Beiträge von Ullie

    Die Leute achten auf verspäteten Querverkehr, weil der für sie selbst eine Gefahr darstellt. Ein Fußgänger ist aber für einen LKW-Fahrer keine Gefahr und daher achtet man darauf nicht so sehr. Klingt zynisch, ist aber eine plausible Erklärung.

    Ich hoffe sehr, dass das nicht die Erklärung ist. Aber wie ist das mit dem Fußgängerschutz-Abbiege-Assitenten? Funktioniert der auch nach vorne und hätte in diesem Fall ein Warnsignal und/oder eine Zwangsbremsung eingeleitet?

    Gibt es eigentlich auch so was wie Ghost-Bikes für im Straßenverkehr getötete Fußgängerinnen und Fußgänger? Hier ein wirklich trauriger aktueller Fall für eine Anwartschaft aus Hannover: http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…edlich-verletzt In dem HAZ-Artikel heißt es, dass der LKW-Fahrer möglicherweise nicht bemerkte, dass direkt vor seinem Fahrzeug eine Fußgängerin ging. Dabei gibt es doch dafür den Spiegel Nummer 4 (Frontspiegel). Bei dem Fahrzeug auf dem Foto ist übrigens die Fahrerkabine niedriger angeordnet. Damit wäre möglicherweise die Frau von dem Fahrer gesehen worden. (HINWEIS: DAS IST NICHT DAS UNFALLFAHRZEUG!)

    Habe den Artikel gelesen und er erinnert mich einmal mehr daran, dass eine Verkehrspolitik, die wirksam den Autoverkehr reduzieren möchte, es versäumt, die Konflikte zwischen Autofahrern untereinander, wirksam dafür zu nutzen, den Autoverkehr tatsächlich zu reduzieren. Da hält ein LKW in zweiter Reihe, obwohl ein gefahrloses Halten in einer Lieferzone möglich wäre. „Die ist aber von Pkw verbotenerweise vollgeparkt.“, heißt es in dem Artikel. Warum wird darüber nicht sehr viel häufiger berichtet? Und warum gehen die Verkehrsbehörden so lax vor, wenn Lieferzonen-Parkplätze ordnungswidrig zugeparkt werden? Würde man darüber nur halb so viel berichten, wie über Radfahrer, die sich angeblich selbst gefährden, wenn sie keinen Helm tragen, dann wäre schon viel gewonnen. Und es wäre auch kein grotesker Aufschrei ("Abzocke", "Wegelagerei") aus der Autofahrerecke zu befürchten, wenn die Verkehrsbehörden "mit einem robusten Mandat ausgestattet" gegen Falschparker in Lieferzonen vorgehen würden.

    Lieferzone, Beispiel aus Lille in Nordfrankreich

    Ich wüßte eigentlich nicht, dass da vorher irgendwo ein [Zeichen 241-30] war. Hat Ullie wohl nur der Vollständigkeit halber mit angegeben, dürfte aber alles [Zeichen 240] gewesen sein. Vielleicht ein [Zeichen 241-30], wo keine zwei Wege waren und es deshalb ohnehin falsch war. Zwei Wege im Seitenraum gibt es da nirgends, oder Ullie?

    Mir ist noch was eingefallen: Innerorts sind die Bürgersteige oft so gepflastert, dass zwei Streifen erkennbar sind, der eine grau, der andere rötlich. Und ich meine, dort waren auch diese Schilder: [Zeichen 241-30]!

    Ich wüßte eigentlich nicht, dass da vorher irgendwo ein [Zeichen 241-30] war. Hat Ullie wohl nur der Vollständigkeit halber mit angegeben, dürfte aber alles [Zeichen 240] gewesen sein. Vielleicht ein [Zeichen 241-30], wo keine zwei Wege waren und es deshalb ohnehin falsch war. Zwei Wege im Seitenraum gibt es da nirgends, oder Ullie?

