Beiträge von Ullie

    Zu dieser Überzeugung bringen mich zwei Überlegungen(...)

    2) Es ist überhaupt nicht akzeptiert, dass Maschinen Menschen verletzen oder töten (zumindest im zivilen Leben). Ganz anders ist es beim derzeitigen Autoverkehr: Von Menschen verursachte Unfälle mit Verletzten und Toten werden verharmlost statt Ross und Reiter zu benennen - siehe die tausend Pressebeispiele aus diesem Forum.

    "Wagen geriet auf Gehweg
    Auto erfasst Kinderwagen in Hagen - Einjährige stirbt
    HAGEN Furchtbarer Unfall in Hagen: Ein Auto ist aus einem Kreisverkehr heraus auf einen Gehweg geraten und hat dabei einen Kinderwagen erfasst. Ein einjähriges Mädchen saß darin - es wurde so schwer verletzt, dass es später im Krankenhaus starb. Auch ein vierjähriger Junge wurde schwer verletzt."

    Quelle: ruhrnachrichten.de
    Ich habe da jetzt nicht lange nach suchen müssen und bin sicher, dass man sehr leicht noch sehr viel mehr solcher Artikel finden wird.

    Nach dem Fettgedruckten ersten Absatz geht der Artikel dann so weiter:
    "Der Unfall ereignete sich am Donnerstagnachmittag in der Hagener Innenstadt an der Badstraße. Ein Auto sei in eine Fußgängergruppe gefahren, teilte die Polizei mit. Das Mädchen wurde dabei so schwer verletzt, dass es im Krankenhaus starb. Seine 21 Jahre alte Mutter erlitt einen Schock. Auch ein vierjähriger Junge wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Er wurde operiert, war nach Angaben der Feuerwehr aber nicht in Lebensgefahr. Eine ältere Frau erlitt leichte Verletzungen."

    Bis hier könnte es sich im Prinzip um ein selbstfahrendes Auto gehandelt haben, bei dem niemand am Steuer saß. Vielleicht wollte es seinen Besitzer von einem Trainingslauf abholen, den der vorzeitig beendet hat?
    Aber halt - noch gibt es ja gar keine selbstfahrenden Autos.

    Ich fürchte die Akzeptanz, dass Maschinen Menschen verletzen oder töten ist doch höher, als die, dass Menschen andere Menschen verletzen oder töten. Erst im nächsten Absatz wird der Fahrer des Wagens erwähnt:
    "Der 34 Jahre alte Autofahrer war bei der Ausfahrt aus einem Kreisverkehr auf die Badstraße von der Fahrbahn abgekommen und auf den Gehweg geraten." Aber schon im darauf folgenden Satz wird wiederum die Maschine für die Tötung verantwortlich erklärt: "Dabei erfasste der Wagen einen Kinderwagen, in dem nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei das Mädchen saß."

    Wenn es sich tatsächlich so verhalten sollte, dass man Maschinen auf die Straße setzt, die ohne direktes menschliches Zutun Menschen totfahren, dann besteht die Gefahr, dass man es dem totgefahrenen Fußgänger oder Radfahrer ankreiden wird, das es zu dem Unfall kam. Dann wird es möglicherweise - in Anspielung auf den oben zitierten Artikel heißen: "Der Fußgängergruppe hätte eigentlich klar sein müssen, dass sie sich selbst gefährdet, wenn sie neben einer Straße, auf der selbstfahrende Autos fahren, auf dem Gehweg stehen bleibt. Warum die Fußgänger trotzdem dort längere Zeit verweilten, wird die Polizei ermitteln."

    Es würde quasi eine Fehlbedienung der Maschine daraus konstruiert werden. Eine Fehlbedienung von denjenigen, die die Maschine gar nicht für sich nutzten und die Opfer der Maschine sind.

    Auch hier wieder die Analogie zur Abgas-Betrugs-Software: Diejenigen, die zu Fuß gehen oder den ÖPNV benutzen oder Rad fahren, werden gezwungen die giftigen Abgase einzuatmen, die von Maschinen produziert werden, die ihnen noch nicht mal irgend einen Vorteil bringen.

    Noch besser, man macht den ÖPNV gebührenfrei. Dann können auch die Eltern mit Bus+Bahn ins Büro fahren. Oder mit dem Fahrrad.

    In Hamburg kostet der ÖPNV pro Bürger (alle eingerechnet, auch wer kein ÖPNV nutzt) und Monat insgesamt (Fahrkarten + Zuschuss durch Stadt) etwa 35-40€, wenn ich richtig rechne.

