Beiträge von Malte

    Vor ein paar Tagen habe ich zwei Luftdaten-Sensoren gekauft.

    Das erste Problem war: Ich ging davon aus, man müsse den Kram nur noch zusammenstecken. Tatsächlich ist aber für den Temperatursensor ein Lötkolben notwendig. Das zweite Problem war: Weil ich dicke Finger habe, kaufte ich gleich zwei davon. Nun gut. Leider habe ich aber weder einen Lötkolben noch Lötzinn.

    Weil es in meiner Gegend quasi keinen Elektronikfachmarkt mehr gibt — das Eletronik-HiFi-Center in Rendsburg, das ich früher häufig besucht habe, schloss letztes Jahr — wird es wohl auf eine Bestellung im Internet hinauslaufen.

    Wenn ich mich bei Reichelt oder Conrad durch das Sortiment klicke, verliere ich schnell den Überblick. Kann mir da jemand irgendwas empfehlen? Ein einfacher Lötkolben genügt, mehr als drei oder vier Mal im Jahr werde ich ihn wohl nicht anwerfen, aber es darf trotzdem gerne etwas teurer sein, wenn die Qualität stimmt.

    Nun ist es offiziell

    Biden hat gewonnen ( laut CNN, NBC und AP

    Tja, da komme ich vom Radfahren nach Hause und habe mit solchen Nachrichten nun gar nicht mehr gerechnet.

    Ob Trump selbst das akzeptiert oder wird er der erste Ex Präsident, der vom Secret Service aus dem Weißen Haus geführt wird?

    Er hat ja in der Vergangenheit mehrfach deutlich gemacht, dass man ihn aus dem Weißen Haus tragen müsste. Ob er diese Drohung wahrmacht? Eigentlich gibt es ja wenig Anhaltspunkte, warum er sein Verhalten ändern sollte.

    Es ist eines der wichtigsten Naturgesetze. Wenn die Sonne tief steht, dann müssen Kraftfahrer andere Verkehrsteilnehmer übersehen.

    Das klingt dann so: Weil Sonne tief stand: Autofahrer verletzt Radlerin in Essen

    Weiter unten folgt dann noch der obligatorische Absatz mit Handlungsempfehlungen der Polizei, der zwar irgendwie neutral formuliert ist, also sich sowohl an nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer als auch an Kraftfahrer wendet, aber sicherheitshalber allzu starke Reizphrasen wie „Geschwindigkeit reduzieren“ oder „langsam fahren“ vermeidet und sich dann im Endeffekt doch nur wieder an nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer und deren soziale Pflicht zum Tragen einer Warnweste wendet.

    Wobei ich mich ja echt frage: Wo steht denn Anfang November die Sonne um 13:50 Uhr schon so tief, dass man die Übersehen-Karte spielen kann?

    Aber rechts? So ein Brocken Stimmen zu 100% für Biden? Wie kann das sein?

    Wäre das ein schnell korrigierter Eingabefehler, wäre ja auch diese Kurve korrigiert worden.

    Hat jemand eine befriedigende Erklärung dafür?

    Nach dem, was CNN momentan alle fünf Minuten erklärt, gibt es Countys, in denen fast 95 Prozent der Briefwähler für Biden gestimmt haben. Wenn diese Countys ihre Briefwahlstimmen bekanntgeben, passiert das, was auf der rechten Grafik zu sehen ist.

    Trump hat seine Anhänger aufgerufen, am Wahltag ins Wahllokal zu gehen, weil die Briefwahl unsicher und fälschungsanfällig wäre, Biden hat seine Anhänger aufgerufen, per Briefwahl zu stimmen, um sich im Wahllokal nicht mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Und das schlägt sich dann eben auch in den Auszählungsergebnissen nieder.

    Ich bin dort vorhin noch einmal vorbeigefahren. Die Sache geht jetzt so los:

    Und geht dann so weiter:

    Immerhin hat die Stadt Kiel aus dem tragischen Unfall vor zehn Jahren gelernt und das Verkehrsschild mit einer Schutzbake „gesichert“. Ist natürlich trotzdem die Sache, dass normalerweise das Gehwegradeln ordnungswidrigkeitenbewehrt ist, aber hier irgendwie erwartet wird, dass Radfahrer ganz selbstverständlich, Schwubbeldiwupp, an dem Schild vorbeifahren. Im Sinne der Straßenverkehrs-Ordnung muss hier aber selbstverständlich abgestiegen und um das Schild herumgeschoben werden — alternativ das linke Pedal heben, den Kopf senken und auf den verbleibenden fünf Zentimetern des Radweges vorbeifahren.

