptgrund dafür, dass überhaupt Falschparkerkontrollen durchgeführt werden. Denn eigentlich wäre es doch als deutlich weniger schlimm einzuschätzen, wenn ein Autofahrer die Parkzeit überschreitet, als wenn er einen Gehweg blockiert. Ersteres kostet bei einer Parkzeitüberschreitung von mehr als 3 Stunden 30 €, das Parken auf Geh- oder Radwegen jedoch nur 20 €. Quelle: ebenda

    Wie ist das in Hamburg? Ich bin mir nicht sicher, ob das massenhafte Anzeigen von Falschparkern dazu führt, dass sich "sich das "Falschparkproblem" in kurzer Zeit erledigt..." hätte. Bist du dir denn sicher, dass deine Anzeigen überhaupt bearbeitet werden? Und wie ist das mit der zeitlichen Staffelung? Wenn du z. B. einen Gehwegparker anzeigst, kostet ihn das ja zunächst erstmal nur 20 €. Erst dann wenn er länger als eine Stunde auf dem Gehweg parkt, zahlt er so viel wie für's Parken bei überschrittener Parkdauer. Aber da kann es der Verkehrsaußendienst ja an der Parkscheibe oder dem Parkschein sehen, wie lange er falsch geparkt hat. Du wirst doch vermutlich nicht eine Stunde lang danach schauen ob da immer noch jemand auf dem Gehweg parkt?

    Außerdem wird der Verkehr entschleunigt.StreetView taugt ja inzwischen für geschichtliche Untersuchungen.
    Folgend ein Bild von meinem morgendlichen Weg. Dort belegen auf beiden Seiten Autos heute das Kopfsteinpflaster meist komplett und stehen oft noch etwas über. Bei Gegenverkehr muss man mit dem Auto spürbar abbremsen und teilweise sogar schon anhalten, wenn rechts ein recht langes Auto steht.

    Leider führt die Querparkerei dazu, dass noch mehr Straßenquerschnittsfläche zur reinen Autofläche verkommt. Besonders ärgerlich sind daran zwei Phänomene: Das Heck, bzw. die Front eines quer parkenden Autos ragen oft sehr weit in die Gehwegfläche hinein. Und häufig wird auf der gegenüberliegenden Seite am Längsparken festgehalten und damit das dann auch weiter geht, wird das halbseitige Hochbordparken angeordnet. Zudem habe ich in Bürgerbeteiligungs-Veranstaltungen anlässlich von Straßen-Umgestaltungen schon erlebt, dass sich bestimmte Anwohner vehement gegen Baumpflanzungen ausgesprochen haben, um zusätzliche Parkflächen zu erhalten. Dabei ziehen diese Autofahrer, die so gar nichts von Bäumen halten, alle Register. Es wird gejammert, "Aber wo soll ich denn dann noch einen Parkplatz finden", es wird kaum verhüllt gedroht, "Dann werden wir es erleben, dass die Bürgersteige zugeparkt sein werden", es wird das übliche Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum-Argument vorgetragen usw.. Mitunter werden Bürger, die dem widersprechen dann mehr oder weniger offen beleidigt, "da spricht der Autohasser", oder "Weltverbesserer", oder "Wer keiner Arbeit nachgeht, braucht sich ja keine Sorgen zu machen, wo er sein Fahrzeug abstellt." usw. Es wird geradezu die Eskalation herbeigeredet, und leider gehen Politiker und Verwaltung solchen Provokateuren häufig genug auf den Leim. Und auch andere Besucher der Veranstaltung, die sich mehr Grün und mehr Gehwegfläche wünschen, lassen sich davon beeindrucken, bzw. einschüchtern.
    Besonders wenn Nachbarn sich kennen, wird dann um des "lieben Friedens willen" auf eine klare Posititionierung gegen weitere Parkflächen verzichtet.
    Hier ein google-street-view-Bild von der Husarenstraße in Hannover, das zeigt, wie der "ruhende Verkehr" den Straßenquerschnitt erobert:

    Immerhin ist es den Stadtplanern in der Husarenstraße gelungen noch ein paar einzelne Bäume unterzubringen. Vermutlich war das ein Deal nach dem Motto: Wir erlauben das Querparken in Kombination mit dem halbseitig Hochbordparken auf der gegenüberliegenden Straßenseite, dann kriegen die Anwohner mehr Parkplätze, dafür dürfen dann einige von den zusätzlich geschaffenen Parkplätzen für Baumpflanzungen genutzt werden. Und diejenigen, die sich für eine Beibehaltung des Längsparkens auf der Straße und Bäume inklusive Parkplatzrückbau aussprachen, wurden in die Rolle gedrängt, damit gefährdet ihr die Baumbepflanzung. Dass sich die Bäume wesentlich günstig auf das Mikroklima in einer Straße auswirken, wird von vielen Autofahrern glatt negiert. Als Ergebnis bleibt bei manchen Autofahrern dann leider nur hängen: "Die Stadt schafft zusätzliche Probleme durch Baumpflanzungen, die kein Mensch braucht und die dazu noch mein parkendes Auto gefährden, etwa durch Absonderung klebriger Stoffe oder Astbruchgefahr."

    Ich war ja nun am Wochenende in Paris. Paris kenne ich noch von ein paar Urlaubsreisen meiner Jugend, wobei „kennen“ eine ziemliche Übertreibung ist: Ich war damals noch ziemlich jung, insofern sind ohnehin sämtliche Erinnerungen von einem romantisch verklärenden Schleier überzogen. Dennoch hatte ich im Vorfeld dieses Wochenendes einige Erwartungen, die auf ebenjenen Erinnerungen basierten: Romantische Gässchen, Cafés mit Blick auf den Eifelturm, staunend die Avenue des Champs-Élysées entlanglaufen.

    Den ersten Satz habe ich mal gestrichen, der Rest trifft auch auf mich zu. Und da ich nicht das Vergnügen hatte, mir das heutige Paris anzuschauen, habe ich deinen Beitrag mit Interesse gelesen. Aber es sind noch Fragen offen: Hattest du bei deinem Paris-Trip Gelegenheit die wiederentstandene Straßenbahn zu erleben?

    Bislang habe ich davon nur in Zeitungsartikeln gelesen. Zum Beispiel hier: "Die Renaissance der Straßenbahn ist die Antwort auf Staus und Verkehrskollaps, und das nicht nur in Mülhausen. Die Tram gehört mittlerweile in fast zwei Dutzend französischen Städten zum Markenzeichen urbaner Reformen. Nach Nantes und Grenoble, wo zuerst das einst ausgemusterte Stadtmobil wieder rollte, sind auch Bordeaux, Clermont-Ferrand, Marseille und sogar der Süden von Paris zum städtischen Schienenverkehr zurückgekehrt." aus: Spiegel online vom 24.6.2008, "Renaissance auf Schienen"

    Und wie verträgt sich dort in Paris der wiedererstandene Schienenverkehr mit dem Radverkehr? Manche sehen ja die Straßenbahn, bzw. deren Schienenweg als den "natürlichen Feind" der Radfahrenden. "http://www.spiegel.de/spiegelspecial/a-561628.html. (Ja, ich bin auch schon mal hinreichend unachtsam gefahren und dabei mit dem Vorderrad in die Straßenbahnschienenrille geraten, zum Glück war der unerwartet unsanfte Abstieg für mich kein großes Malheur.) Trotzdem sehe ich die Straßenbahn-Rillenschienen nicht als den"natürlichen Feind" der Radfahrenden. Freilich gilt es sich vorzusehen und achtsam zu fahren. Aber die Straßenbahn bietet auch Vorteile: In Hannover etwa schätze ich es sehr, dass man zumindest außerhalb der Hauptverkehrszeiten und am Wochenende kostenfrei sein Fahrrad in der Straßenbahn mitnehmen darf! Gilt das eigentlich auch für Paris?

