Beiträge von Malte

    Die hier zum Beispiel. Der Vorrang für Fußgänger bei abknickender Vorfahrt wird nicht in §9(3) festgelegt sondern ergibt sich durch Anlage 3 zu §42 Absatz 2

    … was ja nach meiner Erfahrung auch nur so mäßig funktioniert. Der Verordnungsgeber denkt das wohl auch und hat deshalb in die Verwaltungsvorschriften zu Zeichen 301 geschrieben:

    Zitat

    Treten im Bereich von Kreuzungen oder Einmündungen mit abknickender Vorfahrt Konflikte mit dem Fußgängerverkehr auf, ist zum Schutz der Fußgänger das Überqueren der Fahrbahn durch geeignete Maßnahmen zu sichern, z. B. durch Lichtzeichenregelung für die Kreuzung oder Einmündung oder Geländer.

    Oh ja bitte, alles auf E-Fules umstellen. Bei den Herstellungskosten für diese Kraftstoffe würde fahren, besonders mit großen SUV, extrem teuer werden. So bekommt man die Leute auch aufs Rad oder in den ÖPNV.

    Ich glaube zwar, dass jeder hier das Manöver durchschaut, aber es sei auch hier noch einmal erwähnt, dass es mutmaßlich noch nicht einmal das Ziel dieser Seite ist, E-Fuels zu etablieren. Primär möchte der Verein hier seine Reichweite auf einem weiteren Segment ausbreiten und sekundär will man eventuell den Anhängern noch das christdemokratische Gefühl mitgeben, dass alles so bleiben kann wie es ist und jeder mit E-Fuels seine Verbrennungsmaschine weiterfahren kann.

    Das geht ja auch schon damit los, dass selbst auf der dortigen Seite mittlerweile hin und wieder Gegenrede betrieben und auf die bis zur Unsinnigkeit vereinfachte Darstellung der Share-Pics eingegangen wird. Hier erzeugen gemütliche „Windspargel“ und „Gretavoltaikanlagen“ ganz tolle synthetische Kraftstoffe, obwohl die Anhängerschaft der E-Fuels deutliche Überschneidungen mit jenen aufweisen dürfte, die gar keine Windkraft- und Solaranlagen bauen wollen.

    z.B. in Amsterdam gibt es ja auch ein riesiges Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof, obwohl der Bahnhof ringsrum auch gut mit der Straßenbahn angebunden ist. Also scheint bei sowas ja durchaus der Bedarf da zu sein.

    Beim Hauptbahnhof kann ich das ja auch verstehen. In Hamburg wäre ich früher gerne mit dem Rad zur Arbeit gefahren, dann nach Feierabend zum Bahnhof, hätte dort mein Fahrrad geparkt und wäre mit der Bahn zu Lischen-Radieschen nach Kiel gedüst. Ging aber in Ermangelung eines Fahrradparkhauses nunmal nicht.

    An einem großen Bahnhof stehen mir ja nicht nur Straßen- oder U-Bahnen zur Verfügung, sondern auch Regional- und Fernbahnen. Da kann ich mir schon vorstellen, dass hier in einer Stadt mit einem gewissen Radverkehrsanteil auch Leute mit dem Rad anreisen. Das klappt in Kiel und Lüneburg ja auch: Dort kann ich mit dem Rad zum Bahnhof fahren und in einem (oder zwei) mittlerweile viel zu kleinen Fahrradparkhäusern parken oder ich nehme halt den Bus, der einmal pro Stunde fährt.

    Warum nun aber ein riesiges Fahrradparkhaus an einer U-Bahn-Haltestelle steht, das mir dort ja tendenziell keinen riesigen Mehrwert bietet, weil sich im Umkreis weitere U-Bahn-Haltestellen befinden, die ja tendenziell das gleiche Angebot in Form der gleichen Linien anbieten. Will sagen: Ich sehe noch nicht so richtig, dass nennenswert viele Menschen mit dem Rad zur Kellinghusenstraße fahren, dabei schon eine Menge anderer U-Bahn-Stationen passieren, um dort in die U-Bahn umzusteigen.

