Beiträge von Ullie


    Selbsttest mit der Momentanverbrauchsanzeige bei meinem Fabia: Im 4. Gang bei 50 erheblich geringerer Verbrauch als bei 30 (ganz gleich, ob im 2., 3. oder 4. Gang).
    Bester Verbrauch übrigens bei 70-80 km/h im 5.!

    Wie erklärst du dir das technisch? Normalerweise sollte man doch annehmen, dass eine niedrigere Geschwindigkeit bedeutet, dass der Luftwiderstand überproportional stärker sinkt. Daraus ergibt sich dann ein niedrigerer Verbrauch, weil ja ein deutlich niedrigerer Widerstand zu überwinden ist.

    Du untergräbst das Argument, dass es mit einer zHg von 30 km/h effektiv gar nicht so viel langsamer ginge als heute mit erlaubten 50 km/h.

    Das ist einerseits richtig, was du sagst. Wenn ich hergehe und behaupte, mit Tempo 30 haben wir einen besseren Verkehrsfluss und können die Straßen optimaler auslasten, dann darf ich nicht davon reden, dass das Autofahren so verlangsamt wird.

    Aber auch Verkehr(t) stimme ich in einem gewissen Sinne zu. Die Geschwindigkeitsbegrenzung für den KFZ-Verkehr auf 50km/h innerorts war bei seiner Einführung in den 50er Jahren ein echter "Kulturschock" für die Autofahrer und ihre Unterstützer. Nach dem zweiten Weltkrieg in der jungen Bundesrepublik sah man zunächst keine Notwendigkeit, dem Autoverkehr irgendwelche Beschränkungen aufzuerlegen. Es durfte auch innerorts gerast werden. Um Unfälle zu vermeiden empfahl man damals, die Straßen auszubauen und die Fußgänger von den Straßen fernzuhalten, zum Beispiel durch die Anlage von Fußgängertunneln, die ja auch zuhauf angelegt wurden. So ticken ja leider auch heute noch viele Politiker. Ampelübergänge und Zebrastreifen haben in dieser Denke vor allem die Aufgabe Fußgänger, für die noch kein Tunnel gebaut ist, davon abzuhalten an irgendeiner beliebigen Stelle die Straße zu überqueren. Der Fußverkehr soll auf bestimmte Querungsstellen hin kanalisiert werden.

    Tempo 30 zur neuen Richtgeschwindigkeit zu machen bedeutet ein erneuter "Kulturschock". Und dabei ist es völlig gleichgültig, dass sich Tempo 30 sehr wohl sehr positiv auf den Verkehrsfluss auswirken wird. (Genauso wie sich ja auch Tempo 50 positiv ausgewirkt hat bezüglich der Unfallverhütung, das war damals die Begründung, Tempo 50 innerorts anzuordnen. Und das ist auch ein heute ein wichtiger Grund für Tempo 30)

    Ich habe übrigens bislang noch keinen "Vollblut-Autofahrer" gesprochen, der die Chancen, die sich aus Tempo 30 ergeben, nämlich verbesserter Verkehrsfluss und zügigeres Vorankommen auch wirklich als Chance begreift. Du vielleicht?

    Umgekehrt habe ich es bereits erlebt, dass "nicht ganz so vollblutige Autofahrer" sagten: "Ach wenn dann einmal Tempo 30 die Richtgeschwindigkeit im Stadtverkehr ist, dann kann ich ja auch auf den Bus umsteigen. Deshalb stimme ich nicht nur dir sondern auch Verkehr(t) zu!

    Genau das wird auch im Fall der autonomen Fahrzeuge sein, dass jede Fehlfunktion dazu führen wird, dass das Auto in einen sicheren Zustand gebracht wird. Bemerkt das Auto im Vergleich zwischen verschiedenen Sensoren eine Unplausibilität, fährt es rechts ran. Bemerkt ein Fahrer in der früh, dass er noch müde ist, fährt er trotzdem in die Arbeit, da er aus Erfahrung weiß "es wird schon gut gehen".