    In diesem SZ-Artikel (=Süddeutsche Zeitung) vom 26. Februar 2016 mit dem Titel: „Höhere Gebühren für Komfort-Parkplätze“ heißt es: „Erste Unternehmen (unter den Parkhausbetreibern) haben sogar bereits reagiert und ein Geschäftsmodell entwickelt: Sie haben Parkflächen ummarkieren und aus drei engen Parkplätzen zwei XXL-Stellplätze machen lassen - fürs "Komfortparken" muss der Nutzer mehr zahlen. Nicht ganz so einfach lassen sich Stellflächen unter freiem Himmel, also entlang von Straßen oder auf Plätzen in den Städten, anpassen. Dort sind oft Randsteine gesetzt, die die wuchtigen Wagen und deren Lenker in ein Korsett pressen. (…)
    Bei den Kommunen indes trifft das auf Gegenwehr. "Wir sehen keinen Anlass, die Parkplatzbreiten oder -höhen in der Musterverordnung zu verändern", sagt Helmut Dedy, Vize-Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags. "Wer ein großes Auto kauft, der muss wissen, dass es damit schwieriger wird, einen geeigneten Parkplatz zu finden." Der öffentliche Raum stehe nur begrenzt zur Verfügung und sei ohnehin begehrt - etwa um zusätzliche Radwege anzulegen oder eine neue "Aufenthaltsqualität" für Passanten zu schaffen, etwa durch zusätzliche Ruhebänke oder das Anpflanzen von Bäumen und Hecken. All das benötigt Platz. Aus Sicht der Städte sei es daher "zielführender, Stellflächen anzubieten, die für kleinere Autos oder Carsharing geeignet sind", sagt Dedy. Oder gleich den öffentlichen Nahverkehr zu stärken und attraktiver zu gestalten.“
    Jedoch mit Unterstützung der örtlichen Presse machen Autofahrer mobil, um sich noch mehr städtische Verkehrsflächen anzueignen. So widmet die HAZ diesem von der Autofahrerschaft selbst verursachten Problem eine Bildergalerie mit dem Titel: Parkplätze: Hier wird es für Autos in Hannover ganz eng“
    HAZ (=Hannoversche Allgemeine Zeitung) Bildergalerie zum Thema:

    Eigentlich könnte man die Sache ja ganz pragmatisch betrachten: Die Autos werden immer breiter und länger, also werden aus drei alten Parkplätze zwei neue, bzw. aus drei alten Parkplätze werden vier neue. Dadurch reduziert sich die Anzahl der Parkplätze ganz von selbst. Und da breite Autos, wenn sie sich gefahrlos durch den Verkehr bewegen wollen, dies langsamer tun müssen, wäre das eigentlich ein Anlass, das Tempo auch auf Hauptverkehrsstraßen zu reduzieren. Eigentlich! Aber so pragmatisch und naheliegend wird leider in vielen Redaktionsstuben nicht gedacht. Stattdessen werden breitere Straßen und breitere Parkbuchten gefordert, auf Kosten der Radfahrer und Fußgänger.

    Zumindest in Form eines Leserbriefes lässt die HAZ einen Widerspruch zu gegen die scheinbar unumkehrbare Logik, dass breitere Autos eben breitere Straßen und Parkplätze erfordern:

    „Nicht zulasten der Fußgänger und Radler (Leserbrief in der HAZ vom 3.1.2017):
    Die Autos werden immer „dicker“, dies wird als Fortschritt verkauft – gleichzeitig wachsen die Städte aber nur, was die Einwohnerzahlen angeht, es wird also ohnehin „enger“. Räumlich können die Städte, besonders im Zentrum, gar nicht mehr Platz für das Auto einräumen. Leidtragende wären die, denen weniger Platz auf dem Gehweg oder Radweg bleibt, die Grünflächen, die verkleinert werden müssen. Nein, das kann nicht die Lösung sein! Parkhäuser können gerne, auf Kosten der Anzahl der Plätze größere Parkbuchten einrichten. Der öffentliche Raum aber darf nicht Spielball von Moden der Autoindustrie sein – fehlt noch, dass nach den SUV der Trecker als innerstädtisches Bedürfnis mancher Menschen erscheint und die Parkplätze dann 3 x 6 Meter groß sein müssen!
    Martin Nebendahl, Hannover“

    Schade nur, dass nicht noch sehr viel mehr Menschen sich mit solchen Leserbriefen zur Wehr setzen. Während Autolenker offensichtlich kein Problem damit haben, sich offensiv den öffentlichen Raum für ihre hochproblematische Form von Mobilität anzueignen, scheint bei Fußgängern und Radfahrern eine gewisse „Beißhemmung“ vorzuherrschen. Warum eigentlich?