    Man müsste nur schauen, dass ein kostenloser ÖPNV das Radfahren und Fußgehen nicht zu sehr kanibalisiert.
    Ich glaube ich schweife vom Thema "Schulweg" etwas ab...

    Nein, du schweifst keinesfalls ab, denn genau das was du da ansprichst ist das Thema. Vor rund 15 Jahren wurde die Entfernungsgrenze von 0,9 km Schulweg auf 2 km Schulweg heraufgesetzt. Kein Spaß: Das haben damals auch einige Grüne-Sympathisanten gut geheißen. Frei nach dem Motto, ein Fußweg von 2 km ist einem Kind ja wohl zumutbar.
    Das Ergebnis dieses Heraufsetzens der Entfernungsgrenze, ab der es eine Schülerfahrkarte gibt: Die Eltern sehen das anders und laden das Kind ins Auto.

    Ich denke für Schülerinnen und Schüler sollte es grundsätzlich kostenlose Fahrkarten geben, dass hält keinen davon ab, das Rad zu benutzen oder zu Fuß zu gehen. Aber die Eltern hält es vielleicht davon ab, das Kind aus Besorgnis ins Auto zu packen.

    Man könnte das Ganze noch dahingehend ausweiten, dass Eltern, die ihr Kind im Omnibus begleiten, kostenfrei mitfahren können. Das halte ich jedenfalls für sinnvoller als kostenlose Fahrt für alle.

    Nach meinen Erfahrungen mit Polizei-Telefonaten war die Frage mit einiger Sicherheit so gemeint: "warum gehen Sie nicht einfach außen herum?

    "Kann sein, dass das genau so gemeint war, warum gehen Sie nicht einfach außen dran vorbei oder drängeln sich irgendwie durch. Anstatt uns hier mit solchen Anrufen zu belästigen." Ich hatte aber eher den Eindruck, dass der Diensthabende sicher gehen wollte, nicht tatsächlich mit einem Rollifahrer zu sprechen, so dass er befürchten muss, die Klage eines Rollifahrers über zugeparkte Bürgersteigabsenkungen nachzugehen und sich damit Ärger einhandelt.

    Die Polizei hat sich doch schon dadurch disqualifiziert, dass sie an dieser Stelle nichtmal eine Behinderung sehen möchte.
    Das macht mich dann doch mal wieder sprachlos.
    Über alle weiteren Schritte (Gefährdung, Umsetzen) kann man ja mit viel gutem Willen noch diskutieren. Es ist mir aber vollkommen schleierhaft, wie man bei vollständig blockiertem Fußweg eine Behinderung verneinen kann.

    Dass die Polizei keine Behinderung sehen wollte, kann man in dem Fall nicht behaupten, denn sie versprachen ja, sich die Sache mal ansehen zu wollen. Und da nehm ich diese Aussage eines Polizisten erst mal Ernst und halte sie nicht für ein Abwimmeln. Was mir bei solchen Gelegenheiten schon aufgefallen ist: Die Polizei (Landesdienststelle) bewertet solche Einsätze eigentlich als eine Aufgabe des Verkehrsaußendienstes (Kommunale Dienststelle). Die arbeitet aber anders als die Polizei nicht rund um die Uhr. Und der Verkehrsaußendienst verweist auf die Polizei für Fälle, die außerhalb ihrer Öffnungszeiten liegt. Klar dass da Ärger vorprogrammiert ist.

    Kleiner Off-Topic-Einwurf: Schadstoffe, die aus verkehrsfernen Prozessen und aus Fahrzeugen stammen, die die Grenzwerte einhalten, töten genauso wie die zusätzlich gebildeten Schummel-Schadstoffe. Jemand, der 20.000 km p.a. mit einem legalen Motor zurücklegt, tötet daher möglicherweise wesentlich effektiver, als jemand, der 5.000 km im Jahr mit einer vermeintlichen Dreckschleuder fährt.
    Das Problem ist, dass wir bei Umweltnoxen mittlerweile auf einem so harmlosen Level angekommen sind, dass sich Kausalzusammenhänge zwischen Todes- oder Schädigungsrate und Exposition praktisch im statistischen Grundrauschen verbergen. Das macht daher die Beweisführung, ob und ab wann welche Noxe welchen Einfluss besitzt, extrem schwierig. Ich sehe die Grenzwerte daher eher nach dem Motto: "Wir wissen nicht so genau, was alles in welchen Mengen wirklich tötet, aber weil wir auch nicht ausschließen können, dass Noxe xy einen schädlichen Effekt besitzt, streben wir sicherheitshalber eine Verminderung der Konzentration davon in der Umwelt an." Die Einführung eines betimmten Grenzwertes bedeutet allerdings weder, dass man gleich stirbt, wenn er überschritten wird, noch dass man nicht daran stirbt, wenn er eingehalten wird.

