Beiträge von Ullie

    Ja, Danke für genau diese Frage. Sie ging mir selber bereits durch den Kopf, vermutlich beim Duschen. :) Du hast es wieder nicht verstanden was ich meine.

    Solltest Du mit deiner Petition also Erfolg haben, weißt du nun wo du allerbestenfalls damit landen wirst.
    Viel Spaß.

    Ich hab deinen langen Text mal gekürzt. Und will nur auf eine Sache, die du erwähnt hast eingehen. Diese "Helm-Kampagne". Der Titel dieses Threads lautat ja "Kurzfristig erreichbare Verbesserungen für den Radverkehr". Ich weiß nun auch nicht en Detail, wer genau alles dran gearbeitet hat, und mit welchen Mitteln, dass es in Deutschland Gott sei Dank verhindert werden konnte, eine Helmpflicht für Radfahrer einzuführen. Aber ich bin allen, die dazu beigetragen haben, eine Helmpflicht für Radfahrer zu verhindern, sehr dankbar!
    Leider gibt es viel zu viele Menschen, die aus einem falsch verstandenen Sicherheitsempfinden heraus es für nötig halten, alles mögliche anzustrengen, und die, quasi im vorauseilenden Gehorsam, eine Art Ersatzhelmpflicht in der Form einführen, dass sie Schulkindern, die in der Schule am Fahrradtraining teilnehmen, nötigen, dabei einen Helm zu tragen.
    Würden diese besorgten Lehrer, Schulleiter, Elternvertreter usw. sich doch ganz einfach darüber nicht den "Kopf zerbrechen". Dann wäre das was, wo man sagen könnte, man hat kurzfristig eine deutliche Verbesserung des Radverkehrs erreicht, und dabei nicht nur erheblichen zusätzlichen Aufwand eingespart, sondern auch noch jede Menge potenzielle Energie gewonnen, einen echten Beitrag zur Förderung der Fahrradkultur zu leisten.

    In dem Artikel, auf den du hinweist, , wird am Ende die Frage gestellt: "Die Frage, die man sich bei der Fahrradhelm – Kampagne als geneigter Betrachter eigentlich stellen muss: Ist Darth Vader die geeignete Person, um für den Fahrradhelm Werbung zu machen? Ein Mann, der offensichtlich nicht oft Fahrrad fährt und zudem an extremer Kurzatmigkeit leidet, ist denkbar schlecht geeignet, um den Aspekt der Fahrradsicherheit zu vertreten, oder wie siehst Du das?"


    Und daran kannst du sehen, dass manchmal sogar völlig nutzlose, sinnfreie und bescheuerte Kampagnen sogar noch eine Sinn erfüllen können. Denn die eigentliche Frage, die hätte gestellt werden müssen, lautet doch: "Die Frage, die man sich bei der Fahrradhelm – Kampagne als geneigter Betrachter eigentlich stellen muss: Ist das Tragen eines Fahrradhelms tatsächlich das, was das Fahrradfahren attraktiver und sicherer macht? Ein Mann, der offensichtlich nicht oft Fahrrad fährt und zudem sogar beim Zu-Fuß-Gehen einen Helm trägt, ist denkbar schlecht geeignet, um diesen Aspekt der Fahrradsicherheit zu diskutieren, oder wie siehst Du das?"


    Aber leider leider, trotz der lächerlichen Kampagne kommt der Autor gar nicht auf die Idee, das Propagieren des Fahrradhelms an sich in Frage zu stellen.


    Pech für den Radverkehr - Glück für die Initiatoren dieser nur auf den ersten Blick scheinbar nutzlosen Kampagne. Manchmal spielt das leben so, ein andermal aber auch wieder andersrum. Drum mach doch einfach mit bei der Petition. Kann schon sein, dass deine Befürchtungen bezüglich der Petition zutreffen. Das müssen vermutlich eines Tages andere mitentscheiden und das hab' ich nur begrenzt im Griff. Übrigens, die Petition wurde nicht von mir gestartet. Ich hatte davon vielmehr in der Zeitung (Hannoversche Allgemeine, Druckausgabe) gelesen. Der HAZ-Autor ist dem Anliegen ganz offensichtlich wenig geneigt. Er schrieb, die Autoren hätten den "bequemen Weg einer Online-Petition" gewählt. Das hat mich dann erst recht fuchsig gemacht. Und deshalb lasse ich keine Gelegenheit aus, für diese Petition zu werben, übrigens nur zum Teil im Internet. Vielmehr vor allem auf der Straße, beim Radfahren, an der Ampel oder in der Bahn etc... Das ergibt 'ne Menge spannende Gespräche. Hier hab' ich ja auch schon einige interessante Anregungen erhalten.


    @Spkr: Du schreibst, dass du die Aufwand-Nutzen-Relation einer solchen Petition für ungünstig hältst. Du musst sie ja nicht in der Form unterstützen, dass du jetzt alle Hebel in Bewegung setzt, um weitere Unterstützer zu finden. Unterschreib doch einfach, "open petition" ist m. E. eine solide arbeitende Organisation, die Online-Petitionen ermöglicht. Und dann lehn dich entspannt zurück und warte einfach ab ... Dabei hast du alle Energien frei für alle möglichen Projekte!

    Ullie, ich meinte mehr die Einrichtung dieser Petitionsgeschichte dient vornehmlich dem Ablenken der Energie von Leuten die wirklich etwas Verändern und Bewegen wollen, damit sich eben nichts ändert. Die die von der jetztigen Lage profitieren, haben leider kein Interesse an Veränderung.

    Hallo Jochen,

    ich hab' grad auf deiner Vorstellungsseite gelesen, du kommst aus Hamm (Westfalen) ich dachte zunächst aus Hamburg (mein Fehler). Deiner Feststellung, "Die die von der jetztigen Lage profitieren, haben leider kein Interesse an Veränderung.", stimme ich zu.
    Aber warum meinst du, dass die Petition bei denjenigen Energie ablenkt, die was verändern wollen? Eine Petition ist natürlich arbeitsintensiv, aber sie kann auch zu einem Zeichen werden, das zeigt, dass es viele Menschen gibt, denen es wichtig ist, dass eine Veränderung der Verkehrssituation weg vom Auto, hin zu mehr Rad- und Fußverkehr, stattfindet. Deshalb sehe ich die Petition eher als einen "Energie-Müsliriegel" für diejenigen, die sich für konkrete Verbesseruengen vor Ort einsetzen, und denen dabei immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, u. a. von Verbänden wie dem ADAC, der bundesweit organisiert ist und kein Problem damit hat, sich bei jeder Gelegenheit aufzuspielen als der bürgernahe Fürsprecher in Verkehrsfragen vor Ort. Die Petition wird natürlich vor allem vor Ort unterstützt, von bislang noch nicht ganz 200 Unterstützern sind gerade mal knapp über 5% Auswärtige. Aber eine Unterstützung auch aus anderen Städten und Kommunen schadet der Petition nicht, im Gegenteil. Die Unterschriften sind übrigens je nach Herkunft deutlich zu unterscheiden. Auswärtige werden extra gezählt! Die aus Hannover sind dunkelblau gefärbt.

