Beiträge von Ullie

    Es scheint keine Mehrheit dafür zu geben, die Lebensgrundlage der jungen Generation zu erhalten. Derzeit nicht einmal in der jungen Generation selbst. Wie wird man wohl in 30 Jahren auf die heutige Zeit zurückblicken?

    Ich setze meine schwindende Hoffnung derzeit nur noch in den Erfolg weiterer Klimaklagen.

    Zumindest in diese Richtung tut sich was. Ein Beispiel aus Hannover: "Am Montag, den 22.11.2021 haben wir Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss der Region Hannover zum Südschnellwegausbau eingereicht." Quelle: betterplace.org

    Klage gegen den Ausbau des Südschnellwegs eingereicht. Breiter Widerstand zieht vor Gericht!

    von Helene Grenzebach

    Engagement und Klage gegen den Ausbau des Südschnellwegs in Hannover
    Mit deiner Unterstützung klagen wir gegen den Ausbau des Südschnellwegs in Hannover. Wir sind für Klima- und Naturschutz, Verkehrswende und das…
    www.betterplace.org

    Helene Grenzebach schreibt: "Die Planung des Südschnellwegs ist aus der Zeit gefallen und entspricht nicht mehr der aktuellen Klimagesetzgebung."

    Und in dem Artikel wird zum Sonntagsspaziergang eingeladen:

    "Wer sich selbst ein Bild vom Naherholungsgebiet Leinemasch und den massiven Eingriffen durch den geplanten Bau machen will, kann dies beim Sonntagsspaziergang tun. Dieser findet jeden Sonntag um 14:30 statt, Startpunkt ist der Kiosk an den Dreiecksteichen."

    "Obwohl das möglich wäre und auch viele Deutsche in Russland schon das Vakzin verabreicht bekommen haben, lassen sich die AfD-Vertreter das Präparat nicht spritzen, wie sie sagen."

    "Russischer Impfstoff: AfD-Delegation reist nach Moskau" in: Augsburger Allgemeine vom 11.3.2021

    Russischer Impfstoff: AfD-Delegation reist nach Moskau
    Ihren zweiten Moskau-Besuch innerhalb weniger Monate nutzt die AfD für Breitseiten gegen die Bundesregierung. Die Gäste können Russland vor allem im Kampf…
    www.augsburger-allgemeine.de

    Das AfD-Querdenker-Konglomerat lässt sich also vermutlich nicht mit Sputnik oder den chinesischen Impfstoff Sinopharm oder oder CoronaVac zum Impfen locken. Obwohl doch der in AfD-Kreisen hoch verehrte ungarische Ministerpräsident Orban sich gegen Corona hat impfen lassen: "Viktor Orban lässt sich mit chinesischem Vakzin Sinopharm impfen - Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat sich nach eigenen Angaben gegen Covid-19 impfen lassen." rnd vom 28.2.2021 https://www.rnd.de/politik/ungarn…WPZCJN37JQ.html

    Eine neuere Nachricht vom rnd bestätigt die Meldung der Augsburger Allgemeinen vom 11.3.2021:

    "Zwei von drei ungeimpften Wählerinnen und Wählern in Deutschland geben ihre Stimme laut einer Umfrage des Forsa-Instituts Parteien des rechten politischen Spektrums." rnd vom 11.11.2021 https://www.rnd.de/politik/forsa-…C2AL2PZ3X4.html

    Echt? Eine Erklärung dieser Art hab ich in diesem Artikel überhaupt nicht gefunden.

    "Der chinesische Impfstoff Coronavac ist das weltweit am häufigsten verwendete Vakzin gegen eine Infektion mit Sars-CoV-2 ... Weiterhin ist möglich, dass beim Gebrauch dieses Impfstoffs weniger sehr seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen und Impfkomplikationen auftreten können, als bei den genetischen Impfstoffen zu erwarten sind."

    Das steht in dem Artikel, den du weiter oben verlinkt hast.

    Hier noch mal der Link:

    Zusammenfassung
    Der traditionelle chinesische Impfstoff ist das weltweit am meisten verwendete Vakzin gegen Corona, steht aber für EU-Bürger nicht zur Verfügung
    www.heise.de

    Ob das zutrifft kann ich so ohne weiteres nicht überprüfen. Aber sicher ist: Die Diskussion über die Nebenwirkungen, besonders möglicherweise tödliche Nebenwirkungen, spielt eine sehr große Rolle in der Impfkampagne. Übrigens auch in dem Fall, dass eine Impfpflicht käme, wie sie jetzt Österreich für Anfang des kommenden Jahres angekündigt hat.