    Wird eine Fehlfunktion wirklich dazu führen, dass das Auto rechts ran fährt? Im Falle der selbstfahrenden Shuttle-Kleinbusse, die die Deutschen Bahn in Hamburg auf die Straße bringen will, sehe ich ein Unternehmen im Hintergrund, das Wert darauf legen wird, zuverlässige Technik anzubieten und einzusetzen.
    Aber wie ist es mit selbstfahrenden Autos in Privat-Händen? Schon bei der Berichterstattung über die Schummelsoftware, die auf dem Prüfstand schadstoffarme Motoren vortäuscht, war darüber berichtet worden, dass Autobesitzer mit Hilfe von Werkstätten die Software zur Abgasreinigung so manipulieren können, dass nicht die Schadstoff-Armut sondern die Motorleistung optimiert wird. Und zwar auf Kosten der Schadstoffbegrenzung!
    Auch gab es Berichte über Manipulationen bei der Abgasreinigung bei LKW durch die Fahrer "um die Kosten für das AdBlue zu sparen".
    Oder hier:
    "Die Lüge vom sauberen LKW- Nach den PKW gerät jetzt auch die LKW-Branche in einen Abgas-Skandal. Experten halten den Umweltschaden für doppelt so groß wie bei den Abgas-Manipulationen von VW in Amerika."

    Und um mal nicht immer nur auf den Autofahrern rumzuhacken: Es gibt auch Radfahrer, die ein Elektrofahrrad fahren, das normalerweise als Pedelec nur max. bis 25 km/h mit Motorunterstützung fahren darf. Aber manche E-Bike-Radfahrer manipulieren die Steuersoftware für die elektrische Tretunterstützung so, dass höhere Geschwindigkeiten erreicht werden. Sie wollen damit vortäuschen, ein Rad zu fahren, dass als ein Pedelec mit einer Unterstützungsbegrenzung bei 25 km/h bewertet wird, weil ihnen ein versicherungspflichtiges Kraftrad zu teuer ist.
    Sind solche Manipulationen bei selbstfahrenden Autos in Privathänden zuverlässig auszuschließen? Ist es vorstellbar, dass ein Autobesitzer seinen selbstfahrenden Wagen so manipuliert, dass er Radwege oder Bürgersteige zuparkt, wenn er keinen anderen Parkplatz findet? Oder Schlimmeres? Eine Aufklärung im Falle eines Unfalles, stelle ich mir dann jedenfalls sehr schwer vor.

    Man kann auch die Meinung vertreten, dass Todesursachen, an die wir uns gewöhnt haben, gesellschaftliche Akzeptanz finden. Z.B. verhungerten am 11. September 2001 deutlich mehr Menschen als es Tote durch die Anschläge gab...

    ... oder die Tatsache, dass weltweit mehr Menschen durch den MIV sterben als Menschen verhungern oder in Kriegen sterben.

    Sind Autos nicht eigentlich auch Maschinen?
    Bei Motorradfahrern ist es doch zum Beispiel üblich, von der "Maschine" zu sprechen, wenn das Motorrad gemeint ist. So gesehen "genießen" Verletzte oder Tote, die von Maschinen verursacht werden, doch eine sehr hohe Akzeptanz. Und bei vielen Unfallberichterstattung sind solche beschönigende Redewendungen üblich, wie "Der Fußgänger wurde beim Überqueren der Straße vom Auto erfasst." Damit wird der Autofahrer aus der "Schusslinie" genommen und das Auto zum "Schuldigen" erklärt. Aber auch das Auto wird wiederum "in Schutz genommen" mit dem verharmlosenden Begriff "erfasst". Und zum Schluss fragt sich der Leser, wie konnte der Fußgänger nur so "blöd" sein, vor's Auto zu laufen.
    Kann allerdings sein, dass dann das Urteil schärfer ausfällt, wenn es sich um ein selbstfahrendes Auto handelt.
    Oder wird dann einfach nur nach Verbesserungen des Unfallschutzes gerufen. Oder nicht mal das, weil dann das Auto möglicherweise langsamer fahren und häufiger bremsen müsste?

