Beiträge von Malte

    Noch ein aktuelles Beispiel aus der Soltauer Straße. Die führt — Überraschung — grob in Richtung Soltau mit einer nicht unerheblichen Steigung aus der Stadt heraus und steht schon länger in der Debatte, zusammen mit der einigermaßen parallel verlaufenden Uelzener Straße einen Einbahnstraßenring zu bilden. Das kommt natürlich nicht besonders gut an und beim momentan amtierenden sozialdemokratischen Oberbürgermeister schon gar nicht.

    Darum besteht auch ein biiiischen der Verdacht, dass hier noch mal schnell mit einer Sanierung der Straße Fakten geschaffen werden sollten. Wie soll man des denn schon dem Wähler verklickern, im nächsten Jahr einen Einbahnstraßenring zu basteln, wenn doch erst dieses Jahr für viele Steuergelder die Straße umgebaut wurde?

    In der Straßenmitte gab es bislang pro Fahrtrichtung einen Fahrstreifen, dann auf der östlichen Seite beinahe durchgängig einen Seitenstreifen zum Parken, benachbart von einem buckeligen, von Bushaltestellen durchsetzten Hochbordradweg und einem Gehweg. Auf der anderen Straßenseite gibt es den Seitenstreifen mitsamt Rad- und Gehweg nur in der südlichen Hälfte, auf der nördlichen Hälfte gibt es nur noch einen Sonderweg, der farblich gesehen wohl ein Radweg ist und auf einer kleinen Anhöhe parallel zur Straße verläuft.

    Momentan ist die Straße stadteinwärts, also abwärts gesperrt.

    Stadtauswärts sieht’s dann halt so aus:

    Links darf man sowieso nicht mit dem Rad fahren, aber verboten ist es trotzdem und das Schild soll wohl sagen: Fahrt’s halt auf der rechten Seite:

    Rechts ist’s aber auch verboten. Ich mutmaße mal, das soll ein Gehweg sein, was aus der Beschilderung aber nicht hervorgeht — anhand der roten Oberfläche war bislang für die meisten Verkehrsteilnehmer klar, dass es sich um einen Radweg handelt. Tja.

    Während ich dort fotografierte, begegnete ich einem Fahrbahnradler, der kurz darauf wiederum einen Kraftfahrer begegnete. Es wurde mehrere Sekunden lang gehuuuuuuuuuuupt, dann versuchte der Kraftfahrer rechts zu überholen und drängte den Radling schließlich nach links in die Arbeitsstelle ab:

    Das Schauspiel wiederholte sich kurz darauf ein zweites Mal mit neuen Kontrahenten, wobei sich der Kraftfahrer in tüchtigen Beschimpfungen erging. Ein Foto habe ich davon leider nicht.

    Macht aber nichts, denn während meines Spazierganges gab es noch eine dritte, von mehreren Kraftfahrern mit Hupen geführte Auseinandersetzung, die ebenfalls zum Radfahren in der Arbeitsstelle führte. Auf diesem Foto sieht man auch, wo der Radverkehr im Regelfall stattfindet: Mutmaßlich ordnungswidrig auf dem Was-auch-immer-Sonderweg.

    Von der Gegenseite sieht es dann so aus:

    Zu Fuß auf diesem Sonderweg zu laufen ist übrigens auch geil. Man wird angeklingelt und dann eng überholt, weil die lieben Radfahrer natürlich Angst haben, auf den glitschigen Überresten des goldenen Oktobers den Hang runterzurutschen.

    Wie man das besser machen kann? Weiß ich nicht. Hier helfen nach meinem Dafürhalten weder „Radfahren auf der Fahrbahn erlaubt“-Schilder noch Piktogramme auf der Fahrbahn, weil die Leute am Lenkrad ja komplett austicken, wenn sie über 400 Metern hinter einem Radling herzuckeln müssen, der einen Höhenunterschied von neun Metern hochkraxelt.