    Das ist ein bisschen so wie bei innerstädtischen Bushaltestellen, die mit vielen Fahrradständern ausgestattet werden in der Annahme, dass jetzt viele Menschen von ihrer Wohnung mit dem Rad zur Bushaltestelle fahren, dort parken, um dann mit dem Bus zur Arbeit oder zum Bahnhof weiterzufahren. Aber entweder befindet sich der Fahrradständer samt Bushaltestelle in fußläufiger Entfernung, so dass ich das Radfahren gar nicht erst lohnt, oder die Strecke ist ohnehin so lang, dass man auch einfach noch den Rest der Strecke zum Ziel fahren könnte. Insofern stehen dort auch entweder nur Fahrradleichen oder die Räder derjenigen, die in unmittelbarer Nähe des Fahrradständers wohnen.

    Super. Jetzt hat’s das Fahrradparkhaus sogar ins Fernsehen geschafft:

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    Ich wundere mich ja wirklich so langsam, warum da so viel schiefgegangen ist. Und: Warum steht denn ausgerechnet dort ein Fahrradparkhaus?

    Mir erschließt sich überhaupt nicht, warum ich denn mit dem Rad zum Parkhaus fahren und dort in der Kellinghusenstraße in die U-Bahn steigen soll. Mir fehlt da die Fantasie, denn die U-Bahn-Station ist ja beinahe umringt von weiteren U-Bahn-Stationen, da ergibt sich doch gar nicht so richtig die Notwendigkeit, mit dem Rad ausgerechnet zur Kellinghusenstraße zu fahren. Oder soll ich jetzt aus Lokstedt mit dem Rad bis zur Kellinghusenstraße radeln und dort in die U1 oder U3 in die Innenstadt umsteigen? Da kann ich doch auch gleich die ganze Strecke fahren. Stünde das Parkhaus am Hauptbahnhof, dann könnt ich’s ja noch verstehen, oder vielleicht an irgendeinem strategisch günstig gelegenen Schnellbahnhof wie Harburg oder Wandsbek oder vielleicht auch Altona, aber warum denn ausgerechnet halb in der Innenstadt gelegen?

    Ich mag es mir vielleicht nur einbilden, aber ich habe den Eindruck, dass in den letzten Tagen und Wochen wirklich vermehrt seltsame Beschilderungen auftauchen. Hier dachte erst, man hätte wohl nur den Gehweg, naja, „entwidmen“ wollen und hätte mit Zeichen 260 in der Trickkiste halt daneben gegriffen, aber vielleicht wollte man auch tatsächlich den Fuß- und Radverkehr unterbinden, damit es der Kraftverkehr in dieser Engstelle nicht so eng hat.

    Jedenfalls interpretiere ich dieses Schild so, dass der gesamte Straßenquerschnitt für Fußgänger und Radfahrer gesperrt ist — auch der Notweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

    Mobil in Deutschland e.V. betreibt auf Facebook ja auch einen bunten Strauß an Webseiten, die relativ sorgfältig orchestriert Stimmung gegen die Grünen und gegen Radfahrer betrieben wird, während gleichzeitig für E-Fuels über Gebühr geschwärmt wird. Diese lustigen Seiten referenzieren sich regelmäßig gegenseitig und zehren ihre Reichweite mittlerweile allein aus der Empörung der Anhänger. Auch ein interessantes Konzept, eine Zielgruppe zu definieren.

    In deren Pressemitteilung klingt das Urteil auch ganz anders, als ob da noch mal jemand ein paar neue Zahlen aus dem Hut gezaubert hätte.

    Dabei war man sich damals so sicher, mit diesem riesigen Brief nur gewinnen zu können…

    Das Ding hat einen Namen: Institutioneller Rassismus. Seltsamerweise treffe ich immer wieder auf schockierte Empörung und Ablehnung, sobald dieser Begriff ins Spiel kommt.

    Naja, klar, weil Rassismus nunmal eine ganz andere Hausnummer ist. Der Begriff allein hat schon eine lange Geschichte und eine sehr komplexe Bedeutung.

    Wenn ich auf dem Fahrrad fahrend benachteiligt werde, dann ist das eher ein gesellschaftliches Problem, das aus unserem Hang zum Autofahren entstanden sein mag. Wenn ich das Radfahren leid bin, dann kann ich in der Regel auf andere Verkehrsmittel oder die Füße ausweichen.

