In Deutschland sind 3,5 Millionen LKW zugelassen. Die Nachrüstung mit Abbiegeassistent plus Notbremsfunktion kostet vielleicht 3000 € pro Fahrzeug, macht also insgesamt etwa 10 Milliarden (plus nochmal der gleiche Aufwand für sämtliche ausländische LKW im Transit). Mit so viel Kohle kann man eine Menge sinnvolleres anfangen, zumal gefühlt 90% der Tote-Winkel-Unfälle von der überschaubaren Teilmenge an Bau- und Entsorgungsfahrzeugen verursacht werden. Wenn, dann könnte man über deren Nachrüstung reden.
Okay, die Nachrüstung alter LKW mit Abbiegeassistent, der eine Notbremsung machen kann, ist vielleicht wirklich zu teuer. Aber bei Neufahrzeugen feste mit verbaut ist das deutlich billiger, zumal der Notbremsassistent ja ohnehin bereits Vorschrift ist. Da ist die Verknüpfung mit dem Abbiegeassistent doch naheliegend.
Bei verschiedenen Entsorgungsfahrzeugen in Hannover konnte ich beobachten, dass dort immerhin tiefgehende Scheiben in der Fahrer- und Beifahrertür verbaut sind. Und die Nachrüstung mit einem Abbiegeassistent wurde an allen Fahrzeugen, auch den alten, vorgenommen. Aus den von dir bereits erwähnten Kostengründen jedoch ohne Notbremsfunktion.
HAZ vom 25.4.19:
"Region Hannover rüstet Lastwagen mit Abbiegeassistenten nach"
In dem Artikel steht:
"Die Region Hannover rüstet alle schweren Einsatzfahrzeuge ihrer Straßenmeistereien mit Abbiegeassistenten nach. Die Geräte sollen helfen, Unfälle zu vermeiden. Die Region will zum Nachahmen animieren."