    Hinzu kommt, dass ein 80-jähriger, der 2017 an COPD stirbt, seinen ggf. durch Abgase erlittenen Schaden nicht Anno 2017 abbekommen hat, sondern durch die *wesentlich* giftigeren Bedingungen, denen er während seiner Lebenszeit von 1937 an ausgesetzt gewesen ist. Die lineare Extrapolation der heutigen Opferzahlen mit der heutigen Schadstoffkonzentration auf die Zukunft ist daher ausgesprochen unseriös.

    Dass Umweltgifte aus Auspuffrohren Erkrankungen hervorrufen und vorzeitige Todesfälle verursachen ist hinreichend belegt.
    Dass der Gesetzgeber, um dem vorzubeugen, Gesetze zur Abgasreinhaltung erlässt, ist wohl kaum zu beanstanden. Andernfalls müsste diese markig-blödsinnige Devise gelten. "Alles was uns nicht umbringt, macht uns nur härter."
    Dass der von den Autokonzernen betriebene systematische Betrug stattfindet, mit der die Abgasbelastung künstlich heruntergerechnet wird, ist nicht hinzunehmen.
    Dass der Gesetzgeber es trotzdem hinnimmt, kann nur als Arbeitsverweigerung gepaart mit Klientelpolitik bezeichnet werden.

    Freilich diese Arbeitsverweigerung gepaart mit Klientelpolitik findet findet beim Politikfeld Verkehr auch an vielen anderen Stellen statt. Zum Beispiel beim Thema Regelgeschwindigkeit Tempo 30 innerorts.

    (Und freilich es gibt auch verantwortungsvolle Verwaltungen und politische Gremien, die gute Arbeit leisten. Zum Beispiel ist mir bei Fahrten über Land schon häufiger aufgefallen, dass auf manchen Durchgangsstraßen durch Ortschaften Tempo 30 gilt.)

    Meine Befürchtung ist, dass bei der Einführung automatisch fahrender Fahrzeuge Zugeständnisse gemacht werden, die den möglichen Sicherheitsvorsprung relativieren oder zunichte machen. Und das vergleiche ich mit der Abgas-Problematik. Das Schema ist dasselbe:
    "Unsere Autos mit Abgasreinigung verursachen nur noch ganz wenige Luftschadstoffe und halten alle gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte ein."
    In welch hohem Ausmaß da gelogen und betrogen wurde ist inzwischen bekannt.
    "Unsere Autos mit Fußgänger-Unfallschutz verhindern zuverlässig, dass sie beim Autofahren unbeabsichtigt einen Fußgänger verletzen."

    Aber wie sieht es tatsächlich aus mit den rosaroten Versprechungen?

    Was die Glücks-Versprechungen bezüglich Fahrer-Assistenzsysteme angeht, ist die Autoindustrie jedenfalls schon ganz schön weit. Siehe dazu dieses Werbeplakat, dass ich kürzlich an einer stark befahrenen Einfallstraße in Hannover fotografierte:

    Ich habe da erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit solcher Systeme. Was mich aber wirklich ärgert: Diese automobilen "Glücksversprechen" tragen dazu bei, dass wirklich effektive Verkehrslenkungsmaßnahmen, die die Sicherheit des Fußgängerverkehrs und Radverkehrs tatsächlich steigern könnten (Zum Beispiel Tempo 30 zur Regelgeschwindigkeit innerorts machen), auf die lange Bank geschoben werden, mit der Begründung, die automatische Fußgängererkennung würde ja bald für ausreichend Sicherheit sorgen.

    Und wenn daran Zweifel aufkommen, dann werden die beiseite geschoben, denn man möchte ja nicht als fortschrittsfeindlich oder gar als "Maschinenstürmer" wahrgenommen werden.

    Die Elterntaxi Problematik betrifft hauptsächlich Grundschüler. An vielen Grundschulen wird kommuniziert, dass die Kinder erst ab der 3. Klasse alleine mit dem Rad zur Schule fahren sollen. Frühestens nach dem Ablegen der Fahrradprüfung. Ist ja auch einigermaßen verständlich. Denn wer hier in der Stadt viel fährt weiss auch wie gefährlich es ist.

    Grundsätzlich besuchen die Kinder ja auch die nächstgelegene Grundschule und die ist in den meisten Fällen so ca. einen KM entfernt. Das kann man doch zu Fuß laufen. Und auch ohne Eltern.