    Was stimmt, in vielen Ländern wäre es gut, wenn der MIV weniger und der ÖPNV und auch das Radfahren mehr würde. Da bin ich dabei, kein Problem. Es wird aber eine lange Entwicklung sein, da man das fast nur über die Angebotsseite angehen kann. Man muss dafür sorgen, dass für Viele der ÖPNV die bessere Alternative ist und dann abwarten, bis diese Vielen umsteigen. Es wird aber immer welche geben, die trotzdem ein eigenes Auto haben wollen für was auch immer und damit für genügend Nachfrage sorgen.

    Es genügt nicht, den vermehrten Umstieg vom eigenen PKW auf's Rad und den ÖPNV ausschließlich über die Angebotsseite anzugehen. Der ADAC zum Beispiel vertritt diese Position vehement und fordert beispielsweise massenahaften U-Bahn-Bau, weil die U-Bahn ein Verkehrsmittel ist, das dem Autoverkehr nicht im Weg ist. Die Argumentation des ADAC: Nur wenn jeder freie Bürger die freie Entscheidung hat, mit dem ÖPNV in Form der U-Bahn zu fahren (die den freien Autoverkehr nicht behindert) oder mit dem Auto zu fahren auf Straßen, die nicht durch Busse oder Straßenbahnen blockiert werden, nur dann könne man von einer freien Entscheidung der Bürger für das eine oder andere Verkehrssystem, also ÖPNV oder MIV sprechen.
    Es liegt auf der Hand. dass das eine perfide Argumentationsstrategie des ADAC darstellt, mit dem Ziel die gegenwärtige durch nichts zu rechtfertigende Vorrangstellung des MIV zu festigen und weiter auszubauen. Mal abgesehen davon, dass diese U-Bahn-Projekte nicht finanzierbar sind, würde es Jahrzehnte dauern, bis sie umgesetzt wären. Und selbst wenn man das alles mal bei Seite lässt: Wozu sollten denn die großformatigen Autostraßen, die der ADAC sich wünscht, dann am Ende gut sein, wenn sich tatsächlich irgendwann dann alle Menschen dazu entschließen würden, lieber mit der U-Bahn zu fahren?
    Verbesserungen auf der Angebotsseite im Radverkehr und ÖPNV müssen stets einhergehen mit Einschränkungen für den MIV. Andernfalls kannst du im besten Fall einen leichten Zuwachs an Radfahrern und ÖPNV-Nutzern erzielen, ohne jedoch eine Reduktion des Autoverkehrs herbeizuführen. Umgangssprachlich gesprochen im Stil eines Radrennen-Reporters: Die Lücke im Peloton (das ist das Hauptfeld in einem Radrennen) wird sofort wieder zugefahren.

    Nein. Ich hielte das für ein radverkehrspolitisches Eigentor.
    Auch denke ich, dass sich die Position der Petenten nicht verbessert, wenn ihre Petition bei den vielen Unterstützern einen auffallend hohen Anteil an ortsfremden Unterzeichnern hat, die mehr oder weniger offensichtlich über das Internet akquirierte Aktivisten ohne eigenen Bezug zum Hannoveraner Radverkehr sind. Relevant für den politischen Erfolg ist nicht nur mathematisch und juristisch (sondern auch psychologisch) die Unterstützung durch eine möglichst breite Bevölkerungsschicht vor Ort.

    Wie kommst du zu der Einschätzung, es handele sich um ein "radverkehrspolitisches Eigentor"? Vielleicht konnte dich das genannte Beispiel Radverkehrsführung Am Schwarzen Bär in Hannover nicht so recht überzeugen? Die Lage dort ist tatsächlich sehr unübersichtlich und ich kann schon verstehen, dass du als Ortsfremder keine "Möge" hast, in die Details vor Ort all zu tief einzusteigen. Allerdings wunderte ich mich schon ein bisschen, dass dich dass "krumm gefahrene" Verkehrsschild, Zeichen 209-20, Vorgeschriebene Fahrtrichtung - rechts, jetzt so in Rage brachte. Das Verkehrsschilder "angefahren" werden, kommt leider immer wieder vor, hat aber nun höchstens in so weit mit der Petition zu tun, als es bei Tempo 30 voraussichtlich seltener vorkommt. (In dem konkreten Fall auf dem Foto war es wohl beim Rangieren passiert.)

    Ich hab hier noch mal ein anderes Beispiel aus Hannover rausgesucht, das die Notwendigkeit verdeutlicht, Verbesserungen der Radverkehrssituation auch durch eine öffentlichkeitswirksame Petition zu unterstützen. In der Egestorffstraße, Höhe Stadtbahnhaltestelle "Lindener Marktplatz", gab es bis zum zurückliegenden Sommer die Situation, dass der Radweg zunächst auf der Straße geführt wurde, dann aber über eine Absenkung im Bürgersteig auf einen viel zu schmalen Hochbordradweg gelenkt wurde. Der ist zwar nicht benutzungspflichtig gewesen, aber die Alternative auf der Fahrbahn weiterfahren, beinhaltete, im Gleisbereich der Straßenbahn weiterzufahren. Da sind viele Radler lieber auf den eindeutig zu schmalen Hochbordradweg ausgewichen.

    Inzwischen wurden die Parkplätze aufgelöst, die einer Weiterführung des Radweges auf dem (jetzt ehemaligen) Parkstreifen im Wege waren. Selbstverständlich wurde das ganze begleitet von den üblichen heißen Diskussionen über "verloren gegangene" Parkplätze. Und genau hier setzt die Petition, "Stickstoffdioxidbelastung in Hannover senken! Jetzt!", doch an, so heißt es in der Begründung: "...statt den Ausbau des öffentlichen Nahverkehr zu intensivieren und den Bau breiter, sichtbarer Radverkehrsanlagen massiv zu fördern, wird am System „Auto“ festgehalten".