    Ich glaube nicht, dass es in diesen Fällen eine friedliche Koexistenz von Kraftfahrern, Radfahrern und Fußgängern geben wird. Die einzig sinnvolle Lösung wird wohl die Beschilderung einer großzügigen Umleitung sein — sofern man den Kraftverkehr nicht aussperren möchte. Denn davon ausgehen, dass der Radverkehr hier artig 400 Meter schieben wird, braucht man wohl auch nicht.

    In der Gegenrichtung beispielsweise ist der rechte Fahrstreifen ein Bussonderfahrstreifen, der nicht für den Radverkehr freigegeben ist

    Hier übrigens noch die Gegenrichtung:

    Die Idee ist wohl gewesen, dass der im Bild linke Gehweg gesperrt ist und daher auf der rechten Straßenseite doppelt so viel Fußverkehr zu erwarten ist und darum der dortige Radweg gesperrt und dem Gehweg zugeschlagen wird.

    Das funktioniert natürlich nur mäßig und prinzipiell findet der Radverkehr jetzt trotzdem in beiden Richtungen auf dem Rad- oder Gehweg oder was auch immer statt.

    Aber vermutlich muss man sich schon freuen, dass hier wenigstens der Radverkehr nicht per Zeichen 240 in beide Richtungen auf den untermaßigen Radweg verbannt wurde. Nur auf der Fahrbahn radeln, das trauen sich nur die wenigsten.

    Vor einer Woche war ich mit dem Bus unterwegs zu meinem Zahnarzt am Eidelstedter Platz und durfte feststellen, dass die Baumaßnahme offenbar beendet ist. Für den Rad- und Fußverkehr hat sich, soweit ich das erkennen konnte, nicht besonders viel gebessert — außer dass halt diese Albernheiten in Form von engen Zweirichtungsradwegen wieder entfernt worden. Die gammeligen Radwege sind in einem ebenso erbärmlichen Zustand wie früher mit kümmerlichen Ausnahmen in Form von ein paar Metern Verschlimmbesserungen, die noch immer gerade mal eben so den Mindestmaßen entsprechen:

    Und was soll das hier werden? Eine Einladung zum Sterben, um die einzelnen Verkehrsteilnehmer maximal im Unklaren zu lassen, wer jetzt wohl in welche Richtung fahren wird? Ich nehme mal an, dass hier wird sich auch zu einer der Stellen entwickeln, bei der sich Kraftfahrer in den einschlägigen Drunterkommentator-Arenen beklagen, dass Radfahrer ordnungswidrig über den Fußgängerüberweg fahren und nicht einmal absteigen:

    Und dann gibt es wohl noch einen gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen, den nördlichen Bereich der Kieler Straße von zwei Fahrstreifen pro Richtung auf einen Fahrstreifen zu reduzieren. Tja, da schäumt der Drunterkommentator und merkt noch nicht einmal, dass es sich um den nördlichen Bereich handelt und nicht den insgesamt sechs- bis achtstreifen Teil von der Autobahn 7 stadteinwärts: Diese Verkehrsachse in Hamburg wird einspurig

    Man darf ja auch mal erwähnen, dass es sich nur um einen Antrag handelt, dem noch keine Abstimmung oder gar eine Planung gefolgt ist. An Umsetzung ist da noch gar nicht zu denken.

    Welche Teile am Brompton sind denn außer das sie Bromptonspezifisch oder selten sind, gern gesucht?

    Verschleißmäßig auf jeden Fall Kette und die hinteren Ritzel, sofern man mit Kettenschaltung fährt. Desweiteren auch Bremsbeläge und irgendwann mal ein Kettenblätter.

    Seltener folgen Felge und Kabel.

    Die Stadt Lüneburg könnte auch ein Schild wie in der Bleckeder Landstraße aufstellen "Radfahrer bitte Fahrbahn benutzen", wenn sie keine Pictogramme aufbringen möchte.