    Uiuiui, jetzt fragst du aber schwere Sachen, denn dann müsste ich ganz genau nachschauen und viele alte Fotos studieren, wenn ich da überhaupt welche geschossen habe, um eine ganz exakte Antwort zu geben. So ganz spontan (ohne jetzt in meiner Fotosammlung zu recherchieren) kann ich mich auf jeden Fall sicher an diesen Streckenabschnitt erinnern: Ab der Tankstelle in Niedernwöhren an der Ecke Hauptstraße/Fleetstraße geht ein Weg parallel zur Straße mindestens bis zur Kanalbrücke entlang, der früher mal mit [Zeichen 240]ausgezeichnet war. Seit ca. einem Jahr ist der mit [Zeichen 239]und[Zusatzzeichen 1022-10] ausgezeichnet. Es gehört allerdings einige Nervenstärke dazu, hier auf der Straße zu fahren, weil man dort nicht nur von PKW sondern oft auch von großen LKW und Traktoren mit Landmaschinen überholt wird. (Ich sage nicht, dass es leichtsinnig wäre, denn so viel Fahrvermögen traue ich den anderen Verkehrsteilnehmern in der Regel zu, dass sie einen Radfahrer nicht einfach ummangeln.) Es gilt übrigens Tempo 50. (Woran sich jedoch längst nicht jeder hält.) Andererseits ist der Weg ca. drei Meter neben der Straße sehr uneben (Baumwurzeln drücken den Asphalt hoch.) Wenn ich etwa schwer geladen habe, dann fahre ich lieber Fahrbahn. Auch wenn es eilig ist. Der von mir beschriebene Weg befindet sich auf dem google-Satellitenbild rechts von der Hauptstraße-Wiedensahler Straße. https://www.google.com/maps/@52.35486…t/data=!3m1!1e3

    Eine andere Frage, die mir gerade kommt, als ich auf dem google-Satellitenbild die Strecke Richtung Kanal weiterfahre. Es kommt dann eine Brücke über den Kanal. Der Kanal verläuft dort in einem tiefen Geländeeinschnitt. Die Brücke führt gerade darüber. Aber auf dem Satellitenbild in 3D sieht es so aus wie auf einem Bild von Salvador Dali, als hänge die Fahrbahn butterweich im Kanal drin. Wie kommt das? https://www.google.com/maps/@52.36423…t/data=!3m1!1e3

    Wo wir bei seltsamer Autowerbung sind - ist zwar kein Youtube:

    Mit dem Titel "Gebaut um den Atem zu rauben" ist mir gestern ein Riesenposter des neuen 8er BMW aus der Süddeutschen gefallen.

    Ist bestimmt ein tolles Auto und passend zum Werbespruch hat er zwei riesige Auspuffe auf der Rückseite.

    Bin nicht der einzige dem die Doppeldeutigkeit aufgefallen ist - z.B. im "Tagesspiegel" - BMW irritiert mit Werbeslogan

    Der von dir verlinkte Bericht erinnert mich an diesen youtube-Werbeclip von VW, in dem eine ältere Dame ihren weißen Schal vor den Auspuff ihres Diesel-PKW's hält, um ihre Freundinnen von der Sauberkeit der Auspuffgase zu überzeugen. Unter anderem die SZ berichtete: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wer…clips-1.2661341 Leider habe ich den Clip nirgends mehr gefunden. Gibt's den noch irgendwo?

    Was mir noch so zur vollautomatisierten U-Bahn einfällt: Gemessen an der Anzahl der Fahrgaste ist einer U-Bahn (ca. 800) ist ein U-Bahn-Fahrer doch sehr preiswert im Vergleich zu einem Solobus, in den rund 80 Fahrgäste reinpassen. Das Verhältnis bei der U-Bahn beträgt 1 Fahrer transportiert 800 Fahrgäste. Beim Bus transportiert ein Fahrer nur 80 Fahrgäste.

    Klar gibt das Ärger, nennt sich gefährlicher Eingriff in den Strassenverkehr. Gegen einen Dieb darf man ja Notwehr anwenden, nur wird die Falle ja aufgebaut bevor der Notwehrgrund vor liegt. Ob man sich dann noch darauf berufen kann?

    Sehe ich genau so. Zumal wenn der "Dieb" gar kein solcher war, sondern das Fahrrad nur zum Fundbüro bringen wollte. Außerdem könnte ein wirlicher Dieb geltend machen, dass er das Rad nur zum Fundbüro bringen wollte. Solche Videos halte ich wirklich für extrem krassen Unfug!

    Fahr in Nürnberg mal mit der U2.

