Beiträge von Ullie

    Gleichberechtigung. KFZ und Radler gleichberechtigt. Wenn KFZ Radler zu dicht überholen oder gefühlt gefährden -> Radweg. Die objektive Sicherheit ist nicht so wichtig, Hauptsache die Leute fahren mehr Fahrrad. Besonders die Kinder, alten, schwachen und ängstlichen. Die anderen tun es ja bereits, sofern sie wollen.

    Ist deine Antwort jetzt so zu verstehen, dass die Kinder, die Alten, die Schwachen und die Ängstlichen besser aufs Fahrradfahren verzichten sollten? Ich frage da mal ganz provokant direkt nach, denn leider habe ich bei einigen Antworten hier, auch bei deiner, den Eindruck gewonnen, dass genau das gemeint sei.

    Achtung, diese Umfrage ist fiktiv, sie soll dazu dienen, eine andere Umfrage, die Yeti zitiert hat, besser einordnen zu können. Trotzdem kann natürlich jeder dran teilnehmen.

    Die Geschichte wird natürlich gerne von anderen Medien aufgegriffen, inkl. Schnell-Abstimmung per Herzchen oder Wutsmiley.

    Die Option, dass Fahrräder auf Landstraßen nichts zu suchen hätten, hat bisher die meisten "Likes". Der nächste Road-Rage ist also demokratisch legitimiert.

    Das übliche Problem bei diesen Abstimmungen ist, dass wir in einer Autofahrer*innen-Mehrheitsgesellschaft leben.

    Ich habe eine entsprechende Umfrage kreiert, in der noch deutlich mehr Autofahrer ihre Tempoversessenheit zum Ausdruck bringen würden. Ich weiß allerdings nicht, ob die Forumsbesucher*innen einen repräsentativen Gesellschaftsquerschnitt repräsentieren.

    Der Fahrgastverband Pro Omnibus fordert Tempo 60 auf Landstraßen. An Omnibus-Haltestellen, sollen außerdem Autofahrer*innen hinter den haltenden Omnibussen warten müssen. (Soweit ich weiß, gibt es keinen Fahrgastverband Pro Omnibus. Das ist Absicht, es soll absichtlich ein fiktiver Name sein.)

    Weil das Winken mit dem Limit bloß eine politische Erpressung ist, s.o.. Da muss man schon mit schockierend absurden Forderungen auftrumpfen.

    Nach meiner Beobachtung ist an vielen Landstraßen an Stellen, an denen wegen Kurven oder Kuppen oder Baumbestand ein niedrigeres Tempolimit als die generellen Tempo 100 max. außerorts angeordnet sind, Tempo 70 angeordnet. Nur selten erlebe ich an Landstraßen Tempo 60, oder Tempo 50 oder gar Tempo 30 max. Schilder. Selbst dann nicht, wenn zum Beispiel eine Bushaltestelle am Straßenrand ist.

    Selbst wenn deine These zuträfe, der ADFC, versuche mit Tempo 70 max. die Autofahrer, (Die Verkehrspolitker, die Verkehrsbehörden?) zu "erpressen", würde sich doch die Frage stellen, warum dann Tempo 70 gefordert wird.

    In dem von Yeti verlinkten NDR-Beitrag sagt der Verkehrsexperte Prof. Mark Vollrath, Tempo 100 oder Tempo 70 ist beinahe komplett irrelevant für die Frage der Verkehrssicherheit für den Fahrradverkehr und rät zu Tempo 50 km/h. Deshalb fordert er getrennte Wege überall außerorts.

    Er sagt aber nichts zu der Zeitschiene, bis wann die verwirklicht sein sollen und er sagt auch nichts zu Übergangslösungen, sollen Fahrradfahrende zu Hause bleiben, bis es so weit ist, oder sollen Landstraßen auf Tempo 50 km/h begrenzt werden, wenn kein Fahrradweg vorhanden ist.