    Immerhin wurde trotz der fehlenden Zulassung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) der Sputnik-Impfstoff in der Europäischen Union angewendet: "Doch einen Alleingang Österreichs über eine Notfallzulassung wie Ungarn schloss der Kanzler Anfang April nicht aus." Der Standard vom 30.4.2021 https://www.derstandard.de/story/20001262…n-vorerst-nicht

    In dem Artikel wird dann darüber berichtet, dass rechtzeitig ausreichende Mengen von Biontech-Impfstoff zur Verfügung stand: "Wenige Tage nachdem Kurz die Verhandlungen mit Russland am 10. April als "de facto am Ende angelangt" bezeichnete, wurde bekannt, dass das Impfprogramm durch die überraschende frühere Lieferung von einer Million Biontech/Pfizer-Dosen im zweiten Quartal wohl stärker anziehen wird."

    (ebenda)

    Fahrbahnradler Die Lage ist schon verwirrend genug und beinahe jede Äußerung zur Impfkampagne führt zu bislang unglaublich grotesken Übertreibungen. Unabhängig davon wer welche Steuerverluste oder -Gewinne bedauern muss oder erzielen kann, dürfte die Bereitstellung von Sputnik-Impfstoff oder chinesischen Coronavac-Impfstoff nichts daran ändern, dass es noch einige zündende Ideen braucht, um die Impfbereitschaft deutlich zu erhöhen.

    Interessant. Das wußte ich bisher nicht. Gehts hier um Protektionismus/Ost-gegen-West/politische Ideologie?

    https://www.heise.de/tp/features/Co…19.html?seite=3

    Das wird in dem Artikel nicht thematisiert. Als Erklärung für die Nicht-Zulassung werden schwere Nebenwirkungen des chinesischen Impfstoffes genannt, die schwerwiegender sind als die bei Comirnaty (von Biontech) und Spikievax (Moderne), die zum Beispiel von Bundesgesundheitsminister Spahn als die wirksamsten bezeichnet wurden (Vergleich mit Mercedes und RollsRoyce) (Quelle Impfstoffe: https://www.pei.de/DE/arzneimitte…id-19-node.html )

    Aus Fahrradfahrersicht, Fußgängersicht und aus Sicht eines ÖPNV-Nutzers ein sehr unglücklicher Vergleich, wenn man die vielen negativen Nebenwirkungen der Autofahrerei bedenkt.

    Würde man sich Spahns Vergleichslogik anpassen, dann könnte oder müsste man die Frage stellen, warum der Gedanke so abwegig sein soll, dass es Menschen gibt, die sich vielleicht lieber mit dem "VW" oder dem "Fiat" impfen lassen wollen.

    Also aus Erfahrungen im eigen Haushalt: Wenn Lehrer Präsenzunterricht halten sollen und gleichzeitig Schülern mit Heimunterricht bespaßen, zumindest vorbereiten und kontrollieren, dann arbeiten Lehrer deutlich mehr als üblich.

    Soll das jetzt das Modell Brandenburg oder Österreich beschreiben, wo die Eltern entscheiden können, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder nicht? Das ist tatsächlich für Lehrer nicht zu leisten, denen dann allen gerecht zu werden.

    Vorstellbär wäre das vielleicht mit einem Hybridunterricht, bei dem mit ausgezeichneter Audio- und Videotechnik der Unterricht in den Klassenzimmern 1 zu 1 nach hause übertragen werden kann, zu den Schüler*innen, die dann das Geschehen mit den mit den im Klassenzimmer präsenten Klassenkamerad*innen von zu hause aus verfolgen. Vermutlich sind allerdings die Investitionskosten für eine entsprechende Ausstattung der Klassenzimmer noch einmal deutlich höher als die Ausstattung mit Luftfiltern. Und das hat ja auch schon vielerorts nicht geklappt.

    Deshalb bring ich hier noch mal das von mir vorgeschlagene Modell ins Spiel: Die Schülerinnen kommen mit geteilten und zeitlich versetzten Gruppen in die Klassenzimmer (Zum Beispiel nur halb so viele Schüler, die dann nur halb so viel Stunden haben.)

    Die aktuellen Meldungen jedoch (Südafrika-Variante in Deutschland angekommen) lassen allerdings befürchten, dass es bald zu einem Lockdown auch für die Schulen kommen wird.