    Das Foto entstand, als ein PKW den bis dahin nur bruchstückhaft angelegten Radweg blockierte.Im Bild rechts neben dem schwarzen parkenden Auto kann man den abgesenkten Bürgersteig sehen und den alten, viel zu schmalen Hochbordradweg. Inzwischen kommt es nur noch sehr selten vor, dass der neue, inzwischen durchgängige Radweg, von parkenden Autos blockiert wird.

    Es gibt übrigens kein Grund zur Sorge, dass die Petition, "Stickstoffdioxidbelastung in Hannover senken! Jetzt!", überwiegend von Auswärtigen unterstützt werden würde. Der Anteil der Unterzeichner, die nicht aus Hannover kommen, liegt derzeit gerade mal bei knapp über 5%. Zwar ist die Petition sehr pauschal formuliuert, aber sie hat selbstverständlich auch Auswirkung auf die vielen kleinen "Vor-Ort-Diskussionen", in denen sich Befürworter einer Radverkehr-freundlichen Verkehrsraumgestaltung immer wieder gegen offene und versteckte Anfeindungen aus der Autofahrerschaft zu Wehr setzen müssen. So wurde im vorliegenden Fall (Bild) beispielsweise gegen die nun getroffene Verkehrsführung argumentiert, der Hochbordradweg hinter den parkenden Autos sei zwar "etwas schmal", aber für Radfahrer doch sehr viel sicherer als die Fahrt auf der Fahrbahn.

    radwegvorlindenerrath7nsn7.jpg

    Und, ja leider gibt es neben dem gezeigten positiven Beispiel immer noch zahlreiche negative Beispiele, bei denen Handlungsbedarf besteht. Und da ist es gut, eine Rückendeckung zu haben, wie zum Beispiel durch die genannte Petition, auch wenn nicht alle Unterschriften dafür aus Hannover stammen, vielmehr gerade auch dann, wenn einige auswärtige Unterschriften dabei sind. Die Regelung für die Petition sieht übrigens vor, dass nur die Stimmen aus Hannover angerechnet werden für das genannte Quorumsziel (dunkelblaue Kennzeichnung). Unterschriften aus anderen Städten und Kommunen (hellblaue Kennzeichnung) tauchen aber auf und werten die Petition auf.

    Würde mich allerdings mal interessieren, ob dieses Stück Radweg nun tatsächlich legal in beiden Fahrtrichtungen benutzbar ist - und wie sich das mit dem Radweg auf der gegenüberliegenden Brückenseite verträgt. Und wozu man geradeaus eine Radfurt angelegt hat, wenn Fahrzeuge ohnehin nur nach rechts abbiegen dürfen (Vz 209). Und wie die sichere Ableitung der mutmaßlich legal linksfahrenden Radfahrer in die Gustav-Brake-Allee aussieht. Fragen über Fragen.

    Der Radweg auf der anderen Seite dürfte dir vermutlich noch mehr Kopfzerbrechen bereiten. Und nicht nur dir. Im Stadtteil ist das ein ständiges Diskussionsthema. Aber erst mal ein Bild:
    schwarzerbrradwegsdse44pqb.jpg

    Der Radweg endet quasi im Nirwana, bzw. er wird vom Radweg per Schild zum kombinierten Fuß- und Radweg. (Du schaust bei dem Foto genau auf die Rückseite des Schildes, das an der langen Stange, die genau am Ende der Radweg-Pflasterung steht. Eigentlich müsste man nur das Schild austauschen. Ein Fußwegschild mit dem Zusatz Radfahrer frei. Dann können die Radler, die es sich zutrauen auf der Autofahrbahn fahren. Und die weniger Geübten auf dem Gehweg.
    Aber bislang scheint hier die Autolobby die Oberhand zu haben. Die finden natürlich, dass der Radverkehr auf der Straße den Autoverkehr bremst. Und natürlich gibt's dann eine Sprachregelung dieser Seite, die da lautet, dass wäre zu gefährlich für Radler mit den Autos zusammen zu fahren. Und leider gibt's auch Radler, die auf so was auch noch anspringen.
    Gerade das sind so Punkte, wo ich mir von einer Petition mit viel Zustimmung verspreche, dass man mal was in der Hand hat, um sagen zu können: "Schau her, es gibt jede Menge Menschen in Hannover und umzu, die es durchaus befürworten, dass Autoverkehrsflächen dem Radverkehr gewidmet werden. Vielleicht magst du die Petition ja auch unterstützen?

    Nachtrag: Jetzt hätt' ich's fast vergessen: Du fragtest ja zu dem Bild auf der nördlichen Brückenseite, was es mit dem Schild auf sich hat, das Rechtsabbiegen vorschreibt und die Geradeausfahrt oder Linksabbiegen verbietet. Das wurde vermutlich von einem Fahrzeug so touchiert, dass es sich verdreht hat. Es sollte eigentlich so stehen, dass es die Fahrer der Fahrzeuge sehen, die aus dem kleinen Seitenweg rechts im Bild (der zum Teil mit einer Barke verstellt ist) herausfahren wollen.

    Wenn gewünscht und du ein paar gute Ideen hast, mach' ich mir glatt die Arbeit das alles mal auf eine openstreetview-Karte einzutragen, inklusive Position der Fotos.

    Der Wandel im Energiesektor kann und darf nicht zur Entindustrialisierung führen. Es wird weiter einen Bedarf an MIV geben. Nicht jeder will oder kann mit dem Rad fahren für die täglichen und gelegentlichen Aufgaben des Lebens. Wer es sich leisten kann oder will, muss auch weiterhin ein Fahrzeug kaufen können, das seinen Ansprüchen genügt. Wenn das in naher Zukunft zunehmend E-Cars sind, ist das eine erfreuliche Verbesserung.
    Mit der Zunahme der EE ergibt das nicht nur eine Verlagerung der Emissionen, sondern auch Zunehmend deren Vermeidung. Wenn intelligente Laderegelungen dann die Fahrzeuge laden, wenn genug unverbrauchter Windstrom und Solarstrom zur Verfügung steht, wird sich das prima ergänzen. Windstrom vor allem nachts, wenn die Fahrzeugflotte zum Großteil geparkt irgendwo steht und viele Betriebe geschlossen und Hausbewohner im Bett sind. Und Solarstrom am späten Nachmittag, wenn die Fahrzeuge ebenfalls geparkt sind und viele Betriebe geschlossen haben.

    Man sollte immer im Blick behalten, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten. Wir können nicht alle nur noch Radfahren und uns gegenseitig die Haare schneiden. Das ist kein funktionierendes Wirtschaftsmodell.