    In Lille gibt es eines der ersten vollautomatisierten Metro-Systeme der Welt. Aber genau wie bei der neuen Nürnberger U-Bahn gibt es keine Berührungspunkte mit dem sonstigen Straßenverkehr. Ich weiß noch nicht so recht, was ich von der Automatiserung halten soll. Aber ich frage mich auch, warum die damit nicht bei den Straßenbahnen anfangen. Da entfällt doch zumindest das Problem mit dem Lenken. Andererseits passieren in Hannover besonders häufig und leider oft auch tödliche Unfälle im Bereich der Haltestelleneinfahrten. Und ganz egal, ob es ein automatisches System besser könnte als ein Fahrer. Wenn ein solcher Unfall bei einer automatisch gesteuerten Straßenbahn passierte, dann würde das sehr sehr negativ bewertet werden. Siehe z. B. diesen HAZ-Artikel vom 30.3.2018 "24-Jähriger wird von Stadtbahn überrollt" http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…Bahn-ueberrollt Wenn bei einem solchen Bericht noch dabei stünde, der Stadtbahnwagen wäre von einem automatischen Fahrsystem gesteuert worden ...

    Das Foto zeigt die Metro von Lille auf einem oberidischen Streckenabschnitt. Dort fährt die Metro in einer Betonwanne auf Stelzen.

    Bei mir wäre das dann der Anrufbus Nienstädt und nein, den habe ich noch nicht benutzt. Wir hätten uns das Haus nicht gekauft, wenn die S-Bahn Station (Kirchhorsten) nicht fußläufig erreichbar wäre. Wir hatten vorher lange vergeblich in Bückeburg und Minden was passendes gesucht.

    Noch eine weitere Frage: Bei meinen jüngeren Fahrten in der Gegend (Kreis Schaumburg) ist mir aufgefallen, dass sehr viele Radwege, vor allem solche, die durch die oft sehr lang gezogenen Ortschaften führen, umgewandelt wurden von [Zeichen 241-30]oder [Zeichen 240] zu [Zeichen 239]mit [Zusatzzeichen 1022-10]. Das fand ich sehr erfreulich, denn meist waren das kombinierte Rad-, Fußwege [Zeichen 240], die Hochbord geführt wurden. Und an jeder Einfahrt zu einem Grundstück sind dort die Bürgersteige abgesenkt. Außerdem ist der Straßenbelag, auf dem man jetzt dank der neuen Ausschilderung legal fahren darf, sehr viel glatter!Hast du das auch feststellen können und gab es dazu kontroverse Diskussionen?

    Ich hatte ja schon an anderer Stelle über den "Shuttle on demand Service" Moia in Hannover geschrieben. Tatsächlich geht Moia wirklich sehr geschickt vor sich als Umweltfreund darzustellen, der dazu beiträgt, die Städte vom Autoverkehr zu entlasten. Woran ich allerdings erhebliche Zweifel habe. Wie geschickt und phantasievoll Moia vorgeht, kann man unter anderem in diesem Video sehen: https://www.youtube.com/watch?v=hjd8Aa6Qhj4

    in den ersten rund 45 Sekunden des Videos könnte man glatt meinen, dass es sich um einen Auto-kritischen Video-Clip handelt. Aber schaut doch selbst, lasst euch aber nicht einlullen!

    Wie bleiben wir mobil?

    Das Modell Oslo finde ich schon sehr beeindruckend.

    Vielen Dank für den Link. Der Film ist meines Erachtens zu einseitig technik-optimistisch aufgebaut. Ganz am Anfang, bei Minute 00:00:30, wird zum Beispiel ausgesagt, "2030 wird es so gut wie keine privaten Autos mehr geben und die Städte werden in Kürze alles umbauen...", so dass der Film den Eindruck erweckt, die autofreie Stadt werde in wenigen Jahren ganz von selbst kommen. Da sagt sich doch der Zuschauer: "Na warten wir mal ab. Und bis dahin machen wir weiter wie gehabt."

    So einfach wird es keinesfalls werden, da bin ich mir sicher.

