Beiträge von arvoituksellinen

    Dass Logistik früher (vor ungefähr 50 Jahren) anders gehandhabt wurde als heute, kenne ich aus den Erzählungen meines Schwiegervaters, der in einem kleinen (damals noch selbstständigen, heute nach Neuwied am Rhein eingemeindeten) Dorf wohnte. Dieses Dorf hatte - selbstverständlich - einen Güterbahnhof. Als die Familie im Versand einen Sessel bestellt hatte, wurde der per Bahn am Güterbahnhof angeliefert, per Post kam die Benachrichtigung, und dann nahm er den Bollerwagen, lud den Sessel auf und brachte ihn damit nach Hause. (Heute würde man vielleicht ein Lastenfahrrad nehmen.) Damals, Mitte der 60er Jahre, völlig normal.

    Ein weiterer Fall aus der Pfalz: Im Westen von Kaiserslautern ist die B270 nach Norden für Radfahrer gesperrt. Der Stadtteil Siegelbach und das neue Industriegebiet Nord sind damit nicht direkt per Rad zu erreichen (vgl. Pannenflicken 2012, die Situation ist seither nicht besser geworden). Die Ausweichstrecke für Radfahrer führt in einem Riesenbogen durch den Wald, über wassergebundene Wege. Und an Winterdienst ist natürlich nicht zu denken.

    Ich habe auch ein Auto, das viel zu groß und teuer ist für unseren Zweipersonenhaushalt. Aber es gefällt mir, es ist ein Klassiker, und es macht mir Spaß, genau dieses Auto zu besitzen. (Dass ich es nur wenig nutze, ist ein anderes Kapitel.) Ich habe an anderer Stelle schon mal gesagt, dass ich in den sieben Jahren, in denen ich das Auto fahre, schon so viel Geld reingesteckt habe (Anschaffungskosten; reine Haltungskosten wie Steuer und Versicherung; Betriebskosten; Wartungskosten; Nebenkosten), dass ich mir für diese Jahre fast eine Bahncard 100 hätte kaufen können. Natürlich ist das irrational, ich weiß. Aber es macht eben auch Spaß.

    Gegenspieler

    Ich habe durchaus nichts dagegen, innerhalb eines Themas mal (!) auf Abwege zu geraten -- ich bin selbst einer, der manchmal vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt.

    Ich bitte aber zu bedenken: Satzzeichen sind so billig, da kann man ruhig mehr von nehmen. Beiträge, in denen Sätze über vier Zeilen mäandern, ohne dass ein einziges Komma den Lesefluss etwas gliedert, sind mir zu schwer zu lesen.

    Udo Vetter berichtet in seinem Lawblog von einem Vorfahrtsunfall zwischen zwei Radfahrerinnen. Und zitiert nebenbei aus einem Grundsatzurteil des BGH. dessen Begründung UV in dem bemerkenswerten Satz zusammenfasst: "Verkehrsregeln müssen klar und einfach sein. Ansonsten bricht Chaos aus."

    Ob man das mit den "einfachen und klaren" Verkehrsregelungen auch mal einigen Straßenverkehrbehörden stecken könnte?

    Der "Raudi" ist laut aktuellem Duden ein "(jüngerer) gewalttätiger Mensch". Gehe ich Recht in der Annahme, das "Ochsenzoll" das ist, was hierzulande mit "Klingenmünster" beschrieben wird (psychiatrische Einrichtung).

    Davon ab: Ich verstehe die Fragen des Herrn Thering nicht recht. Was meint er? Frage 1 scheint mir sehr interpretationsbedürftig. In Frage 9 ist von "repressiven" Schwerpunkteinsätzen die Rede -- "repressiv" ist laut Duden "unterdrückend". Therings ganzer Ansatz scheint darauf hinauszulaufen, ein Nebenproblem aufzubauschen -- die meisten Unfälle mit Radfahrerbeteiligung werden durch doch Autofahrer verursacht. (Ach, ich predige dem Chor.)

    Bekommen wir die Antworten des Senats auch zu sehen? Ich könnte darauf wetten, dass es jede Menge schmallippige Ein-Satz-Antworten gibt.

    In der Wochenend-Ausgabe unserer Regionalzeitung "Die Rheinpfalz" stand heute im Autoteil ein kurzer Text unter der Überschrift "Vorsicht statt Vorrang". Er richtet sich an Radfahrer, die - um das Umfahren durch Lkw zu vermeiden - besser auf ihren Vorrang verzichten, Sichtkontakt herstellen, bei Unklarheiten lieber stehen bleiben sollen bla bla bla. Im Wesentlichen gibt der Text eine dpa-Meldung wieder, die allerdings schon etwas älter ist (z.B. hier).

    Das ewige Victim Blaming (ihr kennt die Leier)! Man kann nur sagen: Wenn Radfahrer nicht so aufmerksam fahren würden, dann gäbe es noch viel mehr Tote.

    Ich habe gerade mal in diese Kommentare reingelesen. Wie oft da das Ironie-Tag vergessen wurde, ist erschreckend. DIe können das doch nicht ernst meinen, oder ...?

    Zitat

    endlich normale Vorschläge zur Verkehrspolitik. Ich rege mich jedes mal auf, wenn breite Straßen zugunsten breiterer Fahrradwege künstlich schmaler gemacht werden. Diese autofeindliche Politik muß endlich beendet werden. Früher hat wenigstens die Union solchen Unsinn gestoppt. Jetzt muß das halt die AfD machen.

    Na endlich denkt mal eine Partei an die unterdrückten Autofahrer! Und jetzt müssen nur noch die unzumutbaren Geschwindigkeitsbeschränkungen aufgehoben werden!

    Natürlich müssen die Geschwindigkeitsbeschränkungen weg. Diese ganzen Tempo-30-Zonen halten einen nur auf. Und heutige Autos sind nun einmal viel sicherer als vor 20 Jahren, deswegen halte iich die gängigen Geschwindigkeitsbeschränkungen inner- wie außerorts für Relikte von vorgestern.

    Wenn ich morgens nach Köln reinfahre, habe ich regelmäßig Stau trotz vierspuriger Straße. Ich verstehe nicht, dass man da die Straße nicht auf sechs oder acht Spuren ausbaut. Das hat den Vorteil, dass der Verkehr zügig abfließt und es daher auch weniger Abgase gibt, das ist obendrein also noch gut für die Umwelt. Das Geld wäre ja sogar da, aber das muss man ja derzeit für Wichtigeres ausgeben.