Die ökologischen Bedenken teile ich, aber ertappe mich auch fast dabei, Whataboutism zu betreiben: Wenn ich die Tonnen sehe, die auf den Straßen verteilt werden ... Wenn, dann nur auf Rad- und Fußwegen Salz, denn mit einem 2-Spurer ist es doch kein Problem zu fahren. Vorgestern bin ich mit meinem Einspurlastenrad unterwegs gewesen, war haarig, wenn auch lustig, gestern mit dem Dreispurer, das hat einfach nur Spaß gemacht und war sicherer als mit einem PKW.
Ist ja vielleicht auch eine Frage des Alters und/oder der persönlichen Fitness oder des Ehrgeizes. Ich kann mich jedenfalls an Glatteisfahrten teils aus jugendlichem Leichtsinn, teils schlicht aus Gewohnheit mit dem Rad erinnern, die ich so heut nicht mehr machen würde. Aber einen gewissen Reiz hat's immer noch. (Vielleicht bekloppt - aber man gönnt sich ja sonst nichts.)
Die Salzen oder Nicht-Salzen-Kontroverse würde ich persönlich ganz in deinem Sinne entscheiden, "Wenn, dann nur auf Rad- und Fußwegen Salz." Aber frag nicht nach Sonnenschein, was das für ein Medienecho aufwerfen würde. Dann würde es heißen, "Wasser predigen und Wein trinken", den Autofahrern wird die gesalzene Straße aus Umweltschutzgründen nicht gestattet, aber die Damen und Herren Radfahrer nehmen einen tüchtigen Schluck aus der Pulle, bzw, greifen tief ins Salzfass.
In Hannover gilt die Regel, dass nur bei bestimmten Unwetterlagen gesalzen wird. Zum Beispiel Blitzeis. Aber das reicht bei Radwegen nicht. Ich kann mich an ein Jahr erinnern, in dem bei winterlicher Hochdruckwetterlage mehrere Wochen lang die tagsüber von der Sonne beschienene Seite des Bürgersteigs mit Hochbordradweg eisfrei war, während sich auf der gegenüberliegenden Seite wegen der Schattenlage hartnäckig Eis und Glätte hielten. Da hätt' ich mit gern etwas Salz hingewünscht.
Andererseits - was soll's! Mehrere Wochen winterliche Hochdruckwetterlage - ob wir so was nochmal erleben dürfen? Dass CO2 nicht zum Klimawandel beiträgt glaubt doch nur der derzeitige amerikanische Präsident und tja leider glauben es auch viele viele Autofahrerinnen und Autofahrer.