    Wenn ich mich recht erinnere, sagtest du zu dem Thema an anderer Stelle einmal: Fahrradfahrer*innen sollten außerorts möglichst weit rechts fahren und aufmerksam darauf achten, ob sich ein Auto von hinten nähert und ggf. "sprungbereit" sein, um sich im Straßengraben in Sicherheit zu bringen. Oder hab ich das jetzt zu sehr überspitzt, was du dazu sagtest?

    Im Vergleich zu diesen beiden Aussagen ist doch die ADFC-Meinung geradezu ein gelungener Kompromiss.

    Also besser 70 mit und 100 ohne Radweg ... *flöt*

    Oder einfach immer 70 oder 80 agO als Standard, das rettet sicher auch paar Autofahrer, paar Füchse und Rehe und die Umwelt allgemein ...

    Warum eigentlich 70 km/h?

    Meines Erachtens gibt es dafür keine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage, sondern es ist ein rein politisch festgelegter Wert, der nicht methodisch zum Beispiel aufgrund von Unfallfolgen-Gefahren abgeleitet ist.

    Bei Linienbussen gilt, dass sie auf der Landstraße Tempo 80 fahren dürfen, wenn alle Fahrgäste einen Sitzplatz einnehmen.

    Mit stehenden Fahrgästen darf ein Linienbus auf Landstraßen nur Tempo 60 fahren. Tempo 60 gilt auch für LKW mit einem zul. Gesamtgewicht über 7,5 t. Ich bin nicht sicher, wie valide diese Tempovorgaben sind bezüglich Erhöhen der Verkehrssicherheit. Aber es scheint mir, dass Tempo 60 max. für alle auf der Landstraße deutlich mehr Sicherheit gewährleisten kann, als hie und da mal Tempo 70 km/h.

    ja, aber es braucht doch keinen vorgeschobenen grund für die Forderung.

    Es gibt doch x valude Gründe, Autoverkehr nicht ausufern zu lassen. Auch ohne "Radverkehr" in den Ring zu werfen

    Solche pauschalen Aussagen hinken oft, wenn man versucht, sie auf konkrete Vorgänge anzuwenden. Deshalb hier ein Beispiel aus dem Landkreis Schaumburg:

    Wenn man kurz vor dem Ortsende von Horsten nach links abbiegt, fährt man in die Straße Mühlenaue.

    Postalisch gibt es an der Straße noch eine außerorts gelegenen Mühle, die liegt aber hinter dem Ortsausgangsschild.

    Streetview 2022:

    Foto Sep. 2025:

    Was mache ich nun, wenn ich mit dem Fahrrad (oder zu Fuß unterwegs bin)?

    Ich habe mich mit dem Fahrrad für den so gekennzeichneten Weg entschieden: [Zusatzzeichen 1022-10]

    Schon auf dem ersten Foto kann man im Hintergrund eine Brücke sehen. Die Auffahrt zur Brücke und die Brücke selbst sind an der Fahrbahn mit Leitplanken gesichert.

    Streetview 2022 (da war die Brücke bereits gebaut, aber noch nicht die Straße neu gebaut):

    Foto Sep. 2025:

    Für den "Radweg" der hinter den Leitplanken verläuft, gibt es ein Geländer.

    Das ist ein Rückblick nach Passieren der Brücke:

    Zunächst wieder Streetview 2022:

    Foto Sep. 2025:

    Und das ist der Ausblick in Richtung der nächsten Ortschaft (Riepen):

    Zunächst wieder Streetview 2022:

    Und im Vergleich das Foto von heute, Sep. 2025:

    Nach Auskunft von Ansässigen war es ein inzwischen verstorbener Bürgermeister von Bad Nenndorf (Horsten ist ein Ortsteil von Bad Nenndorf), der den "Radweg"-Bau beharrlich schon seit Ende der 90er-Jahre vorangetrieben hat und leider seine Inbetriebnahme nicht mehr erlebt hat.

    Auf der Straße ist relativ wenig Autoverkehr, aber es wird häufig viel zu schnell gefahren. Vielleicht wurden deshalb so massive Leitplanken im Brückenbereich und neben den Brückenauffahrten installiert.