    Über diese Lösung wurde in den einschlägigen Gremien schon diskutiert, aber ich habe damals den Einwand vorgebracht, dass ich diese Schilder unter anderem aus Kiel kenne und ihre Wirkung für vernachlässigbar halte. Durch die Windschutzscheibe hindurch werden sie nicht wahrgenommen und jener Teil des Radverkehrs, der nicht ohnehin vehement auf der Fahrbahn radeln möchte, wird auch weiterhin nach Kräften versuchen, auf den Nebenflächen zu bleiben.

    Wie sollte die Stadt die Baustelle denn besser ausschildern?

    Ich glaube, man kann hier gar nicht nur auf die Verwaltung abstellen, die hier nicht meinem Wunschkonzert entsprechend gehandelt hat.

    Es gibt am Lüneburger Bahnhof zwei Unterführungen, nämlich die abgebildete auf der Südseite und eine ähnliche auf der Nordseite. Die Unterführung auf der Nordseite wurde in den letzten Monaten mehrmals für den Kraftverkehr gesperrt, für den Rad- und Fußverkehr aber eigentlich nicht, aber so richtig geil war das für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer nicht.

    Da es sich bei der abgebildeten Maßnahme nach meiner Kenntnis ebenfalls um eine länger dauernde Sperrung handelt, fallen mir da eine Reihe von Problemen ein. Das geht zum Beispiel los bei Kraftfahrern, die das [Zeichen 254] derart interpretieren, dass auch auf der Fahrbahn kein Radverkehr stattfinden darf (was ja auch durchaus im Rahmen des Interpretationsspielraums liegt). Wenn man dann einen Radfahrer in dieser Unterführung dicht überholt und dabei anhupt, dann kann man sich relativ sicher sein, dass der kein zweites Mal dort entlangfahren wird.

    Ich hätte mir durchaus gewünscht, dass bei längerdauernden Baumaßnahmen mit Piktogrammen auf der Fahrbahn signalisiert, dass Radfahrverkehr hier stattfinden darf — und ja, ich bin mir der Problematik bewusst, dass dadurch der Eindruck entstehen könnte, woanders wäre Fahrbahnradeln in Ermangelung der Piktogramme nicht in Ordnung und daher mit der Hupe zu ahnden.

    In der Gegenrichtung beispielsweise ist der rechte Fahrstreifen ein Bussonderfahrstreifen, der nicht für den Radverkehr freigegeben ist — klar, es gibt ja auch eigentlich einen Radweg in der Gegenrichtung, dann braucht man ja keine Freigabe. Der Radweg ist auch dort gesperrt, also kann ich auf der Fahrbahn fahren und zwar auf dem mittleren Fahrstreifen links neben den Linienbussen, während ich gleichzeitig von ungeduldigen Kraftfahrern überholt werde. Radfahrer, die hier im Forum angemeldet sind, bekommen das sicherlich hin, aber für die meisten Radfahrer ist das wohl kein denkbares Szenario.

    Vielleicht hätte man sich ja mit etwas Mühe dazu durchringen können, während der Baumaßnahmen den Verkehrsraum neu aufzuteilen: Den Bussonderfahrstreifen streichen, die beiden Fahrsstreifen mit gelber Markierung weiter in die Mitte schieben, rechts und links Platz für einen Radfahrstreifen. Geht aber natürlich auch nicht, denn dadurch verzögert sich der Busverkehr und die Anschlüsse am Bahnhof oben drüber werden nicht erreicht und die Lichtzeichen an den Kreuzungen müssen umprogrammiert werden. Viel Aufwand, wird man nicht machen wollen.

    Und man kann es natürlich auch so lassen wie es ist, es mag ja den Vorschriften entsprechen — aber dann fahren die lieben Radfahrer eben auf der falschen Straßenseite herum. Und ganz ehrlich, nach meinen Erfahrungen mit den Lüneburger Busfahrern hält sich meine Begeisterung auf eine weitere Begegnung in dieser Unterführung wirklich in Grenzen.