    Wenn die jetzt erst überlegen, ob man in paar Jahren eine S-Bahn ohne Fahrer fahren lassen kann, dann wird das mit Straßenfahrzeugen noch viel länger dauern. Wer schonmal in Nürnberg war: Die U2 fährt dort regelmäßig fahrerlos. Finde ich irgendwo ganz nett, weil man da als Fahrgast freie Sicht nach vorne und hinten hat, wenn man sich gerne Tunnel anschaut :)

    "Bereits 1972 wurde ein Unternehmenskonsortium unter Führung der Firma MATRA zum Sieger dieses Wettbewerbs erklärt. Damit konnte das VAL-System entwickelt werden (VAL: Véhicule automatique léger, leichter automatisch betriebener Zug). In den Jahren 1973 und 1974 wurden auf einem Versuchsstandort zwei Prototypen getestet. Nach abschließenden Prüfungen und Begutachtungen entschied sich der Conseil de la Communauté urbaine de Lille (deutsch Rat der Stadtgemeinschaft Lille) am 29. März 1974 ein System von vier VAL-Linien zu bauen. Dabei räumte man dem Streckenabschnitt zwischen Villeneuve d'Ascq und Lille Priorität ein."
    Quelle - wikipedia

    1983 wurde die automatisch gesteuerte Metro in Lille eröffnet.

    Allerdings sind die Strecken so angelegt, dass die Bahnen abgeschirmt von sonstigen Verkehren fahren. Hier ein Bild vom Glockenturm der Stadt Lille aus fotografiert, das zeigt, dass die oberirdischen Streckenabschnitte den heutigen städtebaulichen Vorstellungen vermutlich weniger entsprechen, als das in den 70er und 80er Jahren möglicherweise der Fall war.

    "Später sollen diese Busse auch autonom fahren".
    Den hast unterschlagen.

    Vielen Dank für deinen Hinweis Gerhart! Dieser Satz war ja der eigentliche Grund, dass ich dieses Thema eröffnet habe! Ich habe den Satz allerdings nicht unterschlagen, sondern schlicht vergessen mit zu zitieren. Hier noch mal das Zitat aus dem Handelsblatt-Artikel vom 10.7.17 mit dem wichtigen Satz in fett und unterstrichen:

    "Lutz und Scholz unterzeichneten ... eine Absichtserklärung, mit der die Bahn, die Stadt zum Testfeld für autonomen öffentlichen Nahverkehr zu machen. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob bis 2021 eine der S-Bahn-Linie automatisch – also ohne Fahrer – oder teilautomatisch fahren kann. Schon im kommenden Jahr will die Bahn 100 Shuttle-Busse zu Bahnhöfen einsetzen, die ähnlich wie ein Sammeltaxi funktionieren und per App bestellbar sein sollen. Später sollen diese Busse auch autonom fahren."

    Das alltägliche Verkehrsgeschehen wird von vielen Radfahrern immer wieder als ein Kampf gegen das Auto erlebt. Zugeparkte Radwege, zu dichtes Vorbeifahren, lebensgefährliches Rechtsabbiegen ohne Beachtung des Radverkehrs. Nicht zuletzt hier im Radverkehrsforum wird immer wieder über entsprechende Vorgänge berichtet.

    Das Handelsblatt berichtete unter dem Titel, "Selbstfahrende Shuttle-Busse für Hamburg" am 7.10.2017: "Lutz (Mitglied des Deutsche Bahn Vorstandes) und Scholz (Hamburger Oberbürgermeister) unterzeichneten ... eine Absichtserklärung, mit der die Bahn, die Stadt zum Testfeld für autonomen öffentlichen Nahverkehr zu machen. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob bis 2021 eine der S-Bahn-Linie automatisch – also ohne Fahrer – oder teilautomatisch fahren kann. Schon im kommenden Jahr will die Bahn 100 Shuttle-Busse zu Bahnhöfen einsetzen, die ähnlich wie ein Sammeltaxi funktionieren und per App bestellbar sein sollen."