    "Voraussetzung der Schülerbeförderungssatzung der Region Hannover Die Entfernung zwischen Wohnung und Schule beträgt mehr als 2.000 Meter.Messpunkte sind hierbei die Haustür der Schülerin oder des Schülers sowie der auf dem Schulweg nächste und benutzbare Eingang des Schulgebäudes, in welchem der Unterricht in der Regel stattfindet.", so steht es auf der Internetseite der Region Hannover. Nur wer weiter weg wohnt hat Anspruch auf eine Fahrkarte. " 2 km zu Fuß, das ist eine gute halbe Stunde Fußweg. Da kann das Fahrrad schon eine gute Alternative sein.

    Wenn der Region Hannover tatsächlich daran gelegen ist, dass Eltern nicht das Auto benutzen, um ihre Kinder zur Schule zu bringen, und wenn die Region Hannover auch nicht will, dass Kinder das Fahrrad benutzen, warum wird dann nicht einfach dieses Entfernungskriterium zugunsten der Kinder geändert. Warum bekommen nicht schon diejenigen Kinder eine Schülerfahrkarte, die 500 m von der Schule entfernt wohnen? Auch kleine Schulweghelden sind mal nicht so gut drauf und würden auch dann gerne mal den Bus benutzen, wenn der Weg nur 1 km weit ist.

    Es spricht m. E. auch nichts dagegen, dass alle Schülerinnen und Schüler eine Fahrkarte bekommen, egal wie weit weg sie wohnen. Und ich glaube auch nicht, dass das dazu führt, dass die Anzahl der radfahrenden Kinder drastisch zurückgeht. Aber vielleicht sagen sich dann einige Eltern, wenn das Kind ohnehin 'ne Fahrkarte hat, dann kann es auch den Bus benutzen und ich muss es nicht mit dem Auto bringen.

    Die Automaten werden viele Fehler machen und mit ungewöhnlichen Situationen nicht klarkommen.

    Und was, wenn es doch mal nötig sein sollte?

    Der Ausgangspunkt der Diskussion waren ja autonom fahrende Shuttle-Busse eines Verkehrsunternehmens. Ich denke mir das so, dass in einem solchen Fall eine sehr genaue Überwschung nicht nur durch Maschinen sondern auch durch Menschen stattfindet. Wenn zum Beispiel bei nebligem Wetter die Fahrzeuge nicht automatisch das Licht einschalten, dann wird das hoffentlich jemandem auffallen und es besteht die Möglichkeit zentral auf alle im Einsatz befindlichen Fahrzeuge zuzugreifen, um das Licht einzuschalten. Ob das bei in Privatbesitz befindlichen autonomen Fahrzeugen ebenso möglich ist? Im vorliegenden Beispiel "Lichtkontrolle im Nebel" hat es ja offensichtlich nicht diese Möglichkeit gegeben. Vielleicht wurde jedoch eine Aufruf über den Verkehrsfunk gemacht. Wäre doch zumindest naheliegend.

    Die Grenzen der automatischen Autos:
    Es wurden ja bereits verschiedene Bedenken geäußert hinsichtlich der qualitativen Grenzen selbstfahrender Fahrzeuge. Hier ein interessanter Absatz aus einer Meldung der Polizei, die im Presseportal der Polizei Niedersachsen erschien.
    "Lichtkontrollen im Nebel" lautet die Überschrift und es geht um eine Lichtkontrolle der Polizei an einem nebligen Februartag vor drei Jahren:
    "Einige Autofahrer verließen sich auf die "Lichtautomatik", die die Beleuchtung am Fahrzeug je nach Lichtverhältnisse eigenständig einschaltet, so dass man selbst sich um das Einschalten der Beleuchtung keine Gedanken machen müsse. Dabei haben diese Autofahrer nicht beachtet, dass der Lichtsensor bei Tageslicht ausreichend Licht registriert, aber den Nebel nicht erfassen kann, somit von ausreichenden Lichtverhältnissen ausgeht und daher das Licht nicht automatisch einschaltet. Man fährt somit ohne eigenes Zutun im Nebel ohne Licht."

    Könnte es sein, dass es noch weitere Plakate gibt, die du nicht kennst?