    Rassismus ist, wenn meine schwarze Kollegin im Restaurant nicht bedient wird und der Kellner einfach so tut, als säße sie nicht mit uns am Tisch. Oder wenn sie in der S-Bahn die einzige ist, deren Fahrschein kontrolliert wird. Ich halte es nicht für passend, mich mit ihren Erfahrungen zu vergleichen, weil man mich auf dem Fahrrad nunmal nicht ernst nimmt.

    so etwas heißt bei Euch schon Steigung?

    Das ist schon fast ein Gebirge.

    Bein deinen Erzählungen kommt einem so vor, als ob die Lünebürger hinterm Steuer besonders unentspannt wären. Normalerweise sind die Nordlichter doch relaxt? Nicht, das ich mir nicht ständig was anhören müsste, aber bei deinen Erzählungen hab ich das Gefühl, das ist schon viel mehr, obwohl ich sehr viel weniger Regeltreu bin und wahrscheinlich deutlich mehr "fahrbahnradl". Und unsere Beschilderung sicher nicht besser ist.

    Naja, hier im Forum gibt es ja genügend Erzählungen aus Hamburg von verschiedenen Radlingen. Und in Lüneburg fährt eben die gleiche Klientel herum: Laut Pendleratlas fährt jeder siebte Lüneburger zur Arbeit nach Hamburg, das dürfte also grob überschlagen jeder vierte Arbeitnehmer sein. Von denen dürften viele mit dem Auto fahren und dann halt auch so unterwegs sein, wie sie in Hamburg unterwegs sind: Absolut unentspannt.

    Und in Lüneburg, das ich ja bekanntlich bis zu unserem Umzug im Februar für ein kleines, süßes Fahrradstädtchen hielt, wurde in den letzten Jahrzehnten nunmal eher zu einer autogerechten Stadt mit Altstadtkern ausgebildet. Wenn man dann mit dem Rad gerne auf der Fahrbahn fahren möchte, wird man vom Kraftfahrer nicht unbedingt wohl gelitten werden.

    Noch ein aktuelles Beispiel aus der Soltauer Straße. Die führt — Überraschung — grob in Richtung Soltau mit einer nicht unerheblichen Steigung aus der Stadt heraus und steht schon länger in der Debatte, zusammen mit der einigermaßen parallel verlaufenden Uelzener Straße einen Einbahnstraßenring zu bilden. Das kommt natürlich nicht besonders gut an und beim momentan amtierenden sozialdemokratischen Oberbürgermeister schon gar nicht.

    Darum besteht auch ein biiiischen der Verdacht, dass hier noch mal schnell mit einer Sanierung der Straße Fakten geschaffen werden sollten. Wie soll man des denn schon dem Wähler verklickern, im nächsten Jahr einen Einbahnstraßenring zu basteln, wenn doch erst dieses Jahr für viele Steuergelder die Straße umgebaut wurde?

    In der Straßenmitte gab es bislang pro Fahrtrichtung einen Fahrstreifen, dann auf der östlichen Seite beinahe durchgängig einen Seitenstreifen zum Parken, benachbart von einem buckeligen, von Bushaltestellen durchsetzten Hochbordradweg und einem Gehweg. Auf der anderen Straßenseite gibt es den Seitenstreifen mitsamt Rad- und Gehweg nur in der südlichen Hälfte, auf der nördlichen Hälfte gibt es nur noch einen Sonderweg, der farblich gesehen wohl ein Radweg ist und auf einer kleinen Anhöhe parallel zur Straße verläuft.

    Momentan ist die Straße stadteinwärts, also abwärts gesperrt.

    Stadtauswärts sieht’s dann halt so aus:

    Links darf man sowieso nicht mit dem Rad fahren, aber verboten ist es trotzdem und das Schild soll wohl sagen: Fahrt’s halt auf der rechten Seite:

    Rechts ist’s aber auch verboten. Ich mutmaße mal, das soll ein Gehweg sein, was aus der Beschilderung aber nicht hervorgeht — anhand der roten Oberfläche war bislang für die meisten Verkehrsteilnehmer klar, dass es sich um einen Radweg handelt. Tja.

    Während ich dort fotografierte, begegnete ich einem Fahrbahnradler, der kurz darauf wiederum einen Kraftfahrer begegnete. Es wurde mehrere Sekunden lang gehuuuuuuuuuuupt, dann versuchte der Kraftfahrer rechts zu überholen und drängte den Radling schließlich nach links in die Arbeitsstelle ab:

    Das Schauspiel wiederholte sich kurz darauf ein zweites Mal mit neuen Kontrahenten, wobei sich der Kraftfahrer in tüchtigen Beschimpfungen erging. Ein Foto habe ich davon leider nicht.

