Der Anteil an Tempo-30-Straßen im Straßennetz Helsinkis beträgt Anno 2025 entsprechend der Aussage des zuständigen Verkehrsplaners erst 50%. In Straßen mit Schulen gäbe es angeblich Pläne (!) demnächst (!) dort T30 einzuführen. Der Anteil der T30-Straßen im Berliner Netz beträgt schon seit 3 Jahrzehnten 60%, Schulen ohne T30 gibt es dort auch schon lange gar nicht mehr. Wenn Korrelation wie nahegelegt Kausalität wäre, müsste man schlussfolgern, dass T30 die Getötetenzahlen erhöht und nicht senkt.
Tempo 30, das hatte ich schon oben geschrieben, wird in Helsinki strenger überwacht als in Berlin.
Aber noch was anderes Interessantes ist mir aufgefallen:
Diese Aufnahme der Tempo 30 Straße in Helsinki ist von 2024.
Nur wenige Schritte weiter ist das Foto von der selben Straße mit dem selben Schildermast, aber mit einem Tempo 40 Schild statt einem Tempo 30 Schild. Und diese Aufnahme ist von 2017. Das heißt: Es muss genauer geschaut werden, wie die Entwicklung in der Vergangenheit war. Möglicherweise wurde in Helsinki über einen langen Zeitraum konsequent daran gearbeitet, das tatsächlich gefahrene Tempo zu reduzieren. Und in Berlin wurde nur daran gearbeitet, Tempo 30 Schilder aufzuhängen.
Aber mal ganz unabhängig von den Details. Worauf willst du eigentlich hinaus, mit deiner Kritik an dem SZ-Artikel über Helsinkis Erfolge bei der Verkehrssicherheit?
Meinst du allen Ernstes es sei egal, ob in einer Stadt Tempo 30 gefahren wird oder Tempo 50, auf die Unfallgefahr habe das Tempo, mit dem die Verkehrsteilnehmer unterwegs sind, keinen Einfluss? Und deshalb mache es auch gar keinen Sinn, ein niedrigeres Tempolimit anzustreben, als das jetzt geltende Tempo 50 innerorts? Tut mir leid, da kann ich nicht mitgehen. Aber vielleicht willst du uns auch was anderes sagen. Bloß was?