    Völlig ausschließen will ich das nicht. Aber ich komm in Hannover doch ziemlich viel rum und diese drei Plakate habe ich nun schon auf mehreren Litfaß-Säulen und Plakatwänden gesehen. Weitere aus der Serie - sofern es überhaupt weitere gibt, was ich bezweifle - leider nicht. Aber vielleicht kommen ja noch welche dazu?
    Ich werde mal eine Anregung an die Stadt lossenden. Dafür gibt es ja ein eigenes Online-Formular:

    In Hannover ist man bemüht, den "Elterntaxis" Einhalt zu gebieten. Sie verstopfen die ohnehin häufig engen Verkehrsflächen rund um Schulen, insbesondere rund um Grundschulen zum Schulbeginn und nach Schulschluss. Damit werden sie zur Gefahrenquelle insbesondere für Schülerinnen und Schüler, die zu Fuß gehen oder das Rad für den Schulweg benutzen. Aber die Eltern gefährden damit auch die eigenen Kinder. Zwar würden manche am liebsten ihren Nachwuchs bis vor die Klassenzimmertür chauffieren, aber das wollen andere auch und da häufig ohnehin schon alles mit Autos verstopft ist, lassen manche Eltern ihre Kinder außerdem noch an gefährlichen Stellen, oft in zweiter Reihe, aussteigen.

    Da ist es gut, dass die Stadt Hannover Maßnahmen gegen den "Elterntaxi-Wildwuchs" ergreift. Und die Stadtbevölkerung heißt das gut. Siehe diese Umfrage aus der HAZ vom 18.10.2017,
    Erfolgreicher Test: Soll die Bannmeile für Elterntaxis künftig vor allen Schulen Hannovers gelten?
    So haben unsere Leser abgestimmt (2024 Stimmen):
    Ja, nach dem Versuch vor der Albert-Schweitzer-Schule gibt es kein Argument mehr dagegen. (1536) 76%
    Nein, die Verkehrssituation vor jeder einzelnen Schule ist gesondert zu berücksichtigen. (323) 16%
    Das Problem lässt mich kalt - selbstverständlich geht es mit dem Fahrrad zur Schule. (165) 8%
    Die positive Resonanz aus der Bevölkerung hat die Stadt angespornt. Sie will weitere Schulen zur Elterntaxi-freien Zone machen:
    "Projekt gegen Elterntaxis soll ausgeweitet werden" HAZ vom 18.10.2017
    Zur Unterstützung hat die Stadt Hannover eine Plakataktion gestartet, auf die auch in dem HAZ-Artikel hingewiesen wird. Auf den Plakaten werden Schulwegheldinnen und -helden dargestellt:

    Eines der Kinder, linkes Plakat, verweist auf den ÖPNV als alternatives Verkehrsmittel mit dem Kinder - alternativ zum Elterntaxi - den Schulweg bewältigen können.
    Die beiden anderen - mit Fußgängerampel, bzw. Zebrastreifen-Verkehrsschild - stehen symbolisch für die Heldinnen und Helden die ihren Schulweg zu Fuß zurücklegen.
    Aber was ist mit Kindern, die das Rad benutzen? Oder ist das von der Stadt Hannover nicht erwünscht, das Schulkinder das Rad benutzen?
    Das würde zumindest zu der Tatsache passen, dass nur wenige Schulen mit vernünftigen Radabstellanlagen ausgestattet sind.
    Scheut die Stadt diese Kosten? Oder befürchtet sie das Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern mehr Investitionen für eine sicherere Rahrradverkehrsinfrastruktur einfordern? Andererseits fördert die Stadt doch das Radfahren sogar mit einem Werbefilm auf ihrer Internetseite hannover.de:
    https://www.facebook.com/lustauffahrrad…e=2&theater
    Allerdings kommen auch darin keine Schülerinnen und Schüler vor, die mit ihrem Fahrrad zur Schule fahren.

    Es würde mich seeeeeeeeeeeehr wundern, wenn derartige Systeme nicht grundsätzlich alle Eingriffe in die Steuerung - insbesondere das manuelle Überstimmen - loggen. IMHO ist das seitens der Ingenieure zwingend erforderlich, nicht nur als Bugtracker, sondern vor allem auch aus Haftungsgründen.

    Was den Dieselskandal angeht, hat das jedenfalls nicht funktioniert. Da sterben Menschen an Luftschadstoffen, die von Diesel mit Schummel-Software stammen. Aber ein Verantwortlicher kann nicht gefunden werden. Und trotzdem klar ist, dass die Abgaswerte immer noch zu hoch sind, dürfen die Fahrzeuge weiter fahren. Und auch das Nachjustieren der Software führt nicht dazu, dass die schädlichen Abgase tatsächlich deutlich reduziert werden.
    Wie soll ich da darauf vertrauen, dass bei einem automatisch gesteuerten Fahrzeug die Fußgänger- oder Radfahrererkennung nicht genau so manipulieranfällig ist?