    Macht aber nichts, denn während meines Spazierganges gab es noch eine dritte, von mehreren Kraftfahrern mit Hupen geführte Auseinandersetzung, die ebenfalls zum Radfahren in der Arbeitsstelle führte. Auf diesem Foto sieht man auch, wo der Radverkehr im Regelfall stattfindet: Mutmaßlich ordnungswidrig auf dem Was-auch-immer-Sonderweg.

    Von der Gegenseite sieht es dann so aus:

    Zu Fuß auf diesem Sonderweg zu laufen ist übrigens auch geil. Man wird angeklingelt und dann eng überholt, weil die lieben Radfahrer natürlich Angst haben, auf den glitschigen Überresten des goldenen Oktobers den Hang runterzurutschen.

    Wie man das besser machen kann? Weiß ich nicht. Hier helfen nach meinem Dafürhalten weder „Radfahren auf der Fahrbahn erlaubt“-Schilder noch Piktogramme auf der Fahrbahn, weil die Leute am Lenkrad ja komplett austicken, wenn sie über 400 Metern hinter einem Radling herzuckeln müssen, der einen Höhenunterschied von neun Metern hochkraxelt.

    Ich glaube nicht, dass es in diesen Fällen eine friedliche Koexistenz von Kraftfahrern, Radfahrern und Fußgängern geben wird. Die einzig sinnvolle Lösung wird wohl die Beschilderung einer großzügigen Umleitung sein — sofern man den Kraftverkehr nicht aussperren möchte. Denn davon ausgehen, dass der Radverkehr hier artig 400 Meter schieben wird, braucht man wohl auch nicht.

    In der Gegenrichtung beispielsweise ist der rechte Fahrstreifen ein Bussonderfahrstreifen, der nicht für den Radverkehr freigegeben ist

    Hier übrigens noch die Gegenrichtung:

    Die Idee ist wohl gewesen, dass der im Bild linke Gehweg gesperrt ist und daher auf der rechten Straßenseite doppelt so viel Fußverkehr zu erwarten ist und darum der dortige Radweg gesperrt und dem Gehweg zugeschlagen wird.

    Das funktioniert natürlich nur mäßig und prinzipiell findet der Radverkehr jetzt trotzdem in beiden Richtungen auf dem Rad- oder Gehweg oder was auch immer statt.

    Aber vermutlich muss man sich schon freuen, dass hier wenigstens der Radverkehr nicht per Zeichen 240 in beide Richtungen auf den untermaßigen Radweg verbannt wurde. Nur auf der Fahrbahn radeln, das trauen sich nur die wenigsten.

    Vor einer Woche war ich mit dem Bus unterwegs zu meinem Zahnarzt am Eidelstedter Platz und durfte feststellen, dass die Baumaßnahme offenbar beendet ist. Für den Rad- und Fußverkehr hat sich, soweit ich das erkennen konnte, nicht besonders viel gebessert — außer dass halt diese Albernheiten in Form von engen Zweirichtungsradwegen wieder entfernt worden. Die gammeligen Radwege sind in einem ebenso erbärmlichen Zustand wie früher mit kümmerlichen Ausnahmen in Form von ein paar Metern Verschlimmbesserungen, die noch immer gerade mal eben so den Mindestmaßen entsprechen:

    Und was soll das hier werden? Eine Einladung zum Sterben, um die einzelnen Verkehrsteilnehmer maximal im Unklaren zu lassen, wer jetzt wohl in welche Richtung fahren wird? Ich nehme mal an, dass hier wird sich auch zu einer der Stellen entwickeln, bei der sich Kraftfahrer in den einschlägigen Drunterkommentator-Arenen beklagen, dass Radfahrer ordnungswidrig über den Fußgängerüberweg fahren und nicht einmal absteigen:

    Und dann gibt es wohl noch einen gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen, den nördlichen Bereich der Kieler Straße von zwei Fahrstreifen pro Richtung auf einen Fahrstreifen zu reduzieren. Tja, da schäumt der Drunterkommentator und merkt noch nicht einmal, dass es sich um den nördlichen Bereich handelt und nicht den insgesamt sechs- bis achtstreifen Teil von der Autobahn 7 stadteinwärts: Diese Verkehrsachse in Hamburg wird einspurig

    Man darf ja auch mal erwähnen, dass es sich nur um einen Antrag handelt, dem noch keine Abstimmung oder gar eine Planung gefolgt ist. An Umsetzung ist da noch gar nicht zu denken.