    Ein paar Tage wird die Verwaltung noch von einem SPD-Oberbürgermeister geführt und man hat den Eindruck, es wird jetzt noch mal so richtig krachen gelassen auf dass jeder merkt, dass Radfahrer und Eisenbahnen in diesem Ort in den letzten drei Jahrzehnten nicht wohl gelitten waren:

    Tja: Fußgänger können auf der anderen Straßenseite gehen, Radfahrer sollen sich bitte in Luft auflösen. Klar, man kann und sollte jetzt einfach auf der Fahrbahn fahren, aber innerhalb dieser Kreuzungssituation auf die Fahrbahn zu wechseln ist halt auch so eine Sache: Wenn man jetzt an der kombinierten Fahrrad- und Fußgängerampel auf grünes Licht wartet, um nach rechts auf die Fahrbahn einzubiegen, hat man direkt den Linienverkehr im Nacken, der um diese Zeit im Sekundentakt vom Bahnhof abfährt und in jenem Moment ebenfalls grünes Licht sieht. Darauf hätte ich auch auf gar keinen Fall Lust.

    Lüneburg wäre ja so gerne eine Großstadt, weil’s dann mehr Geld gibt und so schöne Sachen wie ein Landesfunkhaus und eine Berufsfeuerwehr, aber vielleicht müssen wir das Baustellenmanagement ja nicht einer Großstadt nachempfinden.

    An eine Sammelbestellung gedacht habe ich, allerdings eher auf Facebook mit harald_legner, tfnab und Malte 1 , die haben auch ein Brommie. Nächstes Mal kann ich aber auch gerne hier nachfragen — ist halt nur in Zeiten wie diesen etwas komplizierter, denn sobald jemand zwei Tage lang nachdenken muss, kann ein Produkt im Onlineshop plötzlich ausverkauft sein, weil’s an den entsprechenden Vorräten mangelt.

    Wir haben hier zu Hause momentan einen Vorrat an Fahrrad-Verschleißteilen, der hoffentlich ungefähr ein Jahr ausreicht, mit Glück etwas länger.

    Das hilft aber natürlich nichts, wenn zwischendurch plötzlich Defekte auftreten, irgendwo eine Speiche bricht, die Schaltung außerplanmäßig ausgetauscht werden muss oder — Gott behüte — jemand mit einem KRaftfahrzeug über das Fahrrad fährt.

    Irgendwie wundere ich mich angesichts der Prognosen, dass die Lieferengpässe auch den Radverkehr betreffend mindestens bis Mitte 2023 anhalten werden, ob das auch Auswirkungen auf die Verkehrswende haben wird. Klar, ein nicht unwesentlicher Teil der Fahrräder ist ohnehin komplett ohne Pflege und Wartung unterwegs, da wird die Kette über die vierfache Lebensdauer gefahren, bis irgendwann die Zähne am Ritzel oder Kettenblatt verschwunden sind.

    Bei mir stellte sich aber schon mal vor ein paar Wochen, bevor nach langer Wartezeit die nächste Ladung Verschleißteile eintraf, die Frage, ob ich nun unbedingt zu einem Gran Fondo von 100 Kilometern aufbrechen muss oder jeden Tag das Faltrad zum Bahnhof nehme — nicht unbedingt aufgrund der deutlich gestiegenen Kosten, wohl aber mit der Ahnung, hier gerade vermeidbaren Verschleiß zu betreiben, der in Ermangelung von Ersatzteilen zur Stilllegung des Fahrrades führen könnte.

    Wenn ich mich draußen auf den Straßen umsehe, scheint das ja momentan für viele Verkehrsteilnehmer noch kein Problem zu sein. Meint ihr, das ändert sich und könnte die Lust am Radfahren sowie die ganze Verkehrswende bremsen?