    Tja.

    Aber ich habe jetzt einen Termin für die Drittimpfung: 18. Februar. Eigentlich wäre ich am 1. Februar dran, aber man nimmt ja was man kriegt.

    War denn als Impfstoff "Moderna" im Gespräch? Noch-Gesundheitsminister Spahn hatte den ja als "Rolls Royce" unter den Impfstoffen bezeichnet. Und ich wundere mich schon ein wenig darüber, dass anscheinend viele Menschen eine Dritt-Impfung mit Moderna ablehnen, wenn sie zuvor mit einem anderen Corona-Impfstoff geimpft wurden. Obwohl doch die Stiko die Kreuzeimpfung empfiehlt: "Unabhängig davon, ob eine Person zuvor doppelt mit Biontech/Pfizer, Moderna oder Astrazeneca gegen Corona geimpft wurde, empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) für die Auffrischungsimpfung ausschließlich die mRNA-Vakzine von Biontech oder Moderna."

    FR vom 25.11.2021 https://www.fr.de/wissen/biontec…n-91127685.html

    Oder hier: "Viele Menschen setzen auf Biontech, dabei ist Moderna genauso gut, wenn nicht sogar besser, sagen Forscher"

    Berliner Morgenpost vom 23.11.2021 https://www.morgenpost.de/vermischtes/ar…ng-booster.html

    Wenn ich bedenke, dass sich viele Geimpfte darüber aufregen, dass es Menschen gibt, die sich nicht impfen lassen wollen, dann finde ich es ein bisschen unverständlich, dass es anscheinend sehr viele Impfbereite gibt, die einen von der Stiko empfohlenen Impfstoff für die Booster-Impfung ablehnen.

    Oder sind das alles überzeugte Mercedes-Fahrer, die nichts mit einem Rolls-Royce zu tun haben wollen? ;)

    Umfrage zum Fahrradparken an Bahnhöfen

    https://radparken.info/mitmachen/

    Habe gefordert, dass alle öffentlichen Autostellplätze, die sich in Bahnhofsnähe befinden, umgewandelt werden sollen in Fahrradstellplätze und beim Abfragen der bereits gespeicherten Ergebnisse gesehen, dass ich da nicht der einzige bin, der das fordert! :saint:

    Die Umfrage ist so gestaltet, dass man zunächst aus einer Karte mit vielen größeren Bahnhöfen in Deutschland sich den rauspickt, den man bewerten möchte. Es ist auch möglich, eigene Fotos hochzuladen!

    Wenn die Linke die Grünen ärgern will, dann stellt sie den Antrag noch einmal und schaut zu, wie die Grünen das Tempolimit geschlossen ablehnen, weil es so im Koalitionsvertrag steht.

    Die SPD hatte es zwar auch im Wahlprogramm, aber sicherlich nie ernsthaft beabsichtigt. Sowas wird von vornherein als Verhandlungsmasse angesehen. CDU/CSU und AfD sind sowieso dagegen.

    So könnte es passieren. Spannender fände ich allerdings, wenn CDU/CSU die FDP zusammen mit der AfD ins Abseits stellen wollte und deshalb ihrerseits ein Tempolimit zur Abstimmung stellt, um es durchzusetzen wie einst die Grünen. Nicht alle in der CDU sind gegen ein solches Tempolimit:

    "In der Debatte über ein Tempolimit auf Autobahnen hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt gegen seine Partei gestellt. "Meine Überzeugung wächst angesichts der sich dramatisch verändernden Klimasituation, dass Regierungspolitik den Mut haben muss, unpopuläre Entscheidungen kurzfristig zu treffen", sagte der Politiker der Zeitung "Bild am Sonntag". Er sei "sehr überzeugt von einer beachtlichen Emissionseinsparung bei der Geschwindigkeitsreduzierung von Pkw"."

    Der Tagesspiegel vom 29.12.2019

    Erster CDU-Bundestagsabgeordneter spricht sich für Tempolimit aus
    Die Union mauert bisher beim Thema Tempolimit. Der CDU-Politiker Martin Patzelt stellt sich nun gegen seine Partei – aus Gründen des Klimaschutzes.
    www.tagesspiegel.de

    Patzelt war übrigens einmal Frankfurter Oberbürgermeister. Leider ist er bei der letzten Bundestagswahl nicht wieder angetreten.