    Vielleicht hatte der Bürgermeister keine Chance gesehen, "den Autoverkehr nicht ausufern zu lassen", wie du es formulierst und sich gedacht, dann soll wenigstens auch für den Fahrradverkehr etwas getan werden.

    Welche Chancen siehst du dafür, den Autoverkehr "nicht ausufern zu lassen"?

    Nachtrag: Meines Erachtens hätte der "Radweg" so nicht beschildert werden dürfen, wie es jetzt der Fall ist. Die Leute vor Ort, mit denen ich gesprochen habe, nennen den Weg alle "Radweg", obwohl es sich doch eigentlich um einen Fußweg handelt, der für den Radverkehr freigegeben ist. Dementsprechend hätte der Weg so ausgeschildert werden müssen. [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10]

    Das Problem beim ADFC ist doch nicht, dass er mehr Platz für Räder fordert, sondern in der Regel so machen will, dass der Autoverkehr freie Bahn hat und von anderen Verkehrsarten nicht behindert wird.

    Hättest du geschrieben: "Das Problem beim ADFC ist doch nicht, dass er mehr Platz für Räder fordert, sondern in der Regel auch kein Patentmittel dafür in der Tasche hat, dass der Autoverkehr sich freie Bahn verschafft, sodass er immer schneller fahren kann, und auf denen er von anderen Verkehrsarten nicht behindert wird." Dann könnte ich dir fast zustimmen.

    Weil du aber schreibst, dass Problem sei beim ADFC, stimme ich dir nicht zu. Das Problem ist bei uns allen in einer autozentrierten Gesellschaft. Diese Autozentriertheit wird aber von der Mehrheit der Gesellschaft nicht erkannt, ignoriert, geleugnet oder versucht kleinzureden. Der Anteil derjenigen, die das Problem erkennen und es beim Namen nennen, ist beim ADFC (und verschiedenen anderen Verkehrs- und Umweltinitiativen) deutlich größer als in der Gesellschaft üblich.

    "Vorwort Katja Diehl
    Katja Diehl ist Mobilitätsbotschafterin
    der Region Hannover.

    Mit einer Antriebswende ist es nicht getan!
    Auch elektrisch betriebene Autos verursachen Lärm, Mikroabrieb, Versiegelung und Raumverlust. Es ist ein wenig schade, dass es den Klimanotfall bedarf, um eine sozial gerechte und zukunftspositive Mobilität für alle aufzubauen.
    Aber wann, wenn nicht jetzt? Jeden Monat aufs Neue lesen wir in den Nachrichten, dass es wieder zu warm und zu trocken war. Wir beobachten das Frühblühen von Schneeglöckchen Ende Januar. Viele kleine Hinweise verdichten sich zur Gewissheit: Ein Teil der Klimakatastrophe ist bereits eingetreten. Doch noch können wir das Ausmaß begrenzen und uns zugleich eine Lebensqualität zurückerobern, die Stadt und Region Hannover mit der Autozentrierung verloren haben."

    Zitat aus dem Vorwort von Katja Thiel zum VERKEHRSENTWICKLUNGSPLAN, VEP 2035+ der Region Hannover
    Veröffentlichung in der Schriftenreihe „Beiträge zur regionalen Entwicklung“ Nr. 166

    Dieser Link führt zur hannover.de-Seite wo der VEP 2035+ heruntergeladen werden kann:


    https://www.hannover.de/content/download/898199/file/VEP%202035+%20Finale%20Langfassung.pdf

    Die ist zwar überflüssig, aber trägt sicherlich dazu bei, dass die Situation von Radfahrenden besser verstanden wird.

    Ist die zusätzliche Fahrradampel synchron mit dem allgemeinen Lichtsignal geschaltet, oder wird die früher grün / früher rot?

    Müsste ich zunächst mal überprüfen. Ich versuche bei der nächsten Vorbeifahrt dran zu denken.

    Bei vielen Ampeln (für Fußverkehr und Radverkehr) ist das so geschaltet, dass die etwas früher Grün werden als das Grün für den übrigen Fahrzeugverkehr.