    Naja, viel hilft viel:

    Externer Inhalt twitter.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Wer Maske, Helm oder sonstwas tragen will, darf das gerne weiterhin tun.

    Das seh ich anders. Beim Friseur und beim Arzt wurde mir recht deutlich gemacht, dass Masken unerwünscht sind. Natürlich kann ich trotzdem eine aufsetzen, muss aber mit einem gewissen sozialen Druck rechnen, mich an das gesellschaftlich gewünschte Verhalten anzupassen. In Schleswig-Holstein müssen in den Schulen nach meiner Kenntnis bald keine Masken mehr getragen werden und es wird den Kindern freigestellt, wie sie es handhaben wollen. Da stelle ich es mir auch uncool vor, der einzige mit Maske in einer Klasse von 30 Leuten zu sein. Ist halt wie die sozialen Radwegbenutzungspflicht, nur umgekehrt.

    Einmal im Leben habe ich CDU gewählt — beziehungsweise eigentlich nicht: 2008 trat Rolf-Oliver Schwemer als parteiloser Kandidat für die CDU bei der Landratswahl im Schleswig-Holsteinischen Kreis Rendsburg-Eckernförde an und weil ich den anderen Kandidaten noch weniger leiden konnte, wurde es Schwemer auf dem Wahlzettel.

    Nun das:

    Rendsburg-Eckernförde : Alle Corona-Regeln aufheben: Landrat Schwemer und Infektiologe Ott starten Initiative | shz.de
    Der Kreis Rendsburg-Eckernförde, einst Verfechter strenger Corona-Regeln, setzt sich dafür ein, den Menschen wieder die
    www.shz.de

    In Schleswig-Holstein gelten seit einiger Zeit schon sehr lockere Regeln zur Eindämmung der Pandemie, so ist offenbar weder beim Friseur noch in der Werkstatt und deren Verkaufsräumen noch beim Arzt oder im Kino eine Maske notwendig. Und die Leute weisen auch sehr vehement darauf hin, dass die Maske nicht notwendig ist — soll wohl heißen: Nimm sie bitte ab, Drostenauten wollen wir nicht als Kunden.

    Insofern ist es wohl stimmungsgerecht, die Schutzmaßnahmen komplett abzuschaffen. Ob das aber eine gute Idee ist, wage ich zum derzeitigen Zeitpunkt zu bezweifeln.

    Im beinahe schon traditionellen Rechtsstreit, ob die regelmäßig stattfindende Demonstration gegen die Bundesautobahn 39 auch auf der Autobahn selbst stattfinden darf, gibt es abseits des eigentlichen Verbotes des Befahrens der Autobahn immer noch eine Reihe weiterer Auflagen — etwa das keine Hunde mitgeführt werden oder dass Ordnern explizit die Nutzung von Funkgeräten während der Fahrt untersagt wird.

    Dieses Mal griff die Klägerin vor dem Verwaltungsgericht auch das auferlegte Verbot von elektronischen Geräten, „die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen oder zu dienen bestimmt sind“ an und erhielt vom VG Lüneburg eine abschlägige Begründung im Beschluss 5 B 105/21:

    Zitat

    b. Nach den vorgenannten Maßstäben erweist sich die Auflage unter Nr. I.2., nämlich das Verbot, elektronische Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen oder zu dienen bestimmt ist, nicht während der Fahrt aufzunehmen oder zu halten, ebenfalls aller Voraussicht nach als rechtmäßig. Eine Ausnahme für Ordner und Journalisten ist nicht gerechtfertigt.