    Für jemanden mit Rollstuhl und Rollator wird es sicher auch etwas enger.
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich bei der Hamburger Polizei unter der 110 eine vernünftige Antwort bekommen werde, wenn jemand auf dem Radweg parkt. Man wird es diesbezüglich wie bei der Einrichtung von Arbeitsstellen halten: Der Radverkehr wird sich seinen Weg suchen.

    Hatte diesbezüglich mal ein im Nachhinein betrachtet lustiges Erlebnis. Als ich bei der zuständigen PI (Polizieinspektion) anrief um auf eine zugeparkte Bordsteinabsenkung hinzuweisen wurde ich vom anderen Ende gefragt: "Sind Sie behindert?"
    Leider ist eine schlagfertige Antwort ja oft das, was einem erst zehn Minuten später einfällt. Seit diesem Erlebnis jedenfalls grübel ich über eine schlagfertige Antwort, um im Wiederholungsfalle gewappnet zu sein.
    Aus Ermangelung einer schlagfertigen Antwort, antwortete ich so, wie die Frage wohl auch gemeint war: "Ich persönlich bin dadurch nicht behindert, aber für einen Rollifahrer oder jemanden der auf einen Rollator angewiesen ist, gibt's an der Stelle kein Durchkommen und auf der Straße ist's eben einfach deutlich gefährlicher."
    Vielleicht hat der Verzicht auf eine allzu patzige schlagfertige Antwort ja dazu beigetragen, dass zumindest ein gönnerhaftes, "Wir werden uns das mal anschauen.", vom anderen Ende der Leitung kam.
    Ich hatte übrigens nicht die 110 gewählt, einmal weil mir die Nummer der zuständigen PI bekannt war und zum anderen, weil ich mir nicht sicher war, ob das nun ein Notfall ist. Deshalb finde ich die Diskussion hier so interessant und die Beiträge aus denen hervorgeht, dass wohl auch die Polizei selbst bei einem blockierten Fußweg von einem Notfall ausgeht und die 110 empfiehlt.
    Um nochmal auf die schlagfertige Antwort auf die polizeiliche Frage "Sind Sie behindert?" enzugehen: Das fiel mir bislang dazu ein und findet hoffentlich seinen Weg aus der Gedächtniszone zur Zunge, wenn's mal nötig ist:
    a) "Jetzt werden Sie mal nicht frech. Und überhaupt man benutzt den Begriff "behindert" nicht, um sich über andere lustig zu machen! Und die Polizei schon gar nicht!!"
    b) "Ja, was dagegen?"
    c) "Muss man behindert sein, um bei Ihnen anrufen zu dürfen?"

    Und noch einpaar Beispielfotos zur Diskussion:
    Ein solcherart zugeparkter Fußweg in der Nähe einer Grundschule müsste dann doch eigentlich auch die 110 rechtfertigen?

    Und dieses Foto ist direkt neben einer Grundschule entstanden, eigentlich auch ein 110-Fall - oder?

    Das ist die weiter oben beschriebene Situiation, die zur polizeilichen Frage führte: "Sind Sie behindert?"

    Und wie ist das mit 110, wenn der Radweg blockiert ist? Nicht dran stören, weil man dann erlaubter Weise die Straße benutzen darf?


    Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass mich die Polizei ggf. an den Verkehrsaußendienst der Stadtverwaltung verweisen wird. Aber sind das nicht Falschparken-Delikte, die schneller geahndet werden müssten. Zum Beispiel indem die Polizei über das Kennzeichen den Halter ausfindig macht und ihm Bescheid sagt, dass er in kürzester Zeit mit Abgeschlepptwerden rechnen muss, wenn er nicht umgehend sein Fahrzeug wegfährt?

    Andererseits, was nutzt die 110, wenn dann hinterher bei rauskommt, dass doch nicht abgeschleppt wird. Denn mit Abschleppen haben's die hannoverschen Ordnungsbehörden nicht so. Da müsste dann schon eine Feuerwehrzufahrt blockiert sein. Selbst Eckenparken, was ja in engen Straßen letztlich der Blockade einer Feuerwehrzufahrt gleichkommt, wird i. d. R. nicht mit Abschleppen geahndet.

    Trotzdem immer wieder das Maximum (Abschleppen) fordern, in der Hoffnung, dass viele andere das auch tun und eine Verhaltensänderung bei den Ordnungsbehörden eintritt?!