    In Hannover fuhr ein solcher Shuttle-Bus anlässlich des VDV-Jahrestreffens im Juni dieses Jahres (allerdings auf einer besonders präparierten Fläche und auf einem sehr kurzen Rundkurs) und fand dort viele interessierte Zuschauer. Hier ein Foto:

    Aber wie wird sich der Einsatz solcher shuttle-Busse im Begegnungsfall mit dem Radverkehr auswirken? Drohen neue Gefahren oder werden Gefahren entschärft, bei der Begegnung des Menschen auf dem Rad mit dem Automaten?

    Wenn man 1,8 s (halber Tacho) Sicherheitsdauer und eine Fahrzeuglänge von 4 m annimmt, ist der Fluss bei 30 km/h knapp 9 % geringer als bei 50 km/h. Diese Lücke wird größer, wenn die Autos länger werden, und, wenn dichter aufgefahren wird.
    Ein weiterer kinematisch recht einfach zu erfassender Punkt ist, dass Bremsen und Beschleunigen mit zunehmer Geschwindigkeit (linear) länger dauert. Bei Geschwindigkeiten über 50 km/h sind deswegen längere Gelbphasen vorgeschrieben. Ampeln reduzieren den Verkehrsfluss bei höheren Geschwindigkeit stärker als bei niedrigeren. Die möglichen Parameter sind jedoch so vielfältig, dass ich keine brauchbare quantitative Aussage sehe.
    Auch die Notwendigkeit von Ampeln nimmt zu, da bei geringen Geschwindigkeiten für den Querverkehr kürzere Lücken im Hauptstrom ausreichen, um einzufahren.

    Sind die Gelbphasen bei höheren Geschwindigkeiten tatsächlich länger? Auch bei Tempo 50 im Vergleich zu Tempo 30? Vernünftigerweise sollte es so sein, da bei hohen Geschwindigkeiten in den selben Zeiten längere Strecken zurückgelegt werden und längere Anhaltezeiten entstehen.
    Wovon ich mal gelesen habe und das auch beobachten konnte ist, dass die Fußgängerampeln, die ohne Grünlicht für den Fahrzeugverkehr arbeiten, eine längere Gelbphase haben (5 statt 3 Sek.). In der Regel stehen aber in Straßen, in denen Tempo 30 gilt, keine Fußgängerampeln. Und es gibt dort in der Regel keine Zebrastreifen, weil man davon ausgeht, dass diese Straßen so wenig von Fahrzeugverkehr belastet seien und der so langsam fährt, das keine Querungshilfen nötig sind. Ausnahmen sind jedoch u. a. Tempo 30-Abschnitte auf Tempo 50-Straßen. Solche Tempo 30-Abschnitte werden manchmal wegen anliegender Schulen etc. angeordnet.

    Ein Punkt ist mir dem was ich geschrieben habe noch aufgefallen durch deine Antwort. Wenn die Fahrzeuge länger sind, dann ist das zwar insgesamt ungünstig, weil dann noch mehr Straßenraum verbraucht wird als bei kürzeren Fahrzeugen. Aber tatsächlich passen bei höheren Geschwindigkeiten mehr längere Fahrzeuge auf die Straße, im Vergleich zu kürzeren Fahrzeugen, wenn die schneller fahren. Weil die Abstände zwischen den Fahrzeugen bei steigenden Geschwindigkeiten anwachsen, aber die Länge der Fahrzeuge nicht. Das soll jetzt aber keinesfalls eine Aufforderung sein, dass nur noch möglichst lange Fahrzeuge verkauft werden dürfen!!! ;)

    Mein hochgereckter Daumen gilt der zutreffenden Analyse, nicht dem kritisierten Inhalt. ;)

    (Nebenbei: Was hat das Mädchen da auf dem Kopf? Und vor allem wie? Soll das ein richtig sitzender Helm sein?)

    APF hat ganz sicher Recht mit seiner Analyse.
    Und trotzdem: Ausgerechnet dieses CDU-Plakat ist das einzige, das ich in diesem Wahlkampf sowohl bei der diesjährigen Bundestagswahl als auch bei der Niedersachsenwahl hier in Hannover gesehen hatte, auf dem ein Fahrrad abgebildet war. (Sogar zwei, wenn auch "nur" Kinderfahrräder auf Parkwegen.) Und ich habe wahrlich sehr viele Plakate gesehen!