    Das Halten oder Aufnehmen eines derartigen Geräts zur Nutzung stellt eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Gerade in einem Demonstrationszug wie hier, in dem die Teilnehmer verschiedenste Fahrzeuge nutzen können und die Teilnehmer im Verkehr unterschiedlich geübt sein werden, bedarf es der Umsicht und einer hohen Aufmerksamkeit aller Teilnehmer, um Kollisionen und Auffahrunfälle zu vermeiden. Das Halten des Geräts und dessen Nutzung führen zu einer Ablenkung vom Verkehrsgeschehen und es stehen nicht mehr beide Hände zur Verfügung, um zum Beispiel ein Fahrrad sicher zu führen. Insbesondere die Nutzung einer Digitalkamera führt zu einer nicht nur sehr kurzfristigen Ablenkung. Die Nutzung der aufgeführten Geräte kann zur Folge haben, dass Gefahrensituationen zu spät wahrgenommen werden oder verzögert und nicht stark genug gebremst wird.

    Überdies darf nach § 23 Abs. 1 Buchst. a StVO, wer ein Fahrzeug führt, ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient oder zu dienen bestimmt ist, nur benutzen, wenn hierfür das Gerät weder aufgenommen noch gehalten wird und entweder nur eine Sprachsteuerung und Vorlesefunktion genutzt wird oder zur Bedienung und Nutzung des Gerätes nur eine kurze, den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen angepasste Blickzuwendung zum Gerät bei gleichzeitig entsprechender Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen erfolgt oder erforderlich ist. Die Nutzung derartiger Geräte als Fahrzeugführer, die mit dem Halten oder dem Aufnehmen des Geräts einhergehen, stellt damit einen Verstoß gegen die öffentliche Sicherheit dar.

    Diese Beschränkung stellt auch keine unverhältnismäßige Beeinträchtigung von Art. 8 Abs. 1 GG dar. Es ist zumutbar, Fotos nicht während der Fahrt zu fertigen oder damit eine Person zu betrauen, die nicht Fahrzeugführer ist, sondern zum Beispiel in einem Lastenfahrrad mitfährt. Die Ordner oder Journalisten können für ihre Zwecke kurz anhalten. Vor dem Hintergrund der geringen Geschwindigkeit der Versammlung verlieren Anhaltende nicht den Anschluss. Weiter ist das Telefonieren an sich während der Fahrt auch erlaubt, z. B. mittels Sprachsteuerung.

    Abgesehen von der lustigen Idee mit dem Lastenrad, die ich einem Verwaltungsgerät überhaupt nicht zugetraut hätte, macht sich das VG Lüneburg leider gar keine Gedanken dazu, welche Geräte denn nun im Einzelnen unter das Verbot fallen — Digitalkameras sind einfach mit dabei. Insofern gehe ich mittlerweile davon aus, dass das wohl auch im Sinne des Verordnungsgebers ist.

    Dass es für Ordner*innen keine Ausnahme für Funkgeräte gibt, erscheint mir unverständlich, denn während ich für ein Foto natürlich anhalten und absteigen kann, so kann ich als Ordner keinen Demonstrationszug begleiten, wenn ich für jeden Funkspruch anhalten muss. Da kann ich’s mit den Funkgeräten auch gleich bleiben lassen.

    Ich bin ja mal gespannt, ob mich denn die Polizei dieses Mal aus der Demonstration rauswerfen wird. Bei der ADFC-Demonstation hatte ein Polizeibeamter schon arge Bedenken, dass ich während der Fahrt fotografiert hätte (was vielleicht auch nicht so ganz von der Hand zu weisen ist…), und es wäre der Polizei eigentlich lieber, wenn ich während der Fahrt die Kamera auch nicht um den Hals hängen habe.

    Das heißt: Aus dem Demonstrationszug rausfahren, aber nicht so weit raus, dass man kein Teil des Demonstrationszuges mehr ist, anhalten, absteigen, Kamera auspacken, fotografieren, Kamera einpacken, aufsteigen, wieder in den Demonstrationszug eingliedern. Okay, ich mache meine Fotos nur für den Veranstalter, aber als Vertreter der Presse hielte ich es für eine gewisse Einschränkung meiner Arbeit, wenn ich die Kamera während der Fahrt nicht um den Hals hängen lassen dürfte.