    Vielleicht war mein Beitrag missverständlich: Ich schrieb doch gerade, dass Tempo 30 die Fahrtdauaer mMn eben nicht wesentlich verlängert wird.
    Dass Autofahren in den Städten unakttraktiv gemacht gehört, bleibt dessen ungeachtet bestehen, aber das wird eben nicht durch Tempro 30 geschehen -- da sind wir ja einer Meinung --, sondern durch eine Infrastruktur, die Radfahrende und ÖPNV-Nutzer_innen bevorzugt. Parkflächen gehören reduziert und umgewidmet, Parkgebühren drastisch erhöht. Falschparker_innen gehören abgeschleppt (merke gerade, wie falsch und lustig die Formulierung eigebtlich ist, lasse sie aber um des Amusements willen stehen) usw.

    Du hast Recht, ich hab deinen Beitrag zumindest in dem Teil missverstanden, den du grad noch mal klar gestellt hast. Aber es ist vielleicht wirklich besser, auch diese Redewendungen wie, "Auto fahren in der Stadt muss umständlich, teuer und zeitraubend sein.", anders rüber zu bringen, zumindest in "Presseerklärungen".

    In Hannover soll ab 2018 ein autonom fahrender shuttle-Bus in Betrieb genommen werden auf einer Strecke, die auch von anderen Verkehren benutzt wird:

    "Mit dem Bus zur Uni, aber ohne Busfahrer" HAZ vom 17.10.2017


    In dem HAZ-Artikel heißt es: "Maschinenbau-Studenten können ihren Campus in Garbsen zukünftig voraussichtlich auch mit einem fahrerlosen Bus-Shuttle erreichen."

    Ich bin dort höchst selten mit dem Rad unterwegs. Um auszuprobieren wie sich das auswirkt, wenn Radfahrer und Fahrautomat sich begegnen, wäre ein kleiner Ausflug aber durchaus in Erwägung zu ziehen.

    Selbst wenn es das gibt, dürfte sich die rechtliche Lage des E-Kraftfahrers im Fall einer Kollision dadurch verschlechtern, dass er entsprechend in das System eingegriffen hat.

    Dazu muss es dem Fahrer aber erst mal nachgewiesen werden können, dass er ins System eingegriffen hat. Und es müsste dann tatsächlich auch Konsequenzen haben. Wenn ich mir die aktuelle Entwicklung rund um die Mogelsoftware im Dieselgate anschaue, dann habe ich den Eindruck, dass nach Strich und Faden gemogelt werden darf und der Gesetzgeber beide Augen und alle Hühneraugen zudrückt.
    Dabei sterben durch die Dieselabgase, die manipulierte Fahrzeuge im Übermaß ausstoßen, Menschen oder werden in ihrer Gesundheit beeinträchtigt!

    Ich erwarte nicht, dass die innerstädtischen Wegstrecken bei Tempo 30 wesentlich länger dauern werden.Auto fahren in der Stadt muss umständlich, teuer und zeitraubend sein. Im Vergleich dazu das Radfahren bequem, günstig und schnell. Nein, ich werde jetzt nicht auf Kopenhagen verweisen ... :whistling:

    Vorsicht! Damit gießt du Wasser auf die Mühlen der Tempo 30 Kritiker. Aber sei's drum, wir sind ja hier in einem Radverkehrsforum und nicht auf der Pressekonferenz.
    Und Tempo 30 statt Tempo 50 als Richtgeschwindigkeit macht das Autofahren nicht umständlicher, teurer und zeitraubender.
    Ich bin mir sicher, das Tempo 30 tatsächlich dazu beiträgt, dass noch mehr Autos in der Stadt unterwegs sein werden, wenn man nur die unmittelbaren Effekte berücksichtigt.
    Die Straßen werden optimaler ausgelastet, weil die Straßen ja in der Regel keine langen schnurgeraden Landstraßen sind, sondern in der Stadt immer wieder unterbrochen werden durch Querverkehr, ein und ausparkende Fahrzeuge usw.. Und die daraus entstehenden Stauchungen und Streckungen der Fahrzeugreihen, wenn Fahrzeuge anhalten und wieder anfahren, fallen deutlich geringer aus bei Tempo 30. Deshalb werden eher mehr als weniger Autos in der Stadt herumfahren bei Tempo 30, wenn man nur die unmittelbaren Auswirkungen betrachten würde.
    Allerdings eröffnen sich zusätzliche mittelbare Effekte, zum Beispiel das das Radfahren oder zu Fuß gehen als weniger gefährlich oder unangenehm empfunden wird.
    Dann dürfte das Gefühl nicht mehr deutlich schneller als mit dem Rad unterwegs zu sein, eine Rolle spielen. Das wird zum Radfahren animieren. Bringt aber letztlich auch nicht viel, weil die Lücken im MIV, die sich dadurch auftun, sofort wieder zugefahren werden würden von weiteren Menschen, die die neuen Freiräume nutzen würden, um mit dem Auto in die Stadt zu fahren.
    Deshalb ist es wichtig, dass die Straßen schmaler gebaut werden könnten und auch schmaler gebaut werden, wenn die Fahrzeuge Tempo 30 fahren. Dadurch ergibt sich mehr Platz für den Rad- und Fußverkehr. Und es müssen Autoverkehrsflächen zurückgebaut werden, weil sie nicht mehr gebraucht werden, weil der Verkehr bei Tempo 30 ja effektiver vom MIV genutzt wird. Darf man natürlich auch nicht all zu laut sagen. Aber wir sind ja hier nicht auf der Pressekonferenz.