    Übrigens werden in dem Film Bilder aus Halle gezeigt. Das hatte mich selbst bei einem Besuch in Halle erstaunt, dass dort so gewaltige Straßenbauprojekte zu DDR-Zeiten gebaut wurden. Da kommt mir unsere Hochstraße in Hannover ja noch klein gegen vor. Hier drei Bilder aus Halle, die ich dort vor ca. einem halben Jahr aufgenommen habe:

    Wer in Halle so eine halbe Stunde Zeit hat, weil er dort am Bahnhof umsteigen muss, der sollte mal ein paar Schritte vom Bahnhof entfernt die gewaltigen Autoverkehrsanlagen aus DDR-Zeiten bestaunen! Ich war echt etwas überrascht von den Dimensionen.

    Seit wir im Sommer umgezogen sind ist dieser Supermarkt gerade mal 7km von meinem neuen zuhause entfernt. Ich sag mal so: Wer in den Bus steigt um einkaufen zu fahren, wird wohl die 3km bis Stadthagen weiter fahren. Kurzstrecken-Fahrkarten gibt es sowieso nicht. Was mich als Radfahrer viel mehr stört: Ich kenne keinen Supermarkt im Umkreis, der vernünftige Fahrradständer hat. Mehr als Felgenkiller ist nicht drin, und da stell ich mein schönes neues Rad sicher nicht rein (War nötig weil jetzt weiterer Weg zur Arbeit). Für den Hänger (der war dann für die Einkäufe nötig statt Handkarre) erst recht nicht. Am ehesten gehen oft noch die Einkaufswagenboxen.

    PS: Ulli, bist Du öfters in Niedernwöhren oder woher hast Du das Bespiel?

    Bin öfter schon durch Niedernwöhren (Meerbeck) geradelt (verwandschaftsbedingt). Ich glaube auch nicht, dass der Supermarkt an der Stelle mit dem roten X in Meerbeck, einfach links liegen gelassen würde von jemandem, der mit dem Bus fährt. Denn er hat erst kürzlich ausgebaut und es gibt noch einen zweiten direkt auf der Straßenseite gegenüber. Und es gibt noch den Getränkemarkt an der Kreuzung. Und außerdem eine Apotheke. Das ist schon ein ziemlich breites Angebot. Jenachdem was man braucht, muss man nicht unbedingt nach Stadthagen fahren. Problematischer ist, dass die Busse so selten fahren. (Man könnte zynischerweise sagen, da die Busse sowieso so selten fahren ist es ohnehin schon wurscht, ob sie nun vor dem Supermarkt halten oder einen Kilometer weiter.) Wenn man es nicht zynisch, sondern ernsthaft betrachtet, dann muss es natürlich heißen: Bustakt verdichten und Supermarkt-Haltestelle einrichten!

    Da du ja in der Gegend wohnst: Hast du schon mal den Bürgerbus Niedernwöhren in Anspruch genommen?

    Anrufbus Niedernwöhren

    05721 / 93 50 93

    + Kein Fahrplan

    + Keine Linienverbindung

    + Keine festen Haltestellen

    + Abholung vor der Haustür

    + Rollstuhlbeförderung

    + Mitnahme von Kinderwagen

    Habe damit bislang mehrere gute Erfahrungen gemacht. Aber: Anmeldung ein Tag im Vorraus!

    https://www.anrufbus-niedernwoehren.de/

    Achja Die Fahrradabstellanlage ist in Meerbeck gewohnheitsmäßig drastisch unterentwickelt. Dagegen - wie üblich - ein Riesenautoparkplatz!

    Aber es gibt auch gute Fahrradabstellanlagen an Supermärkten, wie dieses Beipiel aus Hannover-Kleefeld zeigt. Leider sind es viel zu wenige Bügel, aber dafür richtige Bügel zum Anlehnen und überdacht. Das Bild ist von ein Tag vor der Wiedereröffnung. Da muss ich bald mal nach der Auslastung schauen! Aber selbst wenn die noch nicht voll ausgelastet sind, ist es wichtig viele gute Fahrradbügel bereit zu halten!

    Für die Attraktivität der Stadtzentren ist es nicht wichtig, dass man direkt vor jeden Laden mit dem Auto fahren kann, sondern dass man dort ein Angebot und eine Atmosphäre vorfindet, die es vom Einkaufszentrum am Stadtrand abhebt.

    Da stimme ich dir zu. Aber leider ist das rationale Argument das eine und die blühende Fantasie das andere, das, was beflügelt! In den Stadtteilen Hannovers läuft das dann in Diskussionsveranstaltungen bisweilen so:

    "Ich brauche den Parkplatz vor der Haustür, damit dort meine Kunden parken können. Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass jetzt Parkplätze zurückgebaut werden sollen," sagt da ein Ladenbesitzer.