    Ich vermute, dass Hofreiter das bewusst ist und er sich nicht opfern will, zumal ihm von seinen eigenen Wählern dann wohl trotzdem immer noch das fehlende Tempolimit vorgehalten würde (das aus meiner Sicht relativ unbedeutend, aber emotional stark aufgeladen ist), ohne dass er mit eigenen Ideen groß punkten könnte (denn für die fehlt dann das Geld).

    In Sachen "generelles Tempolimit auf Autobahnen" kann ich mich an diese Abstimmung erinnern: "Ein Vorstoß der Grünen für ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen ist im Bundestag gescheitert. In einer namentlichen Abstimmung votierten am Donnerstag 498 Abgeordnete für die Empfehlung des Verkehrsausschusses, den Antrag abzulehnen. Für den Grünen-Antrag positionierten sich 126 Abgeordnete, sieben Parlamentarier enthielten sich."

    Das war im Oktober 2019 https://www.autohaus.de/nachrichten/po…obahnen-2707445

    Wir werden jetzt wohl nicht erfahren, wie so eine Abstimmung ausfallen werden würde, wenn die Ampelkoalition vorhätte, ein generelles Tempolimit durchzusetzen es ihr gelingt und die CDU-Opposition versuchen würde, das durch eine weitere Bundestagsabstimmung rückgängig zu machen.

    Damals argumentierten die SPD-Abgeordneten, dass sie ja an den Koalitionsvertrag gebunden seien und deshalb nicht für das Tempolimit stimmen könnten. (Obwohl bei der SPD das Tempolimit bereits im SPD-Programm stand.)

    Würde sich die FDP genau so "diszipliniert" verhalten. Oder würde die FDP entgegen ihres eigenen Koalitionsvertrages, in dem ein generelles Tempolimit drin stünde, bei einer Abstimmung den Gegnern eines Tempolimits zum Sieg verhelfen?

    Die Frage kann ich nur mit einem uneingeschränkten "JA" beantworten. Da traute ich keinem einzigen FDP-Abgeordneten nicht im geringsten, bzw. jedem FDP-Abgeordneten Alles zu.

    Bei -5°C im Freien, mit 300% der im August vorhandenen Lehrer, dafür nur noch 4 Stunden am Tag?

    Ich unterstütze die Lehrer ja gerne, aber dieser Wunsch klingt jetzt ein kleines bisserl weltfremd. War Ihnen bewusst, dass in Deutschland 790.608 Lehrer tätig sind? Wo wollten Sie die anderen paar Millionen der hernehmen?

    Keine Ahnung wie Sie gerechnet haben. Ich beschreib das mal so: Die Lehrer haben dieselbe Arbeitszeit wie jetzt. Aber die Klassen werden geteilt. Dann hätten die Schüler nur halb so viel Präsenzunterricht, und immer noch genug Zeit um den Heimunterricht gut vorzubereiten. Der Präsenzunterricht könnte an drei bis vier Tagen stattfinden. Und davon möglichst viel draußen.

    Man könnte auch dritteln und auf zwei bis drei Tage verkürzen. Abweichend vom Regelunterricht würden je Klasse nur ein bis zwei Lehrer eingesetzt (Kohorten-Prinzip).

    Abweichungen vom vorgeschriebenen Lehrstoff müssen zugelassen werden, unter anderem um mehr Draußen-Unterricht möglich zu machen. (Natur-Beobachtungen, Orientierungsübungen, Geschichte von Gebäuden, Gedenksteinen, Straßen, Plätzen etc.)

    Erscheint mir zumindest besser als das was Brandenburg jetzt macht:

    "CORONA-INFEKTIONSLAGE

    Keine Anwesenheitspflicht mehr für Schüler in Brandenburg

    Laut Brandenburgs Bildungsministerin Ernst gilt bald keine Anwesenheitspflicht mehr für Schüler."

    Nordkurier vom 23.11.2021

    Corona-Infektionslage: Keine Anwesenheitspflicht mehr für Schüler in Brandenburg | Nordkurier.de
    Laut Brandenburgs Bildungsministerin Ernst gilt bald keine Anwesenheitspflicht mehr für Schüler. Auch die Weihnachtsferien werden vorgezogen.
    www.nordkurier.de

    Anderes Thema:

    Die Wiedereinführung der Maskenpflicht an Schulen in Berlin scheint bereits Wirkung zu zeigen. Die Inzidenzen der Altersgruppe 10-14 aus den letzten Wochen:

    199 -> 320 -> 588 -> 1043 -> Maskenpflicht -> 991

    Am 04.10.2021 berichtete der Bayrische Rundfunk:

    "Keine Maskenpflicht mehr im Unterricht an Bayerns Schulen"

    Keine Maskenpflicht mehr im Unterricht an Bayerns Schulen
    Schülerinnen und Schüler in Bayern müssen am Platz und im Sportunterricht nun keine Masken mehr tragen. Das hatte Ministerpräsident Markus Söder vergangene…
    www.br.de

    Und am 08.11.2021 hieß es dann:

    "Ab heute gilt wieder Maskenpflicht in der Schule

    Die bayerischen Schülerinnen und Schüler müssen nach den Herbstferien wieder mit Maske in den Unterricht. Die Maßnahme zum Corona-Infektionsschutz soll den weiteren Anstieg der Infektionsraten bremsen."

    Ab heute gilt wieder Maskenpflicht in der Schule
    Die bayerischen Schülerinnen und Schüler müssen nach den Herbstferien wieder mit Maske in den Unterricht. Die Maßnahme zum Corona-Infektionsschutz soll den…
    www.br.de

    Ich finde es richtig, dass die Schulen weiter geöffnet bleiben. Aber der Unterricht müsste ganz drastisch reduziert werden, in viel kleineren Gruppen stattfinden und es müsste möglichst viel Draußen-Unterricht stattfinden. Wäre sicher alles machbar, aber wird anscheinend nicht wirklich gewollt. Es wäre sehr viel besser als den Unterricht ganz normal weiter laufen zu lassen, halt nur mit Maske.

    Es werden Radwege gebaut, Förderprogramme aufgelegt, ... und von der Automobillobby hört man praktisch nichts. Jedem mit einem IQ über Raumtemperatur sollte das zu denken geben.

    Das stimmt so nicht. Aber die Autolobby ist geschickt geworden. Die verstehen ihre Kritik sehr subtil zu lancieren. Zum Beispiel indem man eine Fahrradfahrerin im Rentenalter zu Wort kommen lässt, die sich einen Popup-Radweg wünscht. Den Gegenpart spielt ein Buchhändler, der die vorhandene schlechte Fahrradinfrastruktur mit Engelszungen schön redet.

    Der ADAC-Propaganda-Film ist sogar so geschickt konstruiert, dass er auf das ewige Lamento vom Geschäftssterben der inhabergeführten Fachgeschäften verzichtet, dass immer dann lautstark angestimmt wird, wenn mal irgendwo ein Parkplatz im öffentlichen Straßenraum weichen muss. Trotzdem schwingt natürlich diese Botschaft stets unterschwellig mit, während der Geschäftsmann mit seinem Beitrag, vermutlich ohne das zu wissen die Frau als mehr oder weniger "grenzdebil" erscheinen lässt.

    Auch wenn die Botschaft teuflich ist, der ADAC-Filmproduzent beweist großes demagogisches Geschick.

    Dabei könnten auf der Hildesheimer Straße problemlos alle Autoparkplätze ersatzlos gestrichen werden, weil in den vielen Nebenstraßen jede Menge Parkplätze zur Verfügung stehen. Diese Forderung wird jedoch nicht von den Geschäftsleuten erhoben, weil sie es sich nicht mit den "lieben Nachbarn" verderben wollen, die dort zum Nulltarif ihre Autos abstellen.

    Urteile selbst wie der ADAC-Propaganda-Film gegen Popup-Radwege vom 30.7.2020 wohl auf viele wirken wird:

    Externer Inhalt www.youtube.com
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    Hier ist der Link zu streetview. Die Buchhandlung im Film ist die auf dem google-streetview-Bild.

    Und hier ein Link zu mapillary, wo eine Radwegfahrt zu sehen ist. Rechts ist die Buchhandlung aus dem Film zu sehen.

    https://www.mapillary.com/app/?lat=52.36…410&focus=photo
    Und jetzt stell dir einen dritten Interviewpartner in dem ADAC-Film vor, der dafür plädiert, den viel zu schmalen Radweg ersatzlos dicht zu machen und den Fahrradverkehr dazu zu bringen einfach auf der Fahrbahn der Hildesheimer Straße zu fahren, sozusagen im Autostrom "mitzuschwimmen".