    So, jetzt ist es durch.

    Das Problem an der Sache ist, dass bei Luft.jetzt mittlerweile enorm viele Datensätze anfallen — grob geschätzt fünf Millionen pro Tag. Diese Datensätze sollen eigentlich nach sieben Tagen automatisch gelöscht werden, so dass dort im schlimmsten Fall maximal 35 Millionen Datensätze in der Datenbank liegen. Das ist schon eine ordentliche Hausnummer.

    Manchmal klappt das Löschen allerdings nicht und schlägt fehl — etwa weil aus irgendeinem Grunde der Server zum Zeitpunkt des Löschens überlastet war, weil vielleicht ein Backupvorgang gleichzeitig lief. Und dann geht’s kaskadenartig schief: Am nächsten Tag liegen dann schon 40 Millionen Datensätze dort und schon dauert der Löschvorgang, um die nunmehr letzten beiden Tage abzuschneiden, plötzlich doppelt so lange. Das kann dann auch gleich wieder schiefgehen. Und dann liegen plötzlich 45 Millionen Datensätze dort. Und so weiter und so fort.

    Vorgestern war der Berg dann schon auf 100 Millionen angewachsen und je länger man wartet, desto schwieriger wird es. Ich hoffe, dass der Server jetzt wieder stabil läuft und mache mir mal Gedanken, wie man diese Problematik sinnvoll abstellen kann.

    Wie offenbar in jedem Jahr wurden am letzten Wochenende in der Stadt einige Bäume gepflanzt. Grund genug für einige Nachbar*innen hier im Roten Feld, eine Bürgerinitiative gegen Parkplatzvernichtung anzukündigen. In den gesellschaftlichen Netzwerken, die momentan nicht erreichbar sind, machte schon ein Flugblatt die Runde, auf der der künftigen grünen Oberbürgermeisterin erklärt wurde, man werde entschlossen der Parkplatzvernichtung entgegentreten.

    Es geht übrigens um diese sieben Bäume auf einer Parkfläche an der Amselbrücke:

    Etwa ein Drittel des Parkplatzes wurde dazu abgetrennt, auf dem allerdings ohnehin nicht mehr so richtig geparkt werden konnte, ohne die Wiese plattzudrücken oder in gehöriger Schieflage zum Stehen zu kommen.

    Wie man sieht, ist auf dieser Parkfläche im Regelfall auch kein großer Andrang, denn die lockere Bebauung mit großzügigen Straßen des Roten Feldes erlaubt es jedem Haushalt aus den Ein- und Mehrfamilienhäusern irgendwo in unmittelbarer Nähe einen Parkplatz zu finden. Gebraucht wird dieser Parkplatz meistens an warmen Sommerwochenenden, wenn quasi direkt aus dem Kofferraum die Standup-Paddelboote in die Ilmenau entlassen werden.

    Der Witz ist natürlich auch, dass die lieben Grünen nun die Mehrheit im Rat erobert haben, aber genau wie Frau Kalisch erst ab dem 1. November hier regieren. Schwer zu glauben, dass diese Aktion auf das Konto der Grünen gehen soll.

    Die Empörung einiger Nachbar*innen, die angesichts der Wahlergebnisse in den heute Abend Gottseidank nicht erreichbaren gesellschaftlichen Netzwerken mutmaßten, man dürfe nur noch mit dem Eselkarren in die Stadt fahren, wird mit diesen sieben Bäumen natürlich gehörig befeuert.

    Wobei mir nicht so ganz klar ist, ob es nicht noch schönere Plätze für sieben neue Bäume gegeben hätte als diese verdichtete, mit Motoröl belastete Parkfläche. Aber irgendwann müssen wir’s eh der Natur zurückgeben.