    Welche Teile am Brompton sind denn außer das sie Bromptonspezifisch oder selten sind, gern gesucht?

    Verschleißmäßig auf jeden Fall Kette und die hinteren Ritzel, sofern man mit Kettenschaltung fährt. Desweiteren auch Bremsbeläge und irgendwann mal ein Kettenblätter.

    Seltener folgen Felge und Kabel.

    Die Stadt Lüneburg könnte auch ein Schild wie in der Bleckeder Landstraße aufstellen "Radfahrer bitte Fahrbahn benutzen", wenn sie keine Pictogramme aufbringen möchte.

    Über diese Lösung wurde in den einschlägigen Gremien schon diskutiert, aber ich habe damals den Einwand vorgebracht, dass ich diese Schilder unter anderem aus Kiel kenne und ihre Wirkung für vernachlässigbar halte. Durch die Windschutzscheibe hindurch werden sie nicht wahrgenommen und jener Teil des Radverkehrs, der nicht ohnehin vehement auf der Fahrbahn radeln möchte, wird auch weiterhin nach Kräften versuchen, auf den Nebenflächen zu bleiben.

    Wie sollte die Stadt die Baustelle denn besser ausschildern?

    Ich glaube, man kann hier gar nicht nur auf die Verwaltung abstellen, die hier nicht meinem Wunschkonzert entsprechend gehandelt hat.

    Es gibt am Lüneburger Bahnhof zwei Unterführungen, nämlich die abgebildete auf der Südseite und eine ähnliche auf der Nordseite. Die Unterführung auf der Nordseite wurde in den letzten Monaten mehrmals für den Kraftverkehr gesperrt, für den Rad- und Fußverkehr aber eigentlich nicht, aber so richtig geil war das für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer nicht.

    Da es sich bei der abgebildeten Maßnahme nach meiner Kenntnis ebenfalls um eine länger dauernde Sperrung handelt, fallen mir da eine Reihe von Problemen ein. Das geht zum Beispiel los bei Kraftfahrern, die das [Zeichen 254] derart interpretieren, dass auch auf der Fahrbahn kein Radverkehr stattfinden darf (was ja auch durchaus im Rahmen des Interpretationsspielraums liegt). Wenn man dann einen Radfahrer in dieser Unterführung dicht überholt und dabei anhupt, dann kann man sich relativ sicher sein, dass der kein zweites Mal dort entlangfahren wird.

    Ich hätte mir durchaus gewünscht, dass bei längerdauernden Baumaßnahmen mit Piktogrammen auf der Fahrbahn signalisiert, dass Radfahrverkehr hier stattfinden darf — und ja, ich bin mir der Problematik bewusst, dass dadurch der Eindruck entstehen könnte, woanders wäre Fahrbahnradeln in Ermangelung der Piktogramme nicht in Ordnung und daher mit der Hupe zu ahnden.

    In der Gegenrichtung beispielsweise ist der rechte Fahrstreifen ein Bussonderfahrstreifen, der nicht für den Radverkehr freigegeben ist — klar, es gibt ja auch eigentlich einen Radweg in der Gegenrichtung, dann braucht man ja keine Freigabe. Der Radweg ist auch dort gesperrt, also kann ich auf der Fahrbahn fahren und zwar auf dem mittleren Fahrstreifen links neben den Linienbussen, während ich gleichzeitig von ungeduldigen Kraftfahrern überholt werde. Radfahrer, die hier im Forum angemeldet sind, bekommen das sicherlich hin, aber für die meisten Radfahrer ist das wohl kein denkbares Szenario.

    Vielleicht hätte man sich ja mit etwas Mühe dazu durchringen können, während der Baumaßnahmen den Verkehrsraum neu aufzuteilen: Den Bussonderfahrstreifen streichen, die beiden Fahrsstreifen mit gelber Markierung weiter in die Mitte schieben, rechts und links Platz für einen Radfahrstreifen. Geht aber natürlich auch nicht, denn dadurch verzögert sich der Busverkehr und die Anschlüsse am Bahnhof oben drüber werden nicht erreicht und die Lichtzeichen an den Kreuzungen müssen umprogrammiert werden. Viel Aufwand, wird man nicht machen wollen.