    Auf vielen Autobahnen werden ja die Tempolimits abhängig vom Verkehrsaufkommen angezeigt. Auch dort ist es so, dass bei hohem Verkehrsaufkommen die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten reduziert werden. Weil dann auf der nur begrenzt vorhandenen Verkehrsfläche mehr Autos unterwegs sein können.

    Luftwiderstand ist erst bei hohem Tempo ein wichtiger Faktor.Die Motoren sind nicht für T30 optimiert. Ich gehe davon aus, dass viel Sprit einfach in Wärme umgewandelt wird anstatt in Bewegung.

    Während das Tempo linear ansteigt, steigt der Luftwiderstand quadratisch an. Bei Tempo 30 versus Tempo 50 hast du vermutlich einen deutlich mehr als doppelt so hohen Luftwiderstand zu überwinden! Dieser Effekt wirkt sich natürlich bei einem kastenförmigen Lieferwagen deutlich stärker aus als bei einem stromlinienförmigen flachen Rennwagen. Ich möchte dir aber nicht zustimmen, dass das erst bei einem noch höheren Tempo relevant sein soll.

    Wenn es zutrifft, dass die Motoren (und Getriebe) nicht für Tempo 30 optimiert sind, dann müsste es doch auch möglich sein, die Antriebsaggregate für Tempo 30 zu optimieren. Und vermutlich außerdem noch für andere Geschwindigkeiten. Motor + Getriebe können doch für verschiedene Geschwindigkeiten optimiert werden. Sind sie das nicht bereits jetzt, da es ja verschiedene Gänge gibt? Was sind denn die optimalen Geschwindigkeiten für den 1., 2., 3. usw. Gang? Und gibt es da noch Verbesserungspotenziale?

    Bei meinem letzten Auto mit Verbrauchsanzeige lag der Verbrauch im Stand bei knapp 1 Liter pro Stunde. Bei Tempo 30 muss der Motor gut 3 Stunden laufen, bei Tempo 50 nur 2 Stunden.
    Je langsamer desto geringer der Verbrauch kann also nur bis zu einem gewissen Punkt stimmen.

    Vom Motor aus betrachtet würde das bedeuten, dass der Motor neben dem Hauptzweck, nämlich das Fahrzeug voranzubringen, noch einen Nebenzweck erfüllt. Er muss die inneren Reibungswiderstände überwinden. Dafür verbraucht er Energie, die er bei langsamer Fahrt natürlich über einen längeren Zeitraum aufwenden muss als bei schneller Fahrt, wenn die selbe Strecke überwunden werden muss.
    Bei deinem Fahrzeug führt der innere Reibungswiderstand des Motors zu einem Energieverbrauch von 1 l pro Stunde, wenn man davon ausgeht, dass kein Nebenverbraucher Energie abzieht während der Motor im Leerlauf läuft. Wird eigentlich die Lichtmaschine auch im Leerlauf angetrieben? Sonst würde doch zum Beispiel die Klimaanlage bei Motorbetrieb mit abgekuppeltem Getriebe im Stand ganz schnell die Batterie "leerfressen".

    Und wie ist das mit der Klimaanlage oder dem Fahrtlicht? Klar, wenn man bedenkt, dass die länger laufen, wenn das Fahrzeug eine längere Zeit benötigt, um eine bestimmte Strecke zurückzulegen, dann ergibt sich so auch ein höherer Verbrauch. Bei voll aufgedrehter Klimaanlage, vollem Fahrtlicht, voll aufgedrehten Lautsprechern und was sonst noch so geht, z. B. pausenlos den Zigarettenanzünder reindrücken, hat man 'ne Menge Nebenverbraucher, die viel Energie abziehen.

    So erklären sich dann wohl Untersuchungsergebnisse, die von einem höheren Energieverbrauch bei niedrigeren Geschwindigkeiten ausgehen.