    Aber man hat sich ja schon daran gewöhnt, dass Verkehrsschilder, die allein den Kraftverkehr interessieren, auf dem Radweg abgestellt werden „müssen“, damit der Kraftverkehr nicht behindert wird. (Was ja im Übrigen nicht stimmt, denn mit ein bisschen gutem Willen ließe sich dieses Schild auch so aufstellen, dass der Radweg frei bleibt; dazu ist dann allerdings eine aufwändigere Aufstellvorrichtung notwendig, was ja hier im Endeffekt auch komplett egal ist.)

    Kurz darauf folgt dann der erste Staubsauger:

    Und das hier finde ich dann echt scheiße. Bitte entschuldigt meine Wortwahl, aber ich sag’s gerne noch mal: Scheiße. SCHEI?E!

    Ja, okay, die lustigen Staubsauger stehen jetzt auf dem Radweg und bleiben dort jetzt erst einmal für die nächsten zwei bis drei Jahre. Ja, okay, die Situation ist nunmal so wie sie ist und als unmotorisierter Verkehrsteilnehmer sind wir nun wieder die Leittragenden, wenn quasi alle erreichbaren Hebel in Bewegung gesetzt werden, damit der Kraftverkehr hier ungehindert fließen kann und die Messwerte im grünen Bereich bleiben. Alles klar, an diese Opferrolle muss man sich gewöhnen, wenn man mit dem Rad unterwegs ist.

    Und ja, natürlich wird davon ausgegangen, dass die lieben Radfahrer ganz ordnungswidrig auf dem Gehweg fahren werden, wenn der Radweg mit Luftreinigern versperrt ist. Aber dass man sich bei der Straßenverkehrsbehörde noch nicht einmal die Mühe macht, das Zeichen 237 zu verdecken und stattdessen wenigstens [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10], das empfinde ich als ziemlich frech. Hier wird ganz einfach davon ausgegangen, dass sich Radfahrer und Fußgänger schon irgendwie miteinander arrangieren werden, Hauptsache der Kraftverkehr fließt ungehindert.

    Und ich frage mich einmal mehr, warum diese blöde Luftmessstation nicht einfach abgebaut wird, anstatt diesen albernen Zirkus zu veranstalten.

    Und obwohl ich normalerweise nie auf irgendeiner Route am Theodor-Heuss-Ring vorbei komme, ärgere ich mich über diese Luftfilter. Einerseits werden wir angehalten, doch Bitteschön aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes mit dem Rad zu fahren, andererseits passiert abseits von ein paar Leuchtturmprojekten wie der Veloroute 10 nur sehr wenig für den Radverkehr, weil man es sich nicht mit den steuerzahlenden Kraftfahrern verscherzen kann. Die Menschen, die sich heute ohne Auto durch die Stadt bewegen, die tun das nicht wegen der tollen Radwege, wegen des tollen öffentlichen Personennahverkehrs, wegen der tollen Verbindungen für Fußgänger, sondern „trotz“ der miserablen Infrastruktur für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer und trotz der immer wieder steigenden Fahrpreise für den ÖPNV.

    Und als Dank dafür, sich Tag für Tag mit dem Rad in den übermotorisierten Straßenverkehr zu schmeißen, bekommen wir Staubsauger auf den Radweg gestellt, um die wir dann brav herumschieben dürfen. Da spürt man direkt die Wertschätzung seitens der Politik.

    Und trotzdem wird erwartet, dass wir uns zivilisiert verhalten und uns ganz artig mit diesen Staubsaugern arrangieren, damit der Kraftverkehr ungehindert fließen kann. Andauernd wird in den Ortsbeiräten und in den Kieler Autonachrichten über die Befindlichkeiten des Kraftverkehrs gesprochen, über die so genannte Parkplatzvernichtung, über Steuerzahler, die für ihre drei Kilometer zur Arbeit jetzt über eine Dreiviertelstunde brauchen, über Kinder, die ihre Eltern nicht mehr sehen, weil es in den Wohngebieten keine kostenlosen Parkplätze mehr gibt, über Stau und noch mehr Stau, aber ich habe nicht den Eindruck, dass es irgendjemanden interessiert, wie miserabel eigentlich die Situation für alle Menschen ist, die dummerweise ohne eigenes Auto auskommen müssen.

    Allerdings ist das ja grundsätzlich in jeder deutschen Stadt so. Aber nach meiner Kenntnis gibt es diese lustigen Staubsauger sonst nur noch in grün regierten Stuttgart am Neckartor, wo es aber an einem Radweg mangelte, um diese Albernheiten zu platzieren.

    Ich ziehe mir seit Dienstagabend hin und wieder CNN rein, die seitdem quasi gar nicht mehr aus dem Breaking-News-Modus rauskommen.