    Was den Popup-Radweg angeht: Den hat der ADAC bislang erfolgreich verhindert, zumindest in diesem Abschnitt der Hildesheimer Straße, der im Film gezeigt wird. Weiter stadtauswärts wurde inzwischen ein Radfahrstreifen probeweise eingeführt. Hier ein Bild von einem Abschnitt weiter stadtauswärts in dem der neue Radfahrstreifen sogar mit Leitschwellen und Mini-Baken geschützt ist:

    radverkehrsforum.de/attachment/16537/

    Und hier dieselbe Sicht auf googlestreetview von 2008:

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    www.google.com

    In diesem (falschen) Argument liegt für mich der Schlüssel zu einer echten Verkehrswende.

    Kann ein verstärktes Fahrbahn-Fahrradfahren eine Verkehrswende begünstigen? Vermutlich ist das so, es muss aber auch immer wieder positiv kommuniziert werden.

    Leider werden knallharte Verkehrswende-Gegner die Skepsis vieler Fahrradfahrer*innen gegenüber dem Fahrbahn-Fahrradfahren immer wieder nutzen, um damit Polemik zu betreiben, die Verkehrsverwaltung instrumentalisiere die Fahrradfahrer*innen als "Raser-Bremse".

    Ab welchem Grad von Fahrbahn-Nutzung durch Fahrradfahrer*innen diese Polemik wohl nicht mehr fruchten wird?

    Diesen Zeitpunkt sehe ich jedenfalls noch lange nicht erreicht. Und es scheint mir wenig aussichtsreich, genügend Fahrradfahrer*innen damit zum Fahrbahnradeln zu ermuntern, dass man sie anspornt, mit dem Fahrbahn-Fahrradfahren zur Verkehrswende beizutragen.

    Trotzdem ist es natürlich wichtig, dass Fahrradfahrer*innen die Fahrbahn benutzen, wo das erlaubt ist, zum Beispiel anstatt einen Angebotsradweg zu benutzen. Aber es kann meines Erachtens nur Teil einer Strategie sein, eine echte Verkehrswende herbei zu führen. Ich glaube übrigens nicht, dass Fahrradfahrer*innen durch schlechte Radwege davon abgehalten werden, Fahrrad zu fahren. (Zu viele Fahrradfahrer*innen beweisen jeden Tag das Gegenteil. ;))

    Man wird aber auch nur eine sehr begrenzte Anzahl Fahrradfahrer*innen dafür gewinnen, das Fahrbahnfahren zu praktizieren. Auch Critical Mass-Veranstaltungen können da nur eine begrenzte Werbewirkung entfalten.

    Problematisch finde ich in dieser Diskussion Absolut-Setzungen, wie zum Beispiel:

    "Gäbe es an allen Straßen gute Radwege, dann hätten wir ganz schnell eine Verkehrswende."

    Aber auch die genau gegenteilige Argumentation kann nur Teil einer Gesamtstrategie sein:

    "Würden alle Fahrradfahrer*innen konsequent die Fahrbahn benutzen und die vorhandene Radverkehrsinfrastruktur würde abgebaut werden, dann hätten wir ganz schnell eine Verkehrswende."

    Richtig ungünstig wird es, wenn die beiden Positionen so sehr "kultiviert" werden, dass es zu Spaltungen und Grabenkriege zwischen den Fahrradfahrer*innen kommt. Das nutzt dann nur den Gegnern einer Verkehrswende.

    Ich kann @Epaminaidos da sehr gut verstehen. Die gefühlten Gefahren auf der Fahrbahn sind ja nur das eine, das andere sind die ständigen Attacken der selbsternannten Verkehrserzieher. Da habe ich auch keinen Bock mehr drauf. Und wegen den ganz krassen Fällen fahre ich inzwischen mit GoPro und Pfefferspray. Mir ist klar, dass das nicht erlaubt ist, aber da sich keine Behörde für diese Verkehrserziehe interessiert ist das mein einziger Schutz.

    Du musst allerdings bedenken, dass du als Fahrbahn-Fahrradfahrer in den Augen der meisten Autofahrer ebenfalls unter der Kategorie "selbsternannter Verkehrserzieher" abgespeichert bist. Das sind dann keine gute Voraussetzung für ein konstruktiven Dialog. Ob die "Aufrüstung" mit Kamera ("Go Pro" ist doch eine Kamera, die man am Fahrzeug oder an der Kleidung befestigt?) oder Pfefferspray da tatsächlich hilft? Am liebsten ist es mir, wenn ich beim Fahrbahnradeln nicht einsam und allein sondern mit Gleichgesinnten unterwegs bin.