    In dem NDR-Film "Autoland ist abgebrannt" wird darüber berichtet, dass der PKW-Dieselmotor mit dem Argument eingeführt und beworben wurde, er sei die ökologische Alternative zum Benzinmotor. Da bin ich doch eher skeptisch, was die Entwicklung neuer PKW-Antriebskonzepte und der Propaganda dafür angeht.
    Ebenfalls im Film und auch von dir genannt, Deutschland brauche nun mal die Autoindustrie wegen der Wirtschaft ...
    Das halte ich für kompletten Unfug. Weltweit brauchen die Menschen nicht Autos für ein besseres Leben und mehr Mobilität. Sondern sie brauchen gute und solide ÖPNV-Systeme, die sehr viel mehr Menschen mehr Mobilität ermöglichen als Autos. Und die Autofirmen sollten doch wohl durchaus in der Lage sein, hier wettbewersfähige Lösungen zu anzubieten!
    Hab' ich übrigens mal so bei einer Betriebsbesichtigung im VW-Werk Hannover als Frage vorgetragen. Das VW-Werk-Hannover stellt übrigens Transporter her, die besonders in sog. "Dritte-Welt-Ländern" bereits heute für rudimentäre ÖPNV-Systeme zum Einsatz kommen. Reaktion beim Vortrag: Betroffenes Schweigen und vereinzeltes Gezische im Publikum. Vom VW-Verteter ein "Ja aber ..." mit nichtssagenden Formeln.

    Heutige KFZ haben zum Einen einen ziemlich guten cw-Wert, zum Anderen einen ziemlich hohen Leerlaufverbrauch durch die ganzen Gimmicks: auch die Motorregelung, elektronischer Tacho, Display, ABS, ESP und was sonst noch alles dazukommt frisst Energie. Das mal 10 ist etwa die Motorleistung die zum Betrieb der Elektronik gebraucht wird. Dazu kommt das die heutigen Motoren viel zu stark für den Stadtverkehr sind und daher bei niedrigen Geschwindigkeiten im energetisch schlechten Teillastbereich laufen (dafür aber mit rel. niedrigen NOx-Ausstoß!).Ich kenne eine Zahl von ca. 60 km/h als break-even Point. Ah, gefunden. Die Lage der Parabel hängt dabei natürlich vom Auto ab - bei einem 0,9 l Stadtauto liegt das Minimum (hoffentlich) bei einer niedrigeren Geschwindigkeit als bei der 5l Bonzenschleuder (Wobei das Stadtauto absolut bei jeder möglichen Geschwindigkeit weniger verbrauchen wird).

    Besser sieht es bei E-Autos aus. Aber auch die wollen wohl (aus dem Gedächtnis) am liebsten 40 km/h laufen um die max. Reichweite zu erreichen.

    Das hört sich jetzt so an, als sei es besser, auf eine Tempo-Reduktion auf Hauptverkehrsstraßern zu verzichten, weil die heutigen Fahrzeuge nun mal bauartbedingt den niedrigsten Verbrauch und damit auch den niedrigsten Schadstoffausstoß haben, wenn sie Tempo 50 fahren statt Tempo 30. Wer jedoch auf der angegebenen sehr lohnenswerten Internetseite nachliest, stellt fest, dass es neben der rein bauartbedingten Voraussetzungen noch sehr viele weitere Kriterien gibt, die die Autoren dahingehend zusammenfassen:
    "8.Wie lässt sich die Autoflut bremsen?
    Da das Verkehrswachstum eine Folge der Beschleunigung ist, muss das Ziel einer ökologischen Verkehrspolitik die Umkehrung, nämlich die Entschleunigung, sein.
    Der Autoverkehr muss langsamer gemacht werden. Die Stadt der kurzen Wege ist die Stadt der langsamen Wege."

    Genau das wird mit der Petition "Stickstoffdioxidbelastung in Hannover senken! Jetzt!" beabsichtigt. Über Unterstützer auch aus anderen Städten freuen sich ganz viele Hannoveraner. Und vielleicht kann die Initiative aus Hannover ja auch Pate stehen für vergleichbare Petitionen in anderen Städten, die ebenfalls betroffen sind von hohen Schadstoffwerten, die wie in Hannover die festgelegten Grenzwerte deutlich überschreiten.


    Ein bisschen stellt sich auch hier wieder die Frage nach der "reinen Lehre". Nach meiner Erfahrung ist die Motivation, die Petition zu unterstützen, unterschiedlich. Und ich musste feststellen, dass das Mitleid mit den Autofahrern sellbst bei Fußgängern, Radfahrern und ÖPNV-Nutzern, die nur ganz selten oder nie das Auto benutzen, häufig riesengroß ist. Vom Prinzip ist Empathie ja nichts Schlechtes, obwohl ich mir häufiger mehr Empathie mit Fußgängern, Radfahrern und ÖPNV-Nutzern wünsche! Aber es ist doch gut und auch richtig darauf hinzuweisen, dass mit einem niedrigeren Tempo auch ein niedrigerer Spritverbrauch einhergeht. Schließlich gibt es noch andere Effekte außer der reinen Motor-, bzw. Antriebs-Kennlinie, die hier eine Rolle spielen. Z. B. Vermeidung von Sprints mit hoher Beschleunigungsleistung.
    Jedenfalls fällt es manchen leichter die Petition zu unterschreiben, wenn sie darüber Bescheid wissen, dass damit auch den Autofahrern was Gutes getan wird!

    Allzuhäufig wird in der Diskussion über Autofahrer sehr schnell sehr stark polarisert. Den einen geht dann die Petitionsforderung nicht weit genug. Andere sehen darin eine Überforderung. Da heißt es dann schauen, wie Unterstützer gewonnen werden können. Und da gibt es unterschiedliche Beweggründe, bei potenziellen Unterstützern. Die, wie schon gesagt, nicht alle aus Hannover kommen müssen. Auch Unterstützer aus Hamburg oder Berlin;) oder anderen Städten und Kommunen sind herzlich willkommen!

    Es wäre ja schon viel gewonnen, wenn man die Fußgänger wenigstens in ihren Reservaten von jeglichem sonstigen Verkehr verschonen würde, seien es Hochbordradwege, für Radfahrer freigegebene Gehwege, zugeparkte Gehwege etc., stattdessen pfercht man sie immer noch mehr ein und feiert Radwege dann auch noch als großen Fortschritt für den Radverkehr. Sind sie nunmal nicht.

    Auch deshalb sind viele engagierte Radfahrer gegen (weitere) Radwege: Fußwege nur den Fußgängern, Fahrverkehr nur auf der Fahrbahn.