    Seit rund zwei Monate zieren jetzt schon Wahlplakate jedweder Coleur die Straßenränder in Niedersachsen, und immer wenn man glaubt, alle gesehen zu haben, kommen doch noch mal neue dazu. Das hat freilich auch damit zu tun, dass heute in Niedersachsen Landtagswahl ist und deshalb die Wahlplakateausstellung noch mal einen neuen Schub erhielt, während in anderen Bundesländern schon abgehängt wurde.

    So direkt Radverkehrspolitisch relevantes war eigentlich nie dabei - schade!

    Und das Thema Umweltverschmutzung durch den MIV wurde direkt nur von kleineren Parteien thematisiert. Auch die Grünen übten hier Zurückhaltung - vermutlich steckt ihnen die Angst in den Knochen als "Verbotspartei" denunziert zu werden und sie haben nicht den Mumm, diesem Vorwurf zu begegnen oder verzichten darauf aus strategischen Überlegungen überhaupt erst in die Richtung Einschränkungen für den MIV Flagge zu zeigen.

    Hier noch mal zwei neuere Beispiele, die mir die letzten Tage aufgefallen sind:

    Da ist einerseits ein Plakat der Partei "Deutsche Mitte" (DM). Die taz urteilt über diese relativ unbekannte Partei: "Die Partei ordnet sich zwar selbst in der politischen Mitte ein, im Wahlprogramm sind jedoch verschwörungstheoretische wie rechte Inhalte zu finden." Das kann ich nach Gesprächen mit Vertretern der Partei an Wahlkampfständen bestätigen. Insbesondere der medienpoltische Ansatz der Partei, demzufolge der öffentlich rechtliche Rund- und Fernsehfunk ein doktrinäres Staatsfernsehen darstelle, das einseitig die herrschenden Regierenden unterstütze und einen Meinungskartell bilde, erinnert sehr an AfD-Propaganda.

    Dem "Problembär" Auto will die Partei DM einen grünen Anstrich verpassen. (Es ist mit einem grünen Rasenteppich bekleidet). Die DM will die Autoindustrie schützen, als ob die nicht schon reichlich genug geschützt würde, woraus ja viele Probleme erst entstehen:

    Ein weiterer Satire-Beitrag der Partei Die Partei stellt die Aussage dar: Grüne! Finger weg von unseren Autos.

    Ich vermute allerdings, dass es einige Wähler gibt, die die Satire darin nicht erkennen können und das Plakat ganz einfach als Warnung verstehen, eine grüne Partei zu wählen, vor der sich jedoch tatsächlich kein Autofahrer fürchten muss.

    Aber genau das tue ich.

    Dann kommt es aber sehr auf die Länge des Fahrzeuges an. Ein 2,50 m langer Smart schlägt sich in der Rechnung anders nieder als ein über 5 m langer VW-Amarok!
    Noch sehr viel stärker schlägt sich in der Rechnung nieder, wieviele Leute im Fahrzeug sitzen. Du kannst die Belastung eines Straßenabschnitt um die Hälfte reduzieren, bzw. doppelt so viel Menschen ermöglichen diesen Straßenabschnitt zu nutzen, wenn du sicher stellst, dass im Schnitt drei Personen in jedem Wagen sitzen, anstatt der derzeit üblichen ein bis zwei Personen.

    Unabhängig davon spielt die Betrachtung der Fahrzeuglänge bei einem Vergleich der optimalen Straßenauslastung bei Tempo 30 versus Tempo 50 nur eine untergeordnete Rolle.

    Was mich maßlos ärgert ist die immer wieder aufgestellte stumpfe Behauptung bei Tempo 50 fließe der Verkehr besser als bei Tempo 30, was viele einfach nur deshalb für wahr halten, weil sie auch nicht ansatzweise über die Thematik nachdenken, sondern ganz einfach sich von der Zahl 50 leiten lassen, die nun mal höher ist als die Zahl 30 und daraus den völlig falschen Schluss ziehen, bei Tempo 50 sei eine Straße fast doppelt so gut ausgelastet als bei Tempo 30.