    Der wiedergegebene Leserbrief soll ein Anstoß sein, diese „Beißhemmung“ abzubauen. Besonders gelungen finde ich den Hinweis auf die Trecker als mögliches neues „Livestyle-Produkt“ der städtischen Autofahrerschaft.
    Wie wird dieseThematik eigentlich in anderen Städten diskutiert und was unternehmen die Betroffenen dort, um sich gegen die schleichende Enteignung der Verkehrsflächen durch den MIV (=Mototrisierter Individualverkehr) zur Wehr zu setzen?

    "In der Bundesregierung ist ein offener Streit über die Zulassung überlanger Lastwagen auf deutschen Straßen entbrannt. Das Umweltministerium von Barbara Hendricks (SPD) kritisierte die Entscheidung von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), die Lang-Lkw in den Regelbetrieb gehen zu lassen, als "Alleingang"."
    Quelle: Die Zeit vom 2.1.2017: "Lang-Lkw: Bundesregierung streitet über Zulassung von Gigalinern",

    Nicht nur im Bund gibt es diesen Interessensgegensatz von Umweltpolitik versus Wirtschafts- und Verkehrspolitik. Auch in Niedersachsen tobt dieser Kampf.

    Zu allem Überfluss bezeichnen die Gigaliner-Lobbyisten und Politiker, die diese XXXL-LKW auf die Straße bringen wollen, die Fahrzeuge auch noch als umweltfreundlich, weil damit ja LKW-Fahrten eingespart werden könnten. Die weniger umweltbelastende und nachhaltigere Alternative freilich fällt dabei hinten runter, nämlich die Verlagerung des Güterverkehrs auf Bahnstrecken.

    Und gleichzeitig freuen sich die Autofahrer, weil sie nämlich aus dem Blickfeld verschwinden, dabei ist es immer noch in erster Linie der massenhafte PKW-Verkehr, der es Radlern, den ÖPNV-Nutzern (mit dem Bus im Autostau stecken bleiben) und der Umwelt schwer machen.

    Es gibt Neueigkeiten auf der Petitionsseite. Die Petenten sprechen direkt den niedersächsischen Wirtschaftsminister Lies an. Hier ein Zitat daraus:
    "Wenn der niedersächsische Wirtschaftsminister Lies sich heute äußert,er halte Einschränkungen und Fahrverbote für „völlig lebensfremd“, so entgegnen wir, „Herr Minister Lies, es ist lebensfremd, eine Autoindustrie zu fördern, die auf den Straßen der Städte immer mehr Platz braucht zu Lasten anderer Verkehrsteilnehmer, die sich zu Fuß, per Rad oder Bahn und Bus fortbewegen wollen.
    Wir bitten Sie deshalb, den Kommunen zu helfen, massiv in die Förderung des Radverkehr und des ÖPNV zu investieren – das brächte mehr Sicherheit und Gesundheit, bräuchte weniger Raum und würde weniger kosten, dieser Perspektive gehört die Zukunft.
    Wir Petenten werden Sie unterstützen und die Autofahrer auffordern, aufs Fahrrad umzusteigen, im Interesse unser aller Gesundheit , besonders der der Kinder und der Alten. Autofahrer sind auch Radfahrer.
    Gregor Bischoff, Gerd Reincke"

    Hintergrund für dieses Zitat ist Lies' Stellungnahme zu dem Vorschlag seiner Parteikollegin und Bundesumweltministerin Hendriks. Unter anderem die NOZ (Neue Osnabrücker Zeitung) berichtete darüber am 18.12.2016 unter der Überschrift: "Niedersachsen lehnt Fahrverbot für Dieselautos ab":

    "Ein Fahrverbot für Fahrzeuge mit Euro-5-Dieselmotor käme einer „Teilenteignung für viele Autofahrer“ gleich, sagte Lies der Haz. Laut Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sollten Dieselfahrzeuge vor allem in Großstädten gerade bei kritischen Wetterlagen verboten werden.
    Laut dem Hendricks-Entwurf sollen die Kommunen zum einen Plaketten ausgeben können, sodass nur noch Fahrzeuge mit hinreichend umweltfreundlichen Diesel- oder Benzinmotoren in eine Verbotszone fahren dürfen. Weiter könnte die Zufahrt zu bestimmten Straßen für alle Dieselwagen gesperrt oder nur neueren Modellen erlaubt werden."