    Im Prinzip ist das richtig, und ich halte es auch für wichtig, die Sache immer wieder prinzipiell zu betrachten. Aber es gibt auch immer wieder Beispiele dafür, dass Radwege positive Effekte haben können. Zum Beispiel wurde am Schwarzen Bären in Linden ein Zwei-Richtungen Hochbordradweg angelegt an einer Stelle, wo vorher eine Autospur war. Auf dem Bürgersteig gab es eine Engstelle, wo Radverkehr in zwei Richtungen und Fußverkehr stattfand. Ich hatte weiter oben schon mal davon erzählt. Jetzt hab' ich einen Artikel aus der "Blöd-Zeitung" dazu wiederentdeckt.:

    Natürlich stellt sich die Frage, warum sich der Radverkehr nicht jeweils auf der rechten Fahrbahnseite auf der Fahrbahn entlang bewegt. Das liegt an einer Hauptnutzungsachse für den Radverkehr in Richtung Innenstadt. Die eben dann am besten zu befahren ist, wenn man im Bereiche der Brücke auf der "falschen" Fahrbahnseite fahren darf, weil man sich so zweimal Straße überqueren einspart.

    Da könnte man widerum gegenhalten, dass der Radverkehr doch bitte schön nicht auf irgendwelche Nebenstrecken abgeschoben werden darf. Halte ich auch für richtig, aber in diesem Fall ist die Nebenachse eine deutliche Abkürzung.

    Es lohnt sich unbedingt, das ganze Ding mal näher zu betrachten. Es ist der Radweg vor dem beliebten und vielleicht auch in Hamburg bekannten Veranstaltungszentrum Capitol. Auf diesem Google-maps-Satellitenbild ist die alte Situation zu sehen. Vor dem Hochhaus fehlt ein Stück Radweg. Der wurde dort nicht angelegt, weil sich zunächst die Autolobby durchsetzen konnte, die nach zwei Fahrspuren verlangte.

    Heute sieht das so aus:
    scvhwarzerbrradwegvero8rx9.jpg


    Das ganze verstößt wahrscheinlich gegen mindesten drei jeweils ganz reine Lehren zur Fahrradverkehrsführung. Aber es wird von den Radfahrern Hannovers ganz eindeutig begrüßt! Und auch die Fußgänger sind im Vergleich zur Situation vorher zufrieden.
    Die gelben Strichlinien markieren die ehemalige Autospur, die hier entfallen ist.
    Meines Erachtens und in jedem Fall in den Augen vieler Radler in Hannover ist dieser Umbau ein sichtbares Zeichen dafür, dass dem Autoverkehr auch mal was weggenommen wird, um für Radler die Verkehrssituation zu verbessern. Und es gibt in der Stadt noch reichlich viele andere Punkte, die nach einer Verbesserung rufen. Die aber von der Stadt nicht angegangen werden, weil sie vor der Autolobby allzuoft kuscht.

    Mehr dazu auch auf dem aktuellen Eintrag der Petition "Stickstoffdioxidbelastung in Hannover senken! Jetzt!" auf der Seite Neuigkeiten:

    Heinz Mazur, langjähriges aktives ADFC-Mitglied, und Siegmar Surrey, langjähriger Radverkehrsbeauftragter der Stadt, rufen dazu auf, die Petition zu unterstützen. Vielleicht ja auch für Hamburger ADFC-Mitglieder ein Grund, die Petition zu unterstützen?

    Was in dem Fall ja auch irgendwie stimmt. Fußgängerüberwege benutzende Radfahrer (die ihr Fahrrad also nicht schieben) haben gegenüber dem Fahrbahnverkehr keinen Vorrang, dieser gilt tatsächlich eben nur für Fußgänger.
    Und ja, das ist weithin unbekannt, kann man sich aber zur Not auch selbst aus der StVO herleiten.

    Trotzdem handelte die Radfahrerin nicht "widerrechtlich" (wie in dem NP-Artikel behauptet wird) dadurch, dass sie den Zebrastreifen radelnderweise überquerte. Denn es ist durchaus vorstellbar, dass sie das Auto einfach nicht bemerkt hatte.
    Unabhängig davon würde ich keinesfalls empfehlen, bzw. dringend davon abraten, den Zebrastreifen radelnderweise zu überqueren. Auch dann, wenn keine Gefahr droht. Das könnten sich weniger erfahrene Verkehrsteilnehmer (z. B. Kinder) abschauen und falsche Schlüsse daraus ziehen, die sie in Gefahr bringen.

    Übrigens sind Zebrastreifen auch so eine Art Gängelei der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer. Ab wieviel Meter Entfernung zu einem Zebrastreifen beispielsweise ist ein Fußgänger verpflichtet, diesen auch zu benutzen, auch dann, wenn es für den Fußgänger einen Umweg bedeutet? Meines Wissens gibt es da keine Vorschrift dazu, die den Fußgängerverpflichtet einen Umweg zu gehen. Gilt sinngemäß auch für Radfahrer-Überwege. Fahre ich an einer Straße entlang und mein Ziel liegt auf der gegenüberliegenden Seite ziemlich genau zwischen zwei Radfahrer-Überwegen, dann müsste ich in jedem Fall einen Umweg fahren, oder ein Stück gegen die vorgeschriebene Fahrtrichtung fahren. (Oder eben außerhalb der Radfahrerüberwege die Straße queren.)

    Und was würde wohl in der Zeitung stehen, wenn ein Fußgänger ganz legal (denn m. E. ist das durchaus erlaubt), sagen wir mal 25m vor dem Zebrastreifen die Straße überquert, weil er keinen Umweg nehmen will, und dabei angefahren wird?

    Bei dem San Franzisko 1906 Verkehrsgeschehen stellte sich diese Frage nicht. Da ging jeder Fußgänger dort über die Straße, wo es ihm passte. Aber der Fußgänger hat natürlich nicht die Vorrangberechtigung, die er auf dem Zebrastreifen hätte, wenn er an anderer Stelle abseits des Zebrastreifens die Straße überquert. (Warum eigentlich nicht, oder besser, warum hat er eigentlich nicht das gleiche Recht wie ein Autofahrer, die Straße zu benutzen? - Weil er der Schwächere ist? Und das Recht ist auf der Seite der Starken?)