    Wie ist das zu verstehen?
    "Dies ist zwar in diese Richtung ein Gehweg, aber die Anderen halten sich eh nicht dran"

    Mit ein bisschen gutem Willen kann man schon verstehen was gemeint ist: Das ist ein Fußweg, der für den Fahrradverkehr und Mofa-Verkehr in beide Richtungen frei gegeben ist. Schließlich gibt es auch schnellfahrende Pedelecs, die als Mofas einklassifiziert werden und für die beispielsweise Versicherungs- und Helmpflicht gilt. Inwieweit eine solche Regelung Sinn macht, kommt sehr auf den Einzelfall an, den ich hier nicht näher kenne. Im Falle einer längeren durchgängigen guten Radverkehrsweg-Verbindung ist es m. E. okay, wenn ein kurzes Teilstück zumindest erst mal nicht anders geschlossen werden kann, als dass man einen Fußweg für die Benutzung durch den Radverkehr freigibt. Sonst müsste die Radfahrerin oder der Radfahrer absteigen und schieben und wenn da alle paar Stunden nur mal ein Fußgänger langgeht, dann machte das keinen Sinn.

    So ein Schild könnte ich mir zum Beispiel vorstellen an einem Fußweg, der von Fußgängern nur selten benutzt wird und der an einer breiten mehrspurigen Straße liegt, die schlecht überquert werden kann. Wenn dann ein längere Radverkehrsverbindung auf einem Waldweg oder Feldweg an diese Straße heranführt und ein kurzes Stück über diesen Fußweg verläuft, dann ist so was m. E. okay.

    Danny, kannst du mal ein openstreetmap-Kartenausschnitt hier veröffentlichen? Openstreetmap-Kartenausschnitte dürfen mit dem Hinweis auf die Quelle legal in so einem Forum veröffentlicht werden. Es muss jedoch auf die Quelle hingewiesen werden. Und es muss der Hinweis „© OpenStreetMap-Mitwirkende“ erfolgen. Dann könnte man sofort sehen, wo sich das Schild befindet.

    Wenn man annimmt, dass es einen konstant fließenden Verkehr gibt, alle mit demselben Tempo fahren, denselben (regelkonformen) Abstand einhalten usw., ja, dann passieren weniger Autos pro Zeit die Strecke. Kann man mathematisch einfach berechnen.

    Nein das ist ja gerade nicht so, wenn man so wie du annimmt, dass der Verkehr konstant fließt alle denselben Sicherheitsabstand einhalten (das ist der Reaktionsweg, der wächst linear, nicht im Quadrat) dann spielt die Geschwindigkeit keine Rolle. Es sind bei jeder Geschwindigkeit gleich viele Fahrzeuge, die eine bestimmte Strecke passieren. (Wenn man dabei die Länge der Fahrzeuge selbst nicht berücksichtigt!)

    Rein theoretisch hast Du Recht. Wenn jeder (Autopilot) sich an die Vorschriften hält, dann sieht ein ruhender Beobachter alle 2 Sekunden (oder alle 1,5 Sekunden, je nachdem was man da ansetzt) ein Auto an sich vorbeifahren, also hat man in 1 Stunde = 3.600 Sekunden 1.800 oder 2.400 Fahrzeuge bei diesen beiden Beispielen. Egal ob mit Tempo 30 oder Tempo 50.

    Aber um durch eine, sagen wir, 3 km lange Strecke durchzufahren, braucht der einzelne Autofahrer mit Tempo 30 oder Tempo 50 unterschiedlich lang. Nun definiere die Rechenmethode neu: Die Stoppuhr beginnt zu laufen, sobald das erste Auto einer Kolonne den Anfang dieses Streckenabschnittes erreicht. Sie wird angehalten, sobald das letzte Auto das Ende des Streckenabschnittes erreicht hat. Und schon hast Du die Zeitdauer, die das erste (oder letzte) Fahrzeug für die Gesamtstrecke braucht, in Deiner Rechnung drin.