    Und es gibt jetzt ein Fotomotiv für die Petition:

    petitionauspuffrohr-meyzwj.jpg

    Den ganzen Text kann man auf der Seite Neuigkeiten nachlesen und das neue Fotomotiv für die Petition gibt's dort auch zu sehen:

    @Spkr: Vielen Dank für die Kritik.
    Ich hatte ein wenig die Befürchtung, dass man vielleicht gar nicht durchschaut, wie das gemeint ist mit den "relativ weniger" Abgasen. Aber in Hannover "tanzt zur Zeit mal wiedert der Bär", weil die Journallie meint, dass "Hannovers Straßen zu schmal geworden" seien: HAZ vom 25.11.2016: "Sind die Straßen zu schmal oder Autos zu breit?"

    Völlig abgefahren finde ich diesen Satz aus dem Artikel: "An der Marienstraße und anderswo werden reihenweise Außenspiegel abgefahren. Daran sind nicht unbedingt Verkehrsrüpel Schuld, denn Autos sind in den vergangenen 40 Jahren deutlich breiter geworden – Straßen und Parkplätze sind nicht gleichermaßen gewachsen. Die Polizei infomiert Autofahrer nun mit Zetteln."

    Wachsen, das ist eigentlich eine Eigenschaft lebendiger Wesen. In dem Artikel aber wird so getan, als ob Straßen und Parkplätze ebenfalls eine Art natürlichem Wachstum zu eigen wäre. Bürgersteige und Radweg-Verkehrsflächen jedoch nicht. Und natürlich ist für die HAZ klar, dass das "natürliche Wachstum" der Autoverkehrsflächen durch eine jahrzehntelange "Öko-Diktatur" der Grünen und der Umweltverbände verhindert worden sei. In einer Online-Umfrage, deren Ergebnis nachweislich gefälscht war, pöbelte die HAZ gegen die Grünen: "Peinliche Panne, Polemik, Provokation? Madsack pöbelt gegen Grüne" Quelle:

    könnte ich mich drüber auslassen. Aber das würde der Arbeit am Poster nicht gerecht werden, weshalb ich es anders formulieren will:
    Such dir jemanden, der ein Händchen für sowas hat. :)
    Ist nicht böse gemeint. Bei uns im Büro mach ich keinen Hehl draus, dass ich solche "Collagen" aus Bild und Grafik auch nicht toll hinbekomme. Sieht auch viel zu oft platt und :S aus . Macht aber nichts - das lass ich Kollegen machen. Und im Gegenzug mach ich dann eben eine nette Karte, wenn die mal eine brauchen. So macht jeder das, was er am besten kann.
    Ich glaub schon, dass du in Hannover an der ABK oder der Hochschule Leute findest, die das mal eben machen. Ok, vielleicht nicht für lau - aber mit ein wenig Idealismus vielleicht auch für ganz ganz kleines Geld. :)

    OK - handwerklich absolut verbesserungsfähig. Besten Dank für die wattig verpackte Kritik. Aber was ist mit dem Inhalt? Kann der Text, abgesehen möglicherweise vom Schrifttyp, Größe usw. so bleiben?

    Und das mit der Karte hat mich auf eine Idee gebracht. Was hältst du von diesem Entwurf für eine Postkarte?

    petition-plakattrickrdfku9.jpg

    Habe die Passage entsprechend Gerharts Hinweis noch mal überarbeitet. Und einen weiteren Satz zugefügt, um auf die aktuelle Situation hinzuweisen. (Rot) Nochmal Vielen Dank an Gerharts Hinweis!