    Es türmen sich in dem scheinbaren und manchmal auch tatsächlichen Chaos, in welchem in einer der Hauptverkehrsachsen der Großstadt Reiter, Fuhrwerke, Fußgänger, Radfahrer, Automobile, Pferde- und Seilzugbahnen unterwegs sind, nur deshalb keine Leichenberge, weil die Fahrzeuge alle ein für heutige Verhältnisse recht gemächliches Tempo haben. Dann kommt man, wie zu sehen ist, weitgehend ohne Verkehrsregeln aus. Heutzutage, mit all den Vorschriften, würde das sogar besser funktionieren und wäre nochmal deutlich entspannter

    Die heutigen Verkehrsregeln verführen aber auch dazu, missverstanden zu werden und einseitig zu Gunsten von Autofahrern ausgelegt zu werden:

    "Sanitäter haben das Opfer (64) lange behandelt, schließlich ins Krankenhaus gebracht. Am Steuer des Peugeots saß ein 74-jähriger Mann. Der Unfall geschah um 9.15 Uhr an einem Zebrastreifen. Nach Angaben der Polizei wollte die Frau über den Zebrastreifen fahren - "widerrechtlich", sie hätte eigentlich absteigen müssen. Durch den heftigen Aufprall ist die Frontscheibe des Autos kaputt gegangen.", so lautete die Neue Presse Hannover-Berichterstattung zu einem Unfall, der sich kürzlich in Hannover ereignete.


    Tatsächlich ist es nicht ausgeschlossen, dass das Verhalten der Radfahrerin den Unfall begünstigt hatte, zum Beipiel wenn sie mit hohem Tempo auf den Zebrastreifen zugefahren sein sollte in der Erwartung, dass ihr dort ja nichts passieren könne, weil sie auf dem Zebrastreifen in jedem Falle geschützt davor sei, von einem Autofahrer angefahren zu werden.

    Allerdings ist auch nicht ausgeschlossen, dass der Autofahrer viel zu schnell unterwegs war. Über das Tempo des Autofahrers werden in dem Artikel keine Spekulationen angestellt.

    Dabei kann selbst Tempo 50 auch dann schon deutlich zu schnell sein, wenn ein Autofahrer eine Radfahrerin am Straßenrand wahrnimmt, die sich anschickt den Zebrastreifen mit dem Fahrrad zu überqueren.

    Die Autor des Berichtes erweckt jedoch eindeutig den Eindruck, dass es sich bei dem 64-jährigen Unfallopfer um eine Art "Kampfradlerin" handelt, die nun das "bekommen" hat, was sie schon längst mal "verdient" hätte. ("Jedem das Seine.") Der Artikel erklärt quasi den Autofahrer zum Unfallopfer.

    Die Straße gehört nun mal den Autofahrern, das ist die unausgesprochene Botschaft zwischen den Zeilen.

    Gibt es auch eine Mitschuld der Verkehrsbehörden? Warum besteht zum Beispiel nicht neben dem Zebrastreifen eine Radfahrerfurt? Warum wurde dort nicht schon längst ein niedrigeres Tempolimit angeordnet?

    Solche Fragen braucht sich eine Verkehrsbehörde freilich nicht zu stellen, wenn die Presseberichterstattung so klar den Radfahrer, bzw, die Radfahrerin als Alleinschuldige darstellt, obwohl doch ganz viele Fragen ungeklärt sind. Zu der Radfahrer auf Zebrastreifen Rechtsfrage habe ich folgenden Hinweis im Forum "Radfahren in Stuttgart" in der Rubrik "häufige Irrtümer zur StVO" gefunden: "1. Radfahrer dürfen nicht auf einem Zebrastreifen die Fahrbahn queren. Doch. Sie dürfen, nur tragen sie eine Mitschuld, wenn sie dabei von einem Auto angefahren werden. Es sei denn, sie schieben oder rollen mit nur einem Fuß auf dem Pedal stehend und dem andren Bein auf derselben Seite im Roller-Modus. Achtung: Vorrang vor den Autofahrern haben sie nicht! (Den haben nur die Fußgänger an Zebrastreifen.)"


    Alleine um solche "Irrtümer" aufzudecken lohnt es sich, den Film über San Franziskos Market street im Jahr 1906 anzusehen!


    In Indien gibt es 85 mal so viele Verkehrstote pro Auto wie in Deutschland.Das ist einfach echtes Chaos mit verdammt vielen Todesopfern. Sagen ja die Inder sogar selber.
    Die Zahlen:
    Indien: 1,25 Mrd Einwohner, 17 Autos pro 1000 Einwohner, 137.000 Verkehrstote pro Jahr.
    Deutschland: 80 Mio Einwohner, 573 Autos pro 1000 Einwohner, 3.459 Verkehrstote 2015

    Bezogen auf die Radfahrer versus Autofahrer Problematik müsste man aber auch im Fall Indien genauer hinschauen, was das bedeutet mit den 137.000 Verkehrstoten im Jahr.

    Ich denke das ist eine ganz normale Entwicklung in einem Land, das an der Schwelle zur Massenmotorisierung steht, dass dort sehr viele Menschen im Autoverkehr sterben. Diese Entwicklung gab es in Deutschland sogar zweimal:
    1. Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre.
    2. Vor 25 Jahren in ähnlicher Form, als nämlich nach der innerdeutschen Grenzöffnung die Unfallzahlen rasant in die Höhe gingen. Und zwar vor allem solche Unfälle, bei der die Autofahrer selbst die Betroffenen waren. Da hatten die Ex-DDR-Bürger wohl was nachzuholen. "Böse" Zungen lästern an dieser Stelle gerne, dass die wiedervereinigungsbedingt hohe Anzahl der verunfallten Autofahrer, die Gesamtzahl der "Opfer von Stacheldraht und Minenfeldern" an der innerdeutschen Grenze bei weitem überstieg. Und zumindest zahlenmäßig trifft das zu!
    Ich könnte mir vorstellen, dass das in Indien nicht anders aussieht. Wer ein Auto ergattert, hat auch dort möglicherweise das Gefühl, "was nachholen zu müssen". Die Unfallopfer sind in ihrer Mehrzahl nicht diejenigen, die gerne als die "schwächeren Verkehrsteilnehmer" bezeichnet werden. Radfahrer und Fußgänger kennen die Gefahren, die vom Autoverkehr ausgehen, vermutlich besser als diejenigen, die die Autos steuern.
    Aber da ist jetzt auch ein bisschen Spekulation im Spiel. Wer das genauer belegen kann ... Ich wär dankbar für jeden Hinweis!
    Ich habe da nur den Verweis auf die Wikipedia-Seite "Verkehrstod"
    Dort steht unter anderem auch geschrieben: "Bereits im Jahre 1929 wurden in Deutschland 5867 Verkehrstote gezählt." Das sind mehr als heute und zwar zu einem Zeitpunkt, als es in Deutschland exorbitant deutlich weniger Autos gab als heute!

    Übrigens: Unbekannterweise, vielen Dank nach Hamburg, vor allem für den coolen Kommentar vom 11.12.16 auf der Kommentarseite der Petition!