    Erst mal Danke, dass du meine theoretischen Überlegungen bestätigst, mir wird selbst immer ganz schummrig, weil das einfach schwer vorstellbar ist.
    Jetzt den Sonderfall den du erwähnst. Es geht nicht einfach drum, dass unendlich viele Objekte von A nach B wollen, sondern eine begrenzte Anzahl. Je kleiner diese Anzahl ist, um so schneller geht das, wenn diejenigen in einer kleinen Gruppe sehr schnell unterwegs sind. Ein einzelner Radfahrer zum Beispiel ist natürlich schneller von A nach B gelangt, wenn er dabei eine hohe Geschwindigkeit fährt. Im Gegenteil dazu spielt zum Beispiel bei einer unendlich (angenommen) großen Armee von radfahrenden Soldaten die Geschwindigkeit letztlich keine große Rolle. Es würden sozusagen ständig neue Soldaten an die "Front" gelangen und dort niedergemetzelt werden. (Entschuldige bitte den etwas drastischen Vergleich.) Es würden nicht mehr Soldaten dort niedergemetzelt werden, wenn die einzelnen jeweils mit einer größeren Geschwindigkeit an die Front gelangten. Denn dann würden sie einen größeren Abstand zueinander einhalten müssen.
    In der morgendlichen (und abendlichen) Rushhour ist der Verkehr so dicht und es sind so viele Fahrzeuge unterwegs, dass ich eher den Vergleich mit der unendlichen Armee von radfahrenden Soldaten ziehe als den mit dem einzelnen Radfahrer. Und da es hier ja nicht um Schrittgeschwindigkeit (3,6 km/h) versus Schallgeschwindigkeit (=1236 km/h) geht, sondern um Tempo 30 versus Tempo 50 ist es meines Erachtens auch berechtigt in den jeweils etwa zweistündigen Verkehrsspitzen von einer nahezu unendlichen Anzahl Fahrzeugen auszugehen.

    Über diese Berechnungen habe ich mir auch schon verschiedene Male den Kopf zerbrochen.
    Was die optimale Geschwindigkeit angeht, so dass möglichst viele einen bestimmten Straßenabschnitt passieren können, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Geschwindigkeit keine Rolle spielt (sic!), wenn man die Länge der Fahrzeuge bzw. die Schrittlänge eines Fußgängers bei der Betrachtung gleich Null setzt. Denn dann ist nur der Abstand zwischen den Objekten entscheidend. Wenn man für diesen Abstand der Objekte zueinander annimmt, dass sich immer nur eines hinter dem anderen (niemals nebeneinander) bewegt. Und wenn man als Abstand den reinen Reaktionsweg rechnet, dann ist klar, dass dieser Abstand der Objekte zueinander ebenso wie der Reaktionsweg linear ansteigt. (Den Bremsweg kann man in einer idealtypischen Betrachtung außer Acht lassen, weil wenn einer bremst, dann sieht das der dahinterfahrende und bremst ebenfalls, da er den Reaktionsweg als Abstand eingehalten hat kommt es zu keinem Unfall.)
    Gelten diese Voraussetzungen:
    1. Die Objekte bewegen sich hintereinander.
    2. Die Objekte der Länge ist gleich Null.
    3. Der Abstand entspricht dem Reaktionsweg der für die jeweils gefahrenen Geschwindigkeiten gilt.
    Dann ist es "wurscht" wie schnell sich die Objekte bewegen, es werden immer genau gleich viel sich an dir vorbeibewegen, wenn du einen bestimmten Zeitraum am Straßenrand stehst. Auch der Reaktionsweg spielt keine Rolle, sofern er nur immer genau gleichmäßig linear anwächst.
    Das ist freilich eine sehr theoretische Betrachtung, bei der ich mir selbst nicht an allen Stellen ganz sicher bin, ob sie zutrifft. Aber wer mag kann sich ja mal mit den Schwachstellen beschäftigen. Eine andere Frage ist, welche Faktoren in der Praxis noch hinzukommen.

    Tief im Nordosten Hamburgs gibt es ungefähr 12 Quadratkilometer »Wildnis«, in der sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen (trotz »Revierförsterei«) - und dann biegt man um eine Ecke, fährt noch 200 Meter und steht an der U-Bahn-Station Ohlstedt. Voilà, man hat an die Pendler gedacht, die aus dem Häuschen mit dem Fahrrad anreisen.