    "Während des Pilotprojekts in Heidelberg werden keine Strafzettel auf Basis der Scan-Daten ausgestellt. Man nutze die Daten ausschließlich, um die Technik und die Abläufe zu testen, heißt es von der Stadt. Eine erste Auswertung des Projekts ist für das erste Quartal 2026 geplant. Danach wird entschieden, ob die Scan-Autos dauerhaft eingesetzt werden."

    Da hätte ich mir jetzt mal ein bisschen mehr Lindner gewünscht: "DIGITAL FIRST. BEDENKEN SECOND."

    https://cdn.prod.www.spiegel.de/images/1e8ab917-0001-0004-0000-000001186422_w705_r1.778_fpx44.97_fpy31.7.webp

    Was wohl "Bundesdigitalminister" Wildberger zu der Spiegelschlagzeile zur Parkraumüberwachung sagt: "Kennzeichenkamera statt Klemmbrett: Heidelberg testet ab Donnerstag ein Scan-Fahrzeug zur Parkraumkontrolle,..." (Zitat aus dem von littlet verlinkten Spiegelartikel)

    "Das Ziel ist klar: Ein Staat, der funktioniert – digital, effizient und bürgernah. Der promovierte Physiker Wildberger fasst zusammen: „Ganz klar: weniger Verwaltung – und die einfacher und schneller.“ In Zukunft sollen Anträge schneller bearbeitet werden, Papierkram reduziert und Verwaltungsleistungen bequem online zugänglich sein." https://www.cdu.de/aktuelles/cdu-…-und-digitaler/

    Schön wär's, wenn das bei der digitalen Parkraumüberwachung beherzigt würde.

    Seit Mitte 2024 wird die Harsefelder Straße umgebaut. Kürzlich wurde die nächste Kreuzung fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben. Das Baufeld wandert jetzt das nächste Stück stadteinwärts.

    Mit Fachliteratur kann ich leider nicht dienen, aber mit dieser streetview-Aufnahme einer ähnlichen Situation in Hannover.

    In Hannover ist eine weitere Radverkehrsampel installiert, die vor der Kreuzung steht: https://www.google.com/maps/@52.37006…SoASAFQAw%3D%3D

    Falschparker in Wohnvierteln: Hannover will mehr kontrollieren und abschleppen
    Vor allem in den Abendstunden werden in vielen dicht besiedelten Wohnvierteln regelmäßig illegal Kreuzungen oder Bürgersteige zugeparkt. Die Stadt Hannover…
    www.haz.de

    https://archive.ph/ReXiV

    Mal schauen, was draus wird!

    Immerhin wird in dem Artikel angekündigt, die Stadt wolle jetzt die späten Abendstunden nicht mehr weitgehend widerstandslos den Falschparkern überlassen: "Zuständig für die Kontrollen ist üblicherweise der Verkehrsaußendienst der Stadt. Außerhalb dessen Dienstzeiten soll der städtische Ordnungsdienst diese Aufgabe bis in die späten Abend- und Nachtstunden übernehmen."

    Eine weitere Nachricht ist interessant: "Immer wieder gibt es Kritik, dass die Stadt zu wenig gegen illegales Parken unternehme. Jetzt kündigt sie an, dass sie konsequenter Verstöße ahnden und auch häufiger Falschparker abschleppen will."

    Kurios: Bisher wurden grobes Falschparken mit Behinderung dem Artikel zufolge nicht mit Abschleppen geahndet. Das entspricht auch meinen Erkundungen bei einzelnen Verkehrsaußendienst-Mitarbeiter*innen. Beim Thema Abschleppen wird abgewiegelt: "Man könne ja nicht immer gleich ...", "Die Voraussetzung sind sehr streng und eng eingegrenzt ..."

    Möglicherweise kann man doch öfter mal Abschleppen, als man das bisher für möglich hielt beim Verkehrsaußendienst.

    Nur: Warum hat man das nicht bisher schon so gemacht?

    Es kommt häufiger vor, dass Radfahrer dort entlang fahren, aber ich habe bisher nicht beobachtet, ob die dann wie vorgeschrieben rechts abbiegen oder nicht. Ich selbst habe das noch nicht gemacht.