    Das dient leider nur der allg. Ablenkung und nicht als Ersatz für den von der Industrie gekauften Teil unserer Demokratie.

    Hallo Jochen,
    interessanterweise habe ich schon mit Leuten über die Petition gesprochen, die der Ansicht waren, die Petition sei von Hannovers Fahrradläden initiiert worden, damit die ihren Umsatz steigern. Fände ich übrigens nicht so ganz schlimm, wenn die Fahrradläden die Petition unterstützen, es trifft allerdings nicht zu, dass die die Petition gestartet haben.
    Ich glaube auch nicht, dass du befürchten musst, als ein Element der Ablenkung von der Autoindustrie missbrauchst zu werden, wenn du die Petition unterstützt.
    Es würde mich allerdings sehr freuen, wenn auch aus Hamburg Unterstützer-Unterschriften zur Petition dazu kämen, die von zwei Hannoveranern gestartet wurde, die sich u. a. an den Critical-mass-Radtouren in Hannover aktiv beteiligen.
    Viele Grüße, Ullie

    @Ullie

    Bevor hier Mißverständnisse auftauchen: Natürlich unterstützen fast alle Mitglieder des hiesigen Forums generelle 30km/h zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts. Vor allem weil das die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr und die Schwere der Verletzungen erheblich reduziert. Das da oben ist sozusagen ein "Test" zur Vorbereitung auf die "Gegenargumente", die dann zwangsläufig kommen werden.

    Und ja, auch ich lehne den Bau breiter, sichtbarer Radverkehrsanlagen innerorts eher ab (es gibt einige wenige Ausnahmen hier und da), denn:

    Fahrräder sind Fahrzeuge. Werden diese im Verkehr geführt, gehören sie auf die Fahrbahnen. Genau dafür sind es nämlich welche, wie der Begriff es schon sagt.

    Hallo Peter,
    ich hab' mir erlaubt, den Link zum youtube-Video "A Trip Down Market Street in 1906"

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    als Argumentionshilfe für ein Argument auf der Debattenseite der Petition einzubauen. Vielen Dank für den Hinweis auf den Film.
    Ich würde mich natürlich freuen, wenn auch aus Hamburg Unterstützer-Unterschriften für die Petition
    "Stickstoffdioxidbelastung in Hannover senken! Jetzt!"
    dazu kommen!
    Deine Aufmunterung, "Natürlich unterstützen fast alle Mitglieder des hiesigen Forums generelle 30km/h zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts.", stimmt mich zuversichtlich.
    Freilich zählen die Unterschriften, die nicht aus Hannover kommen, nicht zum Quorum, das berechnet wird anhand der Einwohnerzahl Hannovers. Das Quorum ist eine Art Messlatte der Betreiber der openpetition-Seite.
    Aber die Unterschriften tauchen in jedem Fall in der Statistik auf und auch der Ort, woher die nichthannoverschen Unterstützer der Petition kommen. Man kann wahlweise anonym oder mit Namensnennung unterschreiben, der Ort wird in beiden Fällen angegeben und ist auch auf einer interaktiven Karte zu sehen!
    Und es freut natürlich auch die Hannoveranerinnen und Hannoveraner, die die Petition unterstützen, wenn sie sehen, dass die Petition auch andernorts positiv zur Kenntnis genommen wird!
    Es lohnt sich aber auch, einfach mal nur die Debattenseite der Petition zu besuchen, um zu sehen, wie die Petitionsforderungen diskutiert werden:
    Link zur Debattenseite:

    So. Mal angenommen, Du bist erfolgreich. Du fährst eine sagenhafte Publicity-Kampagne, Deine Petition erreicht eine sensationelle Beteiligung, das Thema muss im Stadtparlament, im Landtag und werweißnochwo behandelt werden, Deine Argumente überzeugen einen nach dem anderen Parlamentarier, bis das Ganze in Verordnungen/Satzungen/... gegossen wird. Was glaubst Du, was Du am Ende bekommst?a) viele breite Hochbordradwege, gut versteckt hinter parkenden Autos
    b) Radstreifen neben parkenden Autos
    c) [bitte selbst einfügen]

    P.S.: bitte vermeide Vollzitate des unmittelbar vorangehenden Posts!

    "Stadt will weniger Autos in die City lassen
    Die Luft in Hannover ist noch immer verschmutzt, EU-Grenzwerte werden regelmäßig überschritten. Schuld sind Autoabgase, besonders von Dieselfahrzeugen. Die Stadt überlegt nun drastische Maßnahmen: Sie denkt über Straßensperrungen nach." 
    Dieses Zitat aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 18.10.2016 gibt in etwa den Diskussionsstand in Hannover wieder. Was ich von der Petition erhoffe ist, dass möglichst viele Unterschriften ein Zeichen dafür setzen, dass das Problem Luftreinhaltung überhaupt ernst genommen wird. Und eine Diskussion über den Ausbau von Radverkehrsanlagen überhaupt geführt wird! Es gibt in Hannover durchaus positive Beispiele dafür, dass ein Umdenken weg vom Hochbordradweg, der hinter parkenden Autos versteckt ist, stattgefunden hat. Aber auch diese Maßnahmen werden regelmäßig schlecht geredet.
    Im zurückliegenden Kommunalwahlkampf wiederum musste ich leider erleben, wie rechtspopulistische Parteien wie die AfD, rundheraus geleugnet haben, dass es überhaupt ein Problem mit der Luftreinhaltung gäbe. Und bei einem erschreckend hohen Teil der Wähler war die AfD mit dieser Kampagne auch noch erfolgreich.
    Um noch mal ein Beispiel aus Hannover zu bringen. Auch verbunden mit der Frage, ob es das in Hamburg auch gibt? Seit einigen Jahren stellt die Stadt an Straßen, an denen ein nicht benutzungspflichtiger Radweg existiert (ein sog,. Angebotsradweg) Schilder auf, die die Autofahrer darauf aufmerksam machen, dass Radverkehr auf der Straße zulässig ist!

    radverkehraufderfahrbdwp4u.jpg

    So was wird dann natürlich von den üblichen Verdächtigen (CDU,FDP) sofort schlecht geredet, "Aufforderung zur Anarchie etc"

    Mal angenommen die Petition kriegt richtig viele Stimmen, auch gerne welche aus Hamburg!
    Das ist ein Zeichen dafür, dass mehr Radverkehr gewünscht ist, und viele Menschen von der Dominanz des Autoverkehrs die Nase voll haben. Ohne dass damit eine Vorfestlegung getroffen ist, wie konkret die Verbesserungen für den Radvewrkehr auszusehen haben. Große sichtbare Radverkehrsanlagen kann eben auch beinhalten, dass die Straßenräume, die bislang ausschließlich vom PKW-Verkehr genutzt wurden, jetzt auch vom Radverkehr benutzt werden. Im Beispielfall (Foto) ist übrigens sehr gut das Problem erkennbar, dass es dem Radler nichts nutzt, im abgelichteten Fall, die Straße zu benutzen, weil diese vom PKW-Stau blockiert ist. Da ist selbst ein schmaler nichtbenutzungspflichtiger Angebotsradweg besser. Wenn dort aber weniger Autoverkehr herrscht, fahre ich da sehr gerne auf der Straße, weil's einfach sicherer ist. (Nicht zuletzt auch für die Fußgänger.)