    Eine Dreiklassengesellschaft: Kostenpflichtige Mietstellplätze hinter einer Stahltür; überdachte Doppeldeckerkonstruktion und Anlehnbügel im Freien.

    Seltsamerweise müssen in der 1. und 2. Klasse die Speichen herhalten, um das Kippen des Rades abzufangen.


    Auf dem Bahnhofsvorplatz in Schwerte stehen ebenfalls diese Zwei-Etagen-Fahrradständer in einer abschließbaren Radstation.

    Die Stadt Hannover will 130 neue Tempo-30-Zonen vor Kindergärten, Pflegeheimen und Schulen einrichten. Was halten Sie davon?
    So haben unsere Leser abgestimmt (2501 Stimmen):
    Tempo 30 - Das ist vernünftig. An den Stellen ist Tempo 50 einfach zu gefährlich. (1505) 60%
    Tempo 30 - Der Plan ist überzogen. Das unterstellte Risiko gibt es doch so gar nicht. (934) 37%
    Tempo 30 - Das interessiert mich nicht. (62) 2%
    Quelle: HAZ vom 4.10.2017, 19:20 Uhr

    Hintergrund ist der Beschluss der Landeshauptstadt Hannover, die neue Gesetzgebung des Bundes umzusetzen, nach der Tempo 30 vor Kitas, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen usw. auch prophylaktisch angeordnet werden kann noch bevor ernsthaft jemand zu Schaden kommt. CDU und FDP im Rat toben, damit solle versucht werden Tempo 30 flächendeckend in der Stadt einzuführen.

    Die HAZ berichtete unter anderem am 27.9.2017: "„Die Bauverwaltung ist nach dem Gießkannenprinzip vorgegangen“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Er befürchtet, dass unter dem Deckmantel einer neuen Bundesvorschrift der Verkehr in Hannover flächendeckend auf Tempo 30 umgestellt wird."

    Wer den Artikel liest, kann dabei schnell feststellen wie parteiisch die HAZ zu Gunsten der Autofahrer-Raser-Lobby Bericht erstattet. Allerdings stimmen die Leser dieser einseitigen Pro-Autofahrer-Berichterstattrung überwiegend nicht zu. Und das ist doch erfreulich!

    Das sind Superliner-Wagen, wie sie von Amtrak im Westen der USA auf längeren Strecken eingesetzt werden. Die Farbgebung ist schlecht zu erkennen, könnte aber der Pacific Surfliner sein.
    Die meisten Verbindungen dort gehen nicht allzu häufig, sind eher teuer, langsam und anfällig für Verspätungen. Ein gute Wahl also für eine Illustration wie Bahnverbindungen nicht aussehen sollten :D .

    Hallo orvio,

    vielen Dank für den Hinweis, durch den ich jetzt weiß, wo man suchen muss. Hier ein Link zu einem Bild aus dem entsprechenden wikipedia-Artikel "Superliner":

    Was sich allerdings die Macher des Wahlplakates vom Jugendverband solid der Partei Die Linke dabei dachten, diesen Zug als Motiv zu wählen???

    "Ein gute Wahl also für eine Illustration wie Bahnverbindungen nicht aussehen sollten.", da ist deine Vermutung ja fast noch geschmeichelt.

    Mehr statt teurer fordert die Partei Die Linke im niedersächsischen Landtagswahlkampf. Damit wird zwar nicht auf ein Fahrradthema angespielt, sondern auf den ÖPNV, aber immerhin. Schließlich sind viele Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer auch begeisterte Benutzer des ÖPNV. Ich frage mich allerdings, was für einen Zugtyp Die Linke da als Plakatmotiv ausgewählt hat? Sehr vertraut sieht der jedefalls für mich nicht aus. Und insgesamt wirkt das Plakat ein wenig apokalyptisch, wie eine Szene aus einem düsteren Scince-fiction-Film. Schade, denn die Botschaft finde ich eigentlich gut.