    Ich vermute, dass es nur wenige Fahrradfahrer*innen gibt, die das Rechtsabbiegen-Gebot auf sich beziehen. Und wenn doch, dann werden sie entweder ganz legal auf den Parkplatz fahren und dann gleich wieder runter, sodass sie bei dem Ampelüberweg ordnungsgemäß auf die gegenüberliegende Straßenseite gelangen.

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    Oder sie steigen ab und schieben an dem Verkehrsschild mit dem Rechtsabbiegeverbot ihr Fahrrad vorbei und nutzen dann den Ampelüberweg. Auch das wäre regelkonform. Aber vermutlich gibt es unter den Fahrradfahrenden, die das Rechtsabbiege-Gebots-Schild richtig erkennen und interpretieren auch viele, die sich einfach sagen, es wäre zu kompliziert gewesen, ein Zusatzschild zu entwickeln, dass den Fahrradfahrenden die Möglichkeit eröffnet geradeaus zu fahren, aber gleichzeitig verwehrt, nach links abzubiegen. Denn dort lauert die Stadtbahn als Gefahr.

    Die interpretieren dann die Kombistreuscheibe der Ampel als Aufforderung, mit dem Fahrrad weiter geradeaus zu fahren.

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    Auf der anderen Seite des Ampelüberwegs führt dann ein Weg durch einen Park. In Hannover dürfen solche Wege in Grünflächen von Fahrradfahrer*innen benutzt werden. Ich vermute, in Köln ist das auch so.

    Der Unfall, auf den Silence aufmerksam gemacht hatte, ist schon schlimm genug. Noch schlimmer ist es, dass die Radverkehrsinfrastruktur so angelegt ist, dass man den Eindruck hat, es sei gar nicht gewollt, dass der Radweg an der Aachener Straße benutzt wird, sondern es sich eher empfiehlt, die Parallelstraße, den Kirchweg zu befahren.

    Sie stimmen mir zu, dass insbesondere der Zweirichtungsverkehr an den Kreuzungen mit abknickender Vorfahrt höchst problematisch ist und fordern am Ende, dass das deshalb angeordnet werden soll? Das wird doch nicht sicherer dadurch, dass man es offiziell erlaubt.

    So kann man das nicht sagen. Und so habe ich es auch nicht gesagt.

    Das dort einfach Fahrbahnfahren angeordnet wurde, wo vorher Hochbord-Pflichtfahren angeordnet war, das ist meines Erachtens eine sehr unglückliche Aktion gewesen. Ob sich das jetzt noch korrigieren lässt, indem man jetzt doch das Hochbord-Fahrradfahren in der Form von [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1000-33]sehe ich als eine Option.

    Eine andere Option ist es zu prüfen, ob wirklich diese abknickende Vorfahrtsstraßen notwendig sind. Und ob diese Einbahnstraßenregelung mit der riesigen Sperrfläche nötig ist. Gäbe es das nicht, dann wäre das eine Vereinfachung und es gäbe auch nicht das abknickende Vorfahrtsstraßenproblem, dass ja auch den Fußverkehr ganz erheblich beeinträchtigt, weil viel Fahrzeugführer*innen sich auf der abknickenden Vorfahrtsstraße dem Fußgänger-Geradeausverkehr gegenüber vorfahrtsberechtigt wähnen.

    Und ich hatte ganz ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es ein großes Manko ist, dass es nur auf einer Seite einen Bürgersteig gibt im Heidbecker Damm.

    Breite Bürgersteige auf beiden Seiten mit der Erlaubnis [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10](aber jeweils nur in Fahrtrichtung) oder mit Fußweg und Angebotsradweg[Zusatzzeichen 1022-10] wären eine sichere Lösung. Und schnelle Fahrradfahrerinnen können die Fahrbahn benutzen.

    Was auch überlegenswert ist und schneller umgesetzt werden könnte: Tempo 30 max.

    Fahrradpiktogramme auf die Fahrbahn, oder wenn genügend breit, Fahrradschutzstreifen sind weitere Optionen.

    Aber ich sage das alles unter Vorbehalt, weil ich zu wenig über die Details vor Ort weiß.