    Seit einer Viertelstunde spricht der ehrenwerte Präsident der Vereinigten Staaten von America und mir läuft gleich das Hirn durch die Nase. Was für ein beispielloser Angriff auf die Demokratie. Selbst FoxNews bezeichnet seine Rede als das, was sie ist: Voller Lügen.

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    Nur mal so zwischendurch:

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    Zerstörung des Planeten vorantreiben

    Dem Argument mag ich im Zusammenhang mit der Wahl widersprechen. Als Weltgemeinschaft betreiben wir gemeinsam die Zerstörung des Planeten, ganz unabhängig des Insassen des Weißen Hauses.

    Die Vereinigten Staaten sind übrigens heute, das ist natürlich perfekt durchchoreografiert, aus dem Pariser Weltklimaabkommen ausgetreten. Aber so sehr viel besser machen wir's in Deutschland und Europa auch nicht: Mit dem Kohleausstieg bis 2038 lässt sich unser Beitrag zum Klimaschutz nicht mit dem Ziel, deutlich unter einer Erwärmung von 1,5 K zu bleiben, vereinbaren. Unserer beständiger Ausbau der Autobahnen, das Festhalten und Lobbyieren für Verbrennungsmaschinen ist ebenfalls nicht mit 1,5 K zu vereinbaren. Solche Sachen wie die EU-Agrarreform von vor ein paar Wochen sind nicht mit 1,5 K zu vereinbaren. Der weltweit ansteigende CO2-Ausstoß ist nicht mit 1,5 K zu vereinbaren.

    Wir steuern momentan auf eine Erwärmung von 3 bis 8 K bis 2100 zu und wenn schon 2 K katastrophale Folgen bedeuten, dann ist's im Endeffekt auch egal, ob wir unseren Kindern und Enkelkindern 3 oder 8 K zumuten.

    Mit der US-Präsidentschaftswahl ist es eigentlich so wie mit dem Klimaschutz: In den Medien wird in Dauerschleife vorgerechnet, über welche Pfade Biden noch gewinnen kann, so dass das total plausibel klingt, aber in Wirklichkeit wäre eine Reihe hintereinandergeschalteter Wunder notwendig.

    Wie beim Klimaschutz: Das Pariser Weltklimaschutzabkommen wird nicht umgesetzt, wir bekommen unsere Emissionen nicht mal ansatzweise in den Griff, dann kommen solche Sachen wie Kohleausstieg bis 2038 und die EU-Agrarreform, aber, najaaaaa, irgendwie klappt es bestimmt trotzdem noch mit der Klimaneutralität bis 2025.

    Nun ja. Da muss nun aber noch ganz schön viel bei den Briefwahlstimmen passieren, damit Trump nicht doch noch gewinnt.

    Schon ein bisschen bezeichnend, dass die meisten Umfragen davon ausgingen, dass Trumps Chancen auf einen Sieg irgendwo bei zehn Prozent zu verorten wären.

    Natürlich noch „too close to call“, aber nach der Auszählung von zehn Prozent der Stimmen führt Biden in der GOP-Hochburg Kentucky:

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    Aber wie Nate Silver schon sagte: Wichtig ist das Endergebnis, nicht irgendwelche obskuren Zwischenstände, weil vielleicht die Auszählung in einer größeren Stadt begonnen wurde:

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    Was mich aber dann gleich wieder ärgert: Bei diesem 149-Euro-Scheinwerfer waren dann keine zehn Euro für ein ordentliches Frontglas drin. Busch & Müller verbaut hier offenbar Kunststoff, der bereits nach nicht einmal einem halben Jahr einige Abnutzungserscheinungen von aufgewirbelten Steinchen zeigt. Auf die Qualität des Lichtbildes hat das natürlich keinen Einfluss, nervt aber dann doch irgendwie.

    Am Bahnhofsrad habe ich jetzt den Busch & Müller IXON Space angebaut. Mit 150 Lux natürlich eine Photonenkanone sondergleichen. Der achtstufige Helligkeitsregler ist auch ganz nett, auch wenn ich mir nicht sicher bin, wie cool die Handhabung der Helligkeit mit kalten Fingern in dicken Handschuhen sein wird. Die Halterung geht allerdings überhaupt nicht klar, aber, naja, etwas besseres gibt’s da wohl nicht.

    Hat zufällig jemand diesen Scheinwerfer ebenfalls im Betrieb und die Powerbank-Funktion genutzt? Wenn ich gemäß der Bedienungsanleitung die Powerbank-Funktion aktiviere und das Adapterkabel anschließe, ist alles noch cool — aber wenn ich dann in das Adapterkabel ein Verbindungskabel zum Smartphone stecke, wird die Powerbank-Funktion sofort deaktiviert, obwohl noch gar kein Smartphone am anderen Ende des Kabels sitzt. Das Verhalten lässt sich mit allen mir zur Verfügung stehenden Kabeln reproduzieren.