    Dazu kommt, dass ich mich unnötigen Risiken aussetze, um anderen das Rasen zu ermöglichen.

    Ein häufiges Argument der Skeptiker des Fahrbahn-Radelns ist: Die Verwaltung baut aus ideologischen Gründen die Fahrradwege ab, um die Fahrradfahrer*innen auf die Fahrbahn zu zwingen, und sie dort als "Tempobremse" für den Autoverkehr zu missbrauchen. Weil ich selbst gerne das Fahrbahn-Fahrradfahren praktiziere, wurde mir das häufiger schon ganz persönlich zum Vorwurf gemacht, ich würde mich ja von der Verwaltung als "Autoraser-Bremse" instrumentalisieren lassen.

    Leider haben knallharte Verkehrswende-Gegner die Skepsis vieler Fahrradfahrer*innen gegenüber dem Fahrbahn-Fahrradfahren erkannt und polemisieren kräftig mit dem Argument, die Verkehrsverwaltung instrumentalisiere die Fahrradfahrer*innen als Raser-Bremse.*1)

    Deshalb beschreibe ich die Vorzüge des Fahrbahnradelns lieber nicht mit dem Argument, das ich bei dir zitiert habe. Denn das ist dann quasi Wasser auf den Mühlen der Verkehrswende-Gegner.

    *1) siehe zum Beispiel diesen Artikel aus dem taz-Archiv vom 26.3.2003:

    "Radler als Raserbremsen"

    Radler als Raserbremsen
    „Gefahrloser Begegnungsverkehr“: Mit gezielten Umbauten will die Stadt den starken Autoverkehr in der Straße Achterdiek bremsen. Ausgerechnet die Radfahrer…
    taz.de

    Kennt zufällig jemand die Straße Achterndiek in Bremen, um die es in dem taz-Artikel geht? Auf dieser streetview-Aufnahmen von 2008 sieht es so aus, als würden alte Hochbord-Radwege weiter vom Radverkehr benutzt werden.

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    www.google.com

    Die richtig heftige Diskussion dürfte wohl dann kommen, wenn die Bürgersteige neu gepflastert werden müssen und die alten Hochbordradwege dann verschwinden und nicht mehr als Angebotsradwege zur Verfügung stehen werden.

    Im Evangelischen Sonntagsblatt ist ein sehr lesenswerter Artikel zum Thema Impfpflicht erschienen:

    Markus Springer: Impfpflicht: Warum die Coronapandemie das falsche Feld zur Verteidigung der Freiheit ist, 11. Nov. 2021

    Darin wird das Nein der FDP zur Impfpflicht verglichen mit dem Nein der FDP zu einem generellen Tempolimit auf Autobahnen: "Die "Neins" der FDP mögen beim Tempolimit unerheblich und bei der Frage von Steuererhöhungen als Klientelpolitik zumindest gedanklich nachvollziehbar sein – ein Nein zu einer Impfpflicht "im Namen der Freiheit" ist dumm und gefährlich."

    Das "Nein" der FDP zu einem generellen Tempolimit auf Autobahnen halte ich allerdings ebenfalls für "dumm und gefährlich".

    In dem Artikel wird auch darauf eingegangen, dass viele Nazis Impfungen ablehnten. Das finde ich nicht zuletzt deshalb interessant, weil man doch eigentlich meint, in der Ideologie des Nationalsozialismus stünde die "Pflichterfüllung" sehr stark im Vordergrund. Und ausgerechnet beim Impfen wird der "Volksgenosse" von Pflichten entlastet? Vermutlich ist das so zu verstehen, dass sich der "nationalsozialistische Mensch" gefälligst den Erkrankungen auszusetzen habe, die ihm ohne Impfung drohen. So ne Art "Impfung ist doch nur was für Weicheier".

    "Heinrich Himmler und Rudolf Heß waren glühende Impfgegner. Impfen hielten sie für eine "Rassenschande der Juden". Sie konnten sich auf Dauer nur deshalb nicht durchsetzen, weil die Wehrmacht einwandte, dies gefährde ihre militärische Schlagkraft."

    Impfpflicht: Warum die Coronapandemie das falsche Feld zur Verteidigung der Freiheit ist | Sonntagsblatt - 360 Grad evangelisch
    Die Impfpflicht hätte schon längst kommen müssen. Wer aber nicht den Mut hat, sie einzuführen, und es der Freiheit der Einzelnen überlässt, wie sie sich in…
    www.sonntagsblatt.de

    Was man wirklich braucht ist die Einsicht der Bevölkerung. Und das geht wohl nur über Leichenberge.