    Einfach nur den Radverkehr auf einer Fläche verbieten, wo jahrzehntelang es für Fahrradfahrer*innen Pflicht war, mit dem Rad zu fahren, ist jedoch keine gute Lösung. Und dafür scheint mir die Notwendigkeit nicht gegeben. Zumal anscheinend andere Verkehrslösungen (Änderung der Vorfahrtsstraßenregelung etc.) gar nicht erst in Erwägung gezogen werden.

    Vorher war da [Zeichen 240] in beiden Richtungen. Das sorgt doch gerade für die Situationen, die keiner versteht.

    So war das früher. Da können Sie ja mal überlegen, wer in welcher Konstellation Vorfahrt hat.

    Carl-Benz-Straße / Klarenstrecker Damm / Heidbecker Damm

    Ich kann so oder so nicht sagen, wie ich da fahren würde, ich müsste es mir vermutlich erst mal vor Ort anschauen. Und da würde ich mich als erstes darüber wundern, warum die abknickende Vorfahrtsstraße eine Einbahnstraße ist. Und ob das immer schon so war, und warum da eine so große Sperrfläche markiert ist.

    Das ganze Fahrbahngewirr in dem Gewerbegebiet ist jedenfalls geplant und gebaut worden, ohne viele Gedanken an den Fußverkehr und Fahrradverkehr zu "verschwenden". Leider:rolleyes:

    Die Gründe dafür warum es da an manchen Stellen abknickende Vorfahrtsstraßen gibt, sind auch nicht offensichtlich.

    Hier ist eine Stelle, die ein ganz eindeutiger Beweis dafür ist, dass die verantwortlichen Verkehrsplaner*innen kein Herz für den nichtmotorisierten Verkehr hatten:

    Solche Trampelpfade wie der auf der streetview-Aufnahme, deuten auf gravierende Versäumnisse bei der Verkehrsplanung hin. Wie sollen denn die Menschen zur Bushaltestelle gehen, wenn sie nicht den Trampelpfad benutzen?

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    Warum hat der Heidecker Damm eigentlich nur auf einer Seite einen Gehweg, auf der anderen Seite ist eine Grünfläche, die dann auch noch vom örtlichen Renault-Händler als Verkaufsfläche benutzt wird:

    Ich befürchte tatsächlich, dass das Fahrrad-Fahrverbot auf der Straße Heidecker Damm, auf dem Gehweg , der vermutlich nicht sehr stark vom Fußverkehr benutzt wird, dazu führt, dass dort weniger Fahrradverkehr stattfindet, als wenn es im Sinne einer dualen Lösung zusätzlich zum Fahren auf der Fahrbahn die Möglichkeit gäbe, als Fahrradfahrer erlaubterweise zu Gast zu sein mit [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1000-33]. Da es nur auf einer Seite einen Fußweg gibt, sollte es die Radverkehrsfreigabe in beide Richtungen geben.

    Ein einseitiger Zweirichtungsradweg ist immer eine besondere Herausforderung, deshalb soll es so was ja auch nur außerorts geben.

    Kommt dann noch eine abknickende Vorfahrtsstraße dazu, macht es das nicht einfacher.

    Aber auch mit Einrichtungsfahrradweg ist eine abknickende Vorfahrtsstraße eine knifflige Sache:

    Street View-Ansicht von „Peiner Str.“ · Google Maps
    30519 Hannover-Döhren-Wülfel
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    An der Kreuzung im Bild verläuft die nach rechts abknickende Vorfahrtsstraße von der Peiner Straße in die Straße Hoher Weg.

    Einige Jahre bin ich dort regelmäßig mit dem Fahrrad gefahren. Wenn ich mich recht erinnere sogar schon zu der Zeit, als der Hochbordradweg noch benutzungspflichtig war. Das wurde vor ca. 10 oder 15 Jahren geändert. Seitdem ist es nur noch ein Angebotsradweg. Je nach Verkehrslage bin ich mal Hochbord und mal Fahrbahn gefahren. Weil mein Weg nicht nach rechts der abknickenden Vorfahrtsstraße folgte, ich musste geradeaus weiter fahren. Eigentlich bin ich das beim Geradeausfahren auf dem Hochbordradweg vorrangberechtigt gegenüber dem parallel verlaufenden Fahrzeugverkehr, der nach rechts abbiegt, um auf der Vorfahrtsstraße zu bleiben.