    Und man kann es natürlich auch so lassen wie es ist, es mag ja den Vorschriften entsprechen — aber dann fahren die lieben Radfahrer eben auf der falschen Straßenseite herum. Und ganz ehrlich, nach meinen Erfahrungen mit den Lüneburger Busfahrern hält sich meine Begeisterung auf eine weitere Begegnung in dieser Unterführung wirklich in Grenzen.

    Ein paar Tage wird die Verwaltung noch von einem SPD-Oberbürgermeister geführt und man hat den Eindruck, es wird jetzt noch mal so richtig krachen gelassen auf dass jeder merkt, dass Radfahrer und Eisenbahnen in diesem Ort in den letzten drei Jahrzehnten nicht wohl gelitten waren:

    Tja: Fußgänger können auf der anderen Straßenseite gehen, Radfahrer sollen sich bitte in Luft auflösen. Klar, man kann und sollte jetzt einfach auf der Fahrbahn fahren, aber innerhalb dieser Kreuzungssituation auf die Fahrbahn zu wechseln ist halt auch so eine Sache: Wenn man jetzt an der kombinierten Fahrrad- und Fußgängerampel auf grünes Licht wartet, um nach rechts auf die Fahrbahn einzubiegen, hat man direkt den Linienverkehr im Nacken, der um diese Zeit im Sekundentakt vom Bahnhof abfährt und in jenem Moment ebenfalls grünes Licht sieht. Darauf hätte ich auch auf gar keinen Fall Lust.

    Lüneburg wäre ja so gerne eine Großstadt, weil’s dann mehr Geld gibt und so schöne Sachen wie ein Landesfunkhaus und eine Berufsfeuerwehr, aber vielleicht müssen wir das Baustellenmanagement ja nicht einer Großstadt nachempfinden.

    An eine Sammelbestellung gedacht habe ich, allerdings eher auf Facebook mit harald_legner, tfnab und Malte 1 , die haben auch ein Brommie. Nächstes Mal kann ich aber auch gerne hier nachfragen — ist halt nur in Zeiten wie diesen etwas komplizierter, denn sobald jemand zwei Tage lang nachdenken muss, kann ein Produkt im Onlineshop plötzlich ausverkauft sein, weil’s an den entsprechenden Vorräten mangelt.

    Wir haben hier zu Hause momentan einen Vorrat an Fahrrad-Verschleißteilen, der hoffentlich ungefähr ein Jahr ausreicht, mit Glück etwas länger.

    Das hilft aber natürlich nichts, wenn zwischendurch plötzlich Defekte auftreten, irgendwo eine Speiche bricht, die Schaltung außerplanmäßig ausgetauscht werden muss oder — Gott behüte — jemand mit einem KRaftfahrzeug über das Fahrrad fährt.

    Irgendwie wundere ich mich angesichts der Prognosen, dass die Lieferengpässe auch den Radverkehr betreffend mindestens bis Mitte 2023 anhalten werden, ob das auch Auswirkungen auf die Verkehrswende haben wird. Klar, ein nicht unwesentlicher Teil der Fahrräder ist ohnehin komplett ohne Pflege und Wartung unterwegs, da wird die Kette über die vierfache Lebensdauer gefahren, bis irgendwann die Zähne am Ritzel oder Kettenblatt verschwunden sind.

    Bei mir stellte sich aber schon mal vor ein paar Wochen, bevor nach langer Wartezeit die nächste Ladung Verschleißteile eintraf, die Frage, ob ich nun unbedingt zu einem Gran Fondo von 100 Kilometern aufbrechen muss oder jeden Tag das Faltrad zum Bahnhof nehme — nicht unbedingt aufgrund der deutlich gestiegenen Kosten, wohl aber mit der Ahnung, hier gerade vermeidbaren Verschleiß zu betreiben, der in Ermangelung von Ersatzteilen zur Stilllegung des Fahrrades führen könnte.

    Wenn ich mich draußen auf den Straßen umsehe, scheint das ja momentan für viele Verkehrsteilnehmer noch kein Problem zu sein. Meint ihr, das ändert sich und könnte die Lust am Radfahren sowie die ganze Verkehrswende bremsen?

    Naja, viel hilft viel:

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