    Beim verbissenen Festhalten an der Autofahrerei mit hohen Geschwindigkeiten und hohem Blutzoll tragen die aufgehäuften Leichenberge jedenfalls nicht zur Einsicht der Bevölkerung bei.

    Was auch viel zu spät ist. Das Gesetz entfaltet damit erst nach dem Winter seine Wirkung, wenn Saison- und Lockdownbedingt die 4. Welle abgeflacht ist.

    Wenn eine Impfpflicht überhaupt eine Wirkung entfaltet. Mein Eindruck: Solche Selbstdarsteller wie Söder schaden der erfolgreichen Einführung einer Impfpflicht. Söder bringt es mal wieder fertig Menschen vor den Kopf zu stoßen, weil er glaubt, damit andere für sich gewinnen zu können. In der Frage der Impfpflicht ist es aber viel wichtiger möglichst alle Menschen dafür zu gewinnen.

    "Die Impfpflicht kommt und alle Probleme erledigen sich von selbst, denn wir brauchen jetzt die Menschen ja nicht mehr überzeugen, sondern wir können sie zwingen." Das ist mein Eindruck von Söders Vorgehensweise. Aber es könnte gut sein, dass Söders Rechnung nicht aufgeht.

    In der jetzigen Situation macht das rigide Ausschließen einer Impfpflicht keinen Sinn. Aber eben so sinnlos ist es, diese Maßnahme als Allheilmittel darzustellen, als ein Register, das jetzt endlich gezogen werden müsse, damit der Virus aus der Welt geblasen wird.

    Übrigens: Sollte die vierte Welle tatsächlich schon abgeschwächt sein, wenn Österreich (und andere Länder, z. B. Deutschland?) es schafft, bis zum Februar eine Impfpflicht einzuführen, dann kann die Impfpflicht ja immer noch dazu beitragen, die 5. Welle aufzuhalten.

    "Mit Rückendeckung aus der CSU: Söder fordert allgemeine Impfpflicht - Kritik an Spahn

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich mit Unterstützung aus seiner Partei für eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland ausgesprochen.

    Für langfristige Erfolge bei der Pandemiebekämpfung sei diese zwingend nötig."*

    Dass ausgerechnet Söder die Impfpflicht für Alle fordert, ist gewissermaßen ein Armutszeugnis, wo doch andere Länder deutlich höhere Impfquoten erzielten als Bayern. Es ist eine Form von Politikversagen für jemanden, der wie Söder bisher stets meinte, mit seinem Auftreten als "Harter Hund" die Menschen beeindrucken zu können, sie aber in Wirklichkeit verschreckt hat.

    Entsprechend macht er bereits den nächsten Fehler, nämlich einmal mehr das Lamento anzustimmen, die Ungeimpften müssten in den Lockdown gehen, die Geimpften dagegen alle Freiheiten genießen dürfen: "In Bayern gelte durch die 2G- und 2GPlus-Regeln sowie durch Kontaktbeschränkungen in Hotspots faktisch ein Lockdown für Ungeimpfte."*

    Mit dieser offen zur Schau getragenen konfrontativen Positionierung verhärtet er die Fronten. Dabei ist möglicherweise bereits der Zeitpunkt erreicht oder wird bald erreicht, wo sich Söder dann dahingehend korrigieren muss, dass er nicht mehr zwischen Ungeimpften und Geimpften unterscheiden muss, sondern zwischen doppelt und dreifach Geimpften.

    Das deutet sich ja schon darin an, dass er die 2G und die 2GPlus-Regel erwähnt. Und immer mit diesem unterschwellig aggressiv konfrontativen Gönnergehabe. Pfui Deibel. <X

    Das Schlimme daran ist: Selbst wenn er in der Sache Recht haben sollte und eine Impfpflicht Not tut, dann hat Söder ihre Einführung bereits mit seinem haltlosen Geschwätz erheblich erschwert. Was ihn aber ggf. nicht davon abhalten würde, bei jeder Gelegenheit drauf hinzuweisen: "Hab' ich ja glei gesacht, dass mer die Impfpflicht brauche, gell!"

    Quelle: Die Welt vom 22.11.21

    Mit Rückendeckung aus der CSU: Söder fordert allgemeine Impfpflicht - Kritik an Spahn
    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich mit Unterstützung aus seiner Partei für eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland ausgesprochen. Für…
    www.rnd.de