    Eigentlich! Tatsächlich musste ich höllisch aufpassen, viele Autofahrer halten es für selbstverständlich, dass sie der abknickenden Vorfahrtsstraße folgend gegenüber dem parallel verlaufenden Fahrrad- und Fußgänger-Geradausverkehr Vorrang haben.

    Irgendwann hatte die Stadtverwaltung das winzige Vorfahrt-Achten-Zeichen da aufgestellt, wo jetzt der Fahrradfahrer warten muss, der den Angebots-Hochbordradweg benutzt, um den Fahrzeugverkehr passieren zu lassen, der der abknickenden Vorfahrt folgt.

    Ganz blöd ist dadurch die Situation für den Fußgänger-Geradeausverkehr geworden, denn für den gilt das winzige [Zeichen 205] Schild nicht, den Autofahrer bestärkt es aber, dass er nicht nur Fahrradfahrer*innen auf dem Hochbordradweg gegenüber Vorrang hat, sondern auch dem Fußgänger-Geradeausverkehr gegenüber Vorrang hat.

    Andererseits, wer schaut schon auf so ein winziges Schild? Und Fahrradfahrer*innen sind in der Regel so vorsichtig, dass sie nicht einfach so darauf vertrauen, wenn sie Vorrang haben, dass sie auch wirklich Vorrang bekommen. Viele Fahrradfahrer*innen beschäftigen sich deshalb auch nicht mit solchen Sonderfällen, sondern vertrauen da eher auf ihre Intuition.

    Und vielen Fußgänger*innen ist ja schon an normalen Kreuzungen nicht klar, dass sie beim Geradausgehen vorrangberechtigt sind gegenüber Fahrzeug-Abbiegeverkehr.

    Mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn hatte ich übrigens nicht das Gefühl irgendeinen Vorteil zu haben an der abknickenden Vorfahrtsstraße im streetview-Bild. Ich fürchte es ist für einen Fahrradfahrer auch kein großer Gewinn, wenn er auf der abknickenden Vorfahrtsstraße auf der Fahrbahn fährt.

    Ist eigentlich auch auf diesem Abschnitt zwischen Rudolf-Diesel-Straße und Ottenbecker Damm früher das Fahrradfahren auf dem Hochbord erlaubt gewesen oder mit Blauschildern angeordnet gewesen?

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    Es würde mich jedenfalls nicht weiter wundern, wenn dort immer noch von vielen Fahrradfahrer*innen der Hochbord benutzt wird. Und es ist vermutlich so, dass Autofahrer*innen dort schneller als mit den erlaubten 50 km/h unterwegs sind.

    ;)Überhaupt: Rudolf-Diesel-Straße, direkt nebendran: Gottlieb-Daimler-Straße, wo ist denn die Karl-Drais-Straße?;)

    Das dauert umso länger, je unklarer es kommuniziert wird und je länger man den Leuten Zeit gibt, Widerstand zu formieren. Wenn man die Bedenkenträger dann auch noch von offizieller Seite bestätigt, ist es fast zum Scheitern verurteilt.

    Was ist so verkehrt daran, den Leuten Zeit zu geben? Veränderungen zu diskutieren ist ein berechtigtes Anliegen! Duale Radverkehrslösungen können dazu beitragen, Veränderungen zu diskutieren. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat man in der Straße Heidbecker Damm quasi in einer "Nacht- und Nebelaktion" einen bisher benutzungspflichtigen einseitigen Zweirichtungsradweg wegradiert und von den Fahrradfahrenden erwartet, dass sie ab sofort die Fahrbahn benutzen sollen?