    Die Petition
    "Stickstoffdioxidbelastung in Hannover senken! Jetzt!"
    ist übrigens nicht von mir initiiert worden. Aber ich fand die Idee so gut, dass ich sie gerne unterstütze. Mit den Initiatoren habe ich auch bereits gesprochen, um mir ein Bild zu machen über die Absichten.

    Schau dir Auckland in Neuseeland an. Was hat man dort für Radfahrer alles getan: Einführung der Helmpflicht. Es gibt paar wenige Straßen mit minimalen Radfahrstreifen. Und es gibt paar Strecken neben den Autobahnen. Was gibt es aber nicht? Alltagsradler.

    Man hat nichts, aber auch gar nichts für Radfahrer getan, wenn man sie zwingt einen Helm zu tragen. Im Gegenteil, der Helm tragende Radler wird am Ende noch für manche Autofahrer eine beliebtere Zielscheibe abgeben als der ohne Helm. Fahr doch mal im Rock, mit einem Kopftuch auf einem Rad mit tiefem Einstieg. Du wirst erstaunt sein, wie große Bögen die Autofahrer um dich herum fahren, im Vergleich dazu, dass du im Radlerdress mit Helm unterwegs bist!

    Das hört sich sicher für manche Ohren sehr dogmatisch an, aber ich kann da gut mit leben. Denn ich finde es besser ein großes Ziel zu formulieren, als jedes kleine Ding als großartige pragmatische Lösung zu feiern.

    Und wie schon weiter oben angedeutet, diese grundlegenden Auseinandersetzungen darüber, welche Infrastruktur dem Radverkehr besser förderlich gibt es auch in Hannover. Manchmal habe ich aber auch dabei ein bisschen die Befürchtung, dass allzu heftig geführte Grabenkämpfe zu einem Stillstand jedweder Weiterentwicklung führen.

    Was die Petition angeht und besonders diesen Satz aus der Begründung, "Bau breiter, sichtbarer Radverkehrsanlagen", schätze ich das folgendermaßen ein:
    Dass bedeutet für manche möglichst viele, möglichst breite Hochbordradwege, die möglichst deutlich getrennt vom Autoverkehr verlaufen, am liebsten noch mit einer Reihe parkender Autos als Abschirmung zur Auto-Fahrbahn. Da spielt vermutlich sehr stark das Gefühl eine Rolle, möglichst abgeschirmt vom gefährlichen und schnellen Autoverkehr fahr ich am sichersten. Die Gefahr der Abbiegeunfälle z. B. wird dabei aber völlig übersehen.

    Aber es ist nicht die Intention der Petition. Breite gut sichtbare Radverkehrsanlagen können auch Radwege in Form von Radstreifen auf der Straße sein. Und die haben auf Hauptverkehrsstraßen auch durchaus ihre Berechtigung. Selbst dann, wenn der Autoverkehr dort nur 30 fahren darf. Ich habe jedenfalls keine Lust im Autostau stecken zu bleiben. Dann will ich am Autostau mit dem Fahrrad vorbeifahren können. Und das geht nur, wenn dort ein Weg mit Radfahrerberechtigung existiert, auf denen Autos nicht fahren dürfen. Andernfalls würden dort nämlich auch noch Autos im Stau stehen, und ich hätte keine Chance vorwärtszukommen.

    @Ullie

    Bevor hier Mißverständnisse auftauchen: Natürlich unterstützen fast alle Mitglieder des hiesigen Forums generelle 30km/h zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts. Vor allem weil das die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr und die Schwere der Verletzungen erheblich reduziert. Das da oben ist sozusagen ein "Test" zur Vorbereitung auf die "Gegenargumente", die dann zwangsläufig kommen werden.

    Und ja, auch ich lehne den Bau breiter, sichtbarer Radverkehrsanlagen innerorts eher ab (es gibt einige wenige Ausnahmen hier und da), denn:

    Fahrräder sind Fahrzeuge. Werden diese im Verkehr geführt, gehören sie auf die Fahrbahnen. Genau dafür sind es nämlich welche, wie der Begriff es schon sagt.

    So ein ganz typisches Beispiel dafür gibt es auch in Hannover: Auf einer Wohnbereichsstraße, auf der allerdings auch etwas Durchgangsverkehr stattfindet, wurde der viel zu schmale Hochbordradweg aus den 70er-Jahren entfernt. Prombt hagelte es Proteste von Radfahrern, die sich auf der Straße nicht sicher fühlten. M. E. ein klarer Fall von gefühlte und tatsächliche Sicherheit, denn bei Hochbordradwegen, wird von vielen die Gefahr von Abbiegeunfällen unterschätzt.
    Die Politik reagierte und widmete die Straße zur Fahrradstraße um. Ich finde es gut, andere kritisieren, dass dafür der Radverkehrsanteil möglicherweise nicht hoch genug sei, wieder andere rechnen mit einer Szeigerung des Radverkehrsanteils.
    Hier ein Bericht aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung:

    So jetzt aber genug aus Hannover, gibt's ähnliche Beispiele in Hamburg? Ich habe die Hannover-Beispiele deshalb erwähnt, um klar zu machen, dass die Petitionsforderungen nach Tempo 30 auch auf Hauptverkehrsstraßen und Reduzierung von Autofahrspuren noch keine detaillierte weitergehende konkrete Forderungen beinhalten, sondern ganz allgemein zu einem Klima beitragen soll, in dem es möglich ist, einige "alte Zöpfe" abzuschneiden. Selbst im Falle einer äußerst erfolgreichen Petition darf man wohl kaum erwarten, dass auf wirklich allen innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen flächendeckend Tempo 30 angeordnet wird. Aber es könnte der Weg dafür geebnet werden, dass ein entscheidender Anteil entspechend umgestellt wird, so das ein wirkungsvoller Beitrag zur Luftreinhaltung geleistet wird.