    Die beste Antwort: "Nach meiner Beobachtung parkt auf dem Parkplatz vor ihrem Laden jeden Tag, den ganzen Tag das selbe Auto, nämlich Ihr Auto! Und alle zwei Stunden kommen Sie raus, um die Parkscheibe weiter zu drehen." Für so Sprüche braucht man die richtigen Leute in Diskussionsveranstaltungen!

    Man kann sich das Ergebnis hier anhören, ich zieh’s mir eventuell mal am Wochenende rein: https://mediandr-a.akamaihd.net/progressive/20…5-2127-5200.mp3

    Bei Minute 9:00 in der verlinkten Diskussionssendung des NDR kommt ein Hörer zu Wort, der darüber klagt, dass der zunehmende Online-Handel es den Händlern in der City immer schwerer mache, sich mit ihrem Geschäft am Markt zu behaupten. Kurioserweise verlangt dieser Hörer in diesem Zusammenhang, man müsse die Parkplatzsituation für den Autoverkehr in der Innenstadt deshalb deutlich verbessern. Das ist leider nicht nur eine einzelne Hörermeinung. Vielmehr habe ich das Argument, wegen des zunehmenden Online-Handels müssten mehr Parkplätze (am besten kostenfrei) in der Innenstadt bereit gehalten werden, schon häufig gehört in verkehrspolitischen Diskussionen.

    Da wird eine Verknüpfung zwischen zwei Entwicklungs-Strängen hergestellt, die erst mal nichts miteinander gemeinsam haben. Das Argument wird nach meiner Beobachtung in der Diskussion von denjenigen angewandt, die eine Verkehrsplanung weg vom Auto hin zu mehr Fahrradverkehr und mehr ÖPNV ablehnen. Es funktioniert nach dem "Mitleids-Schema":

    Diese "armen, armen" City-Händler. Der online-Handel setzt ihnen so schwer zu. Und jetzt kommen da auch noch die "bösen, bösen" alternativen Verkehrsplaner, die die Anzahl der Parkplätze reduzieren wollen, und die die Anzahl der Fahrbahnen auf den Einfallstraßen reduzieren wollen. Dabei wird doch ein Radfahrer niemals nie so viel in einem Geschäft in der Innenstadt einkaufen, dass es sich lohnt, eine Autofahrspur dicht zu machen, um dafür einen Radweg anzulegen.

    Täusche ich mich, oder handelt es sich bei dieser rhetorischen Verknüpfung von Online-Handel mit angeblich fehlendem Parkraum tatsächlich um ein Standard-Argument, das häufig vorgetragen wird von der Autolobby? Und wie könnte eine clevere Antwort darauf aussehen? (Darauf aufmerksam zu machen, dass es sich um ein Standard-Argument nach der Mitleids-Masche handelt, reicht oft nicht aus. Da muss es doch noch was Spritzigeres geben.)

    Da die Fläche allerdings für die Mitbenutzung durch KFZ-Führer gesperrt wird, wenn ein Sonderweg eingeführt wird, beanspruchst "du" die Fläche allerdings nicht nur dann, wenn du da bist, sondern auch wenn du nicht da bist. Diese rund-um-die-Uhr-Blockade halte ich für das genaue Gegenteil des Weniger-Beanspruchens (gilt umgekehrt natürlich genau so, also für den Fall, dass die Fahrbahn wegen des Radweges auch in Abwesenheit von KFZ für Radfahrer gesperrt bleibt...).

    Ich möchte an der Stelle noch mal auf die "römische Lösung" zurückkommen. Im antiken Rom durften Karren nur nachts fahren. Tagsüber war nur Fußgängerverkehr erlaubt. Kann man natürlich nicht einfach so 1 zu 1 übertragen. Aber ist es in modernen Fußgängerzonen nicht ebenso geregelt? Lieferverkehrfreigabe in eng begrenzten Zeiträumen!