    Wenn das tatsächlich so gelaufen ist, dann liegt der Verdacht nahe, dass die Verwaltung das im Hoppla hopp so durchgesetzt hat, damit möglichst wenige Fahrradfahrende tatsächlich auch die Fahrbahn benutzen. Vielleicht sogar in der Absicht, möglichst schnell wieder die Blau-Schilder aufzustellen.

    Das mit den Kreuzungen werde ich mir nochmal genauer anschauen. Abknickende Vorfahrt ist immer ein heikles Thema. Letztlich auch in Bezug auf den Fußverkehr, der als Geradeausverkehr seinen Vorrang gegenüber den abbiegenden Fahrzeugen nicht verliert, auch wenn der Abbiegeverkehr der Vorfahrtsstraße folgt.

    Ein ähnliche Situation haben wir dann nochmal an der nächsten Kreuzung

    https://maps.app.goo.gl/ioH8dC4FwX2XWu9NA

    Wer hier auf dem rechtsseitigen Weg fährt, kommt aus der Vorfahrtstraße, aber die Gehweg-Geisterradler aus der anderen Richtung nicht. Die Leute beschweren sich dann über die schlechte Gestaltung der Kreuzung, begreifen aber nicht, dass das Problem nur dadurch entsteht, dass sie auf dem Gehweg fahren.

    Ist es nicht ein ganz anderes Problem, dass diese Fahrradfahrer*innen haben? Sie verstehen nicht, dass sie einfach nur am rechten Fahrbahnrand fahren müssen und an der Kreuzung absteigen und zum Fußgänger werden müssen, dann haben sie den Vorrang. Naja zumindest gegenüber dem Abbiegeverkehr auf der Vorfahrtsstraße. Sie können sich dann legal in die Vorfahrtsstraße hinein manövrieren, ohne dem abbiegenden Autoverkehr auf der Vorrangstraße Vorrang gewähren zu müssen.;)

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    Möglicherweise wäre eine duale Verkehrslösung mit [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1000-33] besser gewesen.

    Gilt eigentlich Tempo 50 auf dem Heidbecker Damm? (Vermutlich ja, ich sehe keine 30-Schilder) Und wurde erwogen, bei der Umgestaltung der Verkehrsführung Tempo 30 einzuführen? Vermutlich nicht, falls die Idee überhaupt aufkam, war vermutlich schnell jemand zur Stelle, der auf die Vorfahrtsstraßenregelung verwies, und dass man da doch 50 fahren können müsse...

    Ja, und so war das angesichts der vielen Enten und Stille-Post-Fehler zu dem Thema auch gemeint. Selber mal kritisch Recherchieren ist in den Redaktionsstuben offenbar völlig aus der Mode gekommen. Stattdessen bedient man lieber unreflektiert die gängigen Klischees und paraphrasiert die Verlautbarungen der Verkehrswende-Agitation.

    Ich bezweifle, dass du selbst all zu kritisch recherchiert hast. Ich will von mir gar nicht sagen, dass ich der Experte wäre. Das sagen einzelne andere im Forum allerdings gerne über sich.

    Als "Semi-Experte" habe ich einen weiteren google-maps Ausflug nach Helsinki unternommen. Und dabei bin ich auf diese Tempo 40 Straße gestoßen:

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    Wieviele Tempo-40-Straßen gibt es eigentlich noch in Helsinki? Und im Vergleich dazu in Berlin? In Stuttgart gibt es ja ein beinahe flächendeckendes Tempo 40 in der Stadt (Umweltschutzauflagen).

    Aber wird in Stuttgart sonderlich intensiv kontrolliert, ob sich auch alle an Tempo 40 halten? Ich hatte nicht den Eindruck. Und wieviel Tempo 40 Straßen gibt es in Berlin?

    Ist das denn nun Faulheit beim Artikelschreiber, oder hat er es vielleicht recherchiert, aber nicht für hinreichend wichtig erachtet, um darüber zu schreiben? Und hast du bei deiner Darstellung diesen Hintergrund mit bedacht. Schließlich sieht es so aus, dass es in Helsinki mehr Tempo 30 und Tempo 40 zusammengenommen gibt, als in Berlin, wo Tempo 40 anders als in Stuttgart kaum vorkommt.