Die Berliner AfD-Fraktion hat endlich das Automobil entdeckt, um Wählerstimmen abzufischen: https://twitter.com/AfDFraktionAGH/status/958410484813848576
Und dann kommt die AfD, montiert noch eine offenbar afrikanische Szene in den Hintergrund, spielt mit der momentanen Dieselproblematik und gibt der ganzen Sache noch einen ordentlichen Drall in Richtung Flüchtlinge und „die Grünen wollen uns das Auto wegnehmen“: Grüne fordert Esel statt Autos
Wie soll man in dieser Hinsicht eigentlich noch einen vernünftigen politischen Diskurs betreiben?
Leider habe ich den Eindruck gewonnen, dass es wenig nutzt mit Ironie auf so was zu reagieren, denn dass macht die AfD in besonders perfider Weise selbst, wie auch dieses Beispiel zeigt. Da werden ironische Plakate veröffentlicht, von denen die einen AfD-Mitglieder behaupten, es handele sich um eine ironische Zuspitzung, während leider eine große Anzahl AfD-Wähler da gar keine Ironie erkennen, sondern stattdessen ein solches Plakat, wie du es verlinkt hast, Eins zu Eins für bare Münze nehmen.
Daher ist es wohl notwendig, ganz klar und allgemeinverständlich Aufklärungsarbeit zu leisten. Ganz ohne Ironie, denn es kann leicht passieren, dass mit ironischen Bemerkungen Menschen verschreckt werden. (Nicht jeder versteht Ironie, aber viele Menschen, die keine Ironie verstehen, haben ein feines Gespür dafür, wenn wer ironisch daherkommt um sie selbst zu veralbern. Deshalb ist diese AfD-Ironie-Methode ja auch so perfide. Da werden nicht die potenziellen Parteigänger veralbert, sondern der politsche Gegner. Die Fähigkeit zur Selbstironie spreche ich der AfD ab.)
Und es sollte ein großer Konsens bestehen, diese allgemeinverständliche Aufklärungsarbeit nicht lächerlich zu machen. Beispielsweise leistet nach meiner Beobachtung der Kinder- und Jugendsender KiKa eine solche allgemeinverständliche Aufklärungsarbeit über politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen und KiKa benutzt dafür Comic-Bilder mit vereinfachten Darstellungen von Menschen. Viele finden das lächerlich und machen sich bisweilen darüber lustig. Das sehe ich nicht so, hier machen Profis ihre Arbeit und in der Regel auch mit guten Ergebnissen.
Im konkreten Fall ist es wohl am Besten, so zu reagieren, dass deutlich gemacht wird, dass solche "Esel-Taxis" an anderen Orten bereits erfolgreich eingesetzt werden. Das ist meines Erachtens die sinnvollste Reaktion.
Ein Beispiel dazu fällt mir ein:
Das "Esel-Taxi" von Königswinter zum Drachenfelsen, wo der deutsche Sagenheld Siegfried mit dem Drachen gekämpft und in seinem Blut gebadet haben soll. (Das ist doch auch für AfD-Anhänger eine interessante Adrtesse.) Hier ein alte Ansichtskarte auf dem im Vordergrund das Esel-Taxi und im Hintergrund die Zahnradbahn zu sehen ist:
https://i.ebayimg.com/thumbs/images/…Rh~8/s-l225.jpg
In Königswinter an der Anlegestelle für die Rhein-Passagierschiffe ist sogar ein Eselsdenkmal errichtet worden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Drachenfe…selsbrunnen.jpg
timovic hat weiter oben ja auch schon einen entsprechenden Link versendet, den ich hier noch mal wiederhole: http://www.siebengebirge.com/index.php/tour…-am-drachenfels