    Aber natürlich gab es in der Antike noch keine Fahrräder und keine Stadtbahnen oder Omnibusse. (Obwohl bei den Omnibussen bin ich mir nicht so sicher, die kommen zumindest bei Asterix und Obelix und die olympischen Spiele vor. https://www.comedix.de/lexikon/db/img/mietkarros.jpg )

    Eine Lösung, die zumindest so ein ganz klein bisschen Richtung Rom in der Antike geht, wird gerade in Madrid gültig: "Grundsätzlich dürfen in einem Monat nur noch Anwohner auf der Straße parken, alle anderen müssen mit ihren Autos ins Parkhaus. (...) Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, wird mit einem Bußgeld von 90 Euro belegt. Die Überwachung des Verkehrs soll mithilfe von Kameras gelingen." Diese Kameras hängen in den Parkhaus-Einfahrten und an den Einfall-Straßen. Wer nur auf der Einfallstraße fotografiert wurde, der darf dann 90 Euro bezahlen.

    https://www.electrive.net/2018/10/24/mad…ntrum-verbannt/


    Auch Der Standard aus Österreich berichtete: "Madrid sperrt den Verkehr aus." Der Titel ist natürlich reißerischer Quatsch, aber immerhin, Der Standard berichtet! https://derstandard.at/2000089807652/…ehr-ab-November

    Was lernen wir aus der Hessenwahl? Ist der grüne Wahlerfolg in Hessen insbesondere in den Städten auch darin begründet, dass sich die Grünen konsequent für den Umweltverbund aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr stark machen? Siehe auch dieses Wahlplakat zur Hessenwahl: https://www.gruene-hessen.de/partei/wp-cont…mme_Verkehr.jpg

    Und ist das schlechte Abschneiden der CDU und SPD auch darin begründet, dass sie auf den letzten Metern noch mal schnell ein Gesetz ankündigten, dass darauf hinausläuft, Messergebnisse für Schadstoffwerte durch Autoabgase zu ignorieren um Fahrverbote zu verhindern? Oder hat CDU und SPD diese Ankündigung auf den letzten Metern noch ein paar Stimmen gerettet?

    Du sprichst dich also dafür aus, dass 17% der Verkehrsflächen exklusiv für VW Golf reserviert werden, denn nur dann entspricht die Verkehrsfläche dem Marktanteil dieses Fahrzeugtyps, und nur dann herrscht per Definition "Harmonie".

    Was wäre daran wohl gerecht oder harmonisch? Nein es geht zuallererst mal darum zu sehen, was geht und was nicht geht, weil es technisch nicht lösbar ist. Technisch nicht erfüllbar sind Städte, in denen jeder mit dem Auto mobil ist. Das ist keine sehr neue Erkenntnis. Im Gegenteil. Im antiken Rom gab's zwar noch keine Autos, aber bereits eine wichtige Verkehrsregel, nämlich dass tagsüber keine Karren in der Stadt fahren durften. Nur Fußverkehr war erlaubt.

    Was jetzt stattfindet ist der Versuch den uneinlösbaren Anspruch zu erfüllen, dass jeder auch in der Stadt jederzeit problemlos mit dem PKW mobil sein könne. Obwohl das nicht geht, wird jedoch in weiten Teilen der Politik an diesem Anspruch festgehalten, weil oft die Bereitschaft fehlt, ein Verkehrsmengenmanagement durchzuführen, bei dem es eine Rolle spielt, welche Verkehre in welchem Umfang wirklich notwendig sind. Und dort wo zumindest ansatzweise ein solches Verkehrsmengenmanagement betrieben wird (zum Beispiel Vorrangschaltung für Öffis) ist es ständiger unsachlicher Kritik und groben populistischen Anfeindungen ausgesetzt.

    Die Gier setzt sich sonst über sämtliche Regelungen hinweg und richtet massive Zerstörung an. Aber Gier ist gleichzeitig der wirksamste Mechanismus für Fortschritt.

    Das hört sich jetzt ein bisschen so an wie: "Der Krieg ist der Vater aller Dinge". Wird auch gerne zitiert, aber der Gedanke ist ebenso falsch. Denn was nutzten Gier und Krieg, wenn es nicht auch Frieden gäbe. Und Menschen, die sich für den Frieden und für ein gerechtes Zusammenleben mit anderen Menschen und der Natur stark machen? Es gäbe einen Dauerkriegszustand, der sicher nicht erstrebenswert ist. Fortschritt an und für sich ist übrigens kein Wert. Da müsste doch zuerst mal eine Klärung stattfinden zu der Frage, Fortschritt wohin?