    Vom Graslutscher gibt’s auf Twitter einen lesenswerten Thread zu diesem Thema:

    Und auch einen ausführlichen Beitrag auf seiner Website: Der Verkehrswende-Brexit von Wiesbaden, powered by FDP

    Der Wiesbadener Merkurist hat in den letzten Tagen dutzende Artikel zu dem Thema veröffentlicht, die größtenteils auch auf Facebook zur „Diskussion“ freigegeben wurden. Während sich die Kommentatoren zu Beginn noch freuten, dass die blöden Nicht-Autofahrer und die doofen Grünen verloren hatten, stellt sich so langsam heraus, dass es ohne die Bahn auch nicht viel besser wird, weil hinsichtlich der Kapazität einer Straße irgendwann die physikalischen Grenzen erreicht sind.

    Aber so ist es nunmal mit demokratischen Entscheidungen: Die Wiesbadener werden auch die nächsten Jahrzehnte mit überfüllten Straßen leben müssen. Und die Gegner der City-Bahn waren ja ohnehin wie in den 1960er Jahren der Überzeugung, dass ein Dieselbus viel besser als eine Straßenbahn ist und „den Verkehr“ nicht behindert.

    Allerdings habe ich nur geringe Hoffnung, dass ein ähnlicher Entscheid in anderen Städten positiv beschieden würde. In Hamburg soll irgendwie eine Stadtbahn kommen, in Kiel eine StadtRegionaBahn, aber beide Projekte wurden schon mehrfach aufgrund der Kosten oder Verkehrsbehinderungen abgesagt und wieder neu belebt und wieder abgesagt — und wenn es irgendwann einmal zur Abstimmung käme, ginge es nicht um eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs, sondern nur um die Behinderungen des Kraftverkehrs und die so genannte Parkplatzvernichtung und so weiter und so fort. Komplexe Sachverhalte sind nunmal nicht auf eine Ja-Nein-Antwort zu reduzieren.

    Es gibt schon wieder Neuigkeiten, beziehungsweise im Verborgenen wird weiter an der Urheberrechtsreform gearbeitet. Und, Überraschung, natürlich wird es Upload-Filter geben: Altmaier macht gegen Nutzung von Inhalte-Schnipseln mobil

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    Quasi in unmittelbarer Nähe zum Unfall letzter Woche: Verkehrsunfall mit schwer verletzter Radfahrerin in Hamburg-Osdorf

    Nach einem Standadisierten Fahrtüchtigkeitstest am Unfallort wurde der Führerschein des 82-jährigen Unfallverursachers einbehalten.

    Wie gesagt: Ich bin zwischen 2012 und 2015 herum diese Straße recht häufig entlanggefahren und es war halt echt der reinste „Überseh“-Boulevard. Aus jeder Ausfahrt kommt einer rausgefahren, an jeder Kreuzung will einer abbiegen und ich bin nicht einmal an der Kieler Straße so fort „übersehen“ worden.

    Eigentlich geht es ja schon damit los, dass an einem normalen Arbeitstag gewählt wird. Viele Arbeitnehmer können sich halt nicht einfach einen Tag frei nehmen (was sie bei langen Schlangen wohl teilweise müssten).

    Das ist wohl auch eher ein Relikt aus uralten Zeiten, das bis heute nicht reformiert oder geändert wurde — und witzigerweise auch auf die Anreise ohne Autos zurückzuführen ist. Bevor Autos weit verbreitet waren, war das nächste Wahllokal unter Umständen eine ganze Tagesreise entfernt. Sonntags war Kirche, da konnte man nicht reisen, also ging’s montags los, dienstags wurde gewählt und am Mittwoch war man wieder zu Hause — pünktlich zum Markt.

    Und im November wird gewählt, weil dort die Ernte bereits eingefahren wurde und viele Wähler überhaupt erst die Möglichkeit hatten, zur Wahl zu gehen. Und der 1. November durfte es nicht werden, weil dort schon Allerheiligen liegt. Also: Der erste Dienstag nach dem ersten Montag im November.

    In den USA haben leider zu viele Politiker diesen Konsens verlassen. Da werden - je nach eigenen politischen Ansichten - die Wahlen so unfair wie irgendwie möglich für die Wähler des politischen Gegners gestaltet.

    Das zeigt sich in den Grundzügen aber auch in allen anderen Demokratien. Unsere Bundesregierung hat mit der Wahlrechtsreform ja auch lieber nichts reformiert, weil eine vernünftige Reform zulasten der Regierungskoalition gegangen wäre. Und die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre, zu der man zurecht viel und lange diskutieren kann, scheitert nach meiner Kenntnis vor allem daran, dass die zusätzlichen Wählerschichten wohl primär